Mahon oder Maó

13. Juni 2016, Montag, Baro 1009, bedeckt mit einzelnen blauen Löchern, 25 Grad, Wind O 4
Fornells 10:30 – Mahon 15:00 ca. 30 sm
Nach dem erfreulichen Fißballspiel gestern Abend, das wir, als ziemlich einzige wirklich Interessierte, in der Bar des Hostal de Fornellus geschaut haben, sind wir bald im Bett verschwunden, es war ein langer Tag mit vielen Wenden…
Heute morgen haben wir früh einen Rundgang durch den sehr überschaubaren Ort gemacht, auch hier sind die Häuser unglaublich gepflegt, der weiße Anstrich blendet in der südlichen Sonne, die Bürgersteige werden geputzt und renoviert, die Gärten sind gepflegt.
Auch die kleine Kirche ist in einem perfekten Zustand, ordentlich aufgereiht liegen die Gebetsbücher auf dem Tisch bereit, leider gibt es nur elektrische Kerzen, das ist nix für uns, wir zünden immer nur richtige an. Im Supermarkt allerdings wird gerade erst eingeräumt, Fleischtheke und ähnliches sind noch leer, aber wir finden ein bisschen gekochten Schinken, um dem Hund ein Frühstück zu kochen. Ja, Nico wird immer schneubischer, das isst er nicht und das nicht, und am besten frisch gekocht, Herrschaftshund, halt!
Natürlich kommt auch heute der Wind von vorne, aber die Wellen sind weg, und so kreuzen wir gemütlich gen Osten, nachmittags wollen wir in Machon oder Maó sein, wie es die Menorquinos nennen. Auch die Stadt ist schön, an der Einfahrt liegt das riesige Fort und das große Krankenhaus, das bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts als solches benutzt wurde. Leider ist das zu weit vom Ort entfernt, als dass man da eben so mal hinlaufen könnte.
Ich gehe erst mal mit Nico Gassi, der will nur ins Wasser, und nach einer kleinen Weile finden wir auch eine Stelle, wo er sich hineinlegen kann. Das macht er ganz ausgiebig, die Leute, die es im Vorbeischlenderm sehen, lächeln nd sagen, das würden sie auch gerne machen. Tatsächlich ist es heiß hier am Hafen, und um die Mittagszeit sitzen die Menschen in den Restaurants im Schatten, nur wenige sind unterwegs.
Um 18:00 Uhr kommen Cris und Alberto, Segler, die wir in Mazarrón kennengelernt haben, mit ihren beiden Kindern und einer Freundin von Tochter Noa. Der siebenmonatige Marcel darf gleich zu mir auf den Arm, macht das auch miteinem Lächeln, und schon hat er mein Herz gefangen. Wir plaudern ein bisschen im Cockpit, Volker zeigt den Mädchen, wie holländische Kinder Krabben fangen, leider gibt es hier nicht so viele, dass man Krabbenwettläufe veranstalten kann wie auf Vlieland oder Terschelling.
Abends laufen wir in die Stadt, hoch auf dem Felsen ist die Altstadt gelegen, und auch die ist schön mit Kirchen und alten Bauwerken, wir werden wieder kommen, und uns alles genau ansehen. Heute schlendern wir nur durch die Straßen und über die Plätze, erholen uns bei einem menorquinischen Drink aus Kaslimón und Gin, mit Blick über die Bucht. In dem alten Gebäude hinter uns übt ein Chor Carl Orffs “Carmina burana”, die Musik passt absolut zur Aussicht.

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Cala Fornells

12. Juni 2016, Sonntag, Baro 1011, diesig, aber warm, Wind NW um. Drei, manchmal mehr
Ciutadella 10:00 – Fornells 16:30, ca 35 sm
Sonntag morgen, schon früh legen die ersten Boote ab, die Engländer auf beiden Seiten von uns, mal geschickter, mal weniger geschickt, später legen Vanessa und Richard mit ihrer Sense “Bacchus II” ab, um nach Palma zu motoren, vielleicht haben sie ja später auch ein bisschen Wind. Im Moment ist nämlich gar nichts los, windtechnisch, und das Meer ist glatt wie ein Kinderpopo.
Die “Akaroa II”, die Outremer 51 mit James und Tracey legt gemeinsam mit uns ab, wir setzen bald Segel, der Wind frischt auf, auch die Akaroa setzt Segel und segelt tapfer eine ganze Weile gegenan, aber da hat die Hexe echte Vorteile, sie kann viel höher an den Wind, und der kommt heute immer von vorne. Ich weiß nicht, wieviele Wenden wir nun schon gefahren haben, aber es waren ganz schön viele. Die Akaroa hat auch irgendwann aufgegeben, sie motoren Richtung Fornells.
Die Nordseitevon Menorca ist eher karg, beim Leuchtturm von Cabo Nati, dem nordwestlichsten Ende von Menorca, stehen ein paar seltsame Bauten, Volker meint, dass es alte Gräber seien, und ansonsten gibt es außer zahlreichen Calas nur eine einzige Ansiedlung, eine Art Feriensiedlung. Alles andere sind entweder riesige Steinwüsten oder macchiabewachsene Hügel.
Um 15:00 Uhr sind wir des ewigen Wendens müde, der Wind hat auch noch nachgelassen, wir motoren die drei Meilen bis zum Cap Roig. Es sind – für den wenigen Wind – erstaunlich hohe Wellen. Wir motoren eine halbe Stunde, dann segeln wir wieder. Langsam neigt sich die Küste der schmalen Einfahrt zur Cala Fornells zu, natürlich dreht der Wind mit, und bläst unverirrt weiter auf die Nase, nur sind jetzt die Wellen weg, wir kreuzen his zum Hafen.
Die Akaroa liegt schon an einer Boje, aber ich hatte uns ja einen Platz im Hafen reserviert, deshalb rufen wir die Marineros über Kanal 8, bekommen auch den Starplatz mit Aussicht über die Bucht zugewiesen. Da unsere Logge sicherlich voller Muscheln ist, jedenfalls zeigt sie nichts an, vermute ich mal, dass wir ca. 35 Meilen gekreuzt sind.
Fornells ist klein, sehr touristisch, aber hübsch, kein Ballermann-Tourismus, eher der gehobenen Art, es ist berühmt für den Langustenfang, und überall werden diese leckeren Tierchen angeboten.

 Bilder folgen

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Tief berührt

Menorquinische Flagge

Menorquinische Flagge

sind wir von der Schönheit Menorcas, auch wenn wir bis jetzt nur Cituadella geshen haben. Was für eine Perle, was für eine Stadt, klein eigentlich, von der flächenmäßigen Ausdehnung her gesehen. Sehr schön gelegen am Ende einer Cala, einer fjordartigen Bucht, auf einem kleinem Hügel thronend. Je öfter wir durch die verwinkelten und garnicht mal so engen Gassen spazieren, um so schöner finden wir die Stadt.

Von der Anzahl der Einwohmer her ist Cituadella die zweitgrößte Stadt Menorcas und war bis kurz nach 1800 Jnselhauptstadt.
Heute ist Cituadella Bischofssitz und die Kathedrale ist schon weithin sichtbar.

Plaça d'Atlas

Plaça d’Atlas

Gestutzte Flügel

Gestutzte Flügel

Noch 'n' Platz

Noch ‘n’ Platz

Gouverneurspalast

Gouverneurspalast

Plaça d'Atlas

Plaça d’Atlas

Der Fischmarkt

Der Fischmarkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frankfurt ist überall

Frankfurt ist überall

Castell de Sant Nicolau

Castell de Sant Nicolau

Nico braucht Abkühlung

Nico braucht Abkühlung

 

 

 

 

 

 

Tapas …

Tapas …

nur schön

nur schön

Plaça des Born

Plaça des Born

Mit 11 Kirchen insgesamt mangelt es wahrhaftig nicht an Versammlungsorten für gläubige Christen. Neben den Kirchen gibt es noch eine alte maurische Festung, das alte Rathaus und die historischen unter Arkaden gelegenen Geschäfte zu besichtigen. Gestern haben wir am östlichen Ende der Altstadt noch eine – leider flügellose – Mühle entdeckt. Zahlreiche Plätze mit landestypischen Tapasbars laden sowohl in der Altstadt als auch am Hafen zum Verweilen ein.  Der Hafen ist sehr gepflegt und der Service sehr gut.

Lichtspiele in der Kathedrale

Lichtspiele in der Kathedrale

Die Kathedrale

Die Kathedrale

In der Esglesia del Roser

In der Esglesia del Roser

 

 

 

 

 

Die Cala

Die Cala

Ich will jetzt einmal ein Phänomen beschreiben, was wohl alle paar Jahre immer wieder einmal auf Menorca und speziell durch seine fjordähnliche Struktur in Cituadella auftritt und zu massiven Schäden führt. Es bilden sich sogenannte Meteotsunamis, hervorgerufen durch sehr starke Luftdruckschwankungen entstehen schnell laufende, 3-4 Meter hohe Flutwellen mit zum Teil verheerenden Auswirkungen. So sanken besipsielsweise in Folge so eines Tsunamis im Juni 1988 mehr als 30 Yachten und 100 weitere wurden zum Teil schwer beschädigt. In 2006 wurde die Stadt nochmals von einem Meteotsunami heimgesucht. Hier werden dies Phänomene Rissagas genannt. Mittlerweile hat man ein Frühwarnsystem installiert.

Da gibt es Fußball!

Da gibt es Fußball!

Für das bevorstehende heutige Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft haben wir glücklicherweise eine Bar gefunden, wo wir das Spiel anschauen können 🙂 Denn Public viewing scheint es in Spanien nicht zu geben.

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Auf nach Ciutadella de Menorca

08. Juni 2016, Mittwoch, Baro 1015, sonnig, warm, Wind SO 2-3
Barcelona 12:00 – Ciutadella de Menorca 08:25, 112 sm

Jetzt hat Volker seit gestern nicht Rücken, sondern Schulter! Und auch heute morgen ging es ihm nicht besser, nein, er war in der Nacht oft wach vor lauter Schmerzen. Um acht Uhr schicke ich Katy, der Osteopathin eine SMS, ob sie ihn heute früh behandeln kann. Tatsächlich, sie kommt extra früher in die Praxis, versucht, den eingeklemmten Nerv zu befreien, ein Ibu tut das seine, und jetzt ist er nicht mehr ganz so schmerzverzerrt, und wir haben abgelegt.

Leider kommt der wenige Wind genau aus Menorca, wir motoren erstmal, damit wir nicht gleich anfangen müssen zu kreuzen, erledigen die letzten Telefonate für heute, stellen den Bericht auf die wieder funktionierende Internetsite (mir wird immer noch schlecht, wenn ich dran denke, dass alles hätte weg sein können), frühstücken, und der Skipper geht sicher bald ein bisschen schlafen.

13:30 der Motor darf schlafen, mit leichter Brise segeln wir hoch am Wind genau auf Kurs 138 Grad. Wir rücken dem  kleinen Riss im Großsegel auf die Pelle. Nachdem die Reparatur am Unterliek der Fock mit Epoxykleber gut gehalten hat, kleben wir den kleineren Grnossen im Großsegel mit Uhu. Volker hat festgestellt, dass unser Ankerbeschlag verbogen ist. Das war der ungeschickte Moorbootfahrer in Palamos, der sich jicht nur in unserer Mooringleine verfangen, sondern offensichtlich auch mit seiner fest installierten Gangway an  unserem Ankerbeschlagvorbeigeschrammt ist Leider ist uns das damals nicht aufgefallen. Blöd!

14:00 Uhr weniger als 100 sm bis Ciutadella. Die Schulter des Skippers ist geheilt, dank Katy!

17:20 Uhr noch 82,5 sm. Wir segeln immer noch mit 4-5 Knoten Geschwindigkeit, können nicht ganz die Höhe halten, aber da wir damit rechnen, dass wir heute Nacht sowieso motoren müssen, wenn der thermische Wind weggeht, nutzen wir das bisschen Wind für einen oprtimalen Speed. Ich habe schon rin ganz leichtes langärmeliges Hemd angezogen, weil die Sonne ganz schön stark ist, und ich keine Lust auf Sonnenbrand habe, trotz 59er Sonnenschutzmittel.

18:30 der Skipper hat heute ganz früh ganz großen Hunger und hat sich schon vor einer Stunde in die Kombüse verkrümmelt, und leckere Zutaten brutzeln so vor sich hin.

Nach einer Stunde kommt das Ergebnis ans Tageslicht oder eher gesagt in unseren Suppen/Allroundschälchen ins Cockpit. Es gibt eine Hackfleisch-Reis-Gemüsepfanne, sehr lecker und sättigend. Genau das, was ein Käptn auf großer Fahrt so braucht.

18.50 Leider schläft der Wind ein und der Motor muss wieder ran. Nur noch 2 Knoten Wind von jetzt auf gleich. Was der Wind kann, kann die Capitania allemal und legt sich für ein Nickerchen auf das Salonsofa. Noch 73 Meilen bis zum Ziel.

21:12 Uhr: Sonnenuntergang mit einer Windversprechenden Wolke aus Nordwest, mal sehen, ob das was wird. 62 sm bis Ciutadella. Es wird kühler, wir ziehen Strumpfhosen bzw. Jogginghose an, die Segelhosen habe ich auch schon für die Nacht rausgelegt, irgendwie sieht das so aus, als ob das heute Nacht feucht werden würde. Wir haben beide noch keine Lust zu schlafen, deshalb beschließen wir, kurze Wachen über die Nacht zu verteilen, dann ist es nicht so langweilig beim motoren.

23.25 Nachtlicht, obwohl wir jetzt schon mehr als 100 Kilometer von Barcelona entfernt sind, ist die Stadt immer noch als ein dunkelorangener Lichtschein am fernen Horizont erkennbar.

Cornelia schläft im Vorschiff, Nico hat sich bei ihr rangekuschelt und soeben hat uns ein entgegenkommender Segler, ebenfalls unter Motor, in einem sicheren Abstand passiert. 

23:50 Wachablösung, Volker geht mit dem Bordhund ins Vorschiff. Der Wind hat um 60 Grad nach links gedreht, kommt jetzt aus Ost, ist aber immer noch so schwach, dass wir weiter motoren. Ich “übernehme” drei “feindliche” Schiffe, zwei fahren weg, aber ein großer Frachter wird unseren Weg passieren, allerdings in einem sicherren Abstand, über 3,5 sm wird er entfernt sein, wenn er unseren Kurs kreuzt. Trotzdem beobachte ich das Ganze genau, nachts finde ich es immer sehr schwer, Entfernungen richtig einzuschätzen. Es stimmt, als sein Licht vor unserem Bug ist, zeigt mir der Plotter eine Entfernung von 3,58 sm an.

00:14 der sichelartige Mond ist rot am westlichen Himmel untergegangen. Viel Licht hat er sowieso nicht gebracht, es war nur eine kleine Sichel. Aber jetzt ist es noch dunkler, rechts sieht man entfernt die Lichter von Mallorca, und über mir habe ich den tollsten Sternenhimmel. Zeit, meine Sternenapp zu aktivieren. Ich sehe den Löwen, den großen Bär, Saturn und einen sehr hellen Stern mit Namen “Arktur” (?), ich kann das nicht genau erkennen, und darunter das “Haar der Berenike”. Dazu könnte man direkt eine Geschichte schreiben, was es wohl mit diesem Haar auf sich hat, und ob Berenike wohl ein gutes oder ein böses Schicksal hatte, dass ihr Haar Abend für Abend durchs All schwebt…

00:30 ich sehe das Leuchtfeuer von Cap Formentor, 4 x Licht, alle zwanzig Sekunden, eigentlich soll er auf 22 sm sichtbar sein, aber wir sind noch über 31 sm davon weg, und trotzdem kann man es erkennen. Bis Ciutadella noch 40 sm.

01:00 an der Backbordseite verwirren mich zuerst Lichter, dann sehe ich, dass es Blitze sind. Na, hoffentlich kommt kein Gewitter hierher. Ich habe zwar früher immer meine Mami ausgelacht, weil die Angst vor Gewitter und insbesondere vor Kugelblitzen hatt, aber so mit einem Boot mitten auf dem Meer habe ich auch keine besondere Lust darauf. Dann müssen die Handys und das Ipad in den Backofen, denn der ist ein Faraday’scher Käfig, und am besten schaltet man auch alle Elektronik aus und steuert nach dem Kompass.

01:30 erneuter Wachwechsel, ich habe, weil der Wind wieder mehr von steuerbord kam, den Traveller nach Luv gezogen, wahrscheinlich hat das den Skipper geweckt. Jetzt schauen wir mal, ob der Wind bleibt, denn jetzt segeln wir wieder, mit 4,3 Knoten Geschwindgkeit und fast auf Kurs. Wir wollen ja auch nicht noch im Dunkeln auf der Insel ankommen. Der Skipper hat – unter Segeln – die Wache, da kann ich mich in die Achterkajüte legen, denn es hat sich eine Welle aufgebaut, die garnicht zu dem wenigen Wind passt, und die schlägt mir im Vorschiff zu arg. Nur beim Motoren liegt man dort auf jedem Fall ruhiger, weil der Motor in der Achterkajüte direkt neben dem Kopfkissen dröhnt.

03:15 noch 26 sm. ich bin wach und biete Volker einen Wachwechsel an. Der möchte zuerst einen Kamillentee, dann trinken wir draußen Kamillentee (er) und Cappuccino (ich), der Hund wird noch einmal ins Cockpit geholt, damit er Pipi machen soll, was er aber micht tut, dann legt sich Volker mit ihm ins Vorschiff.

Ich war aufgestanden, weil ich den Motor gehört habe, und dachte mir, dann kann der Skipper ja beruhigt schlafen, das ist ihm eh zu langweilig, leider ist der Wind jetzt auch ganz eingeschlafen, es sind nur noch drei Knoten, zwar Halbwind, aber das bisschen reicht selbst der Hexe nicht für eine vertretbare Geschwindigkeit.

Ohne Mond ist es schon sehr dunkel, allerdings nimmt man jetzt die Lichter von Mallorca und Menorca deutlich wahr, und wenn meine Augen sich wieder an die Dunkelheit gewöhnt haben, bin ich begeistert über die Größe und Strahlkraft der Milchstraße. Vorhin habe ich sogar eine Sternschnuppe gesehen, und es rechtzeitig geschafft, mir etwas zu wünschen.

Der Skipper hat ganze Teppiche mit fosforeszierenden Quallen gesehen, jetzt schwimmt immer noch mal eine vorbei, aber das ist gar nichts mehr gegen vorhin, sagt er.

04:46 Immer noch kein Wind. Die Fähre nach Ciutadella fährt i2,3 Meilen entfernt an uns vorbei, hell erleuchtet. Auch wir haben, weil wir motoren, die Lichterführung umgestellt, statt der Dreifarbenlaterne im Masttopp muss nun hinten ein weißes und im Bug das rote Backbord- und das grüne Steuerbordlicht brennen. Und außerdem am Mast noch das Dampferlicht. Vor allem wegen des weißen Hecklichts, das aufgrund des direkt neben ihm hängenden hellgelben Rettungskragens, einiges an Licht zurückstrahlt, aber auch wegen des Dampferlichts, dessen Licht in die Fock leuchtet, ist die Umgebung nicht so klar erkennbar wie im reinen Segelbetrieb. Die Sternenapp sagt, hinten, neben dem großen Bären, sei eine Rakete vorbeigeflogen. Die konnte ich aber leider wegen des Lichtproblems nicht erkennen.

05:05 es dämmert, die Sterne verabschieden sich für heute. Immer noch kein Wind,  18 sm bis Ciutadella.

06:00 der Skipper ist aufgewacht, gleich geht die Sonne auf, wieder Wachwechsel, der Wind reicht nichtzum Segeln, ich gehe noch eine Stunde schlafen. 12 sm noch.

Der Sonnenaufgang ist doch sehr schön, es ist gerade genug Platz unter der Wolkenschicht, dass die Sonne, rot und im Nordosten, (jawohl, Herr Degenhardt) aufgeht.

07:45 haben wir den Wegepunkt erreicht, mal segelnd, mal motorend, inzwischen ist der Wind wieder ganz weg, das Meer liegt spiegelglatt vor uns, die Insel Menorca ragt mit steilen Küsten daraus hervor. Noch gut 2 Seemeilen, und um

08:25 machen wir die Leinen beim Club Nautico fest, der Marinero steht schon da und kassiert gleich mal das Liegegeld ab.

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Muskelprotz

IMG_0798An unserem letzten Abend in Barcelona hat es uns zum Strand hingezogen. Nicht auf direktem Weg, ein kleiner Schlenker durch Nico’ s Lieblingspark mit ganz vielen Art- und Spielgenossen muss schon sein. Obwohl das mit dem Spielen mit anderen Hunden nicht mehr so ganz sein Ding ist. Eher handelt es sich um ein schwanzwedelndes Beschnuppern. Meistens reicht das, nur manchmal kommt der Spanier in ihm durch und trotz Kastration wird der Versuch unternommen, das Gegenüber zu besteigen. Dabei scheint es häufig egal, welchen Geschlechts der Vierbeiner ist. Mir ist das meistens ziemlich peinlich, die spanischen Hundebesitzer sind dagegen eher amüsiert über die Versuche des kleinen Klettergenossen.

Irgendwann sind wir am Strand angekommen und haben die kräftig pumpenden Jungs und Mädels bewundert. Als “Pumpen” bezeichnen wir, wenn Jugendliche ihre Muskeln trainieren und das der Welt auch gerne zeigen. Eben wie die Jungs und Mädels am Strand, es gibt einen Metallbarren, ein Reck, eine Sprossenleiter, genug Geräte also zum Muskelaufbau. Cornelia war am meisten von einem jungen Mann angetan, der Reck Übungen vollführte, die denen eines Turn-Asses in nichts nachstanden.

Man trifft sich, man sieht sich am Strand und es gab noch mehr zu entdecken. Der DJ, der am Meer stehend auf seiner kleinen Anlage heiße Salsarhythmen laut abspielt, die Paare, die dazu im Sand und beim Sonnenuntergang tanzen, die Familie, die mit mitgebrachten Fackeln ein nächtliches Picknick vorbereitet, und zwei Jugendliche, die zur Ertüchtigung mit Sand gefüllte 50 Liter Kanister nach sich ziehen.

Auf dem Rückweg haben wir noch an einem Weinfass ein Bier, ich und einen Wein, Cornelia, getrunken. Das muss erklärt werden, denn draußen trinken bei einer Kneipe ist nur erlaubt an den aufgebauten, Tischen und Stühlen oder den erwähnten hingestellten Weinfässern. Der Wirt oder die Wirtin verkauft auch kein Bier am Tresen, das man selbst mit rausnimmt, da kommt schon die Bedienung nach draußen und überzeugt sich selbst, dass man am Fass oder am Stehtisch steht. Andere Länder, andere Bestimmungen!

Heute Mittag haben wir tatsächlich abgelegt, und Kurs auf Ciutadella de Menorca gesetzt. Leider kommt der kaum vorhandene Wind genau daher, im Moment motoren wir, vielleicht dreht der Wind ja noch ein bisschen, damit wir nachher segeln können. Auf jeden Fall ist schönstes Wetter, blanker Sonnenschein mit ein paar kleinen weißen Wolken, morgen werden wir mehr erzählen, jetzt muss der Bericht schnell rein, bevor das Netz ganz weg ist.

Ahoi!

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Ausgelöscht und doch gerettet

IMG_0900In den letzten Tagen haben wir zig Kilometer abgespult, zu Fuß ausschließlich, wie üblich. Nico musste fast alle Wege mitlaufen und war danach ganz schön platt, der Arme. Wie in allen spanischen Städten gibt es auch in Barcelona gratis Trinkwasser an unterschiedlich konstruierten Brunnen, die zahlreich in der Stadt verteilt sind. Da machen wir kleine Trinkstopps für den durstigen Hund.

IMG_1328Zum ersten Mal waren wir in den riesigen Markthallen in einer Nebenstraße am Ende der Ramblas. Das vorgefundene Lebensmittelangebot ließe wohl die Herzen aller Gourmets höher schlagen.

IMG_0880 IMG_0879Regionale Leckereien werden durch exotisches Obst, Gemüse, Fleisch und Wurstspezialitäten aus der ganzen Welt ergänzt. Uuups, fast hätte ich die Meeresgetiere vergessen mit aufzuzählen…

IMG_0889Dazwischen gibt es einige Kioske, die frisch hergestellte Tapas und Getränke zu günstigen Preisen an Stehtischen und Theken anbieten. Wer seinen Vitamispeicher auffüllen will, wählt aus mehr als 50 Sorten frischgepresster und gekühlter Drinks seinen Favoriten aus. Allein ist man auf dem Großmarkt natürlich nicht. Dicht an dicht gedrängt ziehen die Besuchermassen aus der ganzen Welt durch die Marktgänge. Wie schon gesagt, so ein Angebot an leckerem Essen haben wir noch nirgends gesehen.

IMG_0873 IMG_0868 IMG_0862Der Abend auf der Dachterasse war übrigens auch klasse.  Neben einem fantastischen Blick über die Großstadt gab es zu einem vernünftigen Preis eine Flasche Sekt und Musik vom DJ.

Der Capitania ist gestern eine echte Panne beim Umzug unserer Website auf einen anderen Vertrag unterlaufen, und plötzlich war die nicht mehr im Netz sichtbar. Ausgelöscht war die syhexe.de, weder Cornelia noch ich waren “amused”. Stunde um Stunde vergingen seit gestern mit intensiver Arbeit, um die Texte wieder zum Vorschein zu bringen. Gott sei Dank hat Cornelia vorher den Inhalt gespeichert und mit Franks professioneller Hilfe konnte unsere Website entgültig gesichert und wieder veröffentlicht werden. 21 Monate unseres Seglerlebens sind endlich wieder sichtbar für uns und für alle, danke Frank Computergott (www.seitenmaker.de), wir stoßen später auf Dich an!

IMG_1302 IMG_1307Da sind wir dann auch beim nächsten Punkt, seit gestern liegt die viertgrößte Privatyacht der Welt neben uns, einhundertsechsundfünzigmeterlang. Frisch ausgeliefert im Mai, Made in Germany bei Lürssen in Bremen und an den russischen Eigner übergeben. Vier Tanklastzüge voll mit Diesel kamen zum Tankstopp angerollt, um den einige hunderttausend Liter fassenden Dieseltank der Megayacht “Dilbar” zu füllen. Gefühlt unendlich viele Crewmitglieder putzten und wienerten das Schiff von oben bis nach unten. Manche sogar vom Kai aus mit speziell angemieteten Kranwagen. Was für ein Spektakel!

Und dann gab bzw gibt es noch ein Event im Hafen. Seat stellt in Barcelona sein neuestes Fahrzeugmodell, den Seat Ateca, der Weltöffentlichkeit vor und hat dafür u.a. einen großen Teil der Parkflächen im Hafen gemietet.

IMG_0876Eigentlich war für heute unser Absprung nach Menorca oder Mallorca geplant, doch wegen des Webseitenproblems verschieben wir unsere Überfahrt. Hier in Barcelona haben wir eine stabile Internetverbindung, und die ist für solche Arbeiten absolut vonnöten. Nach soviel Aufregung ist jetzt erst mal Entspannung angesagt.

IMG_0907Apropos Entspannung, es gibt auch sehr ruhige Gassen mit wenigen Menschen in Barcelona, man muss nur weit genug gehen. Auch das lohnt sich und wirkt beruhigend auf den reizüberfluteten Großstadtbesucher. Zu guter Letzt, Cornelias Rücken geht es seit drei Tagen besser, Kathy, die Osteopathin, (osteopatiadelmar.com) hat gute Arbeit geleistet, danke für die vielen Rückfragen diesbezüglich.

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Großstadtleben …

Lotusgrill gelötet

Lotusgrill gelötet

Segel geflickt

Segel geflickt

Solarpanel wieder festgeschraubt

Solarpanel wieder festgeschraubt

 

 

 

Nachdem der gestrige Mittwochmorgen in reichlich Arbeit ausgeartet ist, haben wir es uns dafür ab dem frühen Abend ganz entspannt gut gehen lassen.

Sekt und andere Leckereien

Sekt und andere Leckereien

Den Weg in diese „Cavas Bar“ haben wir nicht von allein gefunden. Die Bekanntschaft zu Harald und Marten, zwei deutschen Seglern hier am Steg  mit reichlichen Barcelonakenntnissen, hat uns zu diesem super Erlebnis verholfen. Die kleine Sektbar, liegt versteckt in einer Altstadtgasse und hat keinne Namen, dafür einen hohen Bekanntheitsgrad und so kleine Sektpreise, dass sie schon ab 11 Uhr morgens gut gefüllt sein soll.

Sektpreise

Sektpreise

Um 17 Uhr haben wir noch einen Stehplatz ergattert und in den folgenden Stunden einige „Java Extra Brut“ für unglaubliche eineurofündunddreißig je Glas geleert. Dazu gab es landestypische Tapas, also Schinken, Käse, Chorizo und – Achtung Zungenbrecher –  „Bratburst“, eine lecker gegrillte deutsche Bratwurst. Ob der Ausdruck Catalan oder spanisch ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

Pure Pork

Pure Pork

Nach der Cavafeier haben wir uns erstmal aufs Boot verzogen, damit Nico nicht zu lange allein ist. Am späteren Abend sind wir beide plus Hund noch durch das nahegelegene Bahnhofsviertel gezogen, das ebenfalls ein Teil der historischen Altstadt ist. Nach gut einer Stunde gemütlichen Rumbummelns haben wir uns auf einem kleinen Platz für eine Weile niedergelassen und das pulsierende Leben rund um uns herum beobachtet.  Jungs spielen Fußball, Familien sitzen zusammen, Musiker spielen auf, ein Sprach und Stimmengewirr liegt in der Luft, „muy bien“-sehr gut.

farbiges Waschbecken gefällig?

farbiges Waschbecken gefällig?

Natürlich ist in Barcelona auch nicht alles gut oder besser gesagt in Spanien generell. Ein Problem ist für uns leider vielerorts deutlich sichtbar, der Müll, oder, noch genauer gesagt, der Plastikmüll. Im Meer, im Park, in der Innenstadt – überall liegen oder schwimmen große Mengen von Plastik rum.

Nicht schön und auch nicht mit südländischer Mentalität schön zu reden. Dafür ist dieses Thema zu imminent. Jeden Tag treibt der momentan leicht Südwind Plastikteile, Plastiktüten oder Plastikbecher in den Hafen. Gehen wir mit dem Hund in den Park, finden wir das Gleiche vor. Cornelia meinte, dass das in Südamerika noch ein größeres Problem darstellt. Gut, wir werden es nicht ändern, wenn Plastik bei uns vorbei schwimmt, fische ich es aus dem Wasser raus, ebenso an anderen zugänglichen Stellen. Vorbildliches Verhalten? Wir wollen nicht als moralische Instanz auftreten.

Ist das ein Baumwollbaum?

Ist das ein Baumwollbaum?

Die nächsten 10 Tage feiert die Stadt ihr Dachterrassenfest mit Livemusik, Tanz, Workshops und zahlreichen Darbietungen aller Art. Auf Hoteldächern, in hochgelegenen Cocktailbars oder in historisch relevanten Häusern. Alle Dachterrassen stehen offen zum Besichtigen, zum Verweilen, zum Zuhören und Mitmachen und für kulinarische Ausflüge.

Heute geht es los und wir werden davon berichten. Wir wünschen aus der Großstadt heraus ein schönes Wochenende mit vielen guten Erlebnissen. Hast luego – bis zum nächsten Mal!

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Dritter Tag in Barcelona

Wasserturm in Barceloneta

Wasserturm in Barceloneta

Wie schnell mal wieder die Zeit vergeht, mit diesem und jenem, vor allem, wenn man in so einer schönen Stadt wie Barcelona ist. Ständig gibt es was zu tun, und noch mehr zu sehen. Was hier so alles los ist! Zuerst einmal sind es die Massen von Menschen die durch die Stadt gehen, flanieren, spazieren und rennen, Fahrrad fahren und City. Zigtausende jeden Tag, in der Altstadt, auf den Ramblas, am Hafen entlang, in den Einkaufszentren, überall. Dazu noch die vielen Sonnenanbeter am Strand, die Durstigen in den Kneipen und die vielen meist dunkelhäutigen Straßenverkäufer. Man weiß garnicht, wo man zuerst hinschauen soll.

Strandleben

Strandleben

Obendrauf gibt es noch die historischen und modernen Sehenswürdigkeiten aller Art. Denkmäler, Kirchen, Bürohäuser, feudale Gebäude, Galerien, Markthallen, und viele schöne Plätze.

Und wir liegen mittendrin, können dem Gewusel passiv vom Boot aus zuschauen – die Hexe als Ruhepol in der Megacity, oder wir gehen vom Steg und sind sind sofort Teil des Ganzen. Wir nutzen beide Möglichkeiten, je nachdem, wie uns der Sinn steht.

Cornelia hat zudem mal wieder Rücken und mit Katy eine fachkundige Osteopathin in nächster Nähe gefunden und lässt sich die verschobenen Partien wieder zurechtrücken. Katy hat vor 23 Jahren ihren Weg nach Barcelona gefunden, ist irgendwie hängengeblieben und betreibt inzwischen ihre eigene Praxis.

Abendsonne

Abendsonne

Soviel dazu, gestern waren wir im Irish Pub, ich weiß, wir finden fast überall so eine Biertrinkeinrichtung und wurden dort sehr nett von einer deutsch sprechenden Engländerin empfangen und umsorgt. Zudem waren wir nach kurzer Zeit mit drei jungen Iren und einem schottischen Paar im Gespräch. Komischerweise werden wir von den Inselbewohnern immer wieder gefragt, was wir vom drohenden Brexit halten. (Nicht viel, um es vorwegzunehmen, genau so wenig wie vom katalanischen Nationalstolz, der uns hier immer begegnet umd zur Schau gestellt wird). Punkt. Mehr wollen wir zu dem Thema aber an dieser Stelle auch nicht sagen, selbst wenn wir es könnten und wir es auf Nachfrage gerne  tun.

Segel geflickt

Segel geflickt

Die Windstille haben wir heute ausgenutzt, um einen Riss im UV-Schutzstreifen des Vorsegels zu flicken. Diesmal haben wir dazu ein Stück Dacron mit Kleber getränkt und einfach aufgeklebt und sind gespannt, ob es im Segelbetrieb halten wird.

Solarpanel wieder festgeschraubt

Solarpanel wieder festgeschraubt

Das Solarpanel am Radarmast hat sich bei viel Seegang im wieder mal verstellt, weil die Madenschraube es nicht richtig beklemmt hat. Ich habe in das Edelstahlrohr ein Loch reingebohrt und die Madenschraube findet jetzt darin Halt und lässt sich dadurch kraftschlüssiger andrehen.

Bei den Bastelarbeiten sah es im Hexeninneren aus wie in einer Rumpelkiste, weil alles an unterschiedlichen Stellen lagert und jeweils herausgezaubert werden muss. Jetzt ist alles wieder an seinem Platz verstaut, wir waren gerade eben mit unseren leeren Dieselkanistern zur 800 Metern entfernten Tankstelle gelaufen.

Wir ziehen den Diesel von gemeinen Autotankstellen dem von den Bootstankstellen vor, weil wir an jenen den teureren Diesel ohne Bioethanol tanken können. Sozusagen als Präventionsmaßnahme gegen Algenpest, was bei normalem Dieselkraftstoff vorkommen kann. Vor drei Jahren hatten wir die unliebsamen Algen schon mal im Tank und mussten denTank aufwendig leeren und reinigen lassen.

Mindestens noch drei weitere Tage in dieser großartigen City liegen vor uns, wir freuen uns schon sehr darauf.

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Kompliment an die Bootsbauer

Flötenspieler in Palamos

Flötenspieler in Palamos

Lebensplattform – Überlebensplattform mit Spaßfaktor, auch wenn Neptun das Deck wäscht und die Wogen hoch gehen. Stabil, agil und mit durabler Ausrüstung, so muss ein Schiff gebaut oder konstruiert sein. Es muss etwas abkönnen, wie man so schön sagt. Schwerem Wetter, Wind und Wellen widerstehen können. Im Ernstfall ist ein solide konstruiertes Schiff der Garant  für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Mannschaft, das nur vorausgeschickt. Jeder, der länger im Mittelmeer rumschippert, ist schon mal vom Wetter kalt oder nass erwischt worden, und hat gegen oder je nach Sichtweise mit den Elementen zu kämpfen gehabt. Wir auch, gestern ganz besonders  intensiv.

Beim Start in Palamos war alles noch eitel Sonnenschein. Ein leichter Wind aus Ostsüdost schiebt unsere Hexe langsam, aber beständig über das silbrig glänzende Meer. Der Speck brutzelt, verführerisch riechend in der Pfanne, acht aufgeschlagene Rühreier folgen, frisches Baguette wird mit Butter bestrichen, fertig ist das üppige Seglerfrühstück. Der Wind schläft ein,  der Motor erwacht zum Leben, weiter geht die Reise. Barcelona ist noch fast 100 Kilometer entfernt.

Was verheißen diese Wolken?

Was verheißen diese Wolken?

Zwei Stunden später und elf Seemeilen weiter, ändert sich die Situation schlagartig. Der Wind hat um fast 180 Grad auf West gedreht, die Farbe des Wassers hat sich mit den herannahenden Böen von Blau auf Dunkel verändert, der Wind orgelt im Rigg. Wir haben sofort die Segelfläche angepasst, d.h. verkleinert. Vom Vorsegel steht nur noch zwei Drittel, das Großsegel ist im ersten Reff. Der Windmesser zeigt nach wenigen Minuten sieben Windstärken an, das Schiff legt sich schwer auf die Seite. Erste Wellen finden ihren Weg über Deck, der vorher warme Wind fühlt sich kalt an, die wasserdichten Segelklamotten werden rausgekramt. Es ist an der Zeit, die Segelfläche weiter zu verkleinern, die Böen lassen den Mast erzittern. Es locken die nahen Yachthäfen, doch sind sie allesamt dem Wind ausgesetzt. Ein Anlegemanöver bei mittlerweile über 30 Knoten Wind ist mehr als riskant. (Ich glaube, der Skipper hatte auch ein bisschen Spaß dabei.) Mit Minimalst-Segelfläche erkämpfen wir unseren Weg nach Luv. Ein Blick nach oben zeigt, dass ein Mastrutscher sich verabschiedet hat und die Segellatte wild gegen den Mast schlägt. Zeit, das Großsegel ganz zu bergen. Mit dem Vorsegel allein sind die Schiffsbewegungen trotz gut zwei Metern Wellenhöhe deutlich ruhiger. Und das bei über 6 Knoten Speed. Dafür werden die Wellen immer höher und immer öfter brechen sie übers Boot.

Mastrutscher

So ein Mastfutscher kann auch mal streiken…

Die kurze Mittelmeerwelle, berühmt-berüchtigt, alle 2-3 Sekunden folgt eine nasse Ladung, eine Belastung für Mannschaft (er, Hund und ich) und Schiff. Es geht voran, immer nach Luv, immer gegen den Wind, Kurs Westsüdwest. Nico ist im Bootsinneren und hat sich in sein Körbchen verkrümmelt. In diesen Momenten verflucht er bestimmt sein Leben als Bordhund (wer nicht?). Cornelia hat einen Hafen kurz vor Barcelona ausgemacht, der fast vollständig von Appartementhäusern umgeben ist und dadurch windgeschützt sein muss. Doch zuerst heißt es noch 12 Seemeilen gegenan zu segeln bei Böen von über 35 Knoten. Irgendwie ist das Ganze auch faszinierend (zumindest für den Skipper) – die brechenden Wellen, das Schiff, wie es sich seinen Weg durch die “Buckelpiste” bahnt. Ich genieße Stunde um Stunde am Steuer, 10 Stunden sind es am Ende ohne Autopilot, ohne Unterbrechung. Die letzten drei Meilen zum Hafen motoren wir. Vor den  landnahen Gebirgen hat sich eine Wolkenwand aufgebaut und bremst ab 20 Uhr den Seewind. Als wir im Hafen festmachen, weht nur ein laues Lüftchen. Das Schiff wird von seiner dicken Salzkruste befreit und bekommt eine Süßwasserdusche, Nico den wohlverdienten Gassigang und kurz darauf bruzzeln leckere Steaks auf unserem Lotusgrill. Der Mastrutscher wird am nächsten Morgen ausgetauscht. Ansonsten gibt es keine Schäden am Schiff zu vermelden, wir sind stolz auf unsere stabile agile Hexe. Eine der letzten Dehler, die noch in Freineohl gebaut worden sind. Seit ein paar Jahren werden dort keine großen  Schiffe mehr gebaut, über 50 Jahre Bootsbau sind in Freienohl Geschichte. Die Marke lebt zwar weiter, wird aber mittlerweile in Greifswald gebaut. Kompliment an die ehemaligen stolzen Bootsbauer!

Die Statue von Kolumbus ziert die Einfahrt von Barcelona

Die Statue von Kolumbus ziert die Einfahrt von Barcelona

Bei leichtem Wind geht es heute die letzten fünf Meilen nach Barcelona. Wir liegen wieder im Stadtzentrum und werden bis zum Wochenende dort bleiben und das urbane Leben einer wunderbaren Großstadt genießen.

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Wo ist der Wind der Löwenbucht?

26. Mai 2016, Donnerstag, Baro 1012, bewölkt, leichter Wind  aus Ost

Obwohl Volker schon vor halb sieben am Lesen ist, lässt er mich schlafen, wir können ja nicht gleich ablegen, denn die Hafenmeisterei ist erst ab 08:00 Uhr besetzt, und dort sind unsere Bootspapiere, denn die hat der Security-Mann uns gestern abgefordert, damit wir nicht abhauen, ohne bezahlt zu haben.

Kurz nach acht bin ich im Marinabüro, bezahle 28 € für die Nacht, das ist für hiesige Verhältnisse eher günstig, finde beim Hundespaziergang gleich zwei Bäckereien, und einen kleinen Laden, in dem man fast alles kaufen kann, mich haben dort die ausgestellten Kirschen angelockt, da musst ich doch gleich mal ein paar mitnehmen, schließlich müssen wir ja gegen den Skorbut mit Vitamin C ankämpfen. Es gefällt mir, dass mit so einem kleinen Laden und einer hübschen Bäckerei ein eher hässlicher Ort wie Canet etwas Charmantes bekommt, und ich mich gerne daran erinnern werde.

Auch an den kleinen Zigeunerjungen von gestern Abend werden wir uns gerne erinnern, der so neugierig war, er wollte wissen, wie das in einem Boot aussieht, und warum wir das Boot nach der Ankunft nassmachen, und wie der Hund da mitsegelt. Irgendwann mussten Mama und Papa den Kleinen überreden, dass er jetzt leider nach Hause und ins Bett muss.

Bei ganz leichtem Wind legen wir ab, Volker braucht dringend ein süßes Frühstück, eine Tasse Milch, und dann einen guten Schlaf, während ich Wache halte und versuche, einen schönen Ort zu finden, der nicht vierundvierzig Meilen weit weg ist wie Estartit, denn wir duddeln hier mit 1,5 – 3 Knoten Geschwindigkeit entlang. Mal sehen, wo wir heute Abend sein werden!

und gegen Mittag konmt der Wind! Nach dem Diskutieren mehrerer Möglichkeiten, zuerst Banyuls, dann Llançà, segeln wir jetzt doch um das Cap Roses rum, der Wind hat auf Ost zurückgedreht und wir können den Kurs fast anlegen. Die Sonne hat sich auch zurückgemeldet, was will man mehr!

um 18:30 Uhr sind die Leinen fest, nach einigen Diskussionen mit den Marineros und den Damen in der Capitaneria bleiben wir längsseits an der Abpumpstation liegen, den uns zugewiesenen Platz an der Außenmole wollten wir nicht, da stand sovirl Wind drauf, dass beim Anlegen garantiert irgendwas kaputt geht.

Wir sind zurück im Tapasland!

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