Autor: Hexymama

  • Ein Sommer im Norden, Etappe 2, Tag 1

    Donnerstag, 9. Mai 2024
    Calheta / Madeira 15:00, 465 sm liegen vor uns
    Baro 1015, sonnig, Wind am Hafen 2 kn, am Ende der Insel 19 kn, die See ca. 1-1,5 m

    Die Palette möchte man nicht treffen!

    Nach unseren Ausflügen auf der schönen Insel Madeira legen wir heute ab in Richtung Santa Maria. Die Windprognosen sind günstig, bei einem vorhergesagten Windwinkel zwischen 60° (bis Freitag Abend) und 80° (bis Samstag Nacht), sollten wir es gut schaffen, im Hellen auf Santa Maria anzukommen. Vorräte haben wir genügend an Bord, Fleisch ist in der Kühltruhe, Gemüse und Obst im Kühlschrank, und auch Brot, Butter und Eier sollten uns nicht ausgehen.

    Zwanzig Minuten nach der Hafenausfahrt steht das Großsegel, noch müssen wir motoren in Lee der Insel. Aber kaum sind wir an der westlichen Ecke, schon sehen wir weiße Pferdchen, Schaumkronen auf dem Wasser. Dort kommt viel Wind, das Großsegel wird erst einmal auf Reff 1 eingebunden. Es werden tatsächlich bis zu 20 Knoten Wind, sehr spitz, Die Genua ist mindestens vier Umdrehungen eingerollt.

    Chillen

    Ab 17:00 Uhr lässt der Wind wieder nach, nun sind es nur noch 8-10 Knoten, zuerst wird die Genua voll ausgerollt, dann auch Reff 1 aus dem Großsegel ausgeschüttet. Als der Skipper von seiner Ausruhzeit erwacht, wird der Windwinkel so spitz, dass wir 20 Grad hätten abfallen müssen. „Nee, das ist nix, da kommen wir zu weit vom Weg ab!“ Also muss der Motor ran, und wir fahren unter Maschine gegenan. Das macht keinen Spaß, muss aber mal sein.

    Splash!

    Nach dem Abendessen, es gab Pizza, den Teig hatten wir noch aus den Resten der letzten Champagne-Friday-Feiern übrig, trotzdem lecker, überlegt es sich der Wind doch noch einmal. Seit 21:30 Uhr segeln wir wieder, das Reff im Groß ist ausgeschüttet. Mann, das ist wirklich viel angenehmer, auch bei den kurzen Wellen schlägt es längt nicht mehr so, wir segeln auf Kurs 305° mit 55° Windeinfallswinkel von Steuerbord. Nett!

    So ähnlich setzt es sich in der Nacht fort, Volker refft irgendwann die Genua zwei Umdrehungen ein, wir kommen gut vorwärts.

    Freitag, 10. Mai 2024
    Auf See, Baro 2019, Sonne-Wolken-Mix; Wind um 14 kn aus N, die See 1,5 m, Wellenperiode 7 Sekunden

    Sonnenaufgang

    Um 07:21 Uhr geht die Sonne auf, wir sind auch wach, es gibt Kaffee (für mich) und Obst und Tee für uns beide. Wir haben wieder mal einen blinden Passagier, also hoffentlich ist sie nicht wirklich blind, die kleine Ringeltaube, die es sich auf unseren Solarpaneelen gemütlich gemacht hat.

    Im AIS sehe ich das Signal von einem französischen Segelboot, das ist bestimmt die OKoume mit Regula und Thomas aus der Schweiz. Sie sind gestern ein paar Stunden vor uns los gefahren, aber es war klar, dass wir sie überholen würden, ihre RM ist ein viel kleineres Boot als unsere Hexe. Wir reden kurz über Funk, und geben den aktuellen Wetterbericht durch.

    Intermar-Konferenz bei Echolink

    Um 08:00 Uhr UTC probiere ich mein Glück mit der Intermar über Kurzwelle zu funken, aber da ist nur ein fernes Rauschen zu hören. Ich probiere es über Echolink, das ist die Internet-Version der Intermar-Funkrunde, dort verstehe ich alles glasklar, über Funk waren meine Rufe auch nicht zu hören, keiner hat reagiert. Fritz aus Schweden und der heutige Netcontrol Klaus-Dieter (wir haben vor Jahren zusammen die Prüfung zur Amateurfunk-Lizenz abgelegt) erklären im Echolink nachher noch, dass die Ausbreitungsbedingungen im Moment sehr schlecht sind. Na gut, dann probieren wir das morgen eben noch einmal.

    Kurz nach dem Frühstück frischt der Wind auf, das freut uns, denn so werden die Meilen gefressen. Aber um 12:20 Uhr muss Reff 1 ins Großsegel, der Wind hat noch weiter aufgefrischt, auf 18 Knoten, das ergibt bei unserem Kurs hoch am Wind eine scheinbare Windgeschwindigkeit von deutlich über 20 Knoten, und ab eben dieser Zahl soll Reff 1 ins Großsegel, laut der Tabelle, die wir von Outremer bekommen haben. Es fühlt sich auch gleich besser an, das Boot schwankt nur noch wie ein buckelndes Pferdchen und nicht mehr wie ein gereizter Stier beim Stierkampf. Die schlagenden Segel beim Reffen haben unsere kleine Taube offensichtlich erschreckt, sie ist ganz aufgeregt ums Vorstag herum geflogen. Mal sehen, ob sie noch einmal wieder kommt.

    15:00 Uhr: Vor 24 Stunden sind wir los gefahren, das Etmal beträgt 174 sm, die Logge zeigt nur 151 sm an, aber gemessen von unserem jetzigen Punkt auf der Seekarte sind es 174. Noch 293 sm bis Santa Maria.

    Der Skipper und sin Fru
  • Angekommen auf Madeira

    Montag 6. Mai 2024

    auf See, Baro unverändert 1015, mal bewölkt, mal sonnig, Wind zwischen 9 und 15 Knoten, Etmal 13 Uhr ca. 170 sm

    Die Nacht war angenehm, Volker hat die Genua ein bisschen ausgerefft, dann auch Reff 2 aus dem Großsegel geholt, am Morgen haben wir zusammen Reff 1 ausgeschüttet und segeln seitdem mit vollem Großsegel und einer ab und zu ein- oder wieder ausgerefften Genua Madeira entgegen.

    Schnell schnell Isabell, nee Hexe

    Der Windwinkel wird immer angenehmer, während er am frühen Morgen noch 70° war, wurde es gegen Mittag immer besser, der Wind drehte, sodass wir einen Windeinfallswinkel von 100-120° bekamen. Bei Windgeschwindigkeiten von um die 15 Knoten wird die Hexe richtig schnell. Und die See hat sich beruhigt, die ruppigen Wellen sind weg, das Segeln wird viel angenehmer.

    Volker inspiziert wieder einmal den Motorraum auf der Steuerbordseite, er findet ein bisschen Diesel, und keinen Hinweis darauf, wo der herkommt. Das Fluchen war erstaunlich leise. Das war aber noch nicht alles für heute.

    Der Hydrogenerator fängt manchmal Sargasso-Gras ein, das blockiert dann die Schraube, und wir bekommen weniger Strom. Wir merken das besonders, wenn die Sonnenpaneele auf dem Geräteträger vom Großsegel verdeckt werden, oder es zu viele Wolken gibt. So begibt sich Volker oft mehrmals am Tag auf die Backbord-Badeplatform, an der der Wassergenerator befestigt ist, hebt den Schaft mit einer dafür vorgesehenen Leine an, zuppelt das Gras raus, und lässt ihn wieder ins Wasser gleiten. Diesmal aber höre ich wieder einen der berühmten Ausdrücke, denn diese Leine zum Hoch- und Niederholen hat sich losgemacht. Volker muss also den ganzen Hydro-Generator von der Halterung abmachen und an Deck holen, um die Leine neu festbinden zu können.

    Ich bin da sowieso immer ein bisschen unruhig, weil die Wellen bei der schnellen Fahrt immer mal die Plattform überspülen, und das Boot sich natürlich auch heftig bewegt. Wenn Volker noch das schwere Ding da über die Stufen hoch trägt, das gefällt mir garnicht. Aber er knotet ganz souverän die Leine wieder an, prüft, ob alle Leinen und Kabel am richtigen Platz sind, bringt das Monster die Stufen wieder hinunter und befestigt es in der Halterung. Zum Glück sitzt der Knoten richtig, und der Arm des Generators mit der Schraube kann wieder ins Wasser gelassen werden. Voller Vorfreude gehen wir am MPPT-Controller nachschauen, ob es funktioniert, und sind arg enttäuscht, dass es dort komisch blinkt, und der Hydro nicht lädt. Bis uns auffällt, dass die Batterien voll sind, und nicht weiter geladen werden können. Später funktioniert wieder alles einwandfrei.

    Es blinkt falsch

    Waren wir zu dem Zeitpunkt noch am Überlegen, ob wir nicht ein Reff ins Großsegel binden sollten, die Genua war schon mit drei Umdrehungen verkleinert, so mussten wir doch später für ca. 20 Minuten den Motor mitlaufen lassen, weil der Wind deutlich unter zehn Knoten fiel und weiter raumte, da schaukelte selbst unsere Hexe nur noch in den Wellen und kommt sehr langsam voran. Aber seitdem läuft sie wieder gut, wir segeln mit gemütlichen 7,5 Knoten über ein flaches Meer. Es ist 23 Uhr und noch 24 Seemeilen bis Calheta.

    Am Abend um 20 Uhr bekommen wir Besuch von einer kleinen Schwalbe, sie sitzt einfach im Salon auf am Fenster, hat Volker sie nach draußen gebracht, und sie fliegt immer um unser Vorstag herum. Kurz vor dem Hafen findet er sie im Cockpit und denkt, sie sei tot, aber als er sie aufhebt, schlägt sie mit den Flügeln und hat wohl nur geschlafen. Danach hat sie sich auf den ungünstigsten Platz verzogen, unterhalb der Stufen zum Steuerstand, wir mussten andauernd aufpassen, dass wir sie am Ende nicht noch zertreten.

    Die Lichter von Madeira

    Am Dienstag, 7. Mai 2023 laufen wir um 02:20 in den Hafen von Calheta ein. Volker meistert die enge Hafeneinfahrt souverän, und auch das Anlegen am Kopf von Steiger B klappt reibungslos. Der ganze Törn war ungefähr 300 sm lang, wir haben 37 Stunden dafür gebraucht, das ergibt einen Schnitt von 8,1 Knoten, not bad!

    Als die Hexe gut vertäut liegt, bringt Volker die kleine Schwalbe an Land, und sie fliegt einfach grußlos weg. Aber heute Morgen sind drei Schwalben über uns weg geflogen, vielleicht war sie dabei …

  • Am 2. Tag wird uns auch nicht langweilig

    Sonntag, 5. Mai 2024

    leicht bis voll bewölkt, Wind zwischen 14 und 20 Knoten, die See unverändert 1,5 bis 2 m, Tagesmeilen von Start heute Mittag bis Mitternacht 73 sm

    Wir segeln weiter einfach so dahin, mal ein bisschen anluven, mal ein bisschen abfallen, bei einem Windeinfallswinkel von ca. 50° und Windgeschwindigkeiten von um 17 Knoten. Die Wellen bleiben weiterhin sehr kurz und ruppig, aber insgesamt besser als in den ersten Stunden. Ab und zu wird die Genua ein Stückchen ein- oder wieder ausgerollt, je nach Stärke des Windes. Wir wechseln uns ab mit kurzen Schläfchen, wobei ich am Nachmittag einen größeren Teil davon abbekommen habe, während Volker höchstens mal eine halbe Stunde in Morpheus’ Armen lag.

    Während der Fahrt werden unsere schönen Elefanten-Karten von Künstlerin Claudia durch „Do not forget“-Zettel abgedeckt

    Damit das nicht zu langweilig wird, höre ich gegen 20 Uhr den berühmten Schrei!

    Was ist passiert? Nun, wir haben gerade mal wieder die Genua um eine Umdrehung gerefft, und alles schien in Ordnung zu sein, da entdeckt Volker, dass an der Schot für das Vorsegel auf der Backbordseite die Ummantelung abgerissen ist. Oh, oh, wenn die Schot reißt, haben wir keinen Spaß.

    Aber Volker wäre nicht Volker, wenn ihm nicht sogleich eine Lösung des Problems einfallen würde. Schnell geht er auf die Suche nach einer anderen, mindestens ebenso langen Leine. Davon haben wir prinzipiell genügend an Bord, sie muss nur auch in dem Durchmesser in die entsprechenden Holepunkte passen. Es gibt eine sehr lange Leine, die lustigerweise auch in der gleichen Farbe ist wie die gerissene, aber sie ist ein klein wenig dünner als die alte.

    Egal, wir wenden, sodass die Genua auf der anderen Seite steht und mit der Steuerbord-Schot gehalten wird, dann löst mein schlauer Skipper mit dem Messer den Knoten der verletzten Backbord-Schot an der Kausch, die kaputte Schot müssen wir jetzt einziehen, ohne dass sie über Bord fällt und in die Motorschraube kommt. Dann hätten wir nämlich noch ein ganz anderes Problem.

    So, und jetzt bindet er die neue Schot ans Schothorn, das Vorsegel wird wieder eingerollt, das Boot zurück gewendet, und auf der richtigen Seite wird die Genua mit der neuen Leine wieder ausgerollt. Nun könnte ja alles in Butter sein, und wir kehren zufrieden an unsere Plätze im Boot zurück. Aber das Problem arbeitet weiter in Volkers Kopf, denn da die neue Schot ein bisschen dünner ist, kann sie unter Umständen durch den Holepunkt rutschen. Es dauert nicht lange, da hat er an der alten Schot die kaputte Stelle mit dem Messer abgeschnitten, geprüft, ob sie immer noch lang genug wäre, und schwupp! wiederholen wir das geniale Manöver. Um 20:40 ist alles wieder, wie es war, und der Skipper zufrieden. Ich bin voller Bewunderung für ihn, die schnelle Reaktion und das super Handling. Hut ab!

    Danach gibt es das verdiente Abendessen, Volker kocht eine Bolognese mit viel Gemüse (sehr lecker), dazu gibt es Muschelnudeln, die kann man aus einer kleinen Schüssel essen, sehr praktisch bei Wellen. Anschließend kann Volker ein bisschen schlafen, ehe ich mich für die Nacht nach unten ins Bett verziehe.

    Während meiner Wache verfolge seit einer Weile das Schiff Chassela, ein 230 m langer Frachter aus Panama, der auf Kollisionskurs zu uns fährt. Kurz vor einem direkten Treffen, dreht er ein bisschen ab, ich sehe die Steuerbord Lichter, dann ist er vorbei, Volker wach und ich im Bett.

  • Kein einfacher Start

    Samstag, 4. Mai 2024
    Calero 13:15 – Papagayo Ankerbucht 14:50, 10 sm
    Sonnig warm, Wind 18 kn aus NO, die See 1,5 m
    Log 4.541, Motorstunden Rechts 992, links 980
    Diesel getankt Rechts 120 Liter, links 115 Liter, gesamt 319,77 €

    Mit Werkzeugen sind wir gut ausgestattet

    Nachdem alle unsere Probleme gelöst scheinen, Volker, und Jan the Electrician, und Alberto, der Volvo-Specialist und Felix, der Handwerker für alle Fälle, alle haben nacheinander fast einen ganzen Tag in unserem Motorraum verbracht, haben wir uns von den vielen Freunden in Calero verabschiedet, schließlich werden wir längere Zeit weg sein.

    Im Hafen tanken wir noch, denn auf Lanzarote ist das Diesel günstig, denn hier gilt nur 7% Mehrwertsteuer. Und schon geht es los. Wir wollen die Nacht am Papagayo Strand ankern, damit wir morgen früh nur Ankerauf gehen können und nicht alle Leinen und Fender versorgen müssen, ehe es richtig los geht. Außerdem haben wir dann schon mal 10 Seemeilen weniger bis Madeira.

    Kaum ist der Anker am Papagayo-Strand gefallen, schon sind Horst und Evelyn von der Lippischen Rose mit dem Beiboot bei uns, denn wir sollen doch zur Philae von Ria und Jan zum Gin&Tonic kommen. Es werden zwei gesellige Stunden, viel Tonic, wenig Gin, aber leckere Pesto mit Schafskäse und Zwieback, ich hatte solchen Hunger!

    Der Wetterbericht für morgen ganz früh steht, wir wollen um 04:00 Uhr aufstehen, es wird ein Amwindkurs, die Wellen 1,6 m, im 7-Sekunden-Takt, das ist nicht traumhaft, aber wir werden es probieren. Morgen um spätestens 5 Uhr wollen wir auf dem Weg sein.

    Zum Abendessen gibt es Kalbsschnitzel und die letzten Spargelstangen aus der Heimat, dann wollen wir zeitig zu Bett gehen, um morgen früh ausgeschlafen zu sein.

    So, das war der langweilige Teil unseres Törns Richtung Madeira, danach wurde es dramatischer.

    ***

    1. Start:
    Papagayo 20:00 Uhr, wolkenlos, Wind NO, die See 1,5 m, wahrer Windwinkel m die 50°, 36 sm

    Wir warten aber nicht bis zum nächsten Morgen, um 20:00 Uhr segeln wir doch schon los, der Kurs ist 325 °, also NW. Wir haben noch einmal gerechnet und sind überzeugt, dass wir auch mit dem ganz frühen Start doch spät, also im Dunkeln ankommen werden. Wir müssten einen Durchschnitt von acht Knoten segeln, das erscheint uns bei dem Kurs, dem Windwinkel und der Gegenströmung utopisch. Also starten wir einfach am Abend, dann müssen wir uns zwar mit zwei Nächten herumschlagen, aber wir sollten im Hellen ankommen.

    Bis zum Leuchtturm Pechiguera, am südwestlichsten Zipfel von Lanzarote, ist es ein Amwindkurs, danach müssen wir weiter anluven auf 325°, das scheint zunächst unmöglich, aber je weiter wir aus dem Schatten der Insel herauskommen, geht auch das. Wir segeln mit Reff 1, das passt gut. Aber plötzlich, gegen 22:00 Uhr, fällt die Hexe dermaßen in die Wellen, es kracht, und man denkt, eben ist was kaputt gegangen, weil der Wind aufgefrischt hat und wir über neun Knoten schnell sind.

    Also muss Reff 2 ins Großsegel. Das geht ganz gut, wir sind ja geübt im Einreffen und Ausreffen, leider haben wir kurzfristig einen ekligen Überläufer auf die Winsch bekommen, den Volker doch mit seiner ganzen Kraft wieder herausziehen kann.

    Dann aber höre ich, am Steuer stehend, einen lauten Fluch von vorne, das versetzt mich immer in Alarmbereitschaft. Manchmal ist das berechtigt, weil wirklich irgendetwas nicht geklappt hat oder etwas kaputt gegangen ist, manchmal ist es auch nur eine vorübergehende Aufregung. Diesmal aber war das laute Gezeter allerdings mehr als berechtigt.

    Wenn unser Großsegel nicht komplett hochgezogen ist, also entweder geborgen oder gerefft ist, fällt es in ein „Lazy Bag“, eine am kompletten Baum entlang befestigte Tuchtasche, deren Außenseite der Länge nach mit Leinen über Umlenkrollen am Mast befestigt ist. Diese Leine war an der Backbord-Seite gerissen, und das gereffte Segeltuch fiel herunter. Oh Schreck! Das kann natürlich nicht so bleiben, denn das Großsegel scheuert bei der unruhigen See auf dem Dach und würde auf die Dauer kaputt gehen. Volker hat Großsegel und Lazy Bag mit Leinen am Baum befestigt, als Provisorium. Zum Reparieren müsste er in den Mast hochgezogen werden, um dort die gerissene Leine wieder zu befestigen.

    Nach kurzem Überlegen beschließen wir umzudrehen, die bisher gesegelten 17 Meilen einfach wieder zurück zum Ankerplatz zu fahren, um die Reparatur am nächsten frühen Morgen, bei Helligkeit und wenn der Wind noch schwach ist, auszuführen. Um halb ein Uhr liegen wir fest am Ankerplatz, nach einem weiteren Stöhnen, weil der blöde Anker beim ersten Versuch nicht gehalten hat, und die 60 Meter Kette wieder aufgeholt und erneut abgelassen werden mussten.

    ***

    Sonntag, 5. Mai 2024

    2. Start:
    Papagayo 12:30, leicht bewölkt, Wind NO 17 kn, See 1,7 m
    Log 4574, Motorstunden rechts 995, links 985

    Frühstück bei Peter und Irene

    Nach einem kräftigen Frühstück, zu dem uns Irene und Peter auf die Zapoli eingeladen haben, brechen wir erneut auf Richtung Madeira.

    Bei netten 16 Knoten segeln wir los, dann frischt es immer weiter auf, der Wind bläst mit über 24 Knoten aus Nord. Unseren Kurs von 325° können wir so nicht halten, zunächst fahren wir gerade mal um 300°. Volker hat Reff 2 bereits vorher in das Großsegel eingebunden, und von der Genua ist nur das berühmte Handtuch draußen. Trotzdem wird der Gang zur Toilette wieder zu einer Übung im Bergsteigen, denn das Boot bockt wie der Stier beim Rodeo.

    Ab 14 Uhr und zehn Seemeilen weiter raumt der Wind etwas und lässt vor allem nach, jetzt sind es nur noch 16-18 Knoten, und die Genua wird wieder ein Stück ausgerollt. Fortsetzung gibt es morgen.

  • Wir warten noch immer auf den guten Wind

    Roter Vollmond über dem Hafen

    Ja, seit wir zurück auf Lanzarote sind, kommt der Wind von Madeira. Und genau dort wollen wir hin auf unserer ersten Etappe Richtung Norden. Und auch noch weiter nördlich, Richtung Azoren, geben sich die Tiefdruckgebiete die Hand, und bringen leider starken bis stürmischen Wind. Also ist es insgesamt noch etwas früh im Jahr, die Winterstürme sind dem Wonnemond noch nicht gewichen. Dabei würden wir doch jetzt gerne mal aufbrechen, wir lieben zwar unsere Insel sehr, aber ein Boot ist doch eine Mobilie und kein schwimmendes Haus. Naja, ab Ende der Woche sieht es besser aus, wir warten wir es ab, die Wettervorhersagen ändern sich derzeit täglich.

    Man sieht leider den Unterschied

    Wir nutzen die Zeit nicht (nur) zum Entspannen. Es sind noch ein paar kleine Arbeiten am Boot zu erledigen. „Gelcoat-Sandy“ hat einige kleine Haarrisse im Gelcoat ausgebessert. Außerdem hatten wir im vergangenen Jahr, um den Motor rauszuholen, das Deck ein kleines Stück aufschneiden, weil die Öffnung der Luke nicht groß genug war. Das ist längst professionell repariert, aber es ist unendlich schwierig, die richtige Farbe zu treffen, um das eingesetzte Stück dem Rest des Decks anzupassen. Zuerst wurde nur das neue Stück gestrichen, aber das sah grottenschlecht aus. Sandy hat den Steuerbord Heckspiegel großflächig neu angelegt, aber auch hierbei stimmte die Farbe nicht, wie es am nächsten Tag deutlich zu sehen war. Also hat sie es mit einer minimal anderen Mischung probiert, doch auch das war noch nicht befriedigend. Und beim dritten Versuch passte die Körnung des Gelcoats perfekt, aber leider war die Farbe ein wenig zu grau. What to do?

    Das Werkzeug liegt bereit

    Volker hat den abgebrochenen Hydraulikanschluss vom Watt&Sea durch einen neuen ersetzt und mit Sikaflex abgedichtet. Zudem haben wir den Haltekorb von einer der beiden elektrischen Lenzpumpen im Motorraum neu eingeklebt. Die Pumpe war nämlich lose und wäre bei einem Wassereinbruch nur aufgeschwommen, anstatt zu lenzen.

    Außerdem hatten wir ein paar abgeblätterte Farbstellen an den Aluminiumstützen unseres Bimini. Die hat Volker abgeschliffen, neu grundiert und anschließend wieder elegant mit Farbe überpinselt. Ich durfte immerhin die runden Abdeckungen zum Schutz der Schrauben ausschneiden und aufkleben.

    Back to the roots, oder besser gesagt, back to the road:
    Diesmal haben wir ein ganz besonderes Auto für die Fahrten auf der Insel. Wes hat uns seinen Land Rover Defender für ein paar Tage geliehen. Ein echtes Offroad-Fahrzeug, das klappert und scheppert, aber damit kann man gut die löchrige Schotterstraße zum Papagayo-Strand fahren. Das haben wir auch getan, es fühlte sich für mich so an, wie die kleinen Nebenstraßen in Bolivien. Staub überall, man kann entweder langsam fahren, um die  Unebenheiten so gut wie möglich zu umgehen, und das Auto zu schonen, oder man nimmt mehr Fahrt auf, auf einer Straße, die einer Wellblechstrecke gleicht, dann rattert es zwar, aber der Wagen fährt quasi von Gipfel zu Gipfel und wackelt insgesamt weniger.

    Nur leider war es an dem Nachmittag, als wir dort waren, so kühl, dass wir unsere Badesachen gar nicht angezogen, und lieber einen Spaziergang von Bucht zu Bucht gemacht haben. Dort gibt es ach einen riesigen Camping-Platz, der aber leider total verlassen da liegt, einige Camper stehen lieber auf dem Parkplatz davor.

    Feste drücken!

    Doch der gute Defender fährt nicht nur Offroad, sondern uns auch zu Lidl und Tias-Fruit, so können wir unseren Vitamin-Haushalt auf der Höhe halten. Und weil wir hier keine elektrische Zitronenpresse an Bord haben, muss Volker die Apfelsinen für den täglichen Orangensaft mit der Hand auspressen…

    Volker geht zur Zeit, Gott sei Dank nur bootsmäßig, mit fremden Booten unserer treuen Hexe fremd. Vorgestern ist er mit Evelyn und Horst und deren wunderschönen Dübbel und Jesse nach Rubicon gesegelt, und war ganz glücklich. Sie sind auch einmal rund um Los Lobos, die Fuerteventura vorgelagerte Insel gefahren und waren sehr schnell unterwegs. Heute hat er eine Jeanneau 440 von Lanzarote nach Fuerteventura überführt. So ist zumindest einer von uns beiden segelnd unterwegs. 

    Der Jubilar und der Künstler

    Ansonsten haben wir einen fulminanten Champagne Friday in großem Kreis gefeiert. Gestern waren wir dann noch zu dem 80. Geburtstag von Chris eingeladen, einem echten Urgestein aus Puerto Calero. Langweilig wird es uns hier auf Lanzarote nicht.

  • Donnerstag, 7. März 2024, Teil 2

    Als wir um sechs Uhr über das Verkehrstrennungsgebiet hinaus sind, wird der Kurs angenehmer, ca. 78 Grad COG, Windeinfallswinkel (TWA) 100 Grad, undwir sind immer noch schnell, um zehn Knoten Fahrt bei 17-18 Knoten Wind. Jetzt darf die Navigatorin fast zwei Stunden schlafen, dann kommt der Skipper dran, der schafft es aber nur auf anderthalb Stunden. Schließlich ist er ja auch der Skipper, smile!

    Während der Wachphasen liest Volker auf seinem Handy, wahrscheinlich wieder etwas über Boote, und ich habe mich aufs Häkeln verlegt, Ostern kommt bald. 

    Eierwärmer

    12:00 Uhr: Der Wind hat weiter abgenommen, auf 13-15 Knoten, und der TWA wird größer, der Wind kommt also weiter von hinten. Die Hexe wird zu langsam, bei 7-8 Knoten Fahrt kommen wir erst am späteren Abend an. Also wird, nachdem die Genua sukzessive immer weiter ausgerefft worden ist, auch das Großsegel auf volle Größe hoch gezogen. Jetzt sind wir, trotz des leichteren Winds von 13 Knoten, immer noch 8-9 Knoten schnell. Das Gute dabei ist, dass auch die Wellen niedriger ausfallen, im Moment sind sie nur ca. einen Meter hoch.

    Zwischendurch kämpfe ich mit dem Plotter, denn die Anzeige von Steuerkurs und Kurs über Grund differieren um mehr als 20 Grad, ebenso wenig stimmt auch die Anzeige unserer Bootsposition mit dem Vorauskurs überein. Das Boot auf dem Bildschirm richtet sich an dem (falschen) Steuerkurs aus, während die Kurslinie den tatsächlichen Kurs über Grund anzeigt. Noch habe ich den Fehler nicht gefunden, das ist leider ziemlich frustrierend. Vielleicht hat ja einer unserer Leser die Zündende Idee.

    Pünktlich um 16 Uhr, wie in der Vorhersage angekündigt, wird der in den letzten Stunden eher schwächelnde Wind (nur 13-14 Knoten!!!) wieder stärker. Zuerst refft Volker die Genua langsam ein, dann muss das Großsegel dran glauben, denn der Windeinfallswinkel beträgt nur noch anspruchsvolle 60-70 Grad statt der gemütlichen 130 Grad. Auch die Wellen sind wieder ein bisschen höher, noch nicht ganz so arg wie am Anfang, aber ab und zu kommt mal eine salzwasserhaltige Welle über.

    Eine halbe Stunde später ist der Traum von Speed vorbei, die Windanzeige gibt sich mit 10 Knoten zufrieden. Zuerst einmal wird die Genua voll ausgerefft, und Volker droht dem Wind schon mal, dass wir, wenn er sich nicht bessert, in 20 Minuten auch das Groß wieder ausreffen werden. Doch der Wind überlegt es sich anders, mit einer starken Böe verspricht er Besserung, wir reffen die Genua wieder ein. Seglerleben halt.

    Noch 20 Meilen bis Puerto Calero!

  • Report von Donnerstag, 7. März 2024, 05:00 Uhr

    Mehr als zwei Wochen haben wir auf der wunderschönen Insel Teneriffa verbracht, und nach der Ankunft auf Lanzarote werden wir detailliert berichten. Nur so viel vorab: Teneriffa hat uns auch diesmal wieder sehr gut gefallen, und es werden sicher mehrere Blogs sein, die unsere verschiedenen Erlebnisse beschreiben. 

    Hier jetzt nur der Anfang unseres heutigen Törns, später gibt es – vielleicht – weitere Updates, je nach Lage an Bord. 

    Nach längerem Hin und Her, die Wetterberichte wurden in den letzten Tagen mehrmals täglich eingeholt, haben wir beschlossen, am Donnerstag Morgen, also heute, ganz früh, so ca. 05:00 Uhr loszufahren. Zwar werden wir durchgehend viel Wind haben, von angenehmen 14 bis zu sportlichen 25 Knoten, aber die Richtung soll gut sein, ein Windeinfallswinkel von 90 bis 110 Grad aus NNW ist vorhergesagt. Bis jetzt stimmt das. Nur die Wellen werden uns beschäftigen, schon jetzt sind es ein bis zwei Meter, ab dem frühen Nachmittag sollen sie bis zu drei Metern steil aufsteigen, allerdings mit einer längeren Periode, ca 11 Sekunden. Das macht die See weniger ruppig, selbst bei höherer Dünung.

    tatsächlich sind wir aber beide kurz nicht erst um halb fünf, sondern bereits kurz nach zwei Uhr wach und beschließen, direkt abzulegen. Natürlich erst, nachdem alles vorbereitet ist, die diversen Landleinen eingeholt oder auf Slip gelegt, die  Mooringleinen los sind, die Gangway eingeholt, ist die Hexe frei. Volker versorgt die Fender noch im Vorhafen, dann geht es hinaus aus Santa Cruz. 

    Draußen wird sofort das Großsegel in Reff 1 gesetzt, später, als wir aus der Abdeckung der ganz hohen Berge sind, kann auch die Genua ausgerollt werden, ebenfalls in Reff 1. Noch sind wir in der Abdeckung der Insel, die Windgeschwindigkeiten liegen bei ca. zehn Knoten.

    Doch das ändert sich schlagartig um kurz vor fünf, nun sind es 20-25 Knoten, und die Hexe schießt mit über 10 Knoten Fahrt dahin. Jetzt müssen wir gut aufpassen, denn wir nähern uns dem Verkehrstrennungsgebiet, das dürfen wir nur rechtwinklig queren, und wir müssen den großen Schiffen ausweichen, die dort wie auf einer Autobahn nach Norden oder nach Süden fahren.

    Hier sieht man das Verkehrstrennungsgebiet, ein großer Tanker kommt von oben, unten fährt die Aida

  • Fastnachtstage auf See

    Rosenmontag, 12. Februar 2024

    Giniginamar 12:00 – Morro Jable 15:30 18,7 sm
    Baro 1017, leicht bewölkt, Wind NO, 9-17 kn

    Heute war ein wunderbarer Segeltag, und vor lauter Freude, dass der Motor schlafen konnte und wir unseren Spaß hatten, habe ich gar kein ordentliches Logbuch geschrieben, deshalb gibt es hier mehr Bilder.

    Am Nachmittag sind wir relativ früh in der Ankerbucht vor Morro Jable angekommen, sind nach dem Ausklaren direkt mit dem Dinghy zur Marina gefahren, und haben einen ausführlichen Landgang eingelegt. Das Beiboot haben wir am äußersten Anlegesteg in der Marina fest gebunden, dann sind wir los gegangen. 9.261 Schritte haben wir gemacht, hoch und runter zur Promenade am Strand, und dann wieder hoch und runter zu unserem Dinghy.

    Vorher gab es an der Promenade einen Drink in einer kleinen Bar am Strand, zur Stärkung für den Rückweg. Und zum Abendessen auf dem Boot kam eine Schöne Melusine in den Ofen, eine Art Auflauf aus einem ganzen Blumenkohl, Hackfleisch, Kartoffeln und einer Ei-Sahne-Soße.

    Faschingsdienstag, 13. Februar 2024

    Morro Jable 04:45 – Pasito Blanco 18:15, 70 sm
    Baro 1016, Wind umlaufend, noch dunkel, aber Sterne

    Glücklicherweise war ich schon wach, als Volker um kurz nach halb sechs Uhr aufgewacht ist und sagt: „Aufstehen! Wir legen ab!“

    Ohne Zähneputzen, aber immerhin warm angezogen, sind wir kurz danach bereit zum Anker aufholen. Noch ist es stockdunkel, wir fahren ein Stück aus der Bucht heraus, dann wird das Großsegel gesetzt. Wind ist noch keiner, also müssen die Motoren arbeiten.

    In der Ferne ist ein helles Licht von einem größeren Boot zu sehen, das aber kein AIS-Signal hat. Nach einer Weile finde ich ein schwaches Echo auf dem Radar. Es ist bestimmt ein Fischer, der nicht so gerne seine Position preisgeben mag.

    Leider hat unser vorsichtiger Segelversuch keinen Erfolg, es wird eine reine Motorfahrt bei 5-8 Knoten Vorwindkurs und konfuser Welle. So geht das den ganzen Tag, bis endlich der Anker in der Bucht von Pasito Blanco fällt. Das war vom seglerischen her kein aufregender Tag, aber da wir so früh aufgestanden sind, haben wir Pasito Blanco rechtzeitig vor der Dunkelheit erreicht. Trotz langsamer Motorfahrt, unter Segeln wären wir schneller gewesen. Zum Abschluss des Tages gibt es Spaghetti Bolognese, eine Wohltat für Magen und Gemüt!

    Aschermittwoch und Valentinstag, 14. Februar 2024

    Pasito Blanco 09:40 – Anfi del Mar 16:00, 27 sm
    Baro 1014, sonnig, ganz leicht diesig, ca. 23°, Wind 8-10 Knoten

    Um kurz nach neun Uhr rufen wir auf Kanal 12 bei der Tankstelle in der Marina von Pasito Blanco an, wir wollen Diesel tanken, falls uns auf unserer Fahrt noch mehr windarme Tage treffen sollten. Ein freundlicher Marinero empfängt uns, wir füllen beide Tanks gut halbvoll auf. In der Marina liegen auch Martina und Ingo mit ihrem Boot, sie kommen auf einen kurzen Schnack an der Tankstelle vorbei.

    Nach der Ausfahrt aus der Marina werden die Segel gesetzt, und wir kreuzen in Richtung Puerto Mogan. Eine Bavaria, die den gleichen Kurs hat, überholen wir spielend in Lee, mehr Höhe als wir kann sie auch nicht fahren. Mein Skipper freut sich.

    Wir segeln wunderbar weiter bis Puerto Mogan, sind dort aber so enttäuscht von dem möglichen Ankerplatz, dass wir kurzentschlossen die Küste weiter hoch fahren, in der Hoffnung, noch eine bessere Bleibe für die Nacht zu finden. Aber die Buchten gefallen uns alle nicht, so beschließen wir, wieder zurück zu motoren, zum richtigen Segeln reicht der Wind nicht mehr aus. Der Anker fällt in der Bucht von Anfi, einem Ferienort mit gigantischen Hotel- und Appartment-Anlagen. Dort finden wir ein mexikanisches Restaurant mit leckerem Essen, mal was anderes als immer nur Tapas ….

    Und wieder einmal haben wie unsere Pläne geändert, wir gehen ab morgen Mittag für ein paar Tage in die Marina Pasito Blanco, leihen uns ein Auto und erkunden die Insel. 

  • Alle Wetter!

    Nun haben wir in diesen Winter doch noch Schnee bekommen.

    Wir mussten wegen einiger Termine nach Deutschland. Mit der Condor, und der lustigsten Chefstewardess, die wir jemals hatten, sind wir in Lanzarote bei 24 Grad und Sonnenschein los geflogen. Die im Flugzeug zahlreich vertretenen Schulkinder wurden besonders nett begrüßt mit der Nachricht, dass sie dann in der neuen Woche bei minus neun Grad zur Schule gehen dürfen. Tatsächlich waren es „nur“ minus zwei Grad, als wir in Frankfurt gelandet sind, aber ich hatte doch große Sorge, ob unsere Tasche mitgekommen war, da befand sich meine dicke Winterjacke drin. 

    Darmstadt empfing uns mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, und Nieselregen, der sich im weiteren Verlauf der Tage zwischendurch auch mal in Starkregen ausweiten konnte. Und der Himmel zeigte sich grau in grau in grau.

    Am Mittwoch kam der Eisregen und die Bürgersteige und die Straßen wurden rutschig. Sogar die Schulen fielen aus. Ab wurde es endlich weiß zuhause, und dann stieg die Schneemenge auf Rasen und Bäumen. 

    Am Samstag waren die Bäume im Hunsrück wunderschön vereist und glitzerten in der Sonne. 

    In den Weinbergen der Mosel lag so viel Schnee, dass einem Nachmittag auf dem Schlitten nichts im Wege stand.

    Am Sonntag war auch endlich der „Steinbrücker Teich“ in Darmstadt mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Jetzt konnten endlich alle Darmstädter Schlittschuhfreunde auf den Teichen fahren. Ein Vater nutzte es dafür, mit seinem Sohn Eishockey zu spielen, die Schuhe dienten als Torbegrenzung. Auch Volker genoss diese doch eher seltene Möglichkeit.

    Andere, so wie ich, liefen mit Kind und Kegel übers Eis, oder auch mit Hunden!

    Ab Montag war der Zauber vorbei, und das graue Wetter kehrt zurück, bis endlich die Frühlingssonne die Gemüter wieder erhellen wird. Wir warten nicht bis dahin, sondern werden hoffentlich bald wieder in wärmeren Gefilden weilen.

  • Fröhliche Weihnachten

    wünschen wir – etwas verspätet – allen unseren Lesern!

    Schwiegersohn Christian hat uns eines der schönsten Weihnachtsgeschenke gemacht, dank seiner erfahrenen Hilfe ist unser Blog endlich wieder sichtbar, und wir – vor allem ich – sind sehr sehr erleichtert, weil ich in den letzten Tagen erfolglos an der Webpräsenz gebastelt, und in schlaflosen Nachtstunden über Lösungsmöglichkeiten gegrübelt habe. Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat dazu geführt, dass unser Segelblog nicht mehr erreichbar war.

    Jetzt sind wir wieder online und mega erleichtert, morgen folgt dann das Update zu unseren Reiseplänen, die wir schon hoffentlich bald in die Tat umsetzen können.