Kategorie: Leben an Bord

  • Der erste Regen seit März …

    Morgenstimmung über Calero

    … fällt aus einem dichten wolkenbehangenen Himmel und die Menschen laufen fröhlich lächelnd unter dem ersehnten Nass hindurch. Acht lange Monate hat es auf Lanzarote nicht geregnet, keinen Tropfen und dementsprechend staubtrocken ist es besonders im südlichen Teil unserer Lieblingsinsel.

    Von den Touristen wurde das Regenwetter sicherlich nicht herbeigesehnt, die wollen ja in aller Regel dem kühlen-spätherbstlichen Nordeuropa entfliehen und die Sonne des Südens genießen. Wir erfreuen uns mit den Einheimischem an dem Wetterwechsel.

    Adventskalender für die Eltern!

    Die Weihnachtsdeko haben wir, kurz vor dem ersten Advent, aus der Bilge herausgekramt und die liebevoll verpackten kleine  Adventskalenderpräsente von Larissa liegen auch schon, schön drapiert, im Salon. Vielen Dank dafür, liebe Larissa! Der Jahreszeitenwechsel kann kommen. (Bei Lidl in Puerto del Carmen gibt es sogar schon jetzt ein großes Regal mit Plätzchen, Stollen und echten Weihnachtssternen!)

    Die Capitania räumt aus, katalogisiert die Vorräte und räumt sie dann wieder ein

    Cornelia hat in den letzten Tagen Staulisten erstellt und sämtliche Lebensmittel, die jetzt schon an Bord sind, in Tabellen zusammengefasst. Einiges ließ uns staunen, denn wir hatten nicht gedacht, dass wir insgesamt 17 Tuben und Dosen Tomatenmark, 15 Fertiggerichte oder 12 Päckchen Nudeln bereits an Bord haben. Da hat sich wohl einiges in den letzten Monaten oder Jahren angesammelt, was ja auch Vorteile hat, da wir nicht mehr viel verproviantieren müssen vor dem Start unserer  karibischen Reise. Leider mussten wir auch ein paar Lebensmittel entsorgen, was uns einigermassen schwerfällt, da die zum Teil schon seit Ewigkeiten abgelaufen waren. Einsamer Spitzenreiter war eine Packung Grießbrei, deren MHD mit 12/2014 angegeben war, also dem Beginn unserer Reisezeit mit der Dehler 41. (Wahrscheinlich ist es schon zweimal umgezogen, wir hatten es sicher auch damals auf der Dehler 39!)

    Stauraum in der Backbord-Bilge …
    … und an Steuerbord

     

     

     

     

     

     

     

    Aber nicht nur die Vorräte hat Cornelia erfasst, als gemeinsame „Paararbeit“ haben wir alle Stauräume und Kisten leergeräumt, sortiert und in die oben erwähnte Tabelle eingetragen. Alles ist jetzt also schön an seinem Platz nachvollziehbar gestaut.

    Da heute Donnerstag ist, freuen wir uns schon wieder auf den Freitag, denn da feiern wir nun schon fast traditionell das Ende der Woche (weil die ja so stressig ist unter Reisenden…) mit lieben anderen Seglern aus dem Hafen bei uns an Bord. In fröhlicher Runde lassen wir dann die abgelaufene Woche Revue passieren, trinken ein paar Gläser zusammen und essen eine Kleinigkeit. Morgen will Bernd von der der deutschen Yacht „Hulla Poro“ auf der Hexe für alle Paella kochen, wir sind freudig auf das Resultat gespannt.

    Eine Megayacht beim Zwischenstop auf dem Weg in Karibik

    In der nächsten Woche wird dann hoffentlich im lokalen Metallbetrieb der Haltearm für die Reserve-Selbststeueranlage erstellt, außerdem warten wir leider noch immer auf den Krantermin für unseren Katamaran, damit wir das bereits zweieinhalb Jahre alte Antifouling erneuern können.

  • Windpoker

    Kein Wind in Sicht

    Die Windvorhersagen für die nächsten Tage sind sehr unterschiedlich, sowohl was die Gebiete, die Windrichtungen und die -stärken angeht. Im Moment ist es fast windstill, die RC44-Regatta am Wochenende konnte nur ein paar Läufe durchführen.

    Die Punkte sind die Boote

    Auf dem Atlantik ist ganz schön viel los, wie meist im November, denn dann starten die ersten Törns in die Karibik.

    Auch die GLYWO, das ist eine dreijährige Weltumsegelung, veranstaltet von Grand Large, der Mutterfirma unseres Bootsbauers Outremer, hat südlich der Kanaren wenig Wind. Einige von unseren Freunden und Bekannten nehmen teil, und beim Start in Teneriffa sah die Windsituation sehr mau aus.

    Ursprünglich wollten wir hier mitsegeln

    Die ARC+, die Atlantic Rallye for Cruisers mit Zwischenstop auf den kapverdischen Inseln, an der wir ursprünglich auch teilnehmen wollten, ist nach der ersten Etappe von Las Palmas nach Mindelo auf den Kapverden gestartet Richtung Grenada in der Karibik. Dort unten weht ein leichter Wind aus Nordost.

    Die Teilnehmer der anderen ARC, die direkt in die Karibik fährt, ohne Stopover auf den Kapverden, sind ebenfalls gestartet. Im Moment herrscht auch dort wenig Wind. Wenn man den Vorhersagen glauben kann, kommt dann ein Südsturm, der anschließend auch noch auf West dreht, das sieht nach einer, zumindest am Anfang, anstrengenden Überfahrt in die Karibik aus. Wir werden das weiter beobachten.

    Abendstimmung über dem glatten Meer

    Wir aber genießen weiterhin die Sonne und die Wärme von Lanzarote, ohne kühlen Wind, und bereiten uns mit allerlei Arbeiten am und im Boot auf unsere Reise vor.

  • Tatsächlich zurück auf der Insel

    endlich zurück

    Mit zwei Monaten Verspätung – am 3.9. wollten wir zurückfliegen, am 11.11. war es dann tatsächlich soweit – sind wir wieder an Bord.

    Dichter Nebel am Frankfurter Flughafen

    Nach einem sehr angenehmen Flug sind wir – mit fast einer Stunde Verspätung – in der Sonne von Lanzarote gelandet. In Frankfurt sind wir bei dichtem Nebel gestartet, und bald waren wir über den Wolken. Schon über Mainz wurde die Sicht viel besser,

    Die Windräder über dem Hunsrück

    über dem Hunsrück konnten wir die zahlreichen Windräder sehen, und der kommunikative Kapitän machte uns Passagiere auch immer wieder auf die unter uns liegenden geographischen Besonderheiten aufmerksam.

    die nordfranzösische Küste

    Wir überflogen Nantes und die nordfranzösische Küste, dann in südlicher Richtung über die Gironde-Mündung zu den Pyrenäen, entlang der portugiesischen Küste bis Sagres, nahe dem Cabo San Vicente, dem südwestlichsten Punkt Europas. Übrigens, das Bier aus Sagres trinkt Volker sehr gerne bei unserem Lieblingsportugiesen in Darmstadt (Grüße an Maria und Blaise).

    La Graciosa im Norden von Lanzarote

    Ab dort gab es nur Meer zu sehen, erst kurz vor der Landung konnten wir La Graciosa erkennen, die kleine Insel im Norden von Lanzarote.

    In Frankfurt sind wir schon mit einer Stunde Verspätung gestartet, weil es kein Transportmittel für zwei Rollstuhlfahrer gab, nach dem Start hat der Kapitän den Turbo eingeschaltet, und wir sind nur eine halbe Stunde zu spät in Arrecife gelandet. Aber dann fehlten die Bremsklötze für die Maschine, und schließlich noch die Treppen, am Ende war es dann doch über eine Stunde später, vielen Dank fürs Abholen und die Geduld, Gerd!

    Endlich an Bord

    In Calero liegt die Hexe seit einiger Zeit auf einem anderen Liegeplatz, und wir mussten halb um den Hafen fahren, bis wir vor dem Boot ankamen. Nun sollten noch die schweren Taschen mit unserem Reserve-Autopilot samt aller Elektronik und die Kleider und die Medizin und die neuen Schuhe für die Capitania, etc. aufs Boot getragen werden. Nach einem Glas Wasser war Gerd verschwunden und wir haben alles ausgeräumt und verstaut.

    Der erste Vermejo im Upperdeck
    Mezza luna über Puerto Calero

    Am Abend genießen wir den Ausblick aus unserer Lieblingsbar, dem Upperdeck, und fallen um 22 Uhr, das ist 11 Uhr abends in Deutschland, müde ins Bett.

    Am nächsten Vormittag kommt Ulrike mit Nelly an Bord, Nelly, die alte Hundedame führt einen Veitstanz auf, als sie uns endlich wieder sieht, und als sie wieder an Bord ist, rennt sie wie ein Derwisch von einer Ecke in die andere und tanzt förmlich im Cockpit, wie ein junger Hund. Wir freuen uns auch sehr, Ulrike und Nelly wiederzusehen, allerdings geben wir unserer Freude doch eher mit verhalten-wohlerzogenem nordeuropäischem Temperament Ausdruck.

    Volker der Held hat meine Brille gerettet

    Mittags will ich Nelly vom Boot tragen, damit Ulrike, die mit ihrer Hüfte auf der steilen Treppe schon genug Probleme hat, mit ihr spazieren gehen kann, nehme voller Übermut die letzte Stufe nicht, und falle – mit Nelly auf dem Arm – auf den Steg. Mein einziger Gedanke gilt dem Hund, ich halte Nelly hoch, damit ihr nicht passiert, und falle so ungünstig, dass sich meine Brille verabschiedet und ins Meer baden geht. Glücklicherweise kommt sie auf einem der großen Steine zum Liegen, aber zu tief, als dass man sie vom Steg aus erreichen könnte. Und natürlich ist Volker, ohne Telefon, unterwegs in der Marina, um Freunde auf anderen Booten wiederzusehen. Da niemand da ist, der uns einen so langen Käscher leihen kann, ziehe ich meinen Badeanzug an, und will gerade, mit Taucherbrille bewaffnet, todesmutig ins Wasser steigen und darunter tauchen, als Volker doch angeradelt kommt, und mich – und meine Brille – rettet.

    Die Damenrunde
    und die Herrenrunde ohne Volker

    Zum Apéritif kommen neue und alte Freunde zu Besuch, es wird ein wunderbar fröhlicher Abend mit schönen Gesprächen, die Lust auf mehr machen. Lustig, ganz schnell haben sich zwei Gruppen gebildet, fünf Männer reden über Boote, das Segeln und die Technik dazu, vier Frauen über das Leben an sich und ihre Erlebnisse mit und ohne Boot.

    krank im Bett

    Am nächsten Morgen bricht bei mir eine doofe Erkältung mit trockenem Husten aus, die sich vorher schon leicht mit Halsweh angekündigt hat, aber vollkommen ignoriert wurde (nein, kein böses C., das habe ich zweimal getestet!). Leider ist es auch kein TMS, da ich ja damit begonnen habe. Aber da ich ja ein großzügiger Mensch bin, habe ich die nervige Erkältung mit Volker geteilt, der darüber zwar gerade erfreut war, sich aber nicht wehren konnte. Allerdings ist es besser, hier, als im kalten Darmstadt erkältet zu sein, hier kann man auf jeden Fall immer an der frischen Luft sein.

    Das Bild muss man vergrößern, um die Regentropfen zu finden

    Eben kamen aus einer dunklen Wolke ein paar Regentropfen, aber die konnte man zählen.

    So, liebe Freunde, das war jetzt ein langer Bericht, aber wir sind so froh, wieder an Bord zu sein, dass ich nicht nur meine Erkältung, sondern auch die schönen Momente der ersten Tage auf der Insel teilen und mitteilen wollte …

  • Die „Jolateros“ von Lanzarote: Boote aus Ölfässern

    Hier steht der Jolatero im Regen…

    Die brüllende Hitze, die in den letzten Tagen Lanzarote heimgesucht hat, haben wir derzeit in Deutschland nicht, nach einigen schönen Sommertagen schüttet seit gestern Zeus als verantwortlicher griechischer Gott über das Wetter unglaubliche Regenmengen aus. Positiver Nebeneffekt: Wir müssen den Garten nicht wässern, aber die vergangenen Hochwasserkatastrophen lassen doch immer wieder Befürchtungen aufkommen, wenn so große Wassermengen in kurzer Zeit auf die Erde fallen. Die letzten Tage waren trocken und warm, hoffen wir, dass der Sommer in der nächsten Woche noch einmal zurückkehrt.

    Ein bunte Vielfalt

    Wir haben aus Arrecife als Souvenirs bunte „Jolateros“ mitgebracht. Ursprünglich waren das kleine Boote aus alten Treibstofffässern, die die Einwohner von Arrecife Anfang des 20. Jahrhunderts, sozusagen aus „Müll“, gebaut haben, um den Fischern auf den großen Booten zu assistieren, wenn sie den Fang nach Hause brachten. Diese Boote konnten nur mit einem, höchstens mit zwei Mann gefahren werden, dann wurde der Fang eingeladen und an Land gebracht.  Angetrieben wurden und werden die Boote nicht etwa mit Rudern, sondern mit den bloßen Händen und vielleicht mit kleinen Holzbrettchen aus der Küche.

    In kanarischen Farben

    Mit der zunehmenden Technisierung verschwand diese mühsame Tätigkeit, aber man baute die Bötchen weiter, und es entwickelte sich eine neue Freizeitkultur. Ob man just for fun alleine oder zu zweit durch den Charco, den kleinen See in der Hauptstadt Arrecife paddelt, oder an den Regatten teilnimmt, die anlässlich der jährlichen Feier zu Ehren des Stadtpatrons am Charco de San Gines ausgetragen werden, heutzutage scheint es ein großer Spaß zu sein, denn in Arrecife sieht man viele der attraktiven Metallboote am Rande des Sees liegen.

    Sehr dekorativ: bepflanzt mit immergrünen Sukkulenten

    Ein Mann aus Lanzarote, der sich „Toño“ nennt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Tradition, also den Bau der Jolateros aus den ursprünglichen Materialien, aufrecht zur erhalten und vor allem an Jugendliche der Insel weiterzugeben, als sinnvollen Zeitvertreib. Mit purer Muskelkraft werden aus den Metallfässern die Bootsseiten geschnitten und in eine entsprechende Form gebracht, an Bug und Heck verbindet ein Vierkantholz die beiden Hälften, und alles wird mit Metallnägeln zusammengehalten. Danach werden die Boote innen und außen mit reichlich bunter Farbe angestrichen, und so entstehen ganz vielfältige phantasievolle Kunstwerke.

    Ein Stückchen Sehnsucht am Schlüsselbund

    Wir haben und werden unsere Miniatur-Boote bepflanzen und in den Garten oder auf den Balkon stellen, und ich trage das Zwergenmodell dazu am Schlüsselbund.

    Ein bisschen Lanzarote in Darmstadt …

  • Arbeitszeit

    Blasen an den Händen

    Die Sonne knallt von einem strahlend blauen Himmel aufs unser Vordeck, der Schweiß fließt, zwei Blasen an den Händen bluten und die letzten Meter ziehen sich wie Gummi.

    Leicht soll es sein, wenig wiegen soll das Vorschiff, um elegant durch die Wellen zu gleiten. Nach dem Eintauchen in die Welle soll das Vorschiff mit seinen schmalen Rumpfspitzen und dem wenigen Auftriebsvolumen möglichst schnell wieder auftauchen. Das ist der eigentlich Grund, warum man zwischen den Rümpfen die großen Trampoline montiert hat, denn die wiegen nichts, also fast nichts. Unsere beiden großen gewebten Kunststofftrampoline wiegen gerade mal 10 Kilogramm und sind jeweils ca. 13 Quadratmeter groß, eine schöne Fläche, direkt über dem blauen Meer, die zum Verweilen einlädt, oder auf der man die großen Vorwindsegel für den Gebrauch klarieren kann.

    Hier nagte der Zahn der Zeit

    Leider sind die Trampoline permanent, wenn sie scheint, den schädlichen UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt, daher gibt es mit der Zeit in der gewebten Kunststoffoberfläche immer wieder mal kleine Beschädigungen oder Risse. Die kann man mit Takelgarn oder einer dünnen Leine wieder reparieren, aber den Verfall des Trampolins kann man nicht aufhalten, und immer mehr Stellen reißen. Ein Trampolin hält für gewöhnlich vier Jahre durch, dann muss es durch ein Neues ersetzt werden.

    Wir haben unsere neuen Trampoline vor der Abreise bei Outremer bestellt und auch die neue Leine, mit der sie befestigt werden sollen. Mit Max hatten wir einen starken Helfer an Bord, der mich tatkräftig bei dieser Herausforderung unterstützen sollte.

    Sollen wir da nicht lieber ein Schwimmbad einbauen?

    Wie so oft vor größeren Arbeiten, hat sich bei mir schon ein paar Tage vorher eine gewisse Nervosität eingestellt, da ich nicht der geborene Handwerker bin.

    Vor drei Tagen war es dann soweit, ab 15 Uhr wurde gearbeitet. Am Abend vorher wurde das neue Trampolin in einem mit Wasser gefüllten alten blauen Fass eingeweicht. Das Raustrennen des ersten Trampolins ging zügig voran, dann wurde es kniffliger.

    Vorgespannt sieht es immer noch klein aus

    Denn das eingeweichte Ersatzteil füllte nur etwas mehr als die Hälfte des leeren Zwischenraumes aus, und wir schauten uns alle etwas verdutzt an und fragten uns, ob wir die richtige Trampolingröße geliefert bekommen hatten.

    Zum Glück hat Wes von Catlanza uns ein paar Tipps gegeben, wie man durch den Einsatz von Winschen, Fallen und gespannten Hilfsleinen das Trampolin vorspannen und zentrieren kann. Und Max hatte mit den mitgebrachten, einen halben Meter langen Kabelbindern, genau das richtige Hilfsmittel dabei.

    Nach eineinhalb Stunden Arbeit war das kleine Trampolin schon bedeutend größer und auch mittig mit gleichen Abständen zu den Seiten zentriert.

    Das endgültige Befestigen ist harte Arbeit

    Es musste jetzt nur noch mit dem 5 mm starken Leine eingewebt und weiter zu den Seiten gespannt werden.

    Eine anstrengende Tortur, mit drei Schlingen an jedem Loch, dem kräftigen Zug danach, der erhalten bleiben musste, bis die Leine am nächsten Loch eingewebt war.

    Nach fast sechs Stunden – einer gefühlten Ewigkeit – waren wir und das erste Trampolin geschafft.

    Geschafft!

    Zumindest mir tat am Abend von den seltsamen Arbeitspositionen und Anstrengungen alle Körperteile weh, die möglich sind, die Knie, der Rücken, die Schultern und die blutenden Hände …

    Da ein Katamaran nicht nur zwei Rümpfe und zwei Motoren, sondern auch zwei Trampoline hat, mussten wir gestern nochmal ran.

    Das Verfallsdatum für die jetzt noch neuen Trampoline steht auch schon fest …

  • Ausflüge

    Entspannter Damenschwatz unterm Gennaker

    Eigentlich wollten wir am Sonntag mit Nelleke, die am Vortag mit dem Flugzeug aus Holland angekommen ist, nach Teguise zum Sonntagsmarkt fahren. Volker sagt noch, dass er abwäscht, damit wir drei Damen direkt los kommen. Ulrike macht sich schon mal Stadt-, nein Markt-fein, aber dann kommt plötzlich des Käpt’ns Stimme aus dem Off: „Heute ist ein schöner Segelwind, wir gehen segeln. Ulrike, ruf Deine Freunde an, ob sie Zeit haben.“

    Die Sonne steht schon tief, als wir zurückkehren

    Und sie sind ganz spontan, fünfzehn Minuten später steht die Familie mit einer Flasche Cava und Snacks vor dem Liegeplatz der Hexe. Mit Gennaker fahren wir vor dem Wind zum Strand vor Papagayo, genießen das Schwimmen, einen kleinen Imbiss zum Mittag, und die Ruhe am Ankerplatz, obwohl hier natürlich auch ein paar Boote vor Anker liegen, unter anderem die beiden Catlanzas aus unserem Hafen. Zurück müssen wir gegen den Wind kreuzen, aber auch das gefällt der Familie, dass es mal so richtig schaukelt. Selbst das Putzen im Hafen, um die Salzduschen von dem Boot abzuwaschen, macht vor allem den Kindern richtig Spaß.

    Der Skipper wartet auf die Crew

    Und am Mittwoch haben wir noch mehr Crew – Verzeihung, Gäste natürlich – an Bord. Unsere Freunde, die nun auch mit ihrem Boot in Puerto Calero angekommen sind, wollen mal schauen, wie sich das Segeln auf zwei Rümpfen so anfühlt. Am Vorabend haben wir in guter Laune zu Volkers Geburtstag verabredet, dass wir einen kleinen Segeltörn zu der Fuerteventura vorgelagerten Insel Los Lobos unternehmen. Pünktlich um zehn Uhr stehen alle bereit: Leinen los!

    Die Herren müssen arbeiten

    Wieder starten wir mit Gennaker, bis der Wind so weit auffrischt, dass wir das bunte Segel bergen müssen. Erst vier Seemeilen vor Los Lobos können wir es noch einmal ausrollen, dann sind wir auch schon am Ankerplatz angekommen.

    Diesmal ist es leider nicht so warm, deshalb mag niemand schwimmen, aber Volker grillt Schweinelendchen, weiße Bratwürste und eingelegte Gambas. Da wir ja so früh aufgebrochen sind, hat niemand richtig gefrühstückt, sodass wir alle ordentlich Hunger haben und uns mit Grillgut, Käse und Brot entsprechend die Bäuche voll schlagen.

    Auf zur Dinghy-Fahrt

    Nach dem Essen möchte eins der Mädchen mal im Dinghy fahren, am liebsten ganz schnell, Volker tut ihr den Gefallen, er mag das ja auch gerne. Anschließend geht es wieder los, denn auf dem Rückweg müssen wir ja wieder kreuzen, weil der Wind genau aus Puerto Calero kommt, und da dauert es schon ein bisschen länger. Aber bei ruhiger See und schönem Wind macht das allen Spaß, auch Hund Nelli liegt entspannt auf dem Sofa.

    Dank an Elke für die Fotos!

  • Der Hexenstich

    Am Ende ist auch der Skipper zufrieden mit der Arbeit der Hexen…

    Schon lange hat sich der Skipper gewünscht, dass ich ihm eine Tasche für die Reserve-Segellatten des Großsegels nähe. Nun brauchen wir dazu einen möglichst UV-beständigen Stoff, der außerdem zumindest wasserabweisend ist. Die längsten Segellatten sind fast sieben m lang, das bedeutet, man muss mehrere Stoffbahnen aneinander nähen, sichere Nähte machen, damit keine Latten den Stoff zerstören, also eine echte Herausforderung an „Nähnomaden“.

    Nur ein Bruchteil der Auswahl

    Nun ist ja glücklicherweise Ulrike noch bei uns, sodass wir zwei Frauen gemeinsam über die beste Methode, die sauberste Naht – damit keine der unterschiedlich langen Latten sich innen in der Tasche verhakten kann –  und die einfachste Nähmethode grübeln können. In dem Stoffgeschäft „El Kilo“ in Lanzarote werden wir schon mal fündig und kaufen einen schönen  hellen Bezugsstoff. Dieser Laden ist sensationell, hunderte von Stoffbahnen aus allen möglichen Fasern, in allen möglichen Farben und mit den unmöglichsten Mustern versehen lagern hier. Die dort arbeitenden Damen kennen jede Ecke, laufen durch die Gänge und greifen zielsicher den gewünschten Stoff heraus. Drei Meter breit liegt der von uns ausgesuchte UV-beständige hellbeige Stoff, das ist gut, denn die große Breite spart uns einige Nähte. So reicht uns ein Meter des Stoffes, und zufrieden ziehen wir ab.

    Zuschneiden am Cockpit-Tisch

    Mit List und Tücke überlegen wir, wie man am besten gerade Bahnen schneiden kann, ohne Zuhilfenahme von großen meterlangen Linealen. Glücklicherweise hat unser Cockpit-Tisch in der Mitte eine kleine Holzleiste über die ganze Breite, das wird unser Hilfslineal. Fast perfekt schneiden wir so drei Bahnen à 25 cm des drei Meter breiten Stoffes, und wollen mit meiner Bord-Nähmaschine frisch ans Werk gehen.

    Doch, oh Schreck!, die Maschine hat sich irgendwann zwischen Hoorn und Lanzarote verschluckt, und will nicht vorwärts nähen. Im Rückwärtsgang geht alles gut, aber wenn es normal nach vorne gehen soll, näht sie in winzigen Stichen rückwärts. Da ist die Enttäuschung erstmal groß, hatten wir doch gedacht, dass wir am Dienstag, nachdem uns Carl-Martin in Richtung Amsterdam verlassen hat, die Aufgabe locker bewältigen können.

    Aber glücklicherweise kennt Ulrike hier auf Lanzarote wahrscheinlich mindestens jeden dritten Einwohner der Insel, und so ist schnell über das entsprechende Beziehungsnetz ein Laden gefunden, der Nähmaschinen nicht nur verkauft, sondern auch reparieren kann. Außerdem hat Ulrike eine gleiche Singer-Nähmaschine zuhause, die wir während der Reparatur benutzen können.

    Der wunderbare Nähmaschinenladen in Arrecife

    Am Mittwoch Vormittag fahren wir nach Arrecife, um die defekte Maschine abzugeben. Wir kommen in ein Geschäft, das, laut Aussage eines hiesigen Freundes, so aussieht, als gäbe es ihn bereits 100 Jahre. Die Besitzer sind ein älteres Ehepaar, die unsere einfache Singer kritisch beäugender, aber ich versuche zu erklären, dass wir sie ja „nur“ auf unserem Boot benutzen, und dass sie dafür durchaus ausreichend ist.

    Die „richtige“ Singer

    Naja, der freundliche Herr erklärt sich dann doch bereit, die Maschine zu reparieren, meint aber, die schöne ältere Singer mit wahlweise Fußantrieb oder elektrisch könne man doch auch gut auf einem Boot mitnehmen.

    Wir haben auf Ulrikes Maschine gestern Nachmittag den Schonbezug für die Segellatten fertig gestellt.  Drei lange Stücke haben wir mit einer sauberen Jeansnaht aneinander  genäht, dann hatten wir eine neun Meter lange Bahn.

    Hexenzickzack

    Um diese jetzt zu einer stabilen runden Hülle zu schließen, haben wir uns den „Hexenstich“ ausgedacht: mit Zickzacknähten gesäumt, und dann die Zickzacknähte wiederum mit einer Zickzacknaht aufeinander verschlossen. Soviel Zickzack können nur Hexen mit ihrem Hexenbesen…

    Warten auf die Drinks im Upper-Deck

    Die Enden wollte Volker mit einem Bändchen verschließen, die Latten werden mit Kabelbindern an die Reling gehängt. Zum Schluss waren wir stolz auf unser Werk und konnten mit Eva und Walter vom Nachbarboot, der „Indigo“, ausgelassen feiern.

  • Sommer, Sonne, Partyspaß

    Auch Nelli ist glücklich, dass sie wieder bei ihrem Frauchen und bei uns sein kann

    Endlich sind wir wieder auf Lanzarote, 18 lange Monate haben wir dieses wunderbare atlantische Eiland nicht gesehen, es regelrecht vermisst und uns immer wieder hin gesehnt, oder uns hingeträumt. Jetzt sind wir endlich wieder da.

    Nach der Ankunft erhält zuerst das Schiff seine verdiente Süßwasserdusche, es wird vom Bug bis zum Heck entsalzen und von vielen Händen liebevoll gepflegt. Nach zwei Stunden strahlt das Boot in seinem schönsten Weiß und wir starten unsere kleine Ankunftsparty mit einer Flasche Cava, ein paar leckeren Snacks und einem beherzten Sprung von mir ins atlantische Nass.

    Endlich wieder auf dem Upper Deck

    Nach der Feier ist vor der Feier. Abends zieht es uns zu unserer Lieblingskneipe, dem Upperdeck, wo wir von vielen vertrauten Gesichtern freudig strahlend begrüßt werden. Es gibt viel zu erzählen, viel nachzuholen und wir feiern unsere Rückkehr bis tief in die Nacht. Auch an Bord wird noch ausgelassen getanzt und getrunken, bis auch der letzte todmüde ins Bett fällt.

    Über 2200 Seemeilen liegen zwischen dem Ijsselmeer und Lanzarote und wir sind zutiefst dankbar, dass wir so viele schöne Tage auf dem Wasser hatten. Insgesamt muss man für diese Reise festhalten, dass wir ein riesiges Glück mit dem Wetter hatten, kein Gegenwind im englischen Kanal, kein Sturm in der berüchtigten Biskaya und gute Winde für alle längeren Streckenabschnitte.

    Jetzt sind wir hier, auf unserer Lieblingsinsel, finalmente 🙂

    „Salzbergchen“ in den Salinen
    Carl-Martin vor leckeren Tapas

    Während ich ein paar kleinere Jobs an Bord erledige, fährt Ulrike mit dem Rest der Crew über die Insel, denn für Carl-Martin ist es der erste Besuch auf der Kanareninsel. Die drei genießen die gute kanarische Küche, besichtigen die Lavafelder, die Saline, los Hermidores und machen noch einen Ausflug nach Arrecife.

    Die defekte Platine

    Leider ist durch den von mir verursachten Kurzschluss am Wassermacher die Platine im Schaltkasten leicht angebrannt und muss ausgetauscht werden. Wir hoffen, das bestellte Ersatzteil binnen einer Woche zu erhalten. Bedauerlicherweise können wir wegen des Defektes kein eigenes Trinkwasser mehr mit der Entsalzungsanlage produzieren. Um dennoch das beigesetzte Chlor aus dem hiesigen Trinkwasser filtern zu können, haben wir uns einen Carbonfilter zugelegt, den wir zwischen Wasserschlauch und Steganschluss anschließen. Damit ist die Trinkwasserversorgung gesichert, und wir müssen auch weiterhin keine Plastikflaschen aus dem Supermarkt anschleppen.

    Das stolze Schiff vor seiner Reise rund um die Welt

    Es gibt sie ja nahezu in jedem Hafen, Boote, die eine besondere Ausstrahlung haben, sei es wegen ihres Alters, ihrer Robustheit, ihres Baumaterials oder wegen ihrer Bestimmung, beispielsweise als Regattaschiff. Hier im Hafen liegt zur Zeit ein berühmtes Motorschiff, die Astra, die lange Zeit als Rettungsboot im schwedischen Offshorebereich im Einsatz war. Mit ihrem neuen schwedischen Eigner geht das Schiff auf eine Reise rund-um-die-Welt. Geplant sind auch Besuche in den entlegenen Polregionen unserer Erde, denn die „Astra“ hat eine Zulassung als Eisbrecher. Benannt ist sie nach dem schwedischen Pharmariesen AstraZeneca, der dieses besondere Schiff 1994 dem schwedischen Seenotrettungsdienst gespendet hat.

  • Rundfahrt durch eine vielseitige Insel

    Am Donnerstag ist zuerst unser langjähriger Segelfreund Carl-Martin aus Holland angekommen, und nachmittags landete dann auch Ulrike aus Lanzarote hier in Madeira. Die Landebahn von Funchal ist schon sehr speziell, eine unglaubliche Brückenkonstruktion, eine Ingenieursleistung der Spitzenklasse. Aber auch, wie unser Pilotenfreund Matthijs uns erklärte, eine der schwierigsten Landebahnen für die Flugzeugführer.

    Am Freitag nun wollten wir einen Ausflug über die Insel machen, ich hatte schon verschiedene Routen mit den wichtigsten Attraktionen zusammengestellt, je nach Wunsch etwas länger oder kürzer. In unseren Clio würden wir alle reinpassen, wenn wir uns ein bisschen zusammenfalten, aber dann war in der Nacht so viel Wind und solche schrecklichen Böen, dass Volker es vorzog, beim Boot zu bleiben. Das war auch gut, denn die kleinen Gummis, die das Cockpitzelt spannen, gaben irgendwann der Kraft des Windes nach.

    Ein typisches Dreieckshäuschen
    … mit Inneneinrichtung
    dieses ist noch bewohnt

    So machten wir uns zu dritt auf, fuhren zunächst über eine der hervorragend ausgebauten Schnellstraßen der Insel, mit denen schwierige Steigungen einfach untertunnelt werden, zu der im Norden gelegen kleinen Stadt Santana. (Nein, Carlos kommt nicht von dort!). Da stehen die kleinen strohgedeckten Dreieckshäuschen, die auch das Wahrzeichen der Insel sind. Wir konnten in ein paar reinschauen, dort hatte man es so eingerichtet, wie es vielleicht tatsächlich mal benutzt wurde, in anderen wurden Souvenirartikel wie Korktaschen oder gewebte Tücher angeboten.

    Trompetenblumen
    Handtellergroße Hortensienblüten

     

     

     

     

     

     

     

     

    Gleichzeitig blühten dort Sträucher und Blumen, wie Hortensien, Dahlien, Trompetenblumen und andere in so vollendeter Pracht und mit riesig großen Blüten. Unglaublich schön!

    Ausblicke auf die Küste

    Nach einem kleinen Kaffee, zu dem uns Carl-Martin eingeladen hatte, ging es weiter, zurück aus dem Ort, über Straßen, die in einem gefühlten 45°-Winkel nach oben und auch wieder nach unten führten, danach fuhren wir wieder auf einer etwas ausgebauteren Straße an São Jorge vorbei. Von dort hat man unglaubliche Aussichten auf die Steilküste und die kleinen Buchten mit dem schwarzen Lavagestein, in denen sich zum Teil natürliche Schwimmbecken bilden. Außerdem ist die Gegend um São Jorge berühmt für den Lorbeerwald, der sogar unter dem Schutz der UNESCO steht. Weiter ging es bis São Vicente, immer entlang der Küstenstraße, vorbei an üppig grünen Hängen, die Straße gesäumt von blauen und weißen Blüten.

    Üppiges Pflanzenwachstum

    An einem der Miradores, der Aussichtspunkte, stand ein kleiner Lastwagen mit einem Menschen, der uns leckeres Obst von der Insel verkaufte, eine kleine Wegzehrung aus leckeren Bananen, Kiwi, Maracujas und Chirimoyas. Gut, das meiste haben wir mit zum Boot genommen und dort gegessen. Auffällig war, dass es auf der Nordseite der Insel so unglaublich feucht war, immer wieder viel leichter Nieselregen aus den tiefhängenden Wolken, naja von nichts kommen auch keine blühenden Sträucher entlang der Straße.

    Durch die Inselmitte schenken wir uns die Panoramastraßen, denn da fährt man durch eine Haarnadelkurve nach der anderen, und es würde sicher zwei Stunden länger dauern, um auf die südliche Seite Madeiras zu kommen. Endlos lange Tunnelstrecken, hervorragend ausgebaut, sind in die Berge eingebaut und führen uns schnell nach Ribeira Brava.

    Sonnenschein

    Unser Erstaunen ist groß, denn nach der letzten Tunnelausfahrt sind wir im Sommer angekommen. War es auf der Nordseite kühl, feucht und grau, so scheint jetzt hier die Sonne, blühende Blumen gibt es weiterhin, aber nicht in solch überbordender Fülle, die Bananen wachsen an den Sträuchern. Weinstöcke gab es auf beiden Seiten der Insel, das sind im wesentlichen die Trauben für den berühmten Madeirawein.

    Durch Ribeira Brava spazieren wir, an der Kirche vorbei zum Strand, unglaublich, wie warm es jetzt ist. Aber natürlich auch viel trockener, wenn es hier nicht permanent aus den tiefhängenden Wolken regnet. Dort erreicht uns ein Anruf von Volker, dass wir uns doch einmal die Marina in Calheta anschauen sollten, ob wir vielleicht mit der Hexe dorthin könnten, um endlich dem Wind in Quinta do Lorde zu entfliehen. Das ist gut, denn dort wollte ich sowieso gerne vorbei fahren, die Praia de Calheta ist der einzige helle Sandstrand der Insel, und somit auch ein „Must-See“. Die Marina hat uns gut gefallen, mit vielen kleinen Restaurants und Geschäften, aber leider ist dort kein Liegeplatz für uns frei. Naja, dann reservieren wir das nächste Mal einfach ein paar Tage früher.

    Auf dem Rückweg schenken wir uns den Abstecher in die Inselhauptstadt, inzwischen ist es schon spät geworden, und wir wollen noch einkaufen, solange wir das Leihauto haben.

    So kehren wir nach einem ausgiebigen Ausflug durch die verschiedenen Klimazonen von Madeira, mit zumTeil abenteuerlichen Straßen, und wunderschönen Eindrücken, zufrieden und mit den Händys voller Photos, zurück zum Boot.

  • „Have some Madeira, my dear“…

    Zielsicher steuern wir die Captains’ Bar an, nach einem mehr oder minder missglückten Badeausflug, der darin mündet, dass Cornelia wieder von einem neuerlichen Hexenschuss beim ins Wasser steigen heimgesucht wird, und nur unter Mühen und fluchend, dem Nass wieder entstiegen ist. Doch freundlich lächelnd winken Walter und Eva, die wir bis dahin noch nicht kennengelernt hatten, vom Nachbartisch her, und sagten, dass da die Hexenbesatzung kommt. Womit sie natürlich Recht hatten, und schnell sind wir ins Gespräch verwickelt, später gesellen sich noch Tom und Hajo von dem Boot mit dem schönen Namen „Segel.bar“ dazu und wir entscheiden spontan, dann auch gleich in der Bar das Abendessen zu bestellen. Es wird ein sehr schöner und geselliger Abend in froher Seglerrunde.

    Schnell gleitet die Hexe übers blaue blaue Meer

    Früh morgens hatten wir vor Porto Santo den Anker aufgeholt und waren, mit einem wunderbaren  Raumschotkurs, unter vollem Großsegel und dem bunten Gennaker, nach Madeira aufgebrochen, wahrlich traumhafte Segelbedingungen. Cornelia hatte vorab, in der Marina Quinta do Lorde, am östlichen Ende von Madeira, einen Liegeplatz für uns reserviert. Der Yachthafen ist Teil eines Ferienressorts, mit Appartements, Villen und Hotel; die Anlage ist aber schon seit einer Zeit geschlossen und steht zum Verkauf.

    Wir wurden schon vor der Hafeneinfahrt von den Marineros im Schlauchboot begrüßt und zu einem Platz im Hafen geleitet, der aber windmäßig für uns nur mit einem erheblichen Risiko für Schäden am Schiff erreichbar war. Ich rief daher den Marineros zu, dass wir den Hafen direkt wieder verlassen werden, und dann zeigten die Hafenmitarbeiter direkt zu einem anderen Liegeplatz am Kopfende eines Stegs, der ideal gelegen ist.

    So schön war einst der Eingang zum Hotel

    Nachdem die Leinen fest waren, ging Cornelia uns ins Hafenbüro anmelden. Um die Füße ein bisschen zu vertreten, spazierten wir im Anschluss durch die weitläufige und schöne Ferienanlage. Wir begegneten einer Blütenpracht in den parkähnlichen Gartenanlagen, die wir so von anderen Inseln her in dieser Vielfalt noch nicht kannten.

    Funchal, dicht besiedelte Hauptstadt

    Seit heute haben wir ein Mietauto und nach dem leider notwendigen, und glücklicherweise erfolgreichen Termin für Cornelia beim Physiotherapeuten in Funchal, sind wir gleich noch auf Entdeckungstour in der Inselhauptstadt gegangen.

    Das Rathaus,

    Es gibt neben der Altstadt mit den verwinkelten Gassen noch einige größere Plätze mit großen Gebäuden, wie dem Regierungsgebäude, dem Museum für sakrale Kunst,

    Kirchenpracht…

    und der prunkvollen Kirche, die dem Evangelisten Johannes gewidmet ist und zudem eine Jesuitenschule beheimatet.

    und Verfall, das kennen wir schon von Porto

    Abschließend bummelten wir noch einmal zum großen Boulevard am Ufer, mit dem Yachthafen in der Nähe und dem doch relativ schwelligen Ankerplatz für Yachten, steuerbords vor der Hafeneinfahrt. Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, Funchal zu besuchen. Wohin man schaut, auch bei der Rückfahrt zum Boot, es grünt und blüht in einer Pracht  und in allen Farben, auf der gesamten Atlantikinsel. Prächtig.

    Ja und dann hatten wir noch einmal ein Riesenglück, dass die Marineros so gut über den Hafen wachen. Denn während wir heute früh ein paar Lebensmittel in Machico bunkern waren, hat sich unser am Heck festgemachtes Beiboot samt Motor irgendwie losgemacht und ist, an der Hafenausfahrt vorbei, in Richtung offener Atlantik getrieben. Die Marineros haben es dann gleich mit dem Hafenboot wieder eingefangen und bei uns am Liegeplatz festgemacht. Wie konnte  uns nur so ein Kardinalfehler unterlaufen, dass unser Beiboot davon schwimmen konnte??? Das Seil an der Schleppöse ist seit Jahren dort festgeknotet und trotzdem hat der Palstek sich unbemerkt gelöst und das zweite Sicherungsseil hatte ich diesmal nicht befestigt. Fahrlässig – das soll uns hoffentlich nicht nochmal passieren. Bei den Hafenmitarbeitern haben wir uns großzügig bedankt, nicht auszudenken, wenn unsere schwimmende Gummilandverbindung davon getrieben wäre.