Bootsbau

In genau 10 Tagen, am 19. Dezember 2016, soll unsere neue HEXE „geboren“, in ihr Element, in das Meer gekrant werden. Vor ein paar Tagen kam die Bestätigung von unserem Katamaranbauer Outremer. Wir sind natürlich schon entsprechend aufgeregt und planen unsere Anreise nach LGM, damit wir dieses einmalige Ereignis filmen und vor allem angemessen würdigen können. Ein Traum wird bald für uns wahr werden, auch wenn nach dem Krantermin noch erhebliche Restarbeiten an unserem neuen Schiff auszuführen sind, für die dann jedoch kein Hallenplatz mehr benötigt wird. Bis zur finalen Übergabe sind es dennoch mehr als zwei Monate.

 

…der Wahl

…der Wahl

Die Qual…

Die Qual…

Den Kaufvertrag für unseren Kat haben wir im Januar 2016 auf der „Boot“ in Düsseldorf unterzeichnet, Baubeginn war Anfang Mai. Jetzt geht es Schlag auf Schlag mit der Fertigstellung weiter. Vielleicht ist das Ganze mit einem Hausbau zu vergleichen, am Anfang ist nicht viel zu sehen, erst, wenn der Rohbau steht, geht es endlich mit sichtbaren großen Schritten voran. Ein wichtiger Bauabschnitt, bei dem in den letzten Wochen große Fortschritte sichtbar wurden, war bei unserem Kat der Innenbau. Und der unterscheidet sich dann maßgeblich vom besagten Eigenheim. Das Eigenheim wird mit gekauften Möbeln dekoriert, an der Wand sieht man den Putz oder die Tapete. Beim Boot wird die Wand schon mit Holz verkleidet und die Möbel sind integriert und nicht nur einfach hingestellt. Dadurch prägen die Holzelemente im Schiff maßgeblich dessen Gesamtdesign. Die gestalterischen Möglichkeiten der stolzen Bootseigner sind damit, zumindest bei Serienschiffen, begrenzt, weil die „Möbel“ mit eingebaut sind. Je größer die Werft und je mehr Boote produziert werden, umso weniger kann der Eigner mitbestimmen. Weil eben jeder Produktionsschritt auf höchste Effizienz ausgerichtet ist.

Die Schränke sind schon eingebaut

Die Schränke sind schon eingebaut

Bei unserem Kat war da Spielraum, obwohl es sich auch um eine Serienproduktion handelt.  Es kann jedoch eher von einer relativ kleinen Serie die Rede sein, da pro Monat ca. zwei Katamarane fertiggestellt werden. Das lässt dem Kunden einen gewissen Gestaltungsspielraum, was möglich ist, wird werftseitig realisiert. Gerade diese begrenzte Mitgestaltung fördert von Anfang an die Bindung zum Schiff, da die individuellen Ideen spätestens am Ende der Bauphase sicht- oder erlebbar sind. Auch wir haben einiges an Ideen und seglerischer Erfahrung in der Bauzeit einfließen lassen und sind sicherlich nicht nur deswegen sehr gespannt, wie das Endprodukt aussehen wird

img_4472Wir wünschen Euch allen ein schönes Wochenende, mit einem geruhsamen 3. Advent.

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In der Tonne

Wir sind wieder zurück in Darmstadt, die Routine kommt schnell, morgens Hundespaziergang, Kaffee, nicht wie früher in der gemeinsamen Küche in Erzhausen, sondern jetzt als schnell löslicher Kaffee aus der Dose, aber für Nico wird alles anders.

Nana schläft

Nana schläft

Nana ist in unser Leben getreten, sozusagen als „Enkelhund“, und heute morgen kam sie wegen Terminproblemen ihres Frauchens Larissa schon um 06:30 Uhr. Glücklicherweise ist das kleine Mädchen nochmal für ein Stündchen eingeschlafen, dann bin ich mit Nico und ihr in den Park gegangen. Nana liebt unseren Park und die vielen Hunde, die dort mit ihren Herrchen oder Frauchen spazieren gehen. Nico ist erstaunlich entspannt mit dem kleinen Derwisch, sie darf ganz nah an ihn heran, nur, dass sie ihm in die Ohren beißt, hat er ihr zweimal lautstark und konsequent verboten.

Nico auch

Nico auch

Nach dem Frühspaziergang zieht sich Nico nach einem kurzen Frühstück ins Dachgeschoss zurück, Nana bleibt bei mir und meinem Café im Erdgeschoss und spielt mit all ihren Knäulen und Spielzeugen. So hat Nico noch eine Verschnaufpause.

Doch Nana lässt mir auch genug Zeit, um meine Home-Office-Aufgaben zu bearbeiten. Oft spielt sie alleine mit sich und ihren Spielzeugen, danach zieht sie sich in ihr Körbchen zum Schlafen zurück.

melon-Kissen

melon-Kissen

So vergeht der Tag wider Erwarten sehr schnell, Nana ist abgeholt, am Spätnachmittag wollen wir einen Ausflug zum Einrichtungshaus Segmüller machen, um passende Kissen für unseren neuen Katamaran zu finden. Die Farbe „Melon“, die wir uns für die Cockpitpolster ausgesucht haben, ist nicht unproblematisch, denn es gibt so viele Nuancen, dass man die Farbe nicht so einfach bestimmen kann.

Nun haben wir soviel Zeit mit Organisation etc. verbracht, dass irgendwie die leiblichen Genüssen zu kurz gekommen sind. Wir haben nicht mit rechtzeitigen Einkäufen vorgesorgt, und wollen uns die weihnachtlichen Spezialitäten der lokalen Brauerei „Grohe“ nicht entgehen lassen.

Stiefel und Mantel sind angezogen, Portemonnaie und Hundeleine eingepackt, doch wo ist Volkers Handy?

„Ruf mich doch mal an“, sagt er. Mache ich, klar.
Ruhe im Schiff. Kein Handy, kein Klingeln.

Volker geht zum Auto, überprüft, dass es nicht unter dem Sitz im Benz liegt. „Vielleicht liegt es ja doch im Bett unter der Decke vergraben“, Volker sprintet ins Dachgeschoss und wirft die Decken auf die Seite, nichts. Ich meine, ein leises Signal zu hören, draußen, aber in der Nähe vom Haus.

„Es muss doch im Auto liegen!“. Erneuter Versuch, negativ. „Es liegt in der Nähe vom Haus“, sage ich, „ich habe es läuten hören.“ Volker ist entsetzt: „Wenn wir es nicht finden, ist es eine Katastrophe!“

maritimer Adventskalender

maritimer Adventskalender

Wir starten noch eine Offensive, in der Haustür stehend rufe ich Volkers Nummer an, er rennt ins Wohnzimmer, das Signal wird schwächer, hier draußen ist es am stärksten, wir nähern uns … der Papiertonne, darinnen klingt und vibriert es, und endlich … summt es inmitten von alten Zeitungen und Butterbrotpapier, wahrscheinlich war es heute morgen beim Aufräumen in die kostenlose Stadtteilzeitung auf dem Weg in den Papiermüllcontainer eingewickelt worden. Wir finden es wieder.

Danke, lieber Nikolaus!

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Im Norden unterwegs

Nach zwei schönen Tagen bei Barbara und Joachim haben wir Rostock hinter uns gelassen und uns nach Hamburg aufgemacht, um unseren Sohn Leonard zu besuchen. Der hat seit ein paar Tagen eine neue Wohnung gemietet und wir waren natürlich neugierig, wie diese aussieht. Zentrumnah in Eimsbüttel befindet sich die schöne 3-Zimmer-WG-Wohung in einem belebten Viertel.

das Restaurant, wunderschön

das Restaurant, wunderschön

… und Fleischvorräte

… und die Fleischvorräte

Tim Wälzers Hexenhaus

Tim Mälzers Hexenhaus

Zum gemeinsamen Mittagessen ging es in die Bullerei, das über die Grenzen von Hamburg hinaus bekannte Restaurant von dem berühmten Fernsehkoch und Buchautor Tim Mälzer. Die Bullerei liegt zwischen dem Messegelände, dem Schlachthof und dem kultigen Schanzenviertel. Die Speisekarte bietet vom kreativen Fischburger über herbstliche Kohlspezialitäten bis hin zu bodenständigen Nudelgerichten eine breitgefächerte Auswahl in einem echt schönen ehemaligen Industrieensemble. DiePreise pro Gericht variieren zwischen 10 und 18 Euro und die Portionen sind mehr als ausreichend und superlecker. Nach einem kurzen  Rundgang mit Leonard als Führer durchs Schanzenviertel haben wir uns auf den Weg nach Kiel gemacht, um Patrick und Annett zu besuchen, die wir im letzten Frühjahr in LGM kennenlernten.

U-Boot-Mahnmal in Heikendorf

U-Boot-Mahnmal in Heikendorf

Gleich nach der Ankunft haben wir einen ausgiebigen Spaziergang an der Kieler Förde gemacht und dabei das Mönkendorfer U-Bootmahnmal besichtigt, das an die 30.000 U-Bootfaher erinnert, die in beiden Weltkriegen ihr Leben gelassen haben und deren Namen auf Bronzeplatten verewigt sind. Ein beklemmendes Erlebnis.  Ansonsten ist der Ausblick über die Förde hin zur Schleuse vom Nord-Ostseekanal einzigartig schön.

Abends gab es ein wohlschmeckendes Boeuf-Bourgignon und nach einem schnackintesivem Abend und einer ruhigen Nacht war es auch hier an der Zeit, Abschied von unseren Freunden zu nehmen, um nach Darmstadt zurück zu fahren.

Sunset an der Förde

Sunset an der Förde

Insgesamt haben wir in den vier Tagen mehr als 1.800 staufreie Kilometer zurückgelegt-eine unglaublich große Entfernung in kurzer Zeit, wenn man es mit der Langsamkeit des Segelns vergleicht.

Morgen geht es mit unserer alten Schiffsuhr zum Uhrmacher nach Frankfurt, der die kaputte Mechanik wieder zum Gehen bringen soll. Wir sind heilfroh, dass wir dank dem Hinweis von Joachim endlich einen Uhrmacher gefunden haben. Zahlreiche Uhrmacher haben bereits beim Anruf ablehnend reagiert und uns wissen lassen, dass sie keine Schiffsuhren reparieren wollen. We will see. Und vielleicht auch den Weihnachtsmarkt in Frankfurt.

Aufschrei im Hafen

Aufschrei im Hafen

 

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Ostseewochenende

Gruppenfoto mit Weihnachtsbaum

Gruppenfoto mit Weihnachtsbaum

Leise dringen die Fangesänge der Hansa-Rostock-Fans aus dem nahegelegenen Ostseestadion zu uns hinüber und begleiten uns bei unserem Spaziergang entlang der winterlichen Warnow. Wir sind für ein Wochenende in Rostock, um unsere Freunde Barbara und Joachim zu besuchen, die seit fast zwei Jahren ihren Lebensmittelpunkt in der schönen Hansestadt Rostock haben.

Die weltgrößte Weihnachtspyramide mit Restaurant im ersten Stock

Die weltgrößte Weihnachtspyramide mit Restaurant im ersten Stock

Gestern Abend waren wir auf dem größten Weihnachtsmarkt im Norden Deutschlands, wie es werbewirksam aus dem Autoradio zu vernehmen ist.  Über 250 Buden reihen sich dicht an dicht beginnend am Kröpeliner Tor, vorbei am Universitätsplatz bis hin zum Neuen Markt und bieten neben traditionellem Kunsthandwerk zahlreiche regionale Köstlichkeiten an. Der Rostocker Weihnachtsmarkt ist nicht nur bei den Bewohnern der Hansestadt sehr beliebt, sondern auch bei den Schweden. Einige zehntausende Besucher kommen mit Reisebussen aus dem fernen hohen Norden und genießen den vorweihnachtlichen Budenzauber – insgesamt sind es über eine Million Besucher.

Früher hat man an den Bäumen Harz gewonnen.

Früher hat man an den Bäumen Harz gewonnen.

Heute haben wir einen Ausflug an die leeren Strände der Ostsee unternommen und uns vom kühlen Nordwind einmal so richtig durchpusten lassen. Beim abschließenden Besuch auf der Seebäderbrücke von Graal Müritz fanden wir einen erleuchteten Weihnachtsbaum am Ende der hölzernen Brücke vor. Sehr stimmungsvoll! Auf dem Rückweg ging es mit der Autofähre zurück über die Warnow nach Rostock, wunderschön!

Wir haben noch garnicht erzählt, dass unsere spanischen Käufer Last-Minute-mäßig vom Kauf unserer Hexe Abstand genommen haben, was uns mehr als verwundert hat. Zumal sie uns noch am Vortag eine Strafklausel im Kaufvertrag aufs Auge drücken wollten, wenn wir das Schiff an einen anderen vertickern. Ebenso war als Ergänzung zum Kaufvertrag eine Pflegeliste erwünscht, auf der ich alle Produkte vermerke sowie  einen Fahrplan erstellen sollte, mit denen ich die HEXE auf Hochglanz halte. Mehr als seltsam, das Benehmen der Spanier. Unser Makler und wir haben unzählige Stunden mit dem Vertragshinundher der Spanier zugebracht, die zudem ihrerseits unnötigerweise einen Anwalt bemüht haben. Was für ein Aufwand, nur um letztendlich eine fadenscheinige Absage zu bekommen. Wir sind total gefrustet – deswegen – oh Ärger…

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Auf der Nordsee

Schön war das Segeln auf der Nordsee, fast wie früher. Wenn nur der Anlass für diesen kleinen Törn nicht so traurig gewesen wäre. Abschiede tun weh, besonders wenn sie entgültig sind. Klar geht das Leben weiter und die Zeit heilt sicher viele Wunden, aber trotzdem…
Vorgestern Morgen waren die kleinen Kanäle, die sogenannten Grachten in Holland von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Die Nacht von Sonntag auf Montag war richtig kalt, früh morgens hat das Thermometer bei eisigen minus 5 Grad gestanden. Gut, wenn im Schiff eine funktionierende Dieselheizung eingebaut ist. Damit kann man das Wintersegeln auf dem einsamen Ijsselmeer genießen und abends gemütlich zusammensitzen. Passend zum kalten Wintermorgen ging die Sonne grell scheinend im Osten auf und hüllte die Landschaft in ein goldenes Licht.

Ende dieser Woche fahren wir nochmal für ein paar letzte Tage nach LGM. Der Verkaufsprozess unserer Hexe an die Spanier geht langsam, aber seit heute stetig voran und wir glauben, dass er bald über die Bühne geht. Momentan ist der 6. Dezember als Übergabetag gedacht. Wir wollen dann am 5. Dezember unser gesamtes Hab und Gut in Umzugskartons packen und bei Outremer bis zur Bootsfertigstellung zwischenlagern. Nur die Kleider und das Bettzeug gehen mit nach Darmstadt, damit die wenigstens garantiert trocken und staubfrei bleiben. Dann kommt die bootlose Zeit, bis Ende Februar.

Unseren Blog werden wir in reduzierter Form weiterschreiben und über die Baufortschritte bei unserem Katamaran berichten. Auch die Internetadresse (und der Bootsname) wird die gleiche bleiben, da wir uns so mit dem Namen „Hexe“ verbunden fühlen. Kurz prägnant, mit schönem Logo, leicht für die Hafenbehörden dieser Welt zu verstehen. Was will man mehr beim Bootsnamen. Alles geht natürlich als Name, und viele Gedanken werden sich um Schiffsnamen gemacht, fast wie bei der Namenswahl der eigenen Kinder.

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Brückenzeiten

Was für ein Tag!

Mit der Old Salt unterwegs

Mit der Old Salt unterwegs

Pünktlich sind wir aufgestanden heute morgen in Hoorn, ich habe den Hund ausgiebig Gassi geführt, damt er bis heute spätnachmittag durchhält. Es war ein wunderschöner Sonnenaufgang über dem Ijsselmer, nachts hatte es offensichtlich Minusgrade, denn auf den Vorschiffen und auf den dünnen Ästen der kahlen Bäume sowie auf den Exponierten Rasenflächen lag Raureif. Der Wind weht frisch aus Nordost, und auf dem Weg zu meiner Lieblingsecke in Hoorn, die ich immer die „Südseeinsel“ genannt habe, muss man sich gut einmummeln, denn der Wind kommt von vorne. Leider hatte ich kein Handy und somit auch keine Kamera dabei, deshalb müsst ihr euch diese Schönheit einfach selbst vorstellen.

Gre und Kees winken

Gre und Kees winken

Wieder pünktlich vor halb zehn legen wir ab, Kees und Gre winken uns zum Abschied, und mit halbem Wind und später raumschots schießen wir mit weit über sieben Knoten mit der „Old Salt“ Richtung Nordzeekanal.

Der Leuchtturm von Marken

Der Leuchtturm von Marken

Alles passt gut, wir wissen, dass die Schellingwouderbrug zur ganzen Stunde und zwanzig Minuten NACH und zwanzig Minuten VOR der vollen Stunde öffnet. Kurz vor 12 sind wir an der Einfahrt des Kanals, noch wenige Meilen bis zur Brücke, wir rechnen uns aus, dass wir genau zwanzig nach dort sind.

Besatzung der Old Salt

Besatzung der Old Salt

Schaffen wir locker, 10 nach sind wir da, gehen an den Wartesteiger, es wird 19 nach, leine Aktivität ist auf der Brücke zu erkennen, um 23 nach werden wir nervös, um 25 nach schauen wir nach den Marifoon-Kanälen, und um kurz vor halb versuche ich zuerst die Brücke und später die Schleuse zu erreichen, Die Brücke antwortet nicht, die Oranjesluizen informiert uns, dass die Brücke derzeit nur viermal am Tag bedient wird, um 09:00, um 12:00,um 16:00 und um 20:00 Uhr. Super! Um 10 Minuten haben wir diese dämliche Brückenöffnung um 12 Uhr verpasst, und jetzt müssen wir über drei Stunden warten! An einer Schleuse ohne Landzugang für Nico zum Spazierengehen! Um dann anschließend in die Dunkelheit hineinzufahren, gut drei Stunden bis Ijmuiden! Und das alles nur, weil sie das nicht im Internet publizieren, wir haben ja gestern versucht, uns über die Öffnungszeiten zu informieren.

En rauchender Schornstein

En rauchender Schornstein

Wir sind frustriert und enttäuscht, aber es hilft ja nichts, also grillen wir unser Abendessen an Schleuse, machen das Boot klar und erholen uns eine halbe Stunde. Halb vier sind wir alle hellwach und alert, weil wir diese Brückenöffnung auf keinen Fall verpassen wollen.

Amsterdam

Amsterdam

Amsterdam liegt noch im Abendsonnenschein, auch die Afrika-, Amerika- und Australienhäfen liegen schön im Abendrot, wir beeilen uns, dass wir nicht zu spät in Ijmuiden ankommen werden.
Jetzt passt alles, für die 17 Seemeilen brauchen wir deutlich unter drei Stunden. Ich rufe die Zuidersluis, der Schleusenwärter antwortet eher knapp, wir hoffen, dass es klappt, und ja, es passt.
Die Schleuse öffnet direkt, als wir kommen, um 18:45 sind wir im Salzwasser. Und fast im Hafen. Der ist schrecklich schlecht beleuchtet, aber wir finden die optimale Box längsseits am Steg, lassen endlich den Hund mal an Land.

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Lausekalt

Der Turm in Hoorn bei Sonnenuntergang

Der Turm in Hoorn bei Sonnenuntergang

ist es heute Abend in Hoorn am Ijsselmer, nördlich von Amsterdam und trotz dicker Plolarjacke kühlt der Wind mich aus. Morgen segeln wir nach Ijmuiden, vorbei am historischen Leuchtturm von Marken bis zur Oranjeschleuse, die als Tor zum Nordseekanal dient, der dann bis zur Nordsee führt. Auf dem Kanal werden wir die historische Innenstadt von Amsterdam zu unserer Linken lassen, um anschließend die Öllager von Amsterdam zu passieren. Berufsschiffahrt gibt es auf dem Nordseekanal reichlich, kleine Frachtschiffe, Fähren, Ausflugschiffe, Ozeanriesen und natürlich auch Sportschiffe bevölkern den vielbefahrenen Kanal.

img_2201Kurz vor Ijmuiden geht es in die Seeschleuse und danach befindet man sich am gezeitenumspülten Ende des Nordzeekanals und der Retortenbadeort Ijmuiden liegt vorm Bug. Die einen bezeichnen die Kanalfahrt als eintönig, Cornelia und ich genießen derlei.
Wir segeln, zur Aufklärung unserer Leser, auch nicht mit der Hexe, sondern mit der Old Salt, einer Bavaria 390 und deren Eignerin, ein paar Tage im kalten Norden. Der kalte Norden ist es erst seit heute, wie uns glaubhaft umd mehrfach versichert wurde. In Köln, auf der Hinfahrt, hatten wir noch schnucklige 15 Grad, in Düsseldorf waren es dann nur noch zehn und bei der Ankunft in Hoorn blies uns der kalte Ostwind frische 7 Grad entgegen.

Wir haben alle warme Kleidung, die unser Kleiderschrank hergibt, in Taschen gepackt, einschließlich warmer Skihandschuhe und Kunstfellmützen. Im Laufe des Wochendes soll es dann der Nullgradgrenze entgegen gehen, aber die Sonne und der blaue Himmel werden uns den Wintersegelspaß versüßen.

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Was für ein Verkehr

covilleIm Moment ist auf den Weltmeeren seglerisch so viel los, das ich morgens erstmal gar nicht weiß, welche Website man anschauen sollte. Bei der Vendée-Globe-Regatta haben die Führenden jetzt so richtig Fahrt aufgenommen und segeln Stundendurchschnittsgeschwindigkeiten von über 20 Knoten. Selbst die hinteren im Feld der 29 Starter haben den Äquator und die windarme Zone der Kalmen durchquert. Zwei Teilnehmer mussten bereits wegen Materialfehlern aufgeben. Seit ein paar Tagen ist noch ein Solosegler unterwegs, allerdings auf 3 Rümpfen. Thomas Coville will mit seinem Trimaran „Sodebo“ den Einhandrekord für die schnellste Weltumsegelung brechen, die bisher bei 59 Tagen lag. Mittlerweil hat Coville nach 14 Tagen Segelzeit das Kap der guten Hoffnung umrundet, und liegt rechnerisch einige hundert Seemeilen vor alten Rekordzeit. Mehr hier:

idecUnd noch ein Trimaran ist unterwegs, um einen bestehenden Rekord zu brechen, nur nicht im Solobetrieb, sondern mit kompletter Mannschaft. Es handelt sich um eine alte Bekannte, dem Trimaran „Idec“ mit dem deutschen Boris Herrmann als Navigator und Taktiker an Bord. Idec will den Weltumsegelrekord, die Lues-Vernes-Throphy, brechen. Es ist der zweite Anlauf nach 2015, beim ersten Versuch wurde die angestrebte Rekordzeit nur um einige Tage verfehlt.
Es ist also richtig viel los auf dem Wasser und auf den Webseiten der Veranstalter oder Teilnehmer.

Mitten im Herbstlaub blühen die Gänseblümchen

Mitten im Herbstlaub blühen die Gänseblümchen

Wir sind seit gestern wieder in Darmstadt, um ein paar Punkte auf unserer langen To-Do-Liste abzuarbeiten. Freundlicherweise haben wir die Wärme des Südens nach Hessen mitgenommen – 16 Grad beim Start in LGM und 15 Grad bei der Ankunft zu Hause, dank starken Winds aus Süd. Im Radio wird wegen des komischen Wetters vor Erkältungen gewarnt, und grad kitzelt es in der Nase ;-(( .

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Eiserne Kugeln

Neben viel Beton in allen Facetten,gibt es in LGM auch ganz viel grün. Laubgrün und kieferngrün und grasgrün, in Parks, in Alleen, am Straßenrand und auf zahlreichen Spielplätzen. Nico liebt LGM, es gibt sooo viele Auslaufmöglichkeiten, die Capitania nimmt jeden Tag einen anderen Weg für den morgendlichen Rundgang. Es gibt auch einen endlos lang erscheinenden Strand, der sich von LGM bis nach Palavas erstreckt. Insgesamt sind es fast 15 Kilometer Strand, mit einem reizvollen Dünengebiet dahinter, der zum Spazieren, zum Kitesurfen, zum Sandburgenbauen oder einfach nur zum Relaxen einlädt. Vordergründig ist LGM eine Betonferienwüste. Doch bei näherem Hinschauen gibt es doch sehr viel Schönes zu entdecken.

Die letzten Tage haben wir den regionalen Bouleplatz für uns entdeckt. Eigentlich sind es mehrere Bouleplätze die sich langgestreckt aneinanderreihen. Bereits um 15 Uhr sind die Plätze voll mit Spielbegeisterten, voller Leidenschaft und Vergnügen wird um den Sieg gekämpft. Wir bestaunen eine Weile lang das Können der Spieler. Zentimetergenau, mal mit einem Wurf in einem hohen schwungvollen Bogen, mal mit einem flachen Rollen werden die Kugeln rund um das „Schweinchen“ platziert . Manchmal beobachten wir auch einen eleganten Hüft- oder Beinschwung, der noch nach dem Abwurf die Boulekugel in die richtige Richtung dirigieren soll, was einer gewissen Situationskomik nicht entbehrt.

Es gibt Gott sei Dank zwei alte Bouleplätze, die ein Stück abseits des ganzen Trubels liegen, und dort spielen wir. Auch mit Spaß und Leidenschaft, aber dafür mit weniger Können als die Profis. Manchmal schaut auch dort jemand zu, man steht aber nicht unter ständiger Beobachtung wie auf den Hauptplätzen.

Für die baldige Heimfahrt nach Darmstadt habe ich mir gestern im Decathlon eine extradick gefütterte Winterjacke zugelegt, die mich gegen die Unbillen der nördlich-heimatlichen Natur schützen soll. Beim kurzen Anprobieren im geheizten Geschäft hatte ich schon einen Schweißausbruch.

Mit dem Verkauf der Hexe geht es leider nicht so flott voran wie gedacht, weil die potenziellen Käufer einen eigenen Kaufvertrag unbedingt mitbringen wollen, anstelle den Standardvertrag von unseres gemeinsamen Yachtmaklers zu nehmen.

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Weiter geht’s!

Ein prächtiger Sonnenuntergang verheißt gutes Wetter

Ein prächtiger Sonnenuntergang verheißt gutes Wetter

Es sieht so aus, als ob unsere Hexe verkauft ist. Gestern kam das entsprechende okay aus Spanien, und wir steigen jetzt in die Vertragsgestaltungsphase ein. Keine Ahnung, wie lange sich das so hinzieht, aber wir sind sehr optimistisch, dass wir auf einem guten Weg sind. In trockenen Tüchern ist so etwas natürlich erst, wenn 1. die Unterschrift beider Parteien unterm Vertrag ist und 2. das Geld auf dem Konto.
Schön ist es jedenfalls zu lesen, wie sehr die Hexe den Spaniern gefallen hat. Komplimente kommen halt meistens gut an, oder? Und wie schön unser Boot ist, haben wir wirklich oft genug betont – also Schluss damit.

Herbststimmung in LGM

Herbststimmung in LGM

Gestern haben wir erfahren, dass sich die Lieferung unseres Katamarans um knapp vier Wochen nach hinten verschieben wird. Ein bisschen zu meinem Leidwesen, andererseits zur Freude von Cornelia. Die hatte nämlich keine richtige Lust, im Januar, dem Mittelmeerwinter, das Boot ausgeliefert zu bekommen. Ende Februar fängt der Frühling hier an und die Chance, dass zur Probesegelzeit die Temperaturen moderater sind als im Januar, ist groß. Die neue zweibeinige Hexe soll dann hier in der Gegend exzessiv getestet werden, um anschließend die anscheinend unvermeidlichen „Kinderkrankheiten“ zu beheben.

img_4126Gestern waren wir mit Sylvia und Jürgen in einem nahen kleinen Hafenrestaurant, dem „Bourrique“ zu Abend essen. Jürgen und ich haben das Fleischgericht des Hauses gewählt – ein ganzes Kilo Rinderkotelett vom Chef des Hauses höchstpersönlich am Tisch tranchiert für 2-3 Personen. Wir sind erwartungsgemäß mehr als satt geworden und lecker war es obendrein. Das Tranchiermesser war ein gut 50 Zentimeter langes Opinel-Klappmesser. Der Klappmesserklassiker mit Holzgriff schlechthin, hier in Frankreich. Cornelia und mich hat das stark an unsere Frankreichskifahrerzeit erinnert. Das Messer wird genau dort hergestellt, wo wir sonst immer zum Skifahren waren, nahe bei St. Jean de Maurienne in den Savoier Alpen. Jetzt wollen wir mal nicht die Damen vergessen, für die gab es Tintenfisch und Krustentiere. (Und aus der zweiten Hälfte des Fleischstücks hat Volker heute mittag ein Gulasch gekocht, mehr als ausreichend für uns beide!)

hugobossDas Vendéeglobe-Rennen um unseren blauen Planeten ist spannend wie nie zuvor, täglich verfolgen wir die Positionskämpfe der Segelhelden, meistens morgens beim Frühstück. Schon jetzt wurde eine lang gehaltene Rekordzeit aus dem Jahr 2004 eliminiert. Die Rede ist von der schnellsten Zeit vom Starthafen bis zum Äquator. Alex Thomson, der englische Skipper, erreichte diese magische Linie mit seiner „Hugo Boss“ bereits nach schnellen 9 Tagen, 7 Stunden und 2 Minuten. (Und das wäre mein Favorit gewesen, hätte ich mich entschlossen, das zeitraubende Spiel „Virtual Regatta“ bei der Vendée Globe mitzuspielen, seitdem sagt Volker immer: „Dein Hugo Boss liegt vorne“. Und ich freue mich dann. Hier geht es zu dem Video.)
Doch dazu demnächst mehr.

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