St. Raphael, nicht schön, aber doch charmant

12. November 2015, Donnerstag, Baro 1022, sonnig, warm, kein Wind, nachmittags SW
Cannes 11:20 – St. Raphaël 14:00, 12 sm motort

Still und starr ruht die See

Still und starr ruht die See

Da wir nicht wissen, ob wir ungeladen zu der Vernissage der Chagall-Ausstellung gehen können, und so ein Pubquiz im MaNolan jeden Donnerstag stattfindet, werfen wir nach einem guten Frühstück die Leinen los und den Motor an und fahren – ganz ohne Wind und ohne Wellen – nach St. Raphaël. Volker meint, ich gäbe sonst eh keine Ruh, bis ich das mal gesehen habe, nämlich, dass es einfach nicht schön ist. Die Fahrt dorthin war jedenfalls ruhig, alles unter Motor, Volker hat sich ab und zu seinen Rückenübungen hingegeben, ich war mit meinen Zeit-Kreuzworträtsel beschäftigt, der Hund lag draußen bei uns im Körbchen. Entspannt motoren (nix für den Skipper!).

So einen großen Liegeplatz hatten wir noch nie

So einen großen Liegeplatz hatten wir noch nie

In St. Raphaël bekommen wir den bisher größten Liegeplatz zugewiesen, da muss die Hexe noch ein bisschen reinwachsen. In der Marina liegen viele große Boote, auf denen jetzt nicht mehr die Eigner sind – die müssen wahrscheinlich auch irgendwann einmal Geld verdienen – sondern die Mechaniker und die Bootsbauer für kleine Reparaturen und die Polstererinnen und so weiter.

Volker hatte Recht, die Stadt ist alles andere als schön, in der ersten Reihe am Meeresstrand geht es noch, da sind halt viele Restaurants, von denen jetzt allerdings die meisten geschlossen sind, aber im Centre Ville ist es laut von unendlich vielen Autos und vor allem Vespas und Motorrädern, es stinkt erbärmlich nach den Abgasen. Die Basilika hingegen ist sehr schön, es ist gerade ein Messe, sodass wir nur leise bei der Mutter Gottes eine Kerze anzünden und die Kirche ebenso leise wieder verlassen.

Die Kathedrale von St. Raphael, von außen

Die Kathedrale von St. Raphael, von außen

und von innen

und von innen

St. Raphaël geht nahtlos in Fréjus über, hier gibt es auch eine historische Altstadt, aber die muss bis zu unserem nächsten Besuch warten. Mit Volkers Hexenschuss wollen wir keine Gewaltmärsche riskieren, wir nehmen lieber einen kleinen Drink in einer der großen Bar-Brasserien, die an der Uferpromenade liegen, und jetzt bei Dunkelheit einen schönen Blick über die Bucht und die Lichter am anderen Ende gestatten.

Die letzte Dose sardisches Ichnusa-Bier

Die letzte Dose sardisches Ichnusa-Bier

Zurück beim Boot kocht Volker einen leckeren Eintopf, danach wollen wir versuchen, den RTL-Spielfilm über die Starfighter zu sehen. Das klappt auch super, leider sind aber ca. zehn Minuten vor Schluss unsere Gigabytes aufgebraucht, Pech, das Ende müssen wir uns wohl ein anderes Mal ansehen.

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Das müssen wir unbedingt sehen

In diesem Beitrag geht es um Fußball und sonst nichts. Doch diesmal steht nicht der SV Darmstadt 98 im Vordergrund. Hier geht es um harte Länderspielfakten zwischen der deutschen Nationalmannschaft und der französischen Equipe. Die Begegnung dieser beiden Mannschaften ist im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Klassiker.

Bereits seit 1931 finden regelmäßig Länderspiele zwischen Frankreich und Deutschland statt. Das erste Spiel 1931 gewann Frankreich mit 1:0. Das letzte Spiel gegen die Grande Nation gewann Deutschland mit 1:0. Das war beim Viertelfinale der letzten Fußballweltmeisterschaft 2014. In den zurückliegenden 84 Jahren trafen die beiden Nationalmannschaften insgesamt 27 mal aufeinander. Genau 21 mal war es ein sog. Freundschaftsspiel.

Am morgigen Freitag geht dieser Fußballklassiker in eine neue Runde. Die DFB-Elf spielt in Paris gegen die französische Nationalmannschaft, das 23. Freundschaftsspiel. Dazu passend findet die nächste Fuballeuropameisterschaft 2016 en France statt. Da ist das morgige Spiel doch fast so was wie eine Generalprobe. Nur ein Problem gibt es, wir würden am liebesten das Match auf neutralem Boden sehen, z.B. In einem Irish-Pub. Aber den gibt es in St. Raphaël nicht. Morgen müssen wir mal genauer recherchieren, wo im Umkreis von ein paar Meilen ein Pub ist. In einer französischen Brasserie würden wir uns nicht so recht trauen, für Jogis Jungs zu jubeln. Morgen gibt es ausnahmsweise keine Zielwahl nach Wind und Wellen, sondern nach König Fußball.

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Wie kleine Gespenster

Friedenstaube an Deck

Friedenstaube an Deck

Nach einer ruhigen Nacht ging es heute frohen Mutes an das Tagwerk. Einen Punkt, den wir schon länger auf unserer kurzen To-Do-Liste stehen hatten, sollte endgültig erledigt werden. Unsere Originalpolster haben kurz nach der Abfahrt einen Schonbezug erhalten (wir berichteten). Dank flinker fleißiger Hände und einem guten Stöffchen war der Bezug mindestens so gut wie das Original. Beinahe jedenfalls, nur in einem Punkt gab es seitdem Grund zur Nachbesserung. Der Stoff auf dem langen Sofa wirft Falten, oder kurzgesagt, er krummpelt. Der Mangel  ist nur optischer Natur, aber man ist ja auch Ästhet, zumindest irgendwie und nach mehr als einem Jahr. Also sind wir dem großen Bezug mit ein paar Einschlagösen und Gummiband auf der Rückseite zu Leibe gerückt.

Kleine Gespenster…

Kleine Gespenster…

Danach haben wir noch, weil es sich angeboten hat (die Marina schenkt neuerdings dem Segler einmal pro Saison eine Waschmaschinenfüllung) alle Polsterbezüge in die große Hafenwaschmaschine gstopft. Das Ergebnis: blitzblank und fleckenfrei. Nur die Zeit, um draußen zu trocknen, hat nicht mehr ganz gereicht und deswegen wurde nochmal drinnen alles zum Fertigtrocknen aufgehängt. Das sah lustig aus im Boot: wie kleine aufgehängte Gespenster hingen die Lappen da rum.

Was uns heute sonst noch so bewegt hat: Um 11 Uhr morgens war vom gegenüberliegenden Rathaus Marschmusik mit nachfolgenden Reden zu hören. Gestern hatten wir schon den Blumenschmuck und die vielen Trikoloren bewundert. Ein Blick auf den Kalender und wir waren uns einig, dass der Anfang der neuen karnevalssession auch nicht vor unseren französischen Brüdern und Schwestern Halt macht und die fünfte Jahreszeit ausgerufen wird.

Zu wenig Wind für die Trikolore (und für uns)

Zu wenig Wind für die Trikolore (und für uns)

Nachdem aber die Nationalhymne erklang, wurde Cornelia zunehmend misstrauisch, welches Ereignis nun zelebriert wurde, und wir kamen überein, dass Karneval und Marseillaise so gar nicht zueinander passen. Dank Google und Wikipedia war das Rätsel mal wieder fix geklärt.: Heute am 11. November und nicht nur um 11 Uhr 11 feiert man in Frankreich den Waffenstillstand am Endes des 1. Weltkrieges zwischen Deutschland und Frankreich. Ein Feiertag im ganzen Land.

Blick auf den Hafen

Blick auf den Hafen

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Mal wieder…

Tanzendes Paar vor dem Nobelhotel "Majestic"

Tanzendes Paar vor dem Nobelhotel “Majestic”

in Cannes. Da waren wir schon so oft, und doch freuen wir uns jedes Mal wie die berühmten Schneekönige, wenn wir in Cannes unsere Leinen festmachen. Nizza ist prächtig, riesig groß, zahlreiche Museen und Kirchen locken, Parks und Plätze laden zum Verweilen ein. Tolle Stadt, total zu empfehlen.

Aber Cannes hat dieses besondere Etwas. Ist nicht so einfach und schon garnicht direkt zu erklären oder zu begreifen.

Französische Weckmänner "Papa Noel" von Bäcker "Paul"

Französische Weckmänner “Papa Noel” vom Lieblingsbäcker “Paul”

Gäbe es eine Hitliste der von uns besuchten Städte, Cannes würde es spielend bis an die Spitze schaffen. Ein Tag dort und man hat die Innen-Stadt erfasst und auch, wenn die Füße eventuell ein wenig schmerzen, komplett erlaufen. Danach stellt sich dann so ein Gefühl  ein von Bekanntheit, Vertrautheit, so eine Art „Heimatgefühl” eben, weil man sich so schnell und so gut auskennt. Der beste Pub ist schnell gefunden, das Restaurant an der Ecke zum Lieblingsrestaurant auserkoren, der kleine Sandstrand nahe dem Zentrum schön gelegen.

"Le Petit Chaperon Rouge" oder auch "Rotkäppchen im Schaufenster

“Le Petit Chaperon Rouge” oder auch “Rotkäppchen im Schaufenster

Und dann gibt es da noch die Markthalle und den Hafen selbst, die Festung, die Altstadt, die Shoppingmeile, die Croissette, und und und. Erste Gedanken kreisen um später, um die Jahre nach dem Segelabenteuer. Können wir uns vorstellen, hier zu leben? Gedankenspiele, wahrscheinlich verfrüht.

Gestern in Villeneuve Llobet haben wir uns erst mal auf unserer Hexe eingelebt, eingerichtet und verproviantiert. Danach ging’s ab zum Strand zum ausgiebigen Bad in der Sonne, nicht im Meer. Das ist mit 18 Grad doch recht frisch. Wir saugen die mediterranen Sonnenstrahlen regelrecht in uns auf, allein, ungestört, nachsaisons leergefegt.

Adieu zu den Treppenhäusern aus der Engelsbucht

Adieu zu den Treppenhäusern aus der Engelsbucht

Am frühen Nachmittag hat sich die bis dahin platte See leicht gekräuselt. Ein Wind aus Ost kam auf, flotten Schrittes ging es zurück zum Boot und schnell wird alles see- und segelklar gemacht. Noch im Hafen gingen die Segel hoch, der Motor aus und langsam schob uns der Wind der Hafenausfahrt entgegen. Ein magischer Moment, wenn der Wind die Segel bläht, eine Wasserblasenbahn im Kielwasser zurückbleibt und unsere Hexe losschippert.

Der Skipper schaut mit kritischem Blick in die Segel

Der Skipper schaut mit kritischem Blick in die Segel

Viel gibt es von dem dreistündigen Törn nach Cannes nicht zu berichten. Eine ereignislose, gute Fahrt. Ein paar andere Segler auf dem Wasser, anhaltende Sonne, leichter Wind.

Abends ging es zur Lieblingspizzeria gegenüber vom Hafen. Pizza “Reine” für mich, überbackene Auberginen für die Capitania. Danach noch auf ein Bier ins Irish Pub.

So ein Tag so wunderschön wie heute…

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Auf, ins Museum!

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Der Eingang zum Landesmuseum

Der Eingang zum Landesmuseum

“Warum gehen wir immer nur in fernen Orten ins Museum?” haben wir uns am Samstag Morgen gefragt und sind in das wieder geöffnete Hessische  Landesmuseum gegangen. Das Museum war von 2007 – 2014 wegen Umbaus geschlossen, eine lange Zeit, in der sich so mancher Darmstädter nach dem Sinn der Unternehmung fragte. Vorher war es ein hauptsächlich naturkundliches Museum, in dem wir schon so viele Sonntage mit den damals noch jungen Kindern verbracht haben, vor den ausgestopften Tieren und den Skeletten und den Schmetterlingen, die alle in großen Vitrinen ausgestellt waren, eher unprätentiös und unspektakulär. Und wir müssen zugeben: “Der Umbau und die damit verbundene Wartezeit haben sich gelohnt.”

Ritterrüstungen

Ritterrüstungen

Die naturwissenschaftliche Sammlung haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben und erstmal mit Ritterrüstungen angefangen. Das ist eine beeindruckende Sammlung, daneben gibt es auch weltliche und religiöse Schmuckstücke, Kelche, Möbelstücke und Statuen zu bewundern.

Ägyptische Grabbeigaben und Amulette

Ägyptische Grabbeigaben und Amulette

In den Kellergewölben gibt es eine “Japanische Sammlung”, eine “Ägyptische Sammlung”, zahlreiche Gebrauchs- und Kunstgegenstände aus den Jahrhunderten vor Christi Geburt. Bei den Ägyptern gab es Seth, u.a. als Gott für die Stürme zuständig (mit dem müssen wir uns gut stellen, dass er sie von uns fern hält!). Außerdem – natürlich – eine große Sammlung aus dem Jugendstil, mit Möbeln, Vasen, Gläsern, Geschirr, Besteck und Schmuck von Olbrich, Peter Behrens, van de Velde. Wunderschön und absolut sehenswert!

Martin Luther und seine Ehefrau Margarete

Lukas Cranach der Ältere: Martin Luther und seine Ehefrau Margarete

Eine Gruppe Jugendlicher saß in einem dunklen Raum und skizzierte einige der mit Spotlicht angestrahlten Figuren, die Lehrerin ging herum und gab Tipps, wie jenes Bein oder dieser Arm besser gezeichnet werden könnte. Das animierte uns offensichtlich, denn als nächstes landeten wir in der erstaunlich umfangreichen Gemäldesammlung. Hier finden sich in der Abteilung 13.-16. Jahrhundert ganze Kirchenaltäre, viele Bilder, Portraits, darunter das von Luther, und Szenen aus der Bibel, später auch Stillleben und Landschaften.

Peter Paul Rubens: Dianas Heimkehr von der Jagd

Peter Paul Rubens: Dianas Heimkehr von der Jagd

In der Sammlung des 17.-21. Jahrhunderts wurden wir von einem riesengroßen Gemälde von Rubens “Diana von der Jagd heimkehrend” überrascht. In diesem großformatigen Bild treffen die keusche Diana und ihre Nymphen auf die lüsternen Satyrn (na, das kann ja noch was werden!). Neben vielen, vielen sehenswerten Kunstwerken hängen dort auch Bilder aus Rembrandts Werkstatt, sowie die berühmte “Iphigenie” von Feuerbach, Werke von Lukas Cranach d.Ä. Es gibt kleinformatige Schätze, große “Ölschinken”, Werke der bildhauenden Kunst, ach, so viel zum Anschauen und Staunen!

Max Beckmann: San Francisco

Max Beckmann: San Francisco

Besonders das 20. Jahrhundert und der Expressionismus sind mit zahlreichen Bildern von u.a. Kirchner, Pechstein, Macke und dem letzten Bild von Max Beckmann ausgezeichnet vertreten. Diese Zeit hat besonders mir gefallen. Zwischendurch hängt immer mal ein etwas anderes Bild aus dem 21. Jahrhundert, und stört ein bisschen, aber das ist genau richtig.

Noch Affe oder schon Mensch?

Noch Affe oder schon Mensch?

Präparate eines Huhns im Ei vom Anfang bis zum Schlüpfen

Präparate eines Huhns im Ei vom Anfang bis zum Schlüpfen

Ein Dioskur: Afrikanische Steppe

Einer der Dioramen: Die afrikanische Steppe

Die kleine Druckerei für die Westentasche

Die kleine Druckerei für die Westentasche

Danach ging nur noch die naturwissenschaftliche Sammlung, die großartig aufbereitet worden ist, mit Touchscreens, auf denen man mehr über das jeweilige Tier erfahren kann, großen Dioskuren, also Klimazonen, in denen die entsprechenden Tiere angeordnet sind. Der Beuys-Block und die oberen Etagen müssen bis Dezember warten. Aber wenn Ihr, liebe Leser, mal in der Gegend seid, lasst Euch das Hessische Landesmuseum nicht entgehen!

Oh Lilien, oh Lilien, oh Lilien…

Oh Lilien, oh Lilien, oh Lilien…

Mit platten Füßen und schmerzendem Rücken steigen wir aufs Fahrrad und setzen uns zu einem Abschiedsdrink auf den Darmstädter Marktplatz. Dort wird uns doch tatsächlich noch eine Eintrittskarte für das heutige Fußballspiel der Darmstädter Lilien gegen den HSV angeboten! Volker ist glücklich, jetzt kann er mit den Nachbarn noch einmal zum Fußball, ehe wir am Sonntag wieder Richtung Süden fahren. Und es ist ja immerhin ein “Unentschieden” geworden.

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Novembernebel

Herbstlaub

Herbstlaub

Nach dem Ausflug in meine Heimatstadt, einem Ausflug zu meinen Wurzeln sozusagen, denken wir in der letzten Zeit auch öfter mal darüber nach, wo wir in dem nahenden (Mittelmeer)-Winter mit unserem Boot bleiben wollen. Aus familiären Gründen werden wir den kompletten Dezember in Darmstadt verbringen. Wie es im Moment seglerisch weiter gehen soll, diese Entscheidung fällt deswegen nicht ganz so leicht. Es bleiben nur noch ein paar Wochen. Barcelona lockt, ein Liegeplatz für unsere Hexe ist verfügbar, andererseits ist Spanien einige weitere hundert Fahrkilometer von Darmstadt entfernt. Marseille ist ebenso eine großartige Stadt, fällt aber wegen der Mistralhäufigkeit in den kühleren Monaten leider aus.

Der Wetterbericht für Antibes sieht netter aus…

Der Wetterbericht für Antibes sieht netter aus…

Unser jetziger Liegeplatz dicht bei Antibes ist durch die umliegenden Appartementanlagen so wind- und wettergeschützt, dass wir die HEXE dort auch mal ein paar Wochen ohne schlechtes Gewissen oder Angst vor Schäden beruhigt liegen lassen könnten. Die Entfernung nach Darmstadt von dort sind gerade mal 950 Kilometer. Wir wissen also buchstäblich im Moment noch nicht. wohin die Reise in den nächsten Tagen und Wochen geht. Eine Überlegung, die wir anstellen, ist die, in den nächsten drei Wochen nach Elba zu segeln. Cornelia war dort vor ein paar Jahren mit einer Mädelscrew unterwegs und von der Insel begeistert. Hoffentlich nicht nur wegen der temperamentvollen Italiener, von denen die segelnden Schönheiten umworben wurden.

Egal, wohin der Wind uns weht, wir lassen es Euch wissen.

Zusatz von der Capitania:

Dichter Nebel hält sich im Akaziengarten

Dichter Nebel hält sich im Akaziengarten

Im Moment sitzen wir in dem elend grauen Darmstadt, hier hält sich ein zäher Nebel, der die Sonne von weiter oben nicht durchlässt. Der erste Nachtfrost hat so manchen Blumentopf auf der Terrasse oder an der Eingangstür gekillt. Schon seit Tagen reden die Wetterberichte über „ruhiges Herbstwetter“, und ein paar Kilometer weiter weg stimmt das auch, die schöne Herbstsonne zaubert ein Leuchten auf die bunt gefärbten Blätter des Odenwalds, nur nicht bei uns…

An Halloween waren wir mit allen Nachbarn zum traditionellen Rouladen-Essen eingeladen, es war wie immer köstlich und vor, während und nach dem Essen gab es – auch wie immer – so gute Gespräche, mit viel Zeit und Muße haben wir Annettes Gastfreundschaft genossen.

Bereit für die Halloweenparty

Bereit für die Halloweenparty

Die Ingredienzien stehen bereit…

Die Ingredienzien stehen bereit…

Die inzwischen bei uns allen schon jugendlichen oder erwachsenen Kinder hatten da ganz andere Pläne, da gab es die Halloween-Party in der Zentralstation oder man traute sich in das ganz große Spektakel auf der Burg Frankenstein, wo man schon mal von Monstern in einen Sarg gesteckt werden kann… oder man feiert einen schönen Cocktailabend, wenn die Eltern außer Haus und versorgt sind…

Über allen Wipfeln spürest Du kaum einen Hauch…

Über allen Wipfeln spürest Du kaum einen Hauch…

Der Wetterbericht für heute meint, dass sich der Nebel heute mittag auflöst, und wir dann auch mal an dem Sonnenschein teilnehmen können, mal sehen.

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Eisenhart.

Nach ein paar Tagen Funkstille im Blog gibt es mal wieder etwas zu berichten. Die Lücke hat einfach auch damit zu tun, dass, wenn wir schon mal in der hessischen Heimat sind, soviel zu tun und organisieren ist, dass einfach (zu) wenig freie Zeit bleibt.

Zwei der gigantischen Hochöfen schauen hier ganz klein aus

Zwei der gigantischen Hochöfen schauen hier ganz klein aus

Jetzt bleiben wir mal beim Thema Heimat und machen einen kleinen Schlenker von 180 Kilometern ziemlich genau nach Westen. Eingerahmt  und mehr oder minder abgegrenzt von Frankreich und Luxemburg liegt dort das Saarland. Damals, zu früheren und leider längst vergangenen Zeiten, ein äußerst wirtschaftsstarkes Bundesland. Zum einen durch das schwarze Gold, die Kohle, die in der tiefen Erde ruhte und auf den Abbau wartete und zum anderen durch die Stahlwerke in Dillingen, Neunkirchen und Völklingen.

Hermann Röchling, der Unternehmer

Hermann Röchling, der Unternehmer

Das Werk in Völklingen wurde bereits 1870 gegründet, aber leider währte das Glück des deutschen Stahlwerkgründers gerade mal fünf kurze Jahre, bevor die erste Insolvenz folgte. Der Grund ist schnell erklärt: Die Strafzölle für Eisenimporte aus  den umliegenden Ländern, Belgien, Frankreich und Luxemburg nach Deutschland wurden aufgehoben. Doch nur kurze Zeit danach wurde das Stahlwerk von der Familie Röchling übernommen, weiterentwickelt und zu seiner jetzigen vollen Größe ausgebaut. In den folgenden Jahrzehnten sicherte es Aufschwung für die Stadt Völklingen und das gesamte Umland. Die dunkle Seite der Medaille ist, dass bereits im ersten Weltkrieg Rüstungsgüter hergestellt und Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden.

Es gibt viele Erklärungen für Besucher, dennoch ist so eine persönliche Führung etwas ganz Besonderes

Es gibt viele Erklärungen für Besucher, dennoch ist so eine persönliche Führung etwas ganz Besonderes

Im zweiten Weltkrieg wurde das Stahlwerk nicht bombardiert, da die französischen Nachbarn auf eine Akquirierung des Werkes nach Kriegsende aus waren. So war man in Völklingen auch direkt nach dem Krieg in einer relativ glücklichen Lage und konnte die Stahlproduktion nahtlos fortsetzen.

In der Gasgebläsehalle stehen riesige Maschinen

In der Gasgebläsehalle stehen riesige Maschinen

Aus sechs Hochöfen wurden jeden Tag sechstausend Tonnen glühend heißen Stahls gestochen. Riesige Luftmaschinen aus der fußballfeldgroßen Gebläsehalle lieferten die notwendige heiße Luft für die Schmelzprozesse, das Eisenerz wurde aus den Nachbarländern angeliefert, veredelte Kohle, das sogenannte Koks kam aus den umliegenden Kokereien. Eine gigantische Produktionsmaschinerie. Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr, wurden die gierigen Hochöfen beschickt und befeuert. Die Welt wollte Stahl für den Wiederaufbau und für den Fortschritt, das Röchling’sche Stahlwerk lieferte es.

Zwei Hochöfen, im Vordergrund die gelben Röhren für die Heißluft

Zwei Hochöfen, im Vordergrund die gelben Röhren für die Heißluft

Die Arbeit im Eisenhüttenwerk und an den Hochöfen ein Knochenjob. Staub, Rauch und Dreck auf, über und in der Stadt, sichtbar, fühlbar. 1974 waren mehr als 17.000 Menschen im Hüttenwerk tätig. 1975 kam, schon krisenbedingt, der erste wirkliche Abschwung und einige tausend Mitarbeiter mussten ihren Hut nehmen. 1980 wurde ein modernes weiterverarbeitendes neues Stahlwerk direkt neben dem alten gebaut.

 

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Im Sommer 1986 ging dann bei der alten Hütte das Licht oder, besser gesagt, das Feuer in den Öfen endgültig aus. Die sechs Hochöfen und die mehrere hundert Hektar große Industrieanlage stand still. Der bis heute anhaltende und unaufhaltsame Abschwung für Völklingen und die umliegende Region begann. Mehr als zehntausend Menschen wurden arbeitslos oder verrentet. Sozialpläne und ein Hilfsprogramm der damaligen Landesregierung milderten, Gott sei Dank, die Misere.

Ingenieurskunst

Ingenieurskunst

1994 wurde das brachliegende Stahlwerk zum Unesco Weltkulturerbe erklärt und die weltweite Einzigartigkeit dieses vollständig erhaltenen Eisenwerkes zertifiziert.

Heute ist die Völklinger Hütte Besucher- und Veranstaltungsmagnet zugleich. Touristen und Einheimische, Fotografen und Interessierte aus der ganzen Welt besichtigen diese einzigartige Industriebrache.

staunende Gesichter

staunende Gesichter

Wir, Cornelia, Babara, Joachim und ich haben gestern an einer Führung durch das gigantisch große Werk teilgenommen. Kilometer lange dicke Rohre, die alles überragenden Hochöfen, zahllose Industriegebäude, ein endlos erscheinendes Gewirr von Wegen, Gleisen, und Gängen. Wir waren in der Gasgebläsehalle, der betriebseigenen Kokerei, sind die 170 Stufen zum Hochofen hinaufgestiegen und haben die sogenannte Möllerhalle, die zur Lagerung der benötigten Rohstoffe etc. diente, bestaunt.

ohne Worte…

ohne Worte…

Was für ein beeindruckendes Erlebnis, und jedem zu empfehlen. Die Führung dauerte  drei Stunden, wer will und noch Kraft in den Beinen hat, kann danach sicherlich noch die ein oder andere Stunde auf Entdeckungstour gehen. Das gesamte Gelände des Industriedenkmals ist mittlerweile barrierefrei und behindertengerecht erschlossen Ich empfehle ausdrücklich einen Zwischenstopp zur Kräftigung im gegenüberliegenden Café Umwalzer mit seinen lokal-saarländischen Spezialitäten. Also ab in Auto, Bus oder Bahn und auf nach Völklingen und ins schöne Saarland.

Noch mehr zur Hütte erfährt man hier:
Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Willkommen
oder bei Wikipedia

Der Schlüssel ist mannshoch

Der Schlüssel in der Kokerei ist mannshoch

Klappen am Hochofen, durch die Teile des Kühlwassers einfließen konnten

Klappen am Hochofen, durch die Teile des Kühlwassers einfließen konnten

Die Hängebahnwagen zum Bestücken der Hochöfen

Die Hängebahnwagen zum Bestücken der Hochöfen

Das Werkzeug liegt noch bereit…

Das Werkzeug liegt noch bereit…

Die Kokerei

Die Kokerei

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Orange!

Nach dem Frühstück am Freitag versuche ich erneut mein Glück, einen Liegeplatz in Antibes zu reservieren, nachdem das in der Saison nie geklappt hat. Kaum zu fassen, wir bekommen einen Platz! Bei dem wenigen Wind schaffen wir tatsächlich die neun Seemeilen von Nizza nach Antibes in vier Stunden, inklusive Badestopp für den Skipper, was für eine Leistung!

Der Orange-Laden residiert im ehemaligen Grand Hotel

Der Orange-Laden residiert im ehemaligen Grand Hotel

Antibes ist schön, wie immer, wir entdecken bei der Suche nach einem Gemüseladen Ecken der Stadt, in denen wir noch nicht gewesen sind. Es sind viele Menschen unterwegs, auch noch viele Touristen, man hört deutsche, schwedische und englisch-sprachige Laute. Aber die kleinen Galerien, an der Bastion, bei den touristischen Restaurants haben schon für den Winter geschlossen. Auf dem großen Platz gibt es einen Orange-Telefon-Laden, da werde ich morgen früh mal hingehen und unsere bereits gekauften Gigabytes aktivieren. Das ist bestimmt einfacher, denn mit einem ausländischen Telefon funktionierte das nicht automatisch, da musste ich bisher immer erst mit der Hotline telefonieren.

IMG_7513Nach dem Abendessen suchen wir die Australian Bar, die in unserem Hafenplan angezeigt hat, und wo heute Livemusik sein soll. Allerdings fangen die Jungs erst nach elf Uhr an zu spielen, da sind wir nach vier Liedern zu müde und gehen nach Hause ins Bett.

Am nächsten Tag im Orange-Laden bekomme ich eine wirklich gute Nachricht: Sie haben es geschafft und eine Nummer eingerichtet, damit man von einem ausländischen Mobiltelefon aus die Gigabytes für den “Domino” genannten Wlan-Router aufladen kann. Ich probiere das noch direkt im Laden aus und es funktioniert einfach so, völlig ohne Probleme! Ich muss nur die Karten-Nummer meines Routers eingeben, dann die vierzehnstellige Nummer der bereits gekauften Gigabytes, und schon sagt mir die freundliche Stimme, mein fünf Gigabyte-Guthaben seien aktiviert und gelte bis August 2016. Solange werden sie bei uns zwar nicht halten, aber gut zu wissen.

Eine ausgefallene Uhr schmückt den Bahnhof von Antibes

Eine ausgefallene Uhr schmückt den Bahnhof von Antibes

Danach mache ich noch einen Schlenker zum Wochenmarkt. Die Markthalle ist  gut besucht und die Stände bieten die leckersten Dinge an: ganz viel kandierte Früchte aller Art, Cranberries, Feigen, Aprikosen, Zitronen,  alles, was das Herz begehrt, es gibt mehrere Oliven- und Tapenade-Stände, solche mit korsischer Salami und Käse, Gemüse und Obst aller Art. Ich hole noch einen Vorrat an Kakis, denn Allegra hat gesagt, zuhause gibt es noch keine reifen Kakis und die von hier sind so unglaublich süß und lecker. An zwei Orten in der Stadt ist  Flohmarkt, auf dem großen Platz überwiegen die Antiquitätenhändler, die zum Teil sehr schöne Porzellanstücke und Silber feilbieten, zum Teil aber auch viel Ramsch. Auf dem anderen Platz nahe bei der Marina gibt es neue und getragene Kleider, von der Unterwäsche bis zur Winterjacke.

Mittags segeln wir bei ganz leichtem Wind langsam die drei Meilen bis zur Marina Baie des Anges, von der aus wir morgen früh für eine Woche nach Hause fahren werden.

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Bella Italia

Ein Wasserspeier in La Pigna

Ein Wasserspeier in La Pigna

Nachdem vor allem der Skipper anfänglich große Zweifel an der Schönheit von San Remo hatte, wurden wir doch in den zwei Tagen eines Besseren belehrt. Noch am Abend sind wir – mal wieder – nach oben gestiegen, in die eine Altstadt und in den anderen sehr verfallenen mittelalterlichen Stadtteil “Pigna”, wo uns zahlreiche Schilder über die einstige Bedeutung der Plätze, Häuser und Straßen aufklärten.

Häuser, vom Verfall bedroht

Häuser, vom Verfall bedroht

Die Hauswände sind feucht, in die meisten Gassen dringt niemals ein Sonnenschein, klar, war das abends dunkel hier, aber als wir am nächsten Mittag bei strahlendem Sonnenschein noch einmal durch diese Gassen gelaufen sind, war es auch nicht viel heller. Und auch hier wieder das Problem, dass man alles, jeden Einkauf, aber auch den Kühlschrank und die Waschmaschine durch kleine verwinkelte Gassen tragen muss.

Blick mit Engel

Blick mit Engel

Mittwoch sind wir also auch wieder mal nach oben gestiegen, diesmal noch weiter hoch, erst wieder ein bisschen runter, um auf den nächsten Hügel zu gelangen und zum Schluss standen wir an einer schönen Kirche, die aber leider geschlossen war, und erst vierStunden später wieder öffnen sollte. Wir waren 107 m über dem Meer, hatten einen sensationellen Ausblick über die Stadt. Man sah auch das Kreuzfahrtschiff von Thomas Cook, das am Morgen in der Bucht angekommen war, und das lauter kleine Boote mit vielen Menschen ausspuckte, die einen Landausflug durch San Remo oder mit dem Bus an der Costa dei Fiori entlang machen.

reife Kiwis

reife Kiwis

Auf dem Weg hoch haben wir einen gut gefüllten Kiwi-Baum gesehen, das war eine Premiere, mitten am Hang neben einem abenteuerlich darein gebauten Haus. Auch kleine Schrebergärten haben die Menschen angelegt, dort wachsen Tomatensträucher und Zucchinis, Kräuter und bunte Blumen.

Davon gibt es große Sträucher und kleine Stauden in allen Farben

Davon gibt es große Sträucher und kleine Stauden in allen Farben

Ja, die Costa dei fiori macht ihrem Namen alle Ehre, es blüht immer noch vieles, natürlich die Bougainvilla und der Oleander, der Hibiscus, aber auch ganz viele andere bunte Blumen, deren Namen wir, als Botanik-Laien, nicht kennen.

schöner Fußboden vor der Kirche

schöner Fußboden vor der Kirche

Am Donnerstag Morgen wollten wir eigentlich früh ablegen, aber als ich nach dem Hundespaziergang zurückkam, war der Wind verschwunden. Laut Windfinder sollte er um elf wiederkommen, wir haben es ausprobiert und segelten zuerst bei ganz leichtem Wind im Sonnenschein die Küste entlang. Mir gefällt es, es ist alles so friedlich, aber der Skipper ist genervt von den vielen Flauten an der Côte und den ewigen Winddrehern.

Ciao, Bella Italia

Ciao, Bella Italia

Und dann kam er doch noch, der Wind. Zwar genau daher, wo wir hinwollten, aber mit 12-13 Knoten, aber wir konnten segeln, also kreuzen, halt. Leider mussten wir auch alles anziehen, was der Kleiderschrank so hergab, denn gegen den Wind wird es empfindlich kühl. Und als wir dann den letzten Schlag raus geschafft hatten und mit einem leichten Schrick in den Segeln auf Nizza zu fuhren, wurde sie auch wieder richtig schnell, unsere Hexe. Der Unterwasseranstrich hat sich gelohnt, auch bei wenig Wind benimmt sie sich nicht mehr wie eine bleierne Ente, sondern sprinted los wie ein junges Fohlen. (Damit warten wir auch nie wieder so lange.)

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Spagat zwischen Historie, Kunst und Technik

Ein moderner Odysseus

Ein moderner Odysseus

Zwei Tage und zwei Nächte haben wir in Menton, dem letzten Yachthafen vor Italien verbracht. Hört sich fast so an, als wenn man mit dem Auto auf der A 5 unterwegs ist in Richtung Süden – irgenwann steht dann da so ein Hinweisschild: “Letzte Raststätte vor der Schweizer Grenze”. Beinahe so ist das in der Tat für uns Segler. Nur ein paar Seemeilen segeln und wir sind in Italien. Grenzübertritt barrierefrei, unkontrolliert, unbemerkt. Das Wasser kennt keine Landesgrenzen. Trotzdem tauscht Cornelia pflichtgemäß die Trikolore Frankreichs unter der Steuerbordsaling gegen die italienische. Die hat – wie der Spitzname “Tricolore” besagt – auch drei Farben. Da ist also gefühlt kein großer Unterschied. Nur blau gegen grün getauscht…

San Remo heißt das Tagesziel, der Wind ist launisch schwach. Entsprechend langsam geht es voran, dafür ist es schön warm und wir genießen das Bad in der wärmenden Herbstsonne.

Der Friedhof auf dem Hügel

Der Friedhof auf dem Hügel

belohnt mit einem Blick über Menton

belohnt mit einem Blick über Menton

und die roten Dächer

und die roten Dächer

Gestern haben wir den schönen Tag auch genutzt, um Menton ausgiebig zu erkunden. Dazu gab es genau nur eine Richtung – immer weiter nach oben. Durch die verwinkelten Gassen der Altstadt ging es immer weiter hoch, genau bis dorthin, wo der höchste Punkt von Menton erreicht war. Das war der Friedhof. So als hätte man sich früher gedacht, dass dies der höchste Ort ist, den der Mensch in seinem Leben als letzte Ruhestätte erreichen kann. Wer weiß? Die Aussicht von oben war auf jeden Fall atemberaubend in jeglicher Hinsicht. Aber das Wort “Umzug” gewinnt in Menton (und in San Remo, wie sich später zeigen soll, eine ganz neue Bedeutung. Wahrscheinlich verkauft man dort die Häuser möbliert, damit man kein Sofa, keine Waschmaschine und keinen Kühlschrank umziehen muss.

Eine Cocteau'sche Bestie

Eine Cocteau’sche Bestie

Bemalter Teller

Bemalter Teller

Orpheus

Orpheus

Menton bietet aber noch mehr als Altstadt, Aussicht und Strände. Jean Cocteau, ein Universalkünstler – Dichter, Maler, Drehbuchautor, Regisseur, Bildhauer. Das ganze Repertoire berherrschte dieses Genie, der bei einem Besuch im nahegelegenen Villefranche das schöne Menton kennen und lieben gelernt hat. Seine Werke sind dort in zwei wunderbaren Museen zu sehen.

Der Hochzeitssaal

Der Hochzeitssaal

Und wer in Menton heiraten möchte, wird sich im von Jean Cocteau gestalteten Trausaal das Ja-Wort für ein Leben in Glück und Eintracht geben. Dort sind viele Mythen verarbeitet, dabei ist der Saal aber so liebevoll und schön gestaltet für die Menschen, die durch eine Ehe ihre Liebe in eine bürgerliche Institution mit Zukunft wandeln möchten, was Cocteau niemals angestrebt hatte. Aber er hat einen wundervollen Rahmen dafür geschaffen. Also, es gibt viel zu sehen in Menton.

Heute wollten wir trotz aller Schönheit weiter und haben jetzt in San Remo angelegt. Viva Italia. Den ersten Bummel durch die große weitläufige Stadt haben wir hinter uns. Besonders nachhaltig beeindruckt hat uns das mittelalterliche Stadtviertel “Pinta”. Das ist wie eine Reise in eine vergangene Zeit, authentisch und jetzt, außerhalb der Reisezeit, ein individuelles Erlebnis.

Danach gab es einiges Revue passieren zu lassen. Das haben wir in einem Bistro getan. Dort kam zu jedem Getränk eine komplette Tapasplatte, Oliven und ein Glas gefüllt mit Erbsensuppe, Salami und knusprigen Brotstücken. Mit dem Resultat, dass wir nach drei Getränken in jeder Hinsicht zufrieden umd gut gesättigt waren.
Bella Italia… bald gibt es mehr davon.

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