Verlegt

Eine Regenfront zieht über Santa Cruz hinweg, der dunkle  Abendhimmel wirkt dadurch noch düsterer als üblicherweise. Die Einwohner freut es, das himmlisch-kühle Nass, das es seit mehr als sechs Monaten nicht mehr gab.

Von schräg gegenüber wummern die Stromgeneratoren der Kanarenfähren, die hier, wie üblich, im sehr nahen gegenüberliegenden Fährhafen für die Nacht festgemacht haben. Landstromanschlüsse für die schwimmenden Transportvehikel sind leider nicht vorhanden, wenig fortschrittlich, finden wir. Den einen Yachtie im Sportboothafen stört der permanente Maschinenlärm, den anderen ficht es nicht an.

Egal, auf jeden Fall ist der Sportboothafen zur Zeit doch ziemlich leer und gegenüber dem gut gefüllten Yachthafen von Gran Canaria gibt es viele freie Liegeplätze. Vielleicht liegt das aber auch an den Liegeplatzpreisen, denn die übersteigen die Schnäppchenpreise von Las Palmas um fast das Dreifache. Nachdem wir gestern einen Liegeplatz am langen, aber verwaisten Steg zugewiesen bekommen hatten, durften wir uns heute, auf Nachfrage, in den belebteren Innenteil verlegen. Und weil das dort so eng ist, haben die Capitania und ich erstmal mit Massband nachgemessen, ob wir da reinpassen. Die überaus freundlichen und hilfsbereiten Marineros haben noch extra ein anderes Boot verlegt, damit wir mehr Platz haben, und dann ging es los mit dem Verlegen der Hexe.

Weil es so so eng zum Manövrieren is, hat die Capitania im Vorfeld darauf bestanden, das Ruder aus der Hand zu geben und dafür die Leinen an die helfenden Hände zu übergeben. Den Wind von vorne, mit langsamer Fahrt voraus ging es ab durch die ca. 11 Meter breite Boxengasse und kurz vorm Steg nochmal scharf nach rechts zum finalen Liegeplatz. Kurz gesagt, es ging (fast) alles gut.Leider hat sich eine unserer Relingstützen in den weit nach achtern hinausragenden Geräteträger unseres Nachbarliegers eingeharkt, sich dabei verbogen und hat zudem unseren Relingshalter/Relingsfuß gelockert. Morgen ist Basteltag.Einen Riesenvorteil hat die !Marina, durch das geteilte Hafenbecken und die lange Einfahrt, ist sie komplett schwellfrei. Egal aus welcher Richtung die langen atlantischen Wellen anrollen, hier liegt man oder besser gesagt das Schiff, sicher geborgen.

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von Gran Canaria nach Teneriffa

Sonntag, 10. Dezember 2017, Baro 1024, leicht bewölkt, Wind NO um 3
Las Palmas de Gran Canaria 07:45 – 15:45 Santa Cruz de Teneriffa

Sonnenaufgang über Las Palma

Mit Sonnenaufgang sind wir unterwegs, haben in Las Palmas abgelegt, ohne dass wir die letzte Nacht bezahlen mussten. Gestern morgen bin ich – wie schon am Tag zuvor – zur Marina Office gegangen, um das hier eher günstige Liegegeld für eine weitere Nacht zu bezahlen. Am Freitag Morgen war nichts los, ich konnte in Ruhe mit dem Marinero über die Spiele von Las Palmas in der 1. spanischen Liga plaudern, am Samstag Morgen dagegen saßen bereits 18 weitere Wartende im Büro. Glücklicherweise kann man hier – wie bei uns auf dem Amt – Nummern ziehen, zum Boot gehen, und eine Stunde später mal wieder nachschauen. Da waren gerade mal fünf von den 18 abgearbeitet! Also kommen wir nach einer weiteren Stunde um viertel vor zwölf wieder, immer noch sechs weitere vor uns. Trotzdem setzen wir uns vor das Büro, vielleicht geht es ja jetzt schneller, die Öffnungszeiten gehen heute bis 14 Uhr. Steht zumindest auf dem Schild. Um zwölf Uhr schließt ein Marinero die Tür ab, wer drin ist, kommt wohl noch dran, die draußen schauen dumm. Ein weiterer Marinero kommt mit dem Dinghy angefahren, ich frage ihn, wie wir denn jetzt bezahlen sollen, wenn wir morgen früh schon vor den Öffnungszeiten des Hafenbüros ablegen wollen. „Ach“, sagt er in freundlichem Spanisch, „dann legt Ihr einfach ganz in Ruhe ab, und fahrt raus.“ Das ist mir nicht geheuer, ich frage nach, ob wir dann einfach beim nächsten Mal den Zusatztag bezahlen. Nein, auch das nicht. Er erklärt uns, dass sie viel zuviel Arbeit haben, keine Leute bekommen, es erscheint uns so eine Art Bummelstreik. Na gut, dann schlafen wir heute Nacht eben auf Kosten des spanischen Staates, auch in Ordnung.

La Isleta im Norden Gran Canarias

Aus der Hafeneinfahrt heraus fahren wir durch den beeindruckend großen Hafen, zwei Kreuzfahrtschiffe haben heute morgen festgemacht, abends legen sie ab, und im Laufe der Nacht kommt das nächste. Immer eine Aida und ein größeres. Draußen liegen große Tanker und Frachtschiffe vor Anker und warten auf neue Aufgaben oder die Löschung ihrer Ladung. Die Welle ist total konfus, alles wackelt an Bord. Leider ist der versprochene NNO-Wind schwächer als vorhergesagt, und kommt eher aus Osten, also fast von hinten, sodass ein Motor mitschieben muss. Am nördlichen Ende der Isleta, der kleinen, von Militär besiedelten Halbinsel im Norden Gran Canarias, brechen hohe Wellen an den Felsriffen, es sieht spektakulär aus. In der Ferne kann man den Teide, den höchsten Berg von Spanien, auf Teneriffa erkennen.

Der Pico de Teide in der Ferne sichtbar

10:30 Uhr, die Wellen sind immer noch sehr konfus, aber der Wind schein sich bei um die 13 Knoten einzupendeln, jetzt können wir segeln, ohne Motor. Kleine Delfine kommen kurz zum Boot, aber sie sind offensichtlich auf der Jagd und haben keine Zeit zum Spielen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Schlafen, Lesen, Internetten, es ist erstaunlich, wie weit das Netz bis zwischen die Inseln reicht. Am Nachmittag wird es wärmer, wir genießen die Sonnenstrahlen, ehe wir uns demnächst in die Winterlandschaft trauen werden…

Santa Cruz liegt voraus

So geht das einen schönen Segeltag lang, bis – natürlich – kurz vor Santa Cruz der Wind auffrischt, pünktlich zum Anlegen, wenn man eigentlich lieber das Gegenteil hätte, nämlich keinen Wind. Aber diesmal klappt alles, wir können die Marineros über Kanal 09 rufen, und Volker legt die Hexe bravourös, trotz Seitenwind, rückwärts an den Steg an.

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Las Palmas de Gran Canaria

Weihnachtsdeko

Dienstag und Mittwoch haben wir endlich mal die Stadt erkundet. Ca. drei Kilometer muss man laufen, um in die Innenstadt zu gelangen, zunächst an der Strandpromenade entlang, wo uns der starke Ostwind die Haare zerzaust und die Gischt der Wellen bei Hochwasser rüberspritzt. In den Straßen der Stadt ist von dem Wind kaum noch etwas zu spüren, an der Busstation (die Busse heißen hier „Guaguas“, gesprochen “uaauaa”, cooler Name!) gehen wir durch einen kleinen, weihnachtlich geschmückten Park, die obligate Fußgänger-Einkaufsstraße hinunter, wo alle bekannten Kettenläden angesiedelt sind. Es macht die Städte ein bisschen austauschbar, die immergleichen Intimissimi, Calzedonia, Pimkie, in Spanien darf natürlich Desigual nicht fehlen, nur vereinzelt findet man lokale Geschäfte. Zum Glück für Volker und Trevor gibt es auch ein Irish Pub, mit ordentlich gezapftem Guiness.

Blick auf die Innenstadt

Blick zum Hügel

Wir besichtigen die beeindruckende Kathedrale Santa Ana mit dem angeschlossenen Museum, steigen auf den Turm (mit Aufzug!), von wo aus man einen großartigen Blick über die ganze Stadt hat. In den schmalen Gassen verlocken nette Tapas-Bars zum Verweilen, wir stärken uns, bevor wir den langen Rückweg antreten, um am Abend am deutschen Segler-Stammtisch teilzunehmen. Dort sitzen um 19 Uhr schon die Seebären, die sich zum Teil nach mehrmaligen Transatlantik-Überquerungen hier in Las Palmas für längere Zeit niedergelassen haben. Nach uns kommen doch noch einige Paare, und es findet ein lebhafter Austausch statt.

So sehen Weihnachtssterne gut aus

Daher hatte ich auch den Hinweis, dass das Catalina-Viertel über ein ganz eigenes Zentrum verfügt, außerdem ist der Strand dort nahe. Und wieder laufen wir über drei Kilometer bis zur Mitte das Stadtviertels, tatsächlich gibt es dort Ramblas wie in Barcelona, mit einem Grünstreifen in der  Mitte und Geschäften an beiden Seiten. Hier ist auch das Kaufhaus „El Corte Ingles“ angesiedelt, die größte spanische Kaufhauskette, diesseits und jenseits der Straße mit gleich zwei großen Häusern. Alle Läden sind geöffnet, obwohl spanischer Nationalfeiertag ist In den kleinen Gassen rundherum sind nur vereinzelte Geschäfte auf, viele Bars haben geschlossen.

Am Strand, der „Playa de las Canteras“ hingegen sind die Lokale gut gefüllt, der Sandstrand ebenfalls und einige Schnorchler erkunden das vorgelagerte Riff, das diese Bucht zu einem wunderbar geschützten Badesee macht.

Palmen in weihnachtlicher Beleuchtung

Am Abend gehen wir noch einmal in die „richtige“ Innenstadt, diesmal per Taxi, das ist für vier Leute billiger als mit dem Bus zu fahren. Das Triana-Viertel ist nach Einbruch der Dunkelheit sehr schön weihnachtlich beleuchtet, viele Menschen flanieren durch die Straßen oder sitzen in den Bars und Restaurants.

Deko im Geschäft

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Gran Canaria

Das südwestliche Ende von Fuerteventura

Grau, abweisend und mit einer fiesen Welle empfing uns am gestrigen Segeltag der kanarische Atlantik. Sobald wir die schützende Leeküste von Fuerteventura hinter uns gelassen haben, wurden wir und der Kat von konfus laufenden Wellen durchgerüttelt. Das Großsegel knallte mit seinen großen durchgehenden Latten von einer Seite zur anderen, und erst als der Wind stärker wurde, war dieser üble Spuk vorbei. Die Hexe beschleunigte mit gesetztem Code D und 14 Knoten wahrem Wind auf über 12 Knoten. Die 56 Meilen nach Gran Canaria schmolzen nur so dahin, Segelvergnügen vom Feinsten. Las Palmas, Gran Canarias Inselhauptstadt und größte Stadt der Kanaren, erhob sich schon  von weitem am westlichen Horizont. Besonders die Hafenkräne und die verankerten Bohrinseln, die im riesig großen Hafenbecken auf ihren Einsatz warten, bilden einen markanten Anlaufpunkt.

Der Vollmond über dem Hafen

Um 14.30 passieren wir die Hafeneinfahrt, rollen die Genua weg, bergen das Großsegel und machen klar Schiff zum Anlegen. Der Sportboothafen hat beachtliche Ausmaße mit seinen über 1.500 Liegeplätzen. An den festgemachten Yachten wehen an den Hecks die Nationalen von fast allen europäischen Staaten, ein bunt gemischtes Fahrtenseglervolk .

Nach ein bisschen Suchen finden wir einen Liegeplatz am verlängerten Steg vor der (Hafentankstelle. Es folgte ein Anlegebier, ein Anmelden im Hafengebäude war nicht möglich, da Sonntags Nachmittags Ruhetag ist.

Die Hexe, beleuchtet am Abend

Dafür klopft heute morgen um 8 Uhr ein Marinero an unser Schiff und meint, dass wir dort nicht liegen können und dass er eine halbe Stunde später zu uns zurückkommt, um uns einem anderen Liegeplatz zu zuweisen. Jetzt haben wir einen 1a-Platz im hinteren Hafenbecken und leben uns langsam ein. Morgen Abend gibt es einen deutschen Seglerstammtisch im Hafen und da wollen wir kurz hin.

Jetzt gibt es erstmal deutsche Bratwürste auf dem Lotus und  den besten Kartoffelsalat von der Capitania, Festtagsessen zum 8. Hochzeitstag!

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Sport oder “no sports”

Unsere Orchidee steht in voller Blüte

Nach einer kurzen Schwimmrunde am Donnerstag Morgen, die allerdings nur ich absolviere, lichten wir den Anker, um unseren Weg an der Ostseite von Fuerteventura fortzusetzen. Der Wind zeigt sich gnädig, entgegen der Vorhersagen können wir fast den ganzen Weg segeln. Es ist eine angenehme Fahrt, wir haben Grindwale gesehen, eine Walart, die zu den Delfinen gehört, ihnen auch ähnelt, aber wenn sie auftauchen, sieht es aus, als würde ein Delfinfilm in Slow-motion abgespielt.

verschiedene Gesteinsschichten

Als der Wind sich 10 Meilen vor Gran Tarrajal verabschiedet, beschließen wir, den nächstmöglichen Ankerplatz anzulaufen.  Eine kleine Bucht vor Las Playitas, auf deutsch  “Die kleinen Strände” bietet sich an, wie sich herausstellt, ein großartiger Ankerplatz mit schöner Kulisse. Links ein großes, aber sich harmonisch in die Landschaft einfügendes Hotel, rechts am felsigen Berg der kleine Fischerort. Neben uns liegt die Schweizer Yacht „September“, die sich vor Los Lobos so nah an uns gelegt hat, dass wir umgeankert haben, und Volker dem Skipper lautstark zuruft, warum er denn so nahe bei unseren Platz Anker werfen muss, wenn die ganze Bucht leer ist; sowie die “Shuenga”, die wir aus Erzählungen von Dörte und Felix kennen.

Nach einem kurzen Bad im Meer fahren wir mit dem Dingi an Land, machen kurz bei der Shuenga fest, um uns vorzustellen. Der steinerne Steg, an dem wir aussteigen müssen, hat eine Leiter zum Hochsteigen. Nun sind wir fast bei Niedrigwasser und die Wellen laufen parallel, es ist also gar nicht so einfach, dort aus dem kleinen schwankenden Gummiboot hochzukrabbeln. Wir machen einen Rundgang durch den kleinen Fischerort, finden einen Supermarkt, um Brot und Oliven zu kaufen, und beobachten die vielen Sportler, die sich hier eingefunden haben. Das große Hotel ist ein Sporthotel und bietet Fitnessprogramm und verschiedene Trainingswochen das ganze Jahr über an. Wir werfen einen Blick auf die Schwimmbahnen und die verschiedenen Sportarenen, im Moment läuft Aerobic und Workout, da setzen wir uns lieber in die Strandbar und nehmen einen Sundowner.

Sonnenuntergang hinter der Hexe

Es wird eine angenehme Nacht in der Bucht, nur unser Rigg fängt wieder um zwei Uhr an zu singen, ansonsten bleibt alles ruhig. Heute morgen wollten wir auch ein bisschen Sport machen, draußen liefen schon die ersten Jogger und radelten die Fahrradfahrer, wir machten uns bereit für eine große Schwimmrunde ums Boot, pro Runde über 50 m, wieviele Runden machen wir? Beim Sporthotel beginnt das Training, eine englischsprachige Animateuse bringt die „Guys“, Mädels sowie Kerle, auf Vordermann: „Come on, guys, one more time!“ „And now one more time“ und „And one more time“ „Good job!“, nach einer halben Stunde „You can have a drink of your water now“ und dann weiter „One more time…“

Dicke Wolken hängen über Gran Tarrajal

So geht das eine ganze Stunde, und als sie nach zehn Minuten Pause wieder anfängt, ist uns das zu anstrengend, sowohl der Gedanke an soviel Sport als auch das Zuhören, wir lichten den Anker und suchen uns eine neue Bucht. Mit den dunklen Wolken fahren wir weiter nach Süden, heute Nacht soll der Wind auf Nordost drehen, und am Nachmittag die Sonne zurückkommen, mal sehen.

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Im Frühtau

Montaña La Caldera

zu Berge wir zogen. Gestern hat es Trevor und mich früh aus den Federn gezogen, der Berg rief nach uns und wir sind dem Ruf gefolgt. Die höchste Erhebung von Los Lobos,  ist ein 127 Meter hoher Berg, oder noch genauer ein halber vulkanischer Kraterberg. Der erste Kilometer vom Strand aus führt über einen befestigten Weg und ein paar hundert Meter weiter beginnt der steile Anstieg. Einhundertsiebenundzwanzig Meter hört sich erstmal nicht wirklich anstrengend an, doch wie bei so manch anderem Berg ist die Steigung relevant. Und da hat es “unser Berg” so richtig in sich. Schon nach gut 30 Meter Anstieg schlägt das Herz spürbar schneller und die Atemfrequenz steigt. Weiter oben brennen die Oberschenkelmuskeln.

Trevor beim Aufstieg

Volker auf dem Gipfel

Nach 30 Minuten Anstieg ist ein Ende der Anstrengung in Sicht. Auf der Nordseite hat man einen herrlichen Ausblick über den Kraterrand. Lanzarote und Fuerteventura liegen zum Greifen nah, der leichte atlantische Wind sorgt für angenehme Kühle. Langsam gehen die beschleunigten Vitalwerte wieder nach unten und wir genießen den 360-Grad-Panoramablick, zücken das Smartphone, um ein paar Fotos zu schießen und erfreuen uns an der morgendlichen Ruhe und Einsamkeit.

Der Abstieg dauert beinahe länger als der Aufstieg, da man sehr darauf achten muss, wo man seine Füße bei dem rutschigen Gestein hinsetzt. Zurück an Bord erwartet uns schon der gedeckte Frühstückstisch.

Flechten mit roten Blüten

Kurz danach tausche ich zum zweiten Mal Boots- gegen Wanderschuhe, Cornelia will mit mir das komplette Eiland erwandern und das lohnt sich! Los Lobos erscheint von außen auf den ersten Blick wenig abwechslungsreich, doch wer einen Ausflug ins Inselinnere wagt, wird eines Besseren belehrt. Zuerst machen wir uns auf den Weg zum Leuchtturm, der im äußersten Norden der Insel liegt. Obwohl die ganze Gegend eher felsig und sandig ist, entdecken wir einige, zum Teil blühende Pflanzen, die der Trockenheit trotzen.

Der Binnensee

Der Leuchtturm

Der Leuchtturm selbst liegt auf einer Anhöhe und bietet sich als Aussichtsplattform an. Direkt unterhalb liegt ein kleiner Brackwasser-See, der von einer Vogelart bewohnt wird, die uns stark an Austernfischer erinnert.

Schneckenhäuser

Blick vom Leuchtturm über die Insel

Der weitere Weg wurde von mir spaßeshalber als “Death Valley”, also totes Tal bezeichnet. Es gibt dort nur Sand, kleine Vulkanhügel und Gesteinsbrocken. Noch weiter auf dem Weg zu dem einzigen kleinen Dorf auf Los Lobos, finden wir am Wegesrand abertausende kleine weiße und leere Schneckenhäuser und rätseln, wann die wohl dahin gelangt sind.

grüne Gewächse in einem der Täler

Kurz darauf wird es richtig grün, links und rechts des Weges wachsen Hartlaubgewächse verschiedener Art und es gibt sogar ein paar Grasflächen. Einige Minuten, bevor wir diesen grünen Abschnitt passieret haben, hat es dort sogar aus einer einzelnen Gewitterwolke heraus geregnet. Vielleicht gibt es an dieser speziellen Stelle einen besonderen meteorologischen Effekt, denn am nächsten Morgen sind diese Stellen immer noch feucht.

Der Ort 

Restaurant auf Los Lobos

Die kleine flache Lagune

Das kleine Dorf”Casas del Puertito” besteht aus ein paar Steinhütten, die angeblich Fischer als Wochenendhäuschen bewohnen, einem beinahe zu übersehenden Restaurant sowie einem Anlegesteg für die Fähren, die mehrmals täglich Tagesgäste zur und von der Insel bringen. Am Ende des Rundgangs standen 12,3 Kilometer auf meinem Schrittzähler und wir können nur jedem Fuerteventura-Urlauber einen Besuch von Los Lobos ans Herz legen.

Die Hexe in der Ankerbuch vor Los Lobos
von Reinhard Cuny aus dem Flugzeug fotografiert

Am Abend gab es dann eine heitere Wiedersehensfeier mit Dörte, Felix und Harald. Dörte und Felix haben wir im Sommer 2013, bei unserem Sommersegeltörn nach Polen, kennengelernt. Seitdem haben wir uns leider nicht wiedergesehen, umso größer war gestern Abend die Freude und es wurde eine ziemlich ausgelassene Wiedersehensfeier, mit reichlich Bier, Wein, Cocktails, Rum und dem obligatorischen Lotusgrillen. Heute Morgen war es dann entsprechend ruhig an Bord, man könnte von Katerstimmung sprechen.

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Gut gelandet

Noch schnell ‘ne warme Mütze auf’m Weihnachtsmarkt erstanden

Früh ging es gestern aus den Federn, denn der Rückflug nach Lanzarote war für 6.25 Uhr angesetzt. Um 4 Uhr früh klingelt der Wecker und auf dem Weg zum Airliner weht mir ein eisig kalter Wind ins Gesicht, bei 2 Grad plus. Gerade rechtzeitig zum Boarding komme ich am Flughafen an, leider hat der Pilot vergessen, im Vorfeld die Heizung anzustellen und und das Flugzeug ist genauso warm drinnen wie draußen kalt. Pünktlich verlässt der Ferienflieger den Airport und bei voll bedecktem Himmel gibt es nur über den Wolken einen wunderbaren Sonnenaufgang.

Gartendeko in Puerto del Carmen

Ein paar Flugstunden später und gut 3.000 Kilometer weiter südlich ist von frühwinterlicher Kälte nix zu spüren und die warme Kleidung wird rasch gegen Shorts und Shirt eingetauscht. Nach der Ankunft an Bord gibt es ein richtig frugales Seglerfrühstück mit allem Drum und Dran. Für den Abend haben die Capitania und unsere Engländer  in meiner Abwesenheit einen Ausflugsplan ausgeheckt und es geht auf einem sandigen Pfad gut fünf Kilometer an der Steilküste entlang in den historischen Ortsteil von Puerto del Carmen. Nach einem kleinen Apéritif mit Ausblick geht es in ein Steakhouse und danach mit gut gefüllten Bäuchen mit dem Taxi zurück nach Puerto Calero.

Heute Morgen hieß es dann Abschied nehmen vom schönen Lanzarote – was für ein tolles Eiland. Windmäßig war es in der ersten Stunde nach dem Ablegen mau und so musste der Motor uns durchs ruhige Atlantikwasser schieben. Doch kurz danach setzte ein leichter Ostwind ein und wir haben uns nur von der ausgerollten Genua allein nach Los Lobos ziehen lassen.

Bevor uns ein anderer Segler von Los Lobos berichtet hat, wusste ich nicht, dass es eine solche Kanareninsel gibt. Auch frühere Segel- oder Törnberichte von den Kanaren, liessen die kleine aber feine Insel mit ihrem Fischreichtum und den Sandstränden unerwähnt. Erst ein Stegnachbar erwähnte das einsame Paradies, das gerade einmal einmal zwei Meilen im Norden von Fuerteventura liegt und 4,6 qm km misst. Nachdem unser Spadeanker sich wie bisher immer schnell und kräftig zupackend im sandigen Untergrund eingegraben hat, haben wir unser Beiboot klargemacht und sind über das naheliegende flache Steinriff zum Strand hingerudert. Wieder einmal hat es sich bewährt, dass wir kein großes schweres Beiboot sondern ein kleines extrem flachgehendes Gummiboot haben, das sich auch spielend leicht einen steilen Strand nach oben ziehen lässt. Nachdem die Urlaubsgäste mit der letzen Fähre die Insel verlassen, hatten wir die Insel und den Strand für uns. Genial.

Sonnenuntergang über Fuerteventura von Los Lobos aus

Aber der himmlische Frieden und die Ruhe war bei der Rückkehr zum Boot schnell verflogen. Obwohl wir das einzige Boot in der Bucht sind, hat sich ein Schweizer Alleinsegler unsinnigerweise genau vor uns, also quasi genau über unserem Anker gelegt, absolut unverständlich. Wir haben die Motoren gestartet und die Hexe an einen anderen Platz gelegt. Nicht auszudenken, wenn so ein Ankerdilettant nachts in unser Boot treibt…

In den nächsten Tagen kommt der atlantische Luftstrom völlig zum Erliegen, und wir werden gemütlich noch ein paar Tage vor Los Lobos und Fuerteventura verbringen.

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Surfers Paradise

Das Video von den Schnorchelgängen in der Bucht bei Puerto Calero ist auf Youtube hochgeladen, hier kann man es ansehen: “Unterwasserleben

Der Wind lässt die Gischt fliegen

Die südlichen Winde, die zur Zeit auf den Kanaren herrschen, haben mich auf die Idee gebracht, die Strände und Buchten im Norden von Lanzarote zu erkunden. Volker ist ja für ein paar Tage nachhause geflogen, Trevor hatte nach unserem Ausflug am Montag Lust auf einen Ruhetag, und so sind wir zwei Mädels, Kay und ich, nach dem Frühstück mit dem kleinen Leihwagen losgezogen und sind über die Dörfer nach La Santa gefahren, einer kleinen Halbinsel im Norden Lanzarotes. Am Meer angekommen wurden wir von spektakulären Ausblicken überrascht. Der frische Wind stand gegen die Wellen, die hier – sozusagen ungebremst von einer Landmasse – von Norden her kommen. Zahlreiche Surfer waren im Wasser und viele Fotografen standen an Land. Leider sind die Buchten so, dass man  nicht so einfach zum Schwimmen ins Wasser kommt, so haben wir zunächst einige Buchten abgefahren und den Surfern zugeschaut. Der Südwind war warm und man konnte gut auf den aufgeheizten schwarzen Lavafelsen sitzen.

Wellen

Wir dachten, dass wir am Sandstrand der Caleta de Famara gut in der Sonne liegen, und einfach ins Meer gehen könnten, aber weit gefehlt! Der Wind wirbelte den umliegenden Sand so stark auf, dass man das Gefühl hatte, gesandstrahlt zu werden, es fühlte sich wie ein Body Peeling an, und alles war innerhalb kürzester Zeit von einer soliden Sandschicht bedeckt. Im Wasser war so viel Gischt in der Luft, dass wir schon vor dem Eintauchen total nass waren, aber es hat viel Spaß gemacht. Man musste nur aufpassen, denn es gab eine starke Unterströmung, die zu den Felsbrocken hinzog. Das Sonnenbaden nach dem Bad im Meer haben wir dann lieber gestrichen und uns zu einem kleinen Lunch in die erstaunlich geschützte Bucht vor dem Restaurant „Sol“ zurückgezogen.

Und weil das viel schöner im Film herauskommt als auf Fotos, habe ich noch einen kleinen Film hochgeladen: “Wellenspektakel“.

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Am Abend

vor meinem Abflug nach Darmstadt, habe ich sozusagen freie Hand und darf voll und ganz bestimmen, was es als “Henkersmahlzeit” zum Abendessen gibt. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual und heute habe ich mich ausnahmsweise mal von den positiven Bewertungen bei Tripadvisor überzeugen lassen. La Cabana heißt der lukullische Tempel, hat die maximale Punktzahl bei Kundenbewertungen und die Capitania hat mit Ihren spanischen Sprachkenntnissen (war einfach, der Mensch am Telefon sprach lupenreines Oxford-English) schon mal einen Tisch für den späteren Abend reserviert. Kanarisch-mediterrane Küche steht auf den Speiseplan und man soll sich recht nett anziehen, „smart casual clothing“ wird empfohlen. Die Capitania durchwühlt schon seit geraumer Zeit ihren Kleiderbestand und unsere englischen Freunde, dressen sich ebenfalls auf. Wir werden berichten, wie es war.

Hexe – von oben

Heute ging es für mich ganz nach oben, nicht auf den Berg, sondern auf den Mast, Edelstahlpflege und Rodrigg-Putzen war angesagt. Unser Mast ist teilweise mit Edelstahlstangen, dem sogenannten Rodrigg verstagt, durch das Salzwasser korrodiert das Material schon mal gerne an der Oberfläche und bildet kleine braune Rostpunkte.

Im Bootsmannstuhl sitzend und mit der unglaublichen Kraft unserer elektrischen Fallwinschen ist das kein Problem. Den Bedienknopf drückend sorgt Cornelia für meinen schnellen Aufstieg. Über eineinhalb Stunden habe ich für die Putzaktion in luftiger Höhe benötigt. Jetzt glänzen das Rodrigging und alle Edelstahlkleinteile mit der Sonne um die Wette, alle mastrelevanten Befestigungsteile habe ich gleichfalls kontrolliert, das soll man als verantwortungsbewusster Segler ja auch periodisch tun.

Ein paar Bilder mit dem Handy waren schnell noch gemacht. So jetzt muss auch ich mich aufhübschen, sonst nehmen die mich am Ende nicht mit ins Restaurant😀

Badebucht – von oben

Hafen – von oben

102-Fuß-Nachbarboot – von oben

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Vierundneunzig Kilometer,

über 400 Sportler und Sportlerinnen, manche schnell rennend, andere im gemütlichen Dauerlauf, viele walkend mit oder ohne Stöcke – ein Sportspektakel der besonders anstrengenden Art.

Der Strand bei Famara

Aber fangen wir nochmal ganz entspannt am späten Vormittag an. Die Capitania kann es nicht lassen und hat der ganzen Mannschaft ein Ausflugsprogramm verordnet.  Um 11 Uhr haben wir uns alle kuschelig in unserem kleinen Leihwagen zusammengefunden.. Endziel waren die als wunderschön beschriebenen Strände im Norden von Lanzarote, bei der Ortschaft Caleta de Famara. Der kleine Ort ist jetzt nicht das, was man als klassischen Badeort bezeichnen würde, sondern eher ein Hotspot für Wellenreiter aus der ganzen Welt. Eine Surfschule oder Surfshop reiht sich an die nächste. Jetzt war der Wind in den letzten Tagen nicht so stark und kam auch mal aus mehr östlichen statt nördlichen Richtungen und dementsprechend waren die Wellen eher gemäßigt. Trotzdem war der Strand voll mit Surfbrettern, Surfschülern und Sonnenanbetern. Nur Cornelia ging schwimmen, der Rest entspannte sich beim Nichtstun, Steinestapeln oder Strandbummeln.

Sanddünen vor vulkanischen Bergen

Etwas verdutzt haben wir dann schon geschaut, als massenweise Läufer, ausgerüstet mit Westen voller Trinkflaschen und schützender Kopfbedeckung, den Strand entlang gelaufen kamen. Wie sich später rausstellte, lockt dieses Laufereignis Sportbegeisterte aus ganz Europa nach Lanzarote. Vom Inselsüden, genauer gesagt, vom Timanfaya-Nationalpark geht der Run in den gebirgigen Inselnorden, der Start ist morgens um 7:15 Uhr und die langsamsten Läufer kommen erst nach 20 Stunden im Zielort Haria an, wie  uns jemand vom Organisationskomitee erklärte. (Wer jetzt Blut geleckt hat: http://www.hariaextreme.com/en/)

Sandstraßen in Caleta de Famara

Von soviel Sportzuschauen wurden wir ganz hungrig und durstig und sind der Empfehlung von Frederico aus der Intermar-Funkrunde gefolgt und haben das Restaurant “Sol” in Caleta de Famara aufgesucht. Direkt am Meer gelegen mit einer Terrasse zur See hin, bietet das Sol nicht nur eine fantastische Aussicht, sondern auch eine exzellente Küche zu bezahlbaren Preisen. Famara selbst bietet neben den erwähnten Shops und einigen Restaurants vor allem viel Sand, Meer und Weite. Einige Straßen sind nicht geteert, sondern bestehen nur aus Sand.

Nicht nur Ginger Ale kam in Flaschen…

Zum Abschluss von Larissas Kurzurlaub bei uns sind wir noch einmal nach Puerto del Carmen gefahren, um bei Live Music und Cocktails den Abend zu verbringen. Diesmal waren wir im American Indian Café,  wo eine sehr gute Vier-Mann-Band spielte, und ein aufmerksamer Ober immer gleich mit den ganzen Flaschen kam, um die Getränke großzügig einzuschenken, es war gar nicht so einfach, rechtzeitig den Absprung zu finden.

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