Kategorie: Logbuch

  • Die Hexe – mal wieder in der Normandie

    Dienstag, 15. Juni 2021, Baro 1021, bewölkt, kühl, Wind NO 4 -5
    Ankerplatz vor Gravelines 07:00 – Cherbourg 09:15, 171 sm

    Vor 07:00 Uhr sind wir wach, und der Skipper sofort ungeduldig. Ich habe Glück, dass ich mir gerade noch was anziehen kann, ansonsten hätte ich wahrscheinlich im Nachthemd geholfen, Segel zu setzen. Mit achterlichem Wind geht es los, zunächst mit der Genua, aber schon bald folgt der Code D, immerhin fährt vor uns ein weiteres schnelles Segelboot, und: „Zwei Boote, eine Regatta!“. Am Anfang müssen wir noch vor dem Wind kreuzen, eigentlich kommt er genau von hinten. Am Vormittag legt der Wind, wie vorhergesagt, noch ein bisschen zu, es werden auch mal 17 – 18 Knoten Wind, beim gleichen Windeinfallswinkel und anfänglich günstigem Gezeitenstrom. Der allerdings kippt leider so gegen14 Uhr, aber das Schicksal erleidet ja auch das andere Boot.

    Mittags ruft Zoey mit Mama an, das macht sie gerne, wenn sie müde wird, dann will sie auf Mamas Handy Fotos anschauen, und wenn das nicht gestattet wird, dann muss die Oma angerufen werden. Na, uns freut es außerordentlich, wenn wir von der Süßen und von Allegra was hören. Ab 13:00 Uhr gehen wir auf Kurs 225°, ab 15:00 auf Kurs 246, dann ist das Verkehrstrennungsgebiet auch schon fast vorbei und wir sind auf Kurs nach Cherbourg.

    Um 17:30 haben wir – unfreiwillig – die Grenze nach England überschritten, bzw. überfahren, denn die verläuft hier am südlichen Ende des Verkehrstrennungsgebietes, an dem wir gerade entlangfahren. Und dass ohne PCR-Test, aber immerhin in Quarantäne. Der Wind raumt immer weiter, und der Skipper überlegt, ob wir den Spinnaker holen sollen, oder lieber mit dem Code D vor dem Wind kreuzen. Seine Befürchtung ist nur, dass mit Sonnenuntergang der Wind auch schlafen geht.

    Und wie Recht der Skipper hatte! Nur dass es nicht mal bis zum Sonnenuntergang gedauert hat, leider. Der immer leichter werdende Wind raumt weiter, sodass wir aus dem Verkehrstrennungsgebiet raus halsen mussten. Um 19:30 fangen wir an zu kochen, Reis mit Hackfleisch und ganz viel Gemüse in indonesischer Sauce gibt es gegen 20 Uhr, danach ist der Wind gänzlich eingeschlafen, wir packen den Code D weg. Dann wird es langsam dunkel, Volker nimmt eine Mütze Schlaf.

    Um 23:30 kommt die Coriandre ganz nahe vorbei, d.h. wir kommen nahe zu ihr, denn sie motort ein kleines bisschen langsamer. Wir hatten das 9 m lange Segelboot seit heute morgen im AIS, denn es segelte sehr schnell, und wir waren neugierig, was das denn für ein sportliches Boot, oder eine sportliche Crew sein mag. Irgendwann hat Volker zum Funkgerät gegriffen und sie gerufen, denn die MMSI-Nr. und das Rufzeichen ließen auf einen Landsmann von uns schließen (nebenbei bemerkt: wir fahren getarnt, denn wir haben aus der Leasing-Zeit eine französische MMSI-Nr.und ein französisches Rufzeichen!). Die beiden Skipper haben dann auf Kanal 69 eine Weile geplaudert,  und wir haben das gleiche Ziel: Wir wollen morgen in Cherbourg sein.

    Weiter geht es durch die Nacht, um 00:30 wird Volker wach, und ich gehe schlafen, 02:30 will ich ihn ablösen, aber er möchte, dass ich noch bis 04:00 Uhr schlafe, dann werde es hell und er würde mich wecken. Versprochen. Das Versprechen hat er schon nicht gehalten, ich werde um 05:40 wach, und stürme, schlechten Gewissens, sofort nach oben, da empfängt er mich seelenruhig mit einem: „Na, gut geschlafen, Frau Passagier?“ „Selber schuld!“, sage ich, „Du wolltest mich um 4 Uhr wecken.“

    Mittwoch, 16. Juni 2021, Baro 1015, diesig, sehr feucht, kein Wind

    Aber jetzt geht auch der Skipper schlafen und ich setze mich an die Navigation, draußen geht die Sonne auf, und das Meer sit spiegelglatt. Jetzt läuft glücklicherweise auch die Strömung mit, statt der lahmen 4.6 Knoten, zu denen ich eingeschlafen bin, rauscht die Hexe jetzt bei gleicher Motor-Umdrehungszahl mit gut über 8 Knoten Fahrt dahin.

    Um 07:00 Uhr erheben sich langsam die ersten Konturen der Küste aus dem Dunst, die See ist weiterhin spiegelglatt, aber im Moment läuft die Strömung noch weiter mit. Es sind lauter Fischerboote draußen und die haben ganz viele Bojen ausgelegt, sodass man ordentlich aufpassen muss. Um 09:15 laufen wir an der Tankstelle der Marina ein.

  • Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 2: Regatta den ganzen Tag

    Freitag, 11. September 2020, Baro 1017,
    bedeckt, später auch mal sonnig, kühl, Wind SW um 4
    Vlieland 08:40 – 16:00 Enkhuizen, 53 sm

    Noch grau am Morgen: Der Abschied von Vlieland

    Start in Vlieland: Direkt vor uns fährt eine Dehler 36 aus dem Hafen, setzt – wie wir – direkt nach der Hafeneinfahrt das Großsegel, und los! Obwohl ein ganz leichter achterlicher Wind weht, überholen wir sie mit Leichtigkeit, der Skipper ist zufrieden.Nach und nach stehen die anderen Matrosen auf, Larissa muss ja immer früh schon mit Hund Nana raus, sie war wach und konnte beim Ablegen helfen.

    Schnell im Watt, über 11 Knoten Geschwindigkeit!

    10:25 Uhr sichten wir, leider auf der falschen Sandbank, neun Robben. Alle anderen Attraktionen haben ja auch ganz gut geklappt, sogar ein Hubschrauber über Vlieland wurde gesichtet! Der Strom beschleunigt die Hexe, die aber sowieso schnell segelt, an allen anderen Seglern können wir vorbei ziehen, sehr zur Freude des Skippers.

    12:40 sind wir an der Schleuse Kornwerderzand, haben Glück, denn sofort geht die Brücke auf, und wir können direkt in de Schleusenkammer einfahren. Mit zwei anderen Booten werden wir hinunter auf Ijsselmerniveau geschleust, schnell werden wieder Segel gesetzt und abermals überholen wir eine Dehler 39 und eine X-Yacht, die Regatta ist eröffnet.

    14:00 Uhr sind wir an Stavoren vorbei, der veränderliche Wind macht dem Skipper zu schaffen, denn wir haben hier mindestens drei Schiffe, die heimliche Regatta segeln, eben jene Dehler 39, die X 36 (der heimliche Favorit) und noch mindestens ein anderes Einrumpferboot. Volker kämpft gegen den schwachen Wind, aber nach Stavoren frischt der auf und nun ist der Kampf eindeutig gewonnen für den Skipper der Hexe.

    Mit Sicht über alles: Die Hexe

    Die „Leichtmatrosen“ vertreiben sich derweil die Zeit mit Kartenspielen im Warmen, das Ijsselmer ist flach genug, dass es auch den empfindlichsten Magen schont. Und im Boot ist es deutlich wärmer als draußen gegen den Wind. Wir haben ungefähr fünf Lagen Klamotten an, einschließlich Skihose und gefütterter Weste. Doch das Segeln macht großen Spaß und sobald wir angelegt haben und aus dem Wind sind, merkt man, dass es immer noch Spätsommer ist.

    Im Buitenhaven in Enkhuizen bekommen wir auch wieder einen royalen Liegeplatz, längsseits an der „Vriendshap , die Freundschaft ist ein schöner großer Boter mit einem Schweizer Skipper, der leider auch wegen Corona über zu wenig Charterfahrten klagen kann.

    Fast wie ein Bühnenbild

    Enkhuizen präsentiert sich von seiner besten Seite, der Himmel ist fast wolkenlos, die Menschen sitzen in den Cafés und Restaurants, es ist Freitag Spätnachmittag / Abend, ein entspanntes Einläuten eines schönen Wochenendes scheint hier gegeben.

    Enkhuizen

    Gerade machen Volker und ich uns noch Gedanken über das Abendessen, da kommen die Kinder zurück vom „Landgang“, und meinen, sie hätten ganz viel Lust auf holländische Spareribs. Die besten, sagt Larissa, gab es doch früher in der Mastenbar am Companieshaven in Enkhuizen. Tatsächlich kann ich noch einen Tisch für uns organisieren, heute holländisch Aus-Essen!

  • Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 1

    Dienstag, 8. September 2020, Baro 1022, bedeckt, Wind W 4 – 5
    Hoorn 14:50 – Stavoren 18:55, 23 sm

    Larissa, Johannes und Nana

    Gäste an Bord: Larissa, Johannes, Lucie, Jannis, Hündin Nana

    Volker manövriert bravourös an dem Motorboot vorbei, das am Meldesteiger festgemacht hat. Auf beiden Seiten ist nicht mal ein  Meter Platz, aber es passiert nichts. Vor der Hafeneinfahrt wird wie immer schnell das Großsegel hochgezogen, die Genua ausgerollt, und um 15:15 segelt die Hexe bei 14 – 15 Knoten Wind von raumschots mit über sieben Knoten Fahrt durchs flache Ijsselmeer. Ein bisschen Sonne wäre jetzt gut, aber unseren Gästen gefällt es auch so, sie sitzen im Netz und erfreuen sich am Katamaran-Segeln.

    Stavoren, der alte Hafen

    Kurz vor 17 Ihr sind wir an der Krabbergatsluis, wir können auch direkt einfahren, der kleine Boter vorne hat in der Mitte der Schleusenkammer festgemacht, wird aber aufgefordert, sich weiter nach vorne zu verlegen, denn nach uns kommen noch zwei größere Boote. 17:12 sind wir durch, nun sind es nur noch elf Seemeilen bis Stavoren.

    Hafenmeisterbüro in Stavoren

    Kurz vor sieben machen wir an dem Plattbodenschiff „Vrouenzand“ fest, wie es uns die Hafenmeisterin per Telefon und Funk empfohlen hat, und tatsächlich kommt sie auch noch vorbei, um 30,90 € Liegegeld zu kassieren. Sie hatte sich auch gleich an den Katamaran Hexe erinnert.

    Mittwoch, 9. September 2020, Baro 1018,
    bedeckt, Sprühregen, Wind aus westlichen Richtungen  5 – 6
    Stavoren 11:00 – Vlieland 16:50, 37 sm

    Die Einfahrt zur Lorentzsluis

    Nach reichhaltigem Frühstück und einem Schnack mit der holländischen Hexe, der Yoga-Skipperin von der Vrouenzand, die einen Hexenbesen als Windmesser im Mast hat, starten wir zur Lorentzsluis. Der Wind ist frisch, die Genua reicht aus, um uns mit 6 – 7 Knoten Fahrt zur Schleuse zu bringen. Die kleine steile Ijsselmer-Welle ist zwar unangenehm ohne Großsegel, außerdem ist es kalt und ein bisschen feucht, deswegen verstecken sich alle im Cockpitzelt, außer dem jeweiligen Steuermann und Johannes, dem es in der frischen Luft angenehmer ist als unten im geschlossenen Zelt. Lucie, die gestern dem Skipper einen Schreck eingejagt hat, als ihr beim ersten Blick aus dem Fenster des stehenden Bootes schon „ein bisschen schlecht“ wurde, hält sich heute tapfer, trotz der Wellen.

    Der Zweimaster

    An der Schleuse dürfen wir direkt einfahren, hinter einem großen Bagger und mit zwei kleinen Segelbooten geht es einen halben Meter hoch, dann sind wir frei und haben Salzwasser unter den Rümpfen.

    Auch ein russischer Zweimaster ist in dem Programm drin, dass Larissa für ihre Freunde organisiert hat, sowie zwei große Flusskreuzer, die aus Harlingen kommen.

    Käpt’n Nana

    Nach der Schleuse wird das Großsegel gesetzt, im Fahrwasser geht es direkt vor dem Wind, dann mit halbem Wind bis Harlingen. Dort kommen wir pünktlich kurz vor 14 Uhr an, genau zu Hochwasser, denn von da ab kippt die Gezeit, und wir haben den Strom mit uns, zunächst nur ganz leicht, später stärker.

    Ab Harlingen motoren wir, denn in dem engen Fahrwasser ist nicht gut kreuzen, wie man spätestens an der Segelyacht sieht, die uns – kreuzend – die Vorfahrt nimmt. Nicht ohne dass Volker den Mannen an Bord der Atlantik zuruft, dass er gerne Nachhilfestunden in Seemannschaft geben könnte.

    Super Segeln!

    Leider kommen jetzt die Regenwolken immer näher, es ist nass und ungemütlich am Steuer, aber hier ist viel zu viel Verkehr, da muss der Skipper am Rad stehen. Ich mache das Radar an, damit wir nicht aus Versehen Boot oder Boje rammen, wir motorsegeln bis zur nordwestlichsten Tonne, dann können wir wieder segeln, der Regen ist vorbei, und blauer Himmel kommt heraus.

    Nun allerdings geht es richtig flott voran, der Wind hat wieder aufgefrischt auf über 16 Knoten, und es steht eine ordentliche Welle aus dem Gatt. Durch den Strom und den Wind beschleunigt die Hexe auf über neun, manchmal zehn Knoten Fahrt, das macht ordentliches Gerumpel im Boot, wenn sie in die Wellentäler fällt.

    Schnell sind wir bei dem letzten kleinen Stück längs des Strandes von Vlieland angekommen, nun müssen schnell im engen Fahrwasser die Segel geborgen werden. Dann haben wir beide ein bisschen Herzklopfen, denn wir kennen die Hafeneinfahrt nach Vlieland und wissen um den tückischen Vliestrom, der an der Einfahrt vorbei versetzt.

    Aber Volker fährt mit Mut bravourös in die zwölf Meter breite Einfahrt, und schon sehen wir voraus einen schönen Liegeplatz am uns vom Hafenmeister telefonisch avisierten B-Steg. Ein royaler Platz für die Hexe. Und wir sind so froh, endlich wieder auf unserer westfriesischen Lieblingsinsel zu sein!

    Vlieland Beach
    Nana liebt den Strand
    Lucie und Jannes erkunden die Insel
  • Auf dem Wasser, endlich!

    Pünktlich hält der Zug der SNCF am Bahnhof von Cherbourg, ich springe in ein Taxi, texte Wes, dass ich angekommen bin. Wir treffen uns am Marina Office, dort kann ich den Liegeplatz bezahlen, dann steigen wir ins Dinghy und ab geht es durch die Marina zur wartenden Hexe. Da werde ich tatsächlich mit dem Boot zum Boot gefahren!
    Clive und Shay sind gerade dabei, Diesel aus den Kanistern in die Tanks zu füllen, dabei haben sie einen schönen Trick entdeckt, mit dem Schlauch das Vakuum solange zu halten, bis das eine Ende desselben im neuen Kanister steckt, dann wird die Schlcuhschlaufe angehoben, und der Diesel fließt wieder aus dem Kanister in den Tank, ohne dass man das mit dem Mund ansaugen muss, viel gesünder. Wobei wir sonst eher die Kanister über einen selbstgebastelten Trichter aus einer alten Plastikflasche einfüllen, aber das erfordert mehr Muskelkraft. Anschließend werden das Dinghy und der Außenborder mit dem Fockfall an Bord gehoben, alle leeren Kanister verstaut, schon sind die Leinen los, und um 16:00 Uhr verlässt das Boot den Hafen für die letzte salzige Etappe der „Hexe@home-Aktion“.
    Der Wind zeigte sich im Hafen von einer „vorfreulichen“ Seite, im Hafen fliegen mir die Haare um den Kopf, und auch Wes‘ Sohn Shay hat die langen Rastalocken mit einem Tuch eingebunden. Ich freue mich schon wie die berühmte Schneekönigin auf das erste Segeln nach über einem halben Jahr. Kaum sind wir aus dem Hafenfahrwasser raus, rollen die Jungs die Genua aus. Direkt vor dem Wind segeln wir leise im leicht kabbeligem Nordseewasser nach Nordosten. Als der Wind sich in eine spätnachmittägliche Brise gewandelt hat, wird der Genacker rausgeholt, alle Leinen gelegt, schon steht das bunte Segel und zieht uns auf unserer Route. Leider ist auch der Zauber nicht von Dauer, der Wind wird immer leichter, und wir müssen ja doch vorwärts kommen. Schließlich ist das eine Überführung und kein Urlaubstörn. Also Motoren an, und los geht’s.
    Der gleichmäißge Sound begleitet uns durch die Nacht, auch am Samstag haben wir mit dem Segeln kein Glück mehr, vier bis acht Knoten Wind genau von hinten sind nicht genug für die Hexe. Dabei hatten die drei Jungs sich so auf einen richtigen Segeltörn gefreut. Am Anfang, als sie Lanzarote verlassen haben, hatten sie guten Wind,nach Madeira aber kam die Flaute. Danach waren es nur noch die drei Tage über die Biskaya bis Brest, dass es genug Wind zum Segeln gab, dort, das haben wir auf MarineTraffic gesehen, ist die Hexe geflogen, bei aus Vorsicht bereits gerefften Segeln, einmal mit über 12,5 Knoten über Grund, und fast immer segelte sie um die 11 Knoten Geschwindigkeit.
    Der Ärmelkanal jedenfalls hat Spiegelqualität, ein leichtes Atmen des Meeres ist noch spürbar, ansonsten liegt das Wasser glatt wie ein stiller See. Aufpassen muss der Wachhabende trotzdem, denn auch hier gibt es an unerwarteter Stelle Fischerfähnchen, und ein paar Segelboote sind unterwegs zwischen dem Fahrwasser für die großen Pötte und der Küste. Wir passieren das Verkehrstrennungsgebiet vor Zeebrugge in Belgien, hier liegen Unmengen von großen Tankern und Frachtern vor Anker „Waiting for Orders“, die Weltwirtschaft schläft noch ihren gekrönten Dornröschenschlaf.
    Am Vormittag haben wir an Backbord die weißen Klippen von Dover gesehen, an Steuerbord liegt die liebliche Landschaft der Normandie, danach verlassen wir La Grande Nation, fahren an Belgiens Küste vorbei. Mit den ersten Strahlen der Morgenröte haben wir – just in time – Hoek van Holland erreicht, dort müssen wir uns über Funk melden, und im extra markierten Fahrwasser für Yahtren vorbei fahren. Auf Marifonkanal 3 bekommen wir Anweisungen, wie die vor der Mündung arbeitenden Bagger zu passieren sind. Vom Ende des Fahrwassers sind es noch 30 Seemeilen bis zur Schleuse zum Nordseekanal bei Ijmuiden, eine Premiere für die zweibeinige Hexe, dann wird die Hexe zum ersten Mal im Süßwasser schwimmen.

  • Fuerteventura and back

    Samys Lieblingsplatz beim Segeln

    Als Samy merkt, dass wir Vorbereitungen zum Ablegen treffen, geht er ins Trampolin und schubbert sich erstmal kräftig. Nach dem Segelsetzen liegt er gemütlich dort vorne, lässt sich den leichten Wind um den Bauch wehen und schläft. Das ist wirklich sein Platz, wenn wir unterwegs sind. Mit einer leichten Brise aus Nordost, um die sieben Knoten, segeln wir gemütlich dahin.

    Wie immer startet bei „Kap Hoorn“ der Wind, von jetzt auf gleich weht es mit 16 Knoten aus West, das Meer ist weiß von den kleinen Schaumkrönchen, an Ankern vor Papagayo oder Los Lobos ist bei dieser Windrichtung gar nicht zu denken.

    Schnell haben wir ein neues Ziel im Auge: Puerto del Rosario liegt fast in der Mitte von Fuerteventura und bietet angeblich eine gute Ankerbucht mit Schutz vor allen Winden außer dem südöstlichen Quadranten. Bis dorthin kreuzen wir geschwinde vor dem Winde, das kann die Hexe gut, und das Meer ist flach, sehr angenehm.

    Tatsächlich hatte ich heute Glück, in der Funkrunde von Intermar um 16:30 UTC konnte ich jemand hören, kurz ehe der Moderator offensichtlich wegen fehlender Beteiligung aufgeben wollte. Ich konnte mich mal wieder melden, nicht, dass die denken, die Hexe würde gar nicht mehr mitspielen!

    Due Hexe und ihr Dinghy

    Um 18:00 Uhr fällt der Anker in der Bucht neben dem Hafen von Puerto del Rosario, Volker macht sofort das Beiboot klar, damit wir noch im Hellen die Stadt erkunden können. In den einschlägigen Seglerforen hieß es, dass man an der Slipbahn des Club Nautico das Dinghy parken kann, das machen wir auch, auf Anraten von ein paar gerade heimkehrenden Kanuten, ganz am Rande bei den Felsen fest.

    Treppenaufgang zur Innenstadt

    Von See aus gesehen ist Puerto del Rosario eher hässlich, viel Industrie, dazwischen Ferienwohnungssiedlungen, und wieder Industrie. In dem großen Hafen legen die Versorgungsschiffe, aber auch Kreuzfahrtschiffe an, allerdings werden die Touristen dann zu anderen Zielen auf der Insel gefahren, die Stadt bietet wohl nicht so viele Sehenswürdigkeiten. Wir aber wollen der Hauptstadt von Fuerteventura die Gelegenheit geben, doch noch unser Wohlwollen zu erlangen.

    blühender Baum in der Fußgängerzone
    akkurat beschnittene Benjamini
    Puerto del Rosario ist bekannt für seine Wandmalerien

    Zur Innenstadt geht es über ein paar Treppen nach oben, dort verläuft eine kleine Fußgängerzone, die mit wundervoll blühenden Bäumen bestückt ist. An den größeren Straßen hingegen stehen riesige Benjamini, adrett in Form geschnitten. Es gibt ein größeres Einkaufszentrum, Supermärkte, auffallend viele Fahrschulen, und einen wunderhübschen Platz vor der Kirche. Drinnen sitzen Gläubige und beten Fürbitten, aber nicht mit einem Pfarrer aus Leib und Blut, sondern mit einer Mikrophonstimme, eher seltsam.

    Hahnenkampf-Denkmal an der Uferpromenade

    Nach einem kleinen Feierabendbier in der Fußgängerzone laufen wir an der Hafenmole zum Strand, dort fallen uns drei schwarz gekleidete Polizisten der Policía local auf. Wir freuen uns jetzt auf unser Abendessen an Bord, und auf die beschauliche Ruhe, die so ein Abend am Anker bieten kann. Eher könnte. Denn: Kurz bevor wir mit unserem Dinghy die Hexe erreicht haben, gibt es ein wildes Hupkonzert und Blaulichtgewitter an der Slipbahn aus eben jenem Polizeiwagen. Was wollen die denn? Kurz sind wir unschlüssig. Was sollen wir jetzt machen? Zurückfahren? Nee, wenn die was wollen, sollen sie doch kommen! Der Platz ist in allen Seekarten eindeutig als Ankerplatz ausgewiesen, es kann höchsten sein, dass man das Dinghy nicht dort parken darf. Aber irgendwo muss man es ja schließlich lassen, wenn man an Land geht.

    Mit dem aufgehenden Vollmond segeln wir zurück nach Puerto Calero

    Nach einigen Überlegungen gehen wir Ankerauf und motoren davon, auf nächtliche Auseinandersetzungen haben wir keine Lust. Wenn Fuerteventura uns nicht haben will, dann fahren wir halt wieder zu unserem geliebten Lanzarote, da sind wir immer willkommen… Um 01:00 nachts liegen wir wieder an unserem Platz mit 59 Seemeilen im Kielwasser.

  • Rund Lanzarote

    Bei vollkommen grauem Himmel verlassen wir die achte Kanareninsel La Graciosa nach dem Hundespaziergang. Es ist viel Wind, der uns vom Steg wegdrückt, besser als umgekehrt. Draußen wird das Großsegel im ersten Reff gesetzt, vor dem Wind fahren wir nach Süden. Die Wellen schaukeln das Boot gehörig durch, auch die Genua ist nicht vollständig ausgerollt, es sind gut 24 Knoten Wind, die erste Acceleration Zone des Tages, das sind die für die Kanaren typischen Gebiete mit starken Winden. Trotzdem macht Petra uns Mädels einen schönen Kaffee, Volker bekommt Tee, das Frühstück gibt es als Selbstbedieungsbuffet. Wir sehen die Bucht von Famara, die Halbinsel mit dem Sportlerhotel und dem Ort La Santa, dann wird es einsam an der Küste. Schwarzes Lavagestein bedeckt die Berge und die Küstenregion. Im Timanfaya Nationalpark können wir ein Gebäude ausmachen, bei Recherchen auf Google scheint es sich um eine Station mit großen Antennen zu handeln, die man bei den Busfahrten durch den Nationalpark nicht zu sehen bekommt.

    Der andere Segler vor unserem Bug

    Wir kreuzen wieder vor dem Wind, zur Freude des Skippers wird es eine Regatta. In der Ferne sehen wir ein Segelboot, nach genauerer Betrachtung mit dem Fernglas einen Kat, eine schnelle TS42 von Masaudon. Kurz vor der zweiten Acceleration Zone im Süden haben wir den Seafox eingeholt, schließlich auch überholt. Seit 14 Uhr segeln wir in dem schönsten Sonnenschein, den man sich wünschen kann, und sooo schnell, lockere zehn Knoten, aber auch 12,5 haben wir schon gesehen.

    Im Süden ist kurzfristig der Wind weg, wir sehen noch 3 Knoten auf der Anzeige, aber des Skippers Adleraugen haben schon ausgemacht, dass es vor der Marina Rubicon weiße Schaumkronen auf dem Wasser gibt, und er befürchtet, dass das Anlegen dort ziemlich katastrophal werden könnte. Also segeln wir weiter nach Puerto Calero. Das allerdings wird ein Härtetest für Boot und Crew! 20 – 27 Knoten Wind und eine ruppige Zweimeterwelle lassen die Hexe tanzen, wir fühlen uns wie auf einem Ruckelkarussell  auf dem Jahrmarkt. Die Wellen schäumen durchs Trampolin und die Gischt fliegt hoch an die Frontscheiben. Deshalb haben wir dann auch nicht in unserer Box, sondern längsseits auf der anderen Seite des Hafens gegen den Wind angelegt, und sind erst am nächsten Morgen auf unseren Liegeplatz gefahren. Ein großartiger Segeltag!

  • Nach Lanzarote – 3. Tag

    Mittwoch, 20. März 2019, Baro 1018, Wind NO um 6
    Auf See, Position 07:45 32°38’235 N, 010° 34’766 W
    Tagesetmal 187 sm
    In der Nacht haben wir 77 Ah verbraucht, ab dem Sonnenaufgang laden die Solarpanele heute gut rein, die zwei tragbaren liegen im Trampolin, angewinkelt zur Morgensonne. Die Segelführung ist unverändert, wir kreuzen vor dem Wind, um 06:40 haben wir gehalst, um 13:00 Uhr sind wir noch 17 sm von der Ideallinie entfernt, wir fahren einen Schnitt von knapp unter acht Knoten. Wir werden dann ca. 25 Seemeilen über die Ideallinie fahren, dann erneut halsen, usw.
    Um 17:00 Uhr frischt der Wind auf von 17 auf 25 Knoten, wir halsen gerade noch rechtzeitig, fahren tatsächlich fast auf der Ideallinie. Gut, dass wir trotz der zwischendurch nur 18 Knoten Wind das Groß nicht ausgerefft haben, so müssen wir jetzt nicht in den Wind drehen und bei 2 – 3 Meter Welle reffen.
    Es gibt Abendessen für Hund und Crew um 19:00 Uhr, eine halbe Dose für Samy, Schnitzelchen und Broccoli für uns.
    Um 20:00 Uhr frischt der Wind noch weiter auf, 27 – 32 Knoten, aber die Richtung ist gut, mit 150 – 160° von Steuerbord. Die Wellen sind schon echte Karwenzmänner, die haben bestimmt drei Meter Höhe, sie rauschen knatternd und scheppernd unter dem Schiff durch und schaukeln es (und uns) ganz schön durch.
    Ein Seevogel hat sich zum Ausruhen auf unser Luv-Schwert gesetzt, aber nach zwanzig Minuten fliegt er oder sie weg, kommt dann wieder und setzt sich auf den viel unbequemeren Relingstab, bevor er entültig verschwindet.
    Der Wind bleibt die ganze Zeit stark, die Wellen auch, das Fensterputzen heute morgen hätten wir uns sparen können, aber so hatten wir wenigstens einen halben Tag lang gute Sicht.
    Um 22:00 Uhr haben wir ein Halbtagesetmal von 103 sm, das macht den Skipper zufrieden. Wir drehen noch zwei Umdrehungen auf die Genua, die letzten zwei Stunden hatten wir eine durchschnittliche Geschwindigkeit von über zehn Knoten, Topspeed waren 18,7 Knoten, mit einem Reff in Genua und Groß nicht schlecht. Volker geht mit Samy ins Trampolin, damit der Hund seine Geschäfte erledigen kann, mir zuliebe an der Leine, bei 14 Knoten Geschwindigkeit kommt es selbst Volker ziemlich schnell vor. Und wenn man unten im Bad auf der Toilette sitzt und raus schaut, denkt man, man säße im ICE.
    So vergeht die Nacht mit Wachen und Schlafen, und der letzte Tag der Überfaht bricht an.

  • Nach Lanzarote – Tag 2

    Dienstag, 19. März 2019, 01:00 Uhr, Baro 1020, Wind NNO, 16 – 18 Knoten
    Auf See, Position 23°52′ N 007°10’W
    Im Laufe der Nacht nimmt der Wind mal ein bisschen ab, dann wieder ein bisschen zu, zwischen elf und zwanzig Knoten Wind blasen in die Segel, allerdings noch raumer, sodass wir anluven müssen, um vor dem Wind zu kreuzen, denn sonst schlagen die Segel bei diesem Wellengang. Der Kurs ist 255° statt 225°, aber so läuft es wenigstens. Um 06:50 Uhr zeigen sch erste Spuren des aufkommenden Morgens am leider wolkigen Himmel.
    10.00 Uhr: Tagesetmal 182 sm, Baro 1018, Sonne + leichte Wolken, Wind NO 5
    Das selbst gebackene Focaccia ist im Ofen und verbreitet köstlichen Geruch, die Morgentees und der Cappuccino sind gekocht, der Skipper flucht über den Vorwindkurs, wegen der flappenden Segel: Der Tag kann losgehen.
    Ich kämpfe mit unserem Winlink Mail Account. Offensichtlich habe ich beim Absenden der Requests an Predict Wind zuviele Daten abgefragt, jedenfalls verstopfen mir die Antwortmails unser Postfach, es dauert Stunden, bis so ein File heruntergeladen ist, und angeblich sind noch zwölf drin!
    12:48 Uhr Auf UKW Kanal 16 empfangen wir einen Pan-Pan-Ruf (Dringlichkeitsmeldung) der Segelyacht Leia; da kein Offizieller, damit meine ich die Küstenwache, sich schnell meldet, antworten wir und bitten um Mitteilung der Position und des Problems an Bord. Wie ich schon an dem Pan-Pan-Ruf gehört hatte, ist der Mensch an der Funke aus Deutschland. Wir verständigen uns auf Kanal 9. Die Ruderanlage der Leia ist kaputt und sie können nur noch mit der Notpinne steuern, bei den 2-3 Meter hohen Wellen wäre das sehr schwierig, sagt er. Außerdem haben sie nur noch Sprit für ca. 20 Stunden motoren. Die Leia ist ein 51-Fuß Monohull, sie kommen von Madeira und wollten eigentlich nach Gibraltar. Ihre Position ist ca. 50 Seemeilen nördlich von uns und 80 Seemeilen von der marokkanischen Küste. Fakt ist, dass wir nicht helfen können und die Mannschaft versuchen wird, Rabat in Marokko motorend zu erreichen. Wir können nur mit Auskünften unterstützen, wie man den nächsten Hafen, Rabat, ansteuern kann, und wir verständigen mit unserem Sat-Telefon den Vercharterer. „Na dann, alles Gute Leia, und eine sichere Fahrt nach Rabat, over and out!“
    Mittlerweile hat Ralf übers Internet dankenswerterweise den Stau in unseren Winlink-Mail-Account aufgelöst, da waren über zwei MB drin, er sagt, wir wären in Lanzarote bereits angekommen, ehe das alles heruntergeladen sein könnte.
    Um 13:40 Uhr haben wir gehalst und fahren jetzt auf Steuerbordbug, nicht mehr genau vorm Wind, das ist wesentlich angenehmer, 35 Meilen können wir das so machen, dann müssen wir wieder halsen, um in der Nacht nicht zu nah unter Land zu geraten und uns mit den marokkanischen Fischern anzulegen.
    17:30 wechseln wir auf Backbord, halsen mal wieder vor dem Wind, der inzwischen aufgefrischt hat auf bis zu 24 Knoten, jetzt ist der Skipper zufrieden, „da gibt es nichts zu meckern!“, die Hexe rennt.
    Ralf hat mich über Mail informiert, dass ich bei der Eingabe unserer Position im Position Report für Winlink Ost und West verwechselt habe, wir wären da irgendwo auf dem Tunesischen Festland, blöd, blöd, denn die Abendposition hatte ich auch schon gesendet, also musste ich sie erneut senden, diesmal mit 9° West statt Ost.
    Um 19:00 Uhr refft Volker zwei Umdrehungen auf die Genua, der Wind hat weiter aufgefrischt. Um 21:00 Uhr binden wir Reff 1 ins Groß, weil es inzwischen mit 29 Knoten Wind weht. Das stimmt auch mit den Vorhersagen überein, danach segelt die Hexe zwar ein bisschen langsamer (vorhin habe ich 14,7 Knoten über Grund gesehen!) aber wir machen immer noch 7 – 11 Knoten Fahrt. Gut, dass wir rechtzeitig gerefft haben, so wird es eine relativ entspannte Nacht.

  • Nach Lanzarote – Tag 1

    Die Intermarfunkrunde um 11:00 UTC, 12:00 Uhr MEZ bekomme ich nicht gut rein, ich höre mal kurz ein Rufen: „CQ CQ hier ist…“, aber das wars dann auch schon, vielleicht hab ich ja bei der Abendrunde um16:30 UTC mehr Glück. Wir versenden noch Whatsapps an Familie und Freunde, ich stelle den kleinen Blog, dass wir abgelegt haben, online, irgendwann haben wir nur noch marokkanisches Netz, dann wird das teuer. Unsere Kommunikation beschränkt sich jetzt auf den SSB-Funk, Emails und Wetter per Pactor, und zur Not das Satellitentelefon.
    Um 14:00 Uhr sind wir am Ende des Verkehrstrennungsgebietes, jetzt gilt es, gut aufzupassen, dass wir beim Abbiegen nicht in den Weg von einem Tanker oder Frachter kommen, denn wir haben zwar das Großsegel oben, aber wir motorsegeln, der Wind reicht mit 4 Knoten nicht annähernd zum Segeln. Auch ist die Strömung noch sehr gegen uns.Mit den Tankern, Frachtern und Autotransportern ist es ein kleines Zickzacklaufen, aber schließlich haben wir die großen Verkehrswege hinter uns gelassen und freie Fahrt. Wir füllen 70 l in die beiden Dieseltanks, denn die Fahrt mit den zwei Motoren auf 2200 Umdrehungen schluckte beträchtlich Diesel.
    Um 16:00 Uhr dreht der Wind weiter, und frischt auf 11 – 12 Knoten auf, der Code D darf in die Sonne, jetzt wird gesegelt! Schnell fährt die Hexe trotz Gegenstrom mit über elf Knoten über Grund, der Skipper ist glücklich.
    In der Intermarfunkrunde höre ich Uwe klar und deutlich, und auch DL4TJ, der zwischendurch übernimmt, kommt klar an, und bestätigt mir, dass wir selber hervorragend zu hören sind. Währenddessen nimmt der Wind weiter zu, 16, manchmal auch über 17 Knoten, da sind wir immer noch vorsichtig und rollen den Code D lieber weg. So steht es in den Empfehlungen von Outremer, mit größerer Crew könnte man da sicher noch was reizen, aber wir zwei segeln dann eher konservativ. Aber auch mit der Genua läuft die Hexe über zehn Knoten Speed, was wollen wir mehr?
    Vor der Dunkelheit wollen wir den Wassergenerator anbringen, denn dazu muss Volker ganz unten auf die Backbord-Badeplattform. Ich habe immer ein bisschen Angst, dass er dabei über Bord geht, deshalb geht das hier draußen nur mit Schwimmweste und Lifeline. Der Hund wird im Cockpit festgemacht, damit er nicht mit kommt, Volker holt den Watt&Sea aus der Backskiste. Das schwere Ding ist bald gut angebracht, zu Wasser gelassen, ich schaue nach, ob es lädt, aber nein, es funktioniert nicht, und außerdem ist in dem kleinen Stecker vom Hydrauliköl etwas kaputt. So ein Mist, bei der Fahrt nach Süden wäre dies eine wichtige Energiequelle gewesen!
    Mit Genua und Groß fahren wir bis zum Abend, zum Essen gibt es Chicken Nuggets und Reis, danach wird das „Wachbett“ bereitet im Salon, dann beginnen die Nachtwachen. Volker hatte kurz darüber nachgedacht, ob wir nicht doch den Code D wieder setzen, aber als ich da unten im Bettchen lag und auf die Windanzeige schielte, war ich froh, dass wir es nicht getan hatten. Der Wind weht konstant mit 16 – 20 Knoten, etwas raumer als bisher, aber doch zuviel für das Leichtwindsegel.

  • Jetzt aber

    Montag, 18. März 2018, Baro 1019, sonnig, leicht bewölkt, Wind O, um 2 Beaufort, Gibraltar 10:00

    Dem humpelnden Hund geht es besser heute morgen, und Expertin Larissa hat ja gesagt, er soll die Pfote wenig belasten. Also segeln wir einfach heute los, dann muss Samy nur auf dem Boot ein kleines bisschen laufen, ansonsten darf er ausruhen.

    Der Wetterbericht sagt für heute bis mittags Westwind, also gegenan durch die Straße von Gibraltar, dann dreht der Wind auf Nordost, ab Dienstag soll er dann stärker weerden, 20 – 26 Knoten, die Wellen sollen moderat bis maximal drei Meter bleiben.

    Drückt uns die Daumen, ich lade das Logbuch täglich hoch, und die Position gibt es wieder über Winklink DL3HEX.