Heute verlassen wir unseren schönen Ankerplatz an der Praia Formosa.Die schrecklichen Bässe der Musik vom ersten Abend waren glücklicherweise um 23 Uhr vorbei, und seitdem war abends auch nichts mehr los an musikalischen Darbietungen in den Hotels des Ortes. Oder sie waren so leise, dass wir das nicht bis zu unserem Ankerplatz gehört haben.
Der kleine Ankerplatz für die örtlichen FischerFußballjungs
Der Ort Camara de Lobos ist wunderhübsch und schön dekoriert, mit einem kleinen Hafen für die lokalen Fischerboote. Und die Jungs des Ortes lieben es anscheinend, an der Einfahrt zum Hafen Fußball zu spielen oder auch fünf Meter ins tiefe Wasser zu springen. Der Fußball in unserem Boot hatte es einigen sehr angetan, Volker hat ihnen dann auch erlaubt, ihn zu nehmen und anschließend wieder ins Boot zu legen. Das hat – trotz einiger Bedenken des Skippers – gut geklappt. Als wir zurück kamen, lag der Ball im Boot, aber es war auch ziemlich nass, weil die Jungs sich einen Spaß gemacht haben, immer wieder rein zu steigen.
Die Dekoration aus Abfall wird für die Sommersaison aufgehängt
Wir waren derweil im Pingo Doce, dem portugiesischen Supermarkt, einkaufen, haben in einem der schönen Cafés am Hafen einen solchen getrunken, und dem Anfang eines Gottesdienstes in der kleinen, mehr als gut gefüllten Kirche (so mancher Pfarrer in Deutschland würde sich glücklich schätzen), von außen zuschauend beigewohnt. Die Kirchentür stand weit offen für alle.
Nachdem wir am Donnerstag an diesem Ankerplatz angekommen waren, wurden wieder ein paar Punkte von der To-Do-Liste abgearbeitet. Ich habe endlich die neue Tasche für die Segellatten fertig genäht, mit mehreren Anläufen, aber jetzt passt es. Auch kleine Häubchen für die Weingläser habe ich genäht, damit wir bei dem nächsten ruppigen Törn nicht wieder einige zerdeppern. Volker hat derweil am, über und unter dem Boot geputzt, gewienert und poliert, und noch ein paar abgeplatzte Stellen mit Gelcoat ausgebessert, wir waren sehr fleißig!
Jetzt sind wir in Calheta Marina warten wir auf Wes und Roisin, die heute morgen mit ganz viel Werkzeug von Lanzarote nach Teneriffa geflogen sind, dort den neuen Draht für unser Martingal abgeholt, am Nachmittag das nächste Flugzeug nach Madeira bestiegen haben. Morgen soll das kaputte Teil ausgetauscht werden, wir berichten im nächsten „Hexenbrief“.
Nun haben wir drei Tage in der ruhigen Bucht von São Lourenço verbracht, hier haben uns keine lauten Fischerboote morgens um halb sieben aus dem Schlaf geschmissen, nur der Wind hat in den letzten zwei Nächten gepfiffen. So still die Bucht anfänglich hier lag, ab Montag Abend kam der Wind und die Böen erreichten zeitweilig bis zu 24 Knoten. Aber der Anker hat brav gehalten, und heute Morgen dauerte es eine ganze Weile, bis wir – gegen den Wind – die 60 Meter Kette wieder eingeholt hatten.
Am Sonntag hat Volker das Beiboot mal alleine eingefahren, es war ja nun schon lange nicht mehr aktiv gewesen. Um 17:30 Uhr war der Anker fest im Grund und Volker nutzte die Zeit bis zu Abend für einen kleinen Ausflug entlang der Küste. Vom Boot aus kann man die lange Menschenkette sehen, die ab dem frühen Morgen über den Bergrücken bis zu dem Miradouro do Furada läuft. Es gibt die moderate Variante, 4,3 km lang 225 m Höhendifferenz, die wohl in anderthalb Stunden angeblich zu bewältigen wäre. Die alternative Variante hingegen hat 1200 Höhenmeter und eine Länge von 11 km, geschätzte Gehzeit ca. 5 Stunden.
Am Montag stand ein größerer Ausflug auf dem Plan. Im Badeanzug, ausgerüstet mit Brille und Schnorchel fuhren wir los Richtung Leuchtturm „Farol da Ponta de São Lourenço“. Auf dem Weg gab es zahlreiche Höhlen zu bestaunen, und die beeindruckenden Felsformationen der steinigen Küste luden zum Fotografieren ein.
Der Leuchtturm steht auf einer eigenen kleinen Insel, zugänglich – eigentlich gar nicht – aber es gibt Treppen aus einer kleinen Höhle heraus, hier wurden anscheinend früher die Leuchtturmwärter abgeliefert und abgeholt, bei den neueren Reparaturen wurden Hubschrauber eingesetzt. Mit diesem Turm erhielt Madeira 1870 sein erstes Leuchtfeuer. 1983 wurde der Leuchtturm automatisiert, und der Wärter überflüssig, und seit 2000 kommt der nötige Strom as Solarenergie.
Der Aufstieg Der Leuchtturmdie letzten Stufen zum Wasser
Nun gab es doch in der kleinen Höhle Stufen vom Wasser bis zu den Gebäuden oben, und Volker wäre ja nicht der, der er ist, wenn er da nicht unbedingt auch hinaufgehen würde. Der Ausstieg aus dem Gummiboot war nicht so einfach, die Stufen sind glitschig, und man kann ja nicht einfach da anlegen, sondern muss versuchen, das Beiboot so lange wie möglich in einer ufernahen, aber nicht daran reibenden Position zu halten. Aber der Ausstieg war geschafft, nun musste ich dort zwanzig Minuten Kreise fahren, bis Volker die vielen Stufen wieder hinunterkam, mit zahlreichen Fotos und Filmen auf dem Handy.
Die Rundsicht vom Leuchtturm aus
Auf dem Rückweg wollte er gerne auf der anderen Seite der Bucht in eine kleinere Höhle hinein schwimmen, weil er vermutet, dass sich nach links noch ein ansonsten nicht einschaubarer Höhlenteil fortsetzt. Also ankern wir kurz davor, er steigt mit Maske und Schnorchel bewaffnet aus, kehrt aber ganz schnell wieder um, weil es da unter ihm von Quallen nur so wimmelt. Und in der dunklen Höhle würde er die ja kaum sehen können. In der nahen Marina Quinta do Lorde schwammen so viele portugiesische Galeeren rum, da wird man doch gleich ein bisschen misstrauisch.
Die Tage gingen doch schnell vorbei, Volker hat noch ein paar kleine Stellen am Gelcoat ausgebessert, ich habe genäht, und am Abend konnten wir dank Starlink einfach Filme schauen.
Jetzt ankern wir vor Praia Formosa in der Nähe von Câmara de Lobos, der Wind, der heute Morgen an der Ostspitze Madeiras mehr als kräftig wehte, vist öllig verschwunden, und auch das Meer sieht aus wie ein Binnensee.
… gestimmt sind wir seit gestern in der Hinsicht, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis wir wieder startklar sein werden, und zu neuen, oder altbekannten Horizonten mit unserer Hexe aufbrechen können. Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt und eigentlich könnten wir drei neue Drähte in den nächsten acht Tagen auf Madeira haben, um den gebrochenen Draht zu ersetzten. Miguel und Francesco waren so hilfsbereit seit unserer Ankunft und haben hier eine Firma auf Madeira aktiviert, die einen neuen Draht pressen könnte, die Materialien würden von Festland-Portugal kommen.
Outremer, sowohl Maud Aleci als auch Christoph Commard, sind sofort in die Bresche gesprungen und haben einen Draht beim original Hersteller, dem Mastenbauer in Frankreich, der Firma Sparcraft, organisiert.
Und last but not least hat unser Freund Wes von Lanzarote mit einem Rigger auf den Kanaren Kontakt aufgenommen, der einen neuen und stärkeren Dyformdraht, mit 25 statt 19 Einzeldrähten, in Spanien bestellt hat, der dann bei dem Rigger in Teneriffa gepresst wird. Dort will Wes ihn am Donnerstag abholen.
Klar, wir brauchen keine drei Drähte, die ja auch ein paar Euros kosten werden. Aber um ganz sicher zu sein, dass nix schief geht mit der Lieferkette, haben wir uns, rein zur Sicherheit für zwei Lösungen parallel entschieden und hoffen damit auf der berühmten sicheren Seite zu sein. Das Original von Spacraft über Outremer und die Lösung aus Teneriffa haben wir ausgewählt.
Da liegt die Hexe (danke für das Photo an Beate und Dieter)
Bis zum Ende der nächsten Woche „müssen“ wir uns dann irgendwie auf der schönen Ferieninsel Madeira die Zeit, segelfrei, vertreiben.
Wir haben uns dazu erstmal in den Arbeitsmodus begeben. Der aufmerksame Leser kennt es schon; wir polieren und wachsen alles, was aus Edelstahl und Gelcoat ist, Cornelia hat den Salon massiv aufgeräumt, geputzt und ausgemistet, die Rümpfe sind ebenfalls perfekt aufgeräumt worden. Aßen ist das Teak außen mit Holzschutzmittel eingepinselt, das Dinghy vom Lanzarotestaub befreit, die Füllstände der Motoren sind kontrolliert, die Starlinkantenne hat eine hübsche neue Abdeckung genäht bekommen, zwei kleine Stellen am Cockpitzelt sind nachgebessert, und die dazugehörigen Haltegummis wurden ausgetauscht. Weitere Arbeiten werden folgen.
Die neue Persenning für die Starlink-AntenneIm Salon ist aufgeräumt
Aber abgesehen von der Arbeit haben wir es hier doch sehr nett. Wir haben die Bekanntschaft mit Dieter und seiner lieben Frau Beate gemacht, beides Saarländer, sehr sympathisch. Dieter ist sogar wie ich in Völklingen geboren, was für ein netter Zufall. (Und sie haben den halben Abend darüber gesprochen, wo sie damals in welchen Kneipen und Discos waren, und wer wen aus dem Segelclub kennt, usw., da war ich erstmal außen vor!)
Der Soßenkoch am Werk
Was liegt doch nichts näher, als heute Abend saarländisch für uns vier zu kochen. Es gibt gefüllte Knödel, mit dunkler Bratensauce und einer Speck-Sahnesauce. Dazu gibt es Sauerkraut, das die beiden dazu beisteuern werden. Das wird ein Fest für die saarländischen Gaumen, und die Frankfurter Capitania, leider nicht der größte Fan von diesem Gericht, findet es dennoch in Ordnung. Da muss sie jetzt durch, die saarländische Küche ist schon große Klasse, einfach mal die leckeren Gerichte, wie Dibbelabbes, gefüllte Knödel oder Geheiratete ausprobieren. Das Internet hilft bei den Rezepten weiter.
Neben all den beschriebenen Jobs am Boot haben wir gestern eine kurze Dinghytour zu den Wasserfällen gemacht, die uns von See aus bei der Hinfahrt an der Küste aufgefallen sind. Der Dinghyanker hielt das Beiboot fest am Grund, ab ging es ins Wasser, dann noch über ein paar Steine kraxeln und schwupp stand ich unterm Wasserfall, der sich prasselnd und kühl auf mich ergoss. Was für ein schönes Ereignis! Das hatte ich so zum letzten Mal in der Karibik. Nach einiger Zeit kletterte ich zurück. Vorsichtig stieg ich in die Brandungszone, da sind schon Wellen!, und schwamm zurück zur wartenden Capitania mit Beiboot, die fleißig den Ausflug fotografiert hat.
08:30 Uhr Volker will das Boot vom Salz befreien und geht nach vorne mit dem Schlauch. Ich höre drinnen nur ein leises „Nein“, und weiß, da kommt irgendetwas ganz Schlimmes! Wenn es nur eine kleine Katastrophe ist, schreit er ganz laut und entsetzt „NEIIIIN“, aber diesmal war es wirklich nur ein „Oh nein“.
Bruchauch am Pylon
An dem Metalldraht am „Martingal“ (Volker nennt das so), sind zwei Metallstränge von insgesamt 19 gebrochen. Die Arbeitsweise dieser Verspannung in Verbindung mit dem Draht und der Traverse ist ähnlich der einer Brückenkonstruktion. Der Draht läuft über einen erhöhten Pylon und dieser Pylon drückt durch den Druck und die Spannung des Drahtes die darunter liegende Traverse nach unten. Das wirkt den Zugkräften von Gennaker, Genua und anderen Vorsegeln entgegen. Die Traverse stabilisiert zudem noch die weit entfernten Bugs.
Wie das passieren konnte? Wir wissen es nicht. Klar, gestern gab es Wellen und Wind, aber es waren keine fünf Meter hohen Monsterwellen, und es war nur ein Wind von nicht mehr als sechs Beaufort. Und wir waren im 2. Reff im Großsegel, und die Genua im 3. Das Boot ging hoch und runter, ist aber in kein Wellental gekracht. Eventuell kann man von einem Materialversagen des Drahtes sprechen.
Egal wie…
Zuerst muss entschieden werden, wo wir jetzt hinfahren, wir sind ja schon weit draußen auf dem Atlantik. Denn dass wir mit dem Schaden am Draht unsere Reise wie geplant fortsetzen können, daran ist gar kein Gedanke zu verschwenden. Zuerst muss das repariert werden, das steht fest. Fahren wir nach Lagos an der portugiesischen Algarve oder zurück nach Lanzarote? Beide Strecken sind fast gleich lang. Oder vielleicht doch nur bis Madeira? Madeira und Lanzarote haben den Vorteil, dass wir mit achterlichem Wind fahren, das bringt weniger Druck auf die Struktur als ein Halbwindkurs Richtung Lagos. Obwohl das natürlich gut wäre, es ist nicht so weit von Outremer entfernt, sodass benötigte Ersatzteile einfacher geliefert werden könnten. Und es wäre kein Zurück, nur ein „Anderswohin“.
Inzwischen sind wir aber doch zurück auf dem Weg nach Madeira, wir haben den Mast mit Fallen nach Backbord und nach Steuerbord verspannt, und nun motorsegeln wir mit dem Großsegel bei achterlichem Wind vorsichtig wieder nach Süden. Welche Marina es wird, Calheta oder wieder Quinta do Lorde, wird sich in der nächsten Stunde herausstellen, Freund Uli kennt einen Mechaniker auf Madeira, der sich unseres Sorgenkindes annehmen will.
Nun hatte ich bis heute morgen gedacht, „Jetzt haben wir den ersten und anstrengendsten Teil unserer Reise hinter uns, jetzt kommt die Kür.“ Die Nacht war gut, wir sind schön gesegelt, und nun wird paar Stunden mit Motor gefahren, dann geht es ganz wunderbar mit halbem Wind auf A Coruña zu. Wir haben schon gemutmaßt, ob es vielleicht doch gleich weitergehen könnte, Richtung Concarneau. Nee, das waren nur Schimären!
Jetzt fahren wir nach Calheta, dort konnte ich einen Platz reservieren, Miguel wird kommen, und Wes und hoffentlich auch die fehlenden Teile von Outremer. Madeira ist ja schön, aber ewig wollen wir auch nicht dort bleiben. Mal sehen, was die Tage so bringen!
Also liebe Hexenblogfans, drückt bitte ganz fest die Daumen, dass jemand den passenden Draht, die passenden Walzterminals und eine starke hydraulische Pressmaschine auf Madeira hat, ansonsten haben wir ein echtes Problem.
Leider hatte der Wetterbericht von heute morgen keine Anstalten gemacht, uns mit besseren Aussichten zu versorgen, aber wir wagen es trotzdem, wir lösen die Leinen für die Überfahrt zum Festland Europa. Zwischendurch werden wir wohl durch Flautenlöcher motoren müssen, danach winkt ein angenehmerer Nordwestwind. Am Anfang allerdings wird es nicht so schön, wir werden bei stärkerem Wind ein großes Stück Richtung NNW halten müssen, statt auf Kurs nach Nordosten zu fahren.
JetztFlaute am MontaAm Mittwoch passt der Wind
Was der Wetterbericht aber nicht vorausgesagt hat, waren 25 Knoten Wind und drei Meter hohe, kurze kabbelige Wellen. Es ist uns in all der Zeit, seit wir auf dem Katamaran segeln, noch nie passiert, dass die kleine DeLonghi Kaffeemaschine umgefallen ist, aber heute haben die Wellen das geschafft.
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Doch von Anfang an: Gestern hatten wir noch einen schönen Abend mit Johann und Christine von der schönen Fountaine Pajot verbracht, am Abend vorher waren es Uli und Alex von der Calypso, wir haben eine Französisch-Schweizer Familie kennengelernt, die uns auf einen Drink in ihr Appartement eingeladen haben, es fühlte sich schon fast an wie in Puerto Calero, wo man fast jeden kennt.
Madeira hat uns wieder gut gefallen. Die Mädels im Hafenbüro sind einfach nur klasse, sie begrüßen – wie eigentlich alle auf den portugiesischen Inseln – jeden mit einem lächelnden „Guten Tag, wie geht es?“ Und wenn man etwas wissen will, braucht oder nur so, man bekommt immer eine nette Auskunft, und sie sind sehr hilfsbereit. Wenn ich nur daran denke, dass ich für Lukasz ein Leihauto bestellen konnte, ohne dass wir überhaupt in den Hafen kommen wollten!
Das neu eröffnete HotelEin FeierabendbierWilde Felsformationen
Aber schließlich sind wir ja doch in der Marina Quinta do Lorde gelandet, und weil das Auto ja für zwei Tage bezahlt war, haben wir es nach Lukasz’s Abflug übernommen, und noch einen Großeinkauf im Continente gemacht, damit wir ausreichend für die Überfahrt versorgt sein werden. Am Abend sind wir zu einem Restaurant oberhalb von dem Nachbarort „Machico“ gefahren, dem Restaurant „O Forno“, auf Deutsch „Der Ofen“. Das war eine gute Wahl, denn dort waren nur portugiesische Gäste, im Innenraum gab es karierte Tischdecken, wie früher im Elsass in den einschlägigen Kneipen, wir saßen in einer Art Wintergarten mit blanken Tischen und einem sensationellem Blick über die Bucht und die See.
Volker hatte sich Grillhähnchen bestellt, „Frango“ auf portugiesisch, und ich wollte die hiesige Variante von Fish and Chips probieren. Vorher gab es noch „Pao com Alho“, Knoblauchbrot, aber das war lecker! Das war ein richtiger Brotteig, als Fladen über dem Holzfeuer gebacken, aufgeschnitten und mit reichlich Knoblauch und Olivenöl gefüllt, delikat.
KnoblauchbrotDer Galgen …… ist bestückt
Dann wurde ein riesiger Metallarm an unserem Tisch festgeschraubt, und wir waren schon sehr gespannt. Tatsächlich wurde daran ein Spieß mit Hähnchenteilen aufgehängt, noch ein bisschen Butter über die heißen Fleischstücke geträufelt und es schmeckte so lecker. Auch mein panierter Fisch war das Beste, was ich an Fisch in dieser Form gegessen habe, es war nicht nur einfach so paniert, sondern mit vielen Kräutern, Gewürzen, wiederum reichlich Knoblauch und Olivenöl dazu, einfach nur ein Gedicht. Und viel zuviel!
Außerdem musste auch noch ein Abfluss von der Backskisten-Entwässerung neu eingedichtet werden, dort sammelte sich immer das Wasser, weil es nicht ordentlich ablaufen konnte. Aber das war eigentlich nur eine Kleinigkeit für meinen ausgefuchsten Bootsmechaniker, ein bisschen Abschrauben, Säubern, und Silikon, schon ist auch das wieder gerichtet.
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Um 08:00 Uhr heute morgen war es soweit, wir legen los. Um 08:30 Uhr waren wir klar, die Jungs von dem französischen „Sozialarbeiterboot“ gegenüber haben uns mit dem Loswerfen der Achterleine geholfen, und schon waren wir draußen. In Lee der Insel ist die See noch ruhig, nur der Wind bläst durch die Düsen, die von den Bergen gebildet werden, mit bis zu 27 Knoten. Aber als wir aus dem Windschatten der Insel raus kommen, fängt das Geschaukel an. Von drei Meter Welle hat auch kein Wetterbericht geschrieben.
Frühstück
Naja, wir schaukeln uns so durch, alle Türen sind fest geschlossen, alle Schubladen gesichert, es gibt Frühstück, wie immer auf den Überfahrten am Kartentisch. Gerade haben wir abgedeckt, da ertönt um 12:30 Uhr der Bilgenalarm! “Bitte nicht!“ bringe ich nur heraus, nach den Erfahrungen von der letzten Überfahrt. Volker geht zu dem Backbord Motorraum. Tatsächlich ist da Wasser zu sehen, er steigt also, trotz des Wellengangs, in die Kammer hinab, wischt alles trocken, aber es scheint, dass es nur Reste des Wassers von der letzten Reparatur waren, die durch die extremen Schiffsbewegungen aus den hintersten Ecken hervor gekommen sind.
Inzwischen hat der Wind nachgelassen auf 14 – 16 Knoten, auch die Wellen sind deutlich runter gegangen, es ist insgesamt viel angenehmer. Trotzdem fahren wir – mit zwei Reffs im Großsegel und einem in der Genua, weiterhin auf einem strengen Amwindkurs mit 6 – 7 Knoten. Heute Nacht soll auch der Wind einschlafen, dann werden wir auf den Idealkurs gehen, jetzt fahren wir 60 Grad daneben, 330° statt 30°.
Soviel für heute, morgen berichten wir weiter von unserer Überfahrt.
Am Nachmittag setzen Volker und Lukasz den Code Zero, bei 90 bis 110 Grad Windeinfallswinkel segelt die Hexe damit flott. Der restliche Tag verläuft ziemlich ereignislos, bald sind wir aus dem Gebiet mit den großen Frachtern raus, nur der etwas wechselhafte Wind beschäftigt den jeweiligen Rudergänger.
Zum Abendessen gibt es lecker Spargel mit Steak und Kartoffeln, und für die Nacht wird schließlich der Code Zero geborgen, damit auch Volker zwischendurch ruhig schlafen kann. Durch die zurückliegende Nacht sind wir mit ungerefftem Großsegel und der Genua gesegelt, bei 8-11 Knoten Wind von der Seite. Die See war sehr ruhig, der Mond halbvoll, ein schönes, ruhiges Szenario nach all der segelfreien Zeit
Dienstag, 6. Mai 2025, auf See
Der Gennaker steht
Bei dem ersten Hauch des Tageslichts setzen Volker und Lukasz wieder den golden glänzenden Code Zero, damit überholen wir spielend die Calypso, ein 12 m langer holländischer Einrumpfer, der aber wirklich sehr langsam fährt. Dass es ein niederländisches Boot ist, erkennen wir an der MMSI-Nr. und am Funk-Rufzeichen, das mit PE beginnt.
Im Laufe des Tages raumt der Wind weiter und nimmt eher ab, um 12:30 wird auf den bunten Gennaker gewechselt. Der kann stehen bleiben bis 15 Uhr, dann muss das Segel weg, und der Motor wird gestartet. Schließlich wollen wir noch vor Mitternacht in der Ensenada de Abra ankommen, einer Ankerbucht in der Nähe der Marina Quinta do Lorde.
Doch dann kam erstmal alles anders als gedacht.
Fangen wir mit dem Wetter an. Der neu eingeholte Wetterbericht sagte plötzlich für die kommende Nacht südliche Winde mit 4-5 Beaufort voraus, also würden wir in der Ankerbucht voll auf Legerwall und damit ungeschützt liegen. Ungefähr zeitgleich mit den neuen Erkenntnissen ertönte der schrille Alarm, den es nur dann gibt, wenn eine der großen automatischen Bilgenpumpen anspringt.
Ein kurzer Blick ins Backbord Motorabteil zeigt strömendes Wasser mit dem gurgelnden Geräusch der lenzenden Pumpe. Was ist da denn passiert??? Bei genauerer Inspektion stellte sich heraus, dass heißes Wasser aus dem Boiler aus einem noch unbekannten Leck strömt.
Lukasz und ich machen uns direkt auf die Suche nach der Fehlerquelle, die sich wohl darin begründet, dass der vor einiger Zeit gewechselte Heizstab nicht ausreichend fest im Gewinde eingedreht war. Wir starten mit der Reparatur: Ich stelle die Wasserzufuhr zum Boiler ab, die sich in der Bilge in unserer Kajüte befindet. Lukasz orientiert sich an den ganzen Zuleitungsschläuchen. Wir müssen einen Weg finden, den Boiler soweit zu drehen, dass wir den schlecht installierten Heizstab erreichen und rausschrauben können.
Zwischen solchen Felsen ist Odysseus den Drachen entkommen, aber wir nicht den Nationalparkwächtern
Doch mittlerweile nähern wir uns der Durchfahrt bei den Ilhas Desertas (die verlassenen Inseln) und werden kurz nach der Passage von einem Beiboot mit zwei Männern an Bord zum Halten aufgefordert. Die beiden stellen sich als Nationalparkwächter vor und behaupten, dass man da, wo wir sind, nicht fahren darf, weil es weniger als 100 Meter tief ist. Cornelia, als Navigatorin, bleibt felsenfest dabei, dass sie keinerlei Verbotseintragungen in den offiziellen Seekarten oder Büchern, vorbereitend zur Fahrtenplanung, entdecken konnte (Ich hatte nur gesehen, dass man nicht fischen darf, und wir hatten auch rechtzeitig die Angel eingeholt!). Doch die zwei Herren sagen unmissverständlich, dass wir flott Land gewinnen, bzw. weiter bis zur 100 Meter Tiefenlinie rausfahren sollten. Soviel „ freundlicher“ Aufforderung kommen wir zur Strafvermeidung natürlich nach und ändern entsprechend den Kurs.
Da liegt sie am Steg in Quinta do Lorde
Jetzt ist es auch schon fast dunkel und eine Entscheidung muss schnellstens her, wo wir die Nacht verbringen werden. Die Wahl, die eigentlich, mangels Alternativen, keine ist, fällt auf die nahgelegene,Marina Quinta do Lorde. Bis dorthin bleibt noch Zeit fürs Abendessen, es gibt Frikadellen, Kartoffelpüree und Röstgemüse.
Um 22.30 erreichen wir den Hafen nach 294 Meilen, drehen eine kleine Runde, um dann gegenüber der Tankstelle längsseits festzumachen. Jetzt heißt es, das Boot aufzklaren, es gibt noch einen Gute-Nacht-Drink, dann gehen wir endlich schlafen, wir wollen früh mit der Reparatur beginnen.
Am nächsten Morgen, also heute, werden wir früh morgens von Regenschauern und heulenden Windböen geweckt. Es kachelt aus Süd, Wasser klatscht laut polternd an die schützende Hafenmauer. Wir sind froh, nicht in der, für diese Bedingungen, ungeeigneten Ankerbucht zu liegen. Hätte es alternative, besser geschützte Ankerbuchten auf der Nordseite von Madeira gegeben? Ja, zwei, weit entfernt, und auch die sind in der Regel, dem beständigen atlantischen Schwell ausgesetzt, der aus westlichen Richtungen anrollt.
Werkzeugsieht von außen ganz normal aus, lässt sich aber zu leicht rausschrauben
Um 7.30 starten wir mit der Reparatur des Boilers. Lukasz kämpft mit den Schläuchen und elektrischen Anschlüssen und dann können wir den noch halbvollen 80-Liter-Boiler so weit drehen und sicher lagern, dass der schlecht eingedrehte Heizstab rausgeschraubt werden kann. Dabei ergießt sich abermals das noch recht heiße Restwasser in die Bilge und abermals tut die Bilgenpumpe Gott sei Dank, ihren Dienst.
Der HeizstabDia abgefallene Anode
In der Folge bricht mir noch die Opferanode vom Heizstab ab, aber nach einem kurzen Telefonat mit meiner technischen Seelsorge, unserem Freund Uli, sagt der, dass das kein Problem ist, und der Heizstab wieder eingebaut werden kann.
Mit richtig Schmackes und gutem Werkzeug gelingt das Lukasz, der auch gleich von seiner Arbeit überzeugt ist. Wir bauen den Boiler wieder an seinem Platz ein und schließen die Schläuche und Kabel wieder an. Danach dauert es nochmals eine Stunde, nd wir brauchen viel Geduld, bis das ganze System durch Wasserentnahme an allen vorhanden Wasserhähnen endlich entlüftet und wieder einsatzfähig ist.
Mittlerweile ist es fast 10 Uhr und die Capitania muss bei dem Hafenbüro einchecken und den bestellten Mietwagen für Lukas abholen. Der fliegt nämlich morgen nach Hause und will noch die Insel ansehen und eine Nacht in der Hauptstadt verbringen.
Wir beobachten bis morgen die Wetterentwicklung und werden dann entscheiden, ob wir den Kurs auf A Coruña, am spanischen Festland, oder zur Azoreninsel Santa Maria absetzen werden. Bis dahin muss ich mich echt ausruhen, die gesegelte Nacht und die mehrtägigen und mehrstündigen Tauchausflüge stecken mir in den Knochen.
Unter schönstem Sternenhimmel verlassen wir – tatsächlich wie geplant um 5 Uhr – den Hafen von Puerto Calero.
Bereit zur Abfahrt
Am 15. Oktober haben wir das letzte Mal die Leinen gelöst, nur, um eine Spazierfahrt nach Los Lobos, der kleinen Insel vor Fuerteventura zu unternehmen. Also mehr als sechs Monate war die Hexe im Hafen von Calero angebunden.
um 5 Uhr früh
Nach anfänglicher Motorfahrt frischt der Wind auf, wir können segeln. Am Wind mit ca. 70° Windeinfallswinkel, und der Wind nimmt – wie von unserem Wetterbericht bei PredictWind versprochen – zunächst zu, auf 11, später 15 Knoten und wir segeln mit 7-9 Knoten Fahrt unserem Ziel Madeira entgegen. Seit dem Leuchtturm Pechiguera, ab dem wir auf Kurs Richtung 326° anluven konnten, ist die See doch sehr ruppig, als würden wir auf einem bockigen Pferd reiten.
Das beste Schleifpapier
Der Abfahrt voraus gingen anstrengende Tage, vor allem für Volker und unserem Freund Jens von der „Maje“, der Volker beim Schrubben des Unterwasserschiffs geholfen hat. Vier Tage lang waren die beiden jeden Morgen vor dem Frühstück im noch kühlen Meer, natürlich mit dickem Neopren, aber trotzdem. Und die Arbeit war hart: In den Monaten, in denen die Hexe hier unbewegt im Hafen lag, hatten sich ganz viele kalkige Stellen entwickelt, die aussahen wie kleine Würmer. Die mussten alle abgeschrubbt werden, mit Spachtel oder Schleifpapier oder Schleifschwamm. Auch die Ruder und die Schwerter mussten gesäubert werden, und am Ende kamen auch noch die Propellor und die Loggen dran. Dass man sich im Wasser immer selber wegstößt, macht die Sache nicht leichter. Um auch die tieferen Rumpfstellen ohne schweren Lungenautomat auf dem Rücken erreichen zu können, hatte Volker einen Kompressor ausgeliehen, und mit einem langen Schlauch funktionierte das eben ohne die schweren Sauerstofflaschen auf dem Buckel. Insgesamt über acht Stunden haben die beiden mit dieser Schwerstarbeit verbracht, Grund genug, dass Martina nd ich jeden Morgen pünktlich um 11:30 Uhr ein üppiges Frühstück auf dem Cockpittisch gedeckt hatten.
Außerdem musste natürlich für die Fahrt eingekauft werden, denn wir wollen zunächst mit dem temporären Crewmitglied Lukasz bis Madeira segeln, dort geht er erstmal von Bord, um das Bruttosozialprodukt zu unterstützen, vielleicht passt es ja, dass er zu einem weiteren Streckenabschnitt noch einmal zu uns stößt.
Volker schafftLukasz genießtAde Lanzarote!
Wir wollen ohne längeren Aufenthalt Madeira wieder verlassen, und Richtung spanische Küste bis A Coruña segeln, dann geht es weiter über die Biskaya Richtung Bretagne, anschließend in den englischen Kanal. Das Ziel ist Hoorn, dort, am Ijsselmer liegt unser Segelverein. Dann wollen wir gerne das Boot ein wenig leichter machen, und all die überflüssigen Dinge von Bord schmeißen. Naja, nicht gleich weg, erstmal nehmen wir das meiste mit nach Hause, dann wird unsere Hexe noch schneller!
Den Literpreis hätten wir daheim ach gerne
Es war eine kurze Nacht, denn gestern Abend waren wir noch mit unseren Freunden in der besten Tapasbar der Marina Rubicon zum Essen, und so war es doch Mitternacht, bis wir im Bett lagen. Um 04:50 hr klingelte schon der Wecker. Obwohl, ich war sowieso schon seit halb fünf wach, denn in der Nacht vor einem größeren Törn schlafe ich nie so gut. Irgendwie ist man doch immer noch ein bisschen aufgeregt, bevor es los geht.
Nun liegen schon über 70 Meilen in unserem Kielwasser, der Wind raumt ein bisschen und nimmt ab auf 10-12 Knoten, wahrscheinlich steht bald der neue Code Zero. Morgen werden wir weiter berichten!
Nach unserem Ausflug in dem blauen Kanu hat es uns noch einmal zum Rhein gezogen. Gleich am nächsten Tag sind wir, bewaffnet mit zweien unserer Campingstühle, zum Rhein bei Groß-Rohrheim gefahren. Von dem kleinen Parkplatz aus muss man noch ein Stück laufen, immer am Rheinufer entlang, bis man zu der Sandbucht kommt, an der wir schon früher oft mit Familie und Freunden waren (dabei haben sich auch schon lang andauernde Beziehungen zwischen unseren Freunden gefunden …).
Schwäne undSpuren im Sand
Trotz Ferienbeginns waren keine Menschen dort, nur vom anderen Ufer des Flusses, auf der Rheinland-Pfälzischen Seite, waren Stimmen zu hören. Spaziergängerinnen mit Hunden kamen vorbei, das schon, aber es gab eben noch keinen Strandbetrieb. Weil es aber eigentlich richtig schön warm war, traute sich Volker tatsächlich, nicht nur die Füße nass zu machen, sondern komplett in die Fluten einzutauchen. Das war – abgesehen von der doch noch kühlen Wassertemperatur- gar nicht so einfach, denn der Rhein war so niedrig, dass Volker fast bis in die richtige Strömung laufen musste, um überhaupt genug Wasser zum – eher kurzen – Untertauchen zu finden. Als er herauskam, sah er fast aus wie ein Hummer, den man in kochendes Wasser gibt, die Haut wurde krebsrot. Ich hab mir das nur mit den Füßen angetan, auf dem glitschigen Rheinboden entlang zu spazieren, aber auch meine Beine waren danach ziemlich rötlich verfärbt.
Abgesehen davon waren wir fleißig, ich ja nur am Schreibtisch, um möglichst allen Bürokram erledigt zu haben, ehe wir für eine längere Periode – endlich – wieder auf unsere Hexe gehen. Volker hingegen hat mit seinen Lieblingshandwerkern viel erledigt, bis hin zum kompletten Ersatz des Rasens vor unserem Haus, der leider kein Rasen mehr, sondern eine mit Unkraut bestückte Wiese geworden war. Nun ist dort ordentlich gelegter Rollrasen, daher sind wir gar nicht so böse, dass es gestern und heute früh doch einmal geregnet hat.
Wir wünschen nun allen unseren Lesern und Freunden ein schönes, sonniges Osterfest, in der Hoffnung, dass unser nächster Beitrag aus Lanzarote kommen wird.
Nachdem wir es bisher aus vielfältigen Gründen noch nicht wieder zur Hexe geschafft haben, wollten wir, an einem wunderschön warmen, sonnigen Tag in Hessen, doch mal wieder aufs Wasser.
Gesagt, getan! Das leuchtend blaue Kajak wurde aus seiner Einzelhaft in der Garage befreit, von Volker kraftvoll aufs Dach des alten Renault Kangoo gehoben und verzurrt. Für alle Fälle – im Gegensatz zu dem großen Katamaran ist das kleine Boot doch sehr kibbelig, und auch schon mal beim Einsteigen gekentert – haben wir einen kompletten Set Kleider eingepackt, die wasserfeste Tupperdose für Handys und Autoschlüssel darf nicht fehlen, und natürlich wurden auch die Paddel nicht vergessen (das habe ich dann später nach unserem ersten vergeblichen Versuch hinbekommen, oh oh!).
Die Herausforderung wurde klar, als wir an den Altrhein kamen: Das schöne Wetter hier in Deutschland hatte dem Rhein – und damit auch den Altrhein am Kühkopf – das Wasser geklaut, die Böschung ging weit hinunter. Vielleicht hätte Volker das Boot ins Wasser lassen können, aber ich hätte niemals dort einsteigen können, ohne vorher auf dem glitschigen Ufer auszurutschen, und das erste Bad der Frühlings zu nehmen. Also musste das Kajak wieder aufs Dach, und wir fuhren weiter.
Ein Stückchen weiter fand sich eine Stelle, an der das Einsteigen weniger schwierig sein würde, Volker hievte das Boot vom Autodach, schleppte es runter zum Wasser, und siehe da, ich hatte die Paddel an der letzten Stelle liegen gelassen. Nun müssen die erst wieder herbei geschafft werden, aber dann geht es los, wir sind tatsächlich mal wieder auf dem Wasser! Wir paddeln gemütlich, nach der endlich ausgestandenen Grippe bin zumindest ich noch nicht ganz fit. Bei strahlendem Sonnenschein schauen wir auch in die kleinen Seitenarme des Erfelder Altrheins, an denen die verschiedenen lokalen Wassersportvereinigungen ihre Liegeplätze haben, in dem einen Seitenarm der Yachtclub Darmstadt und der Yachtclub Erfelden, im nächsten der Sportboothafen Fretter, gut zu erkennen an dem großen Kran in der Einfahrt.
Auf dem Rückweg finden wir die Anlegestelle eines Kanu-Vereins, mit ganz kommodem Ein- und Ausstieg-Steg. Ich halte mich mit dem Boot am Steg fest, während Volker zum Bootshaus hoch geht, um zu fragen, ob wir hier vielleicht aussteigen und das Kajak zu unserem Auto bringen dürfen. „Gar kein Problem!“ sagt Volker, als er wieder zu mir an den Steg kommt. Ich krabbele also aus dem Boot raus, dabei merke ich schon, dass ich spätestens am Abend höllischen Muskelkater bekommen werde, und wir tragen das Kajak die Treppen hoch. Nein, wir versuchen es, aber ich bekomme das Boot nicht einen Zentimeter angehoben. Glücklicherweise kommt gleich ein sehr netter Herr aus dem Verein Volker zu Hilfe, und gemeinsam bringen sie es an das Ende des Geländes.
Das Bootshaus
Wir sind beim Darmstädter Schwimm- und Wassersport Club 1912 e.V. gelandet, eine Außenstelle des Vereins für die Darmstädter Ruderer, Kanu- und Kajak-Fahrer am Altrhein mit einem wunderschönen Gelände und einem großen Vereinshaus. Während Volker die anderthalb Kilometer zu unserem Auto zurück läuft, um es her zu holen, werde ich super freundlich empfangen, Eva, die den Wochenenddienst für die Sportler versieht, bietet mir Wasser, Kaffee und Kuchen an, und ich plaudere ein bisschen mit ihr und Dunja, der Frau von Bootswart Ralf, alle sind super nett zu uns. Auch die beiden Hundedamen Lara und Anna genießen die Sonne.
Rudersammlung im Vereinalle Boote ordentlich im Regal gestapeltDas wäre das neue Kajak
Als Volker mit unsrem Kangoo ankommt, hilft sogleich Ralf, das Boot aufs Autodach zu hieven, und weil er ja nun schon weiß, dass ich bei dem Tragen nicht mehr helfen kann, schlägt er uns vor, doch ein etwas älteres aber sehr schönes Vereinsboot, das deutlich leichter sein soll, zu kaufen. Das steht aber ganz oben im Regal, Ralf will es morgen da runter holen, und wir sollen kommen und mal ausprobieren, ob ich das besser heben kann, er sagt, das wiege nur 20 kg, während unseres ca. 40 kg wiegt.
elegante DameBavaria Logo
Pünktlich um 14 Uhr treffen wir uns am Sonntag in Erfelden ein, das schmale hübsche Bavaria (hat nix mit der Segelboot-Werft zu tun) Kajak liegt schon geputzt auf zwei Böcken. Aber es wiegt nicht 20, sondern eher über 30 kg, und das ist leider doch wieder zu schwer für mich. Wir waren auch vorbereitet gewesen, heute bei einem kurzen Paddelausflug alles auszuprobieren, inklusive Wechselkleidung! Schade, sie, das Kajak, ist so eine elegante Dame!
Na gut, dann bleiben wir eben bei unserem azurblauen Boot, wenn uns zuhause das Dasein auf dem Wasser fehlt, vielleicht kaufen wir uns einfach einen kleinen Bootswagen als Alternative zum Tragen.
Die Tulpen blühenso auch der Rosmarinund die Margeriten auch
Momentan genießen wir das schöne warme Frühlingswetter in Deutschland, inzwischen sind alle Bäume grün und in den Gärten leuchten die Tulpen, Narzissen und Primeln in den leuchtendsten Farben. Im Lanzarote auf der anderen Seite, wie wir aus den Berichten von Freunden erfahren, schüttet es seit Tagen in Massen, einige Straßen stehen unter Wasser und es ist viel zu kalt für die Jahreszeit. Dafür ist die Insel aber grün, ich freue mich schon darauf, das bald zu sehen.
Wir wünschen allen unseren Lesern ein wunderschönes Osterfest, lasst den Hasen hoppeln, und die Kinder mit ihren Körbchen ganz viele Schokoladeneier finden.
Mich friert es am ganzen Körper, und das, obwohl die Autoheizung auf mollige 27 Grad eingestellt ist. Schnell steht fest, dass da was im Anzug ist, was ich sicherlich nicht haben will.
Skifahren bei schönstem Sonnenschein
Eine wunderbare Woche Skilaufen mit fast der ganzen Familie liegt hinter uns. Bei milden 10-15 Grad, macht Skifahren auch Spaß, eine neue Erfahrung für uns. Eine neue Erfahrung war es auch für unsere Enkeltochter Zoey, die nach ein paar Lehrstunden nun gekonnt über die schneeweißen Pisten bügeln kann, während sie Cornelia schon mal deutlich hinter sich lässt. Ein niedriger Schwerpunkt und komplette Angstfreiheit sind ideale Zutaten für das Erlernen des Skisports. Und es war so schön, mit unseren Töchtern und den Enkelkindern und immerhin einem Schwiegersohn, eine ganze Woche zu verbringen. Das schreit nach Wiederholung!
Auch Allegra genießt die Sonne auf derPisteIsabella muss noch ein bisschen warten mit dem SkifahrenLarissa als Skilehrerin, aber die Schülerin nimmt manchmal auch ihre eigenen Wege
Doch sieben Tage gehen schnell ins Land, und je weiter wir uns von Maria Alm entfernen, quasi mit jedem Kilometer mehr, verschlechtert sich mein Zustand. Die Grippe hat mich erwischt und zwei Tage später auch die Capitania eingeholt. Fieber, ein nervender Husten, Gliederschmerzen, das ganze 17 Tage lang, was für ein Elend. Wir siechen, zu absolut nix fähig, wechseln vom Bett zum Sofa und wieder zurück. So lange hat das ehemals aus dem Kindergarten eingeschleppte Mistvirus uns in seinem Klammergriff. Der geplante Flug nach Lanzarote wird annulliert, der Frühjahrsschnitt des Gartens gecancelt, soziale Kontakte, nicht dran zu denken. Nicht mal zum Blog schreiben hat die Energie gereicht!
Jetzt, seit zwei Tagen, geht es so langsam bergauf. Die Betonung liegt auf langsam, unsere Kondition ist im Keller, jedwede Anstrengung quittiert unser Körper noch mit Protest. Der äußert sich in Form von Kurzatmigkeit, röchelndem trockenen Reizhusten und schneller Erschöpfung.
Sobald wir wieder auf dem Damm sind, wollen wir zurück zum Boot und hoffen, dass das in der nahen Zukunft der Fall sein wird.
Überhaupt fehlt mir die Segelelei, zu lange ist schon her, dass wir die Segel gesetzt und uns dem Rhythmus des Atlantiks anvertraut haben. Das Meer ruft, mit seinen unendlichen Weiten!
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