Mehr geht nicht

Capitania an Bord

Nachdem die Capitania in den letzten Tagen einige schöne Blogbeiträge veröffentlich hat, will ich jetzt auch mal wieder in die Tasten hauen und berichten.

Im Ijsselmer

Zuerst mal, wir sind gut mit dem Kat in unserem vorübergehenden Heimathafen angekommen und liegen längsseits am langen Gästesteg von der Watersport Vereniging Hoorn, kurz WSVH. Und wir sind total happy, wieder an Bord unserer HEXE zu sein, um zumindest für ein paar Tage das maritime Leben zu genießen. Ralf und Inge-Lore von der „Malwieder“ liegen auch hier im Hafen  zusammen genießen wir das sommerliche Treiben mit allem, was dazugehört. Die Temperaturen sind auf mediterranem Niveau und auch das Ijsselmeerwasser lädt mit 22 Grad zum Schwimmen und Standuppaddeln ein.  Heute war noch Cornelias holländische Freundin Ingrid mit an Bord, die sie vor knapp 40 Jahren auf ihrer Amerikarundreise mit dem roten VW-Bus kennengelernt hat.

Doch vor den sommerlichen Freuden stand erstmal die Arbeit, frühmorgens waren wir schon zugange und haben bis jetzt zweieinhalb Flaschen Politur auf der Hexe verarbeitet. Bedingt durch unsere siebenmonatige Abwesenheit vom Schiff hat sich trotz regelmäßiger Wäsche von Pedro eine „dicke“ Schicht von Kalk und Staub auf dem Gelcoat festgesetzt und für eine milchig trübe Oberfläche ohne Glanz gesorgt. Jetzt sind noch einige Stellen zu polieren, bis morgen Abend sollte unser Hexenkat wieder hübsch und strahlend im Hafen parken.

In so einen Tag wie heute kann man wirklich nicht mehr reinpacken, mit lieben Freunden frühstücken, schwimmen, paddeln, Freundin treffen, Ralfs neuen Zwei-Takt 10 PS Außenbordmotor ausgiebig ausfahren (läuft wie Schmidt’s berühmte Katze), Axel zum Geburtstag gratulieren und fünf Stunden Schiff polieren.

Die Stunden vergehen wie Minuten, die Zeit rast nur so dahin – Sommerzeit und mediterranes Klima tun ihr übriges dazu, viele Menschen am, noch mehr auf dem Wasser, hier gibt es keine „neue Normalität“, alles fühlt sich an wie immer in Holland – vertraut.

Wir können auch endlich wieder ohne den schrecklichen deutschen Maskenmummenschanz in die Geschäfte shoppen gehen, das Leben hier fühlt sich unbeschwert und normal an.

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Auf dem Wasser, endlich!

Pünktlich hält der Zug der SNCF am Bahnhof von Cherbourg, ich springe in ein Taxi, texte Wes, dass ich angekommen bin. Wir treffen uns am Marina Office, dort kann ich den Liegeplatz bezahlen, dann steigen wir ins Dinghy und ab geht es durch die Marina zur wartenden Hexe. Da werde ich tatsächlich mit dem Boot zum Boot gefahren!
Clive und Shay sind gerade dabei, Diesel aus den Kanistern in die Tanks zu füllen, dabei haben sie einen schönen Trick entdeckt, mit dem Schlauch das Vakuum solange zu halten, bis das eine Ende desselben im neuen Kanister steckt, dann wird die Schlcuhschlaufe angehoben, und der Diesel fließt wieder aus dem Kanister in den Tank, ohne dass man das mit dem Mund ansaugen muss, viel gesünder. Wobei wir sonst eher die Kanister über einen selbstgebastelten Trichter aus einer alten Plastikflasche einfüllen, aber das erfordert mehr Muskelkraft. Anschließend werden das Dinghy und der Außenborder mit dem Fockfall an Bord gehoben, alle leeren Kanister verstaut, schon sind die Leinen los, und um 16:00 Uhr verlässt das Boot den Hafen für die letzte salzige Etappe der “Hexe@home-Aktion”.
Der Wind zeigte sich im Hafen von einer “vorfreulichen” Seite, im Hafen fliegen mir die Haare um den Kopf, und auch Wes’ Sohn Shay hat die langen Rastalocken mit einem Tuch eingebunden. Ich freue mich schon wie die berühmte Schneekönigin auf das erste Segeln nach über einem halben Jahr. Kaum sind wir aus dem Hafenfahrwasser raus, rollen die Jungs die Genua aus. Direkt vor dem Wind segeln wir leise im leicht kabbeligem Nordseewasser nach Nordosten. Als der Wind sich in eine spätnachmittägliche Brise gewandelt hat, wird der Genacker rausgeholt, alle Leinen gelegt, schon steht das bunte Segel und zieht uns auf unserer Route. Leider ist auch der Zauber nicht von Dauer, der Wind wird immer leichter, und wir müssen ja doch vorwärts kommen. Schließlich ist das eine Überführung und kein Urlaubstörn. Also Motoren an, und los geht’s.
Der gleichmäißge Sound begleitet uns durch die Nacht, auch am Samstag haben wir mit dem Segeln kein Glück mehr, vier bis acht Knoten Wind genau von hinten sind nicht genug für die Hexe. Dabei hatten die drei Jungs sich so auf einen richtigen Segeltörn gefreut. Am Anfang, als sie Lanzarote verlassen haben, hatten sie guten Wind,nach Madeira aber kam die Flaute. Danach waren es nur noch die drei Tage über die Biskaya bis Brest, dass es genug Wind zum Segeln gab, dort, das haben wir auf MarineTraffic gesehen, ist die Hexe geflogen, bei aus Vorsicht bereits gerefften Segeln, einmal mit über 12,5 Knoten über Grund, und fast immer segelte sie um die 11 Knoten Geschwindigkeit.
Der Ärmelkanal jedenfalls hat Spiegelqualität, ein leichtes Atmen des Meeres ist noch spürbar, ansonsten liegt das Wasser glatt wie ein stiller See. Aufpassen muss der Wachhabende trotzdem, denn auch hier gibt es an unerwarteter Stelle Fischerfähnchen, und ein paar Segelboote sind unterwegs zwischen dem Fahrwasser für die großen Pötte und der Küste. Wir passieren das Verkehrstrennungsgebiet vor Zeebrugge in Belgien, hier liegen Unmengen von großen Tankern und Frachtern vor Anker “Waiting for Orders”, die Weltwirtschaft schläft noch ihren gekrönten Dornröschenschlaf.
Am Vormittag haben wir an Backbord die weißen Klippen von Dover gesehen, an Steuerbord liegt die liebliche Landschaft der Normandie, danach verlassen wir La Grande Nation, fahren an Belgiens Küste vorbei. Mit den ersten Strahlen der Morgenröte haben wir – just in time – Hoek van Holland erreicht, dort müssen wir uns über Funk melden, und im extra markierten Fahrwasser für Yahtren vorbei fahren. Auf Marifonkanal 3 bekommen wir Anweisungen, wie die vor der Mündung arbeitenden Bagger zu passieren sind. Vom Ende des Fahrwassers sind es noch 30 Seemeilen bis zur Schleuse zum Nordseekanal bei Ijmuiden, eine Premiere für die zweibeinige Hexe, dann wird die Hexe zum ersten Mal im Süßwasser schwimmen.

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Mit der Bahn zum Boot

Voller Vorfreude bin ich heute morgen um halb fünf aufgestanden, als der frühe Wecker geklingelt hatte. Heute geht es zur Hexe! Wes und seine Crew sind gestern Abend schon in Cherbourg eingelaufen, und obwohl ich telefonisch einen Liegeplatz reserviert, und extra gestern Nachmittag noch einmal im Marina Office angerufen hatte, um die Ankunft zu bestätigen, war an den mir genannten Längsseitsstegen nichts mehr frei, und sie mussten an einen „Inselsteg“ gehen, von dem aus man nur mit dem Beiboot an Land kommt.

Volker hat mich also heute morgen nach Frankfurt an den Hauptbahnhof gefahren, dort stand auch schon der ICE nach Paris auf Gleis 19, pünktlich ist er abgefahren. Doch leider kam schon in Mannheim die erste Hiobsbotschaft: Der Zug wartet auf verspätete Anschlusszüge, und hat dann selber 20 Minuten Verspätung. Der nette Zugbegleiter versicherte mir zwar, dass wir hinter der Grenze die Verspätung wieder aufholen würden, aber trotz Spitzengeschwindigkeiten von um die 320 km/h sind wir erst 10:20 statt 09:56 in Paris Est eingelaufen. Nun musste ich für den nächsten Zug leider den Bahnhof wechseln, denn in Paris fahren am Gare de l’est nur internationale Verbindungen, für innerfranzösische Correspondance muss man entweder zum nahe gelegenen Gare du Nord, oder halt, wie ich, zum etwas weiter entfernten Gare St. Lazare. Und ich hatte nur eine Stunde Aufenthalt!

Noch einige andere Mitreisende warteten nervös an der Tür, bis der Zug endlich auf dem Bahnsteig zum Stillstand kam. Nun, meine Experimente mit der Metro und einmal Umsteigen hab ich lieber gekippt, und mir einfach ein Taxi geschnappt. Der Fahrer war nicht sonderlich begeistert, denn es ist ja keine lange Strecke, zu laufen wäre es eine halbe Stunde gewesen, aber dann fuhren wir doch los. Natürlich war es voll, jede Menge rote Ampeln, Fahrradfahrer, die die halbe Fahrbahn einnehmen, Autos, die mal eben schnell, oder auch nicht so schnell was abladen wollen und in zweiter Reihe stehen bleiben und die Straße blockieren. Ich hab schon mal nach Leihwagen am Bahnhof geschaut, denn der nächste Zug nach Cherbourg würde erst zwei Stunden später fahren. Ein bisschen Wehmut und Sehnsucht kam schon in mir auf, Paris ist immer noch wunderschön, und ich wäre gerne ein bisschen länger geblieben…

Aber schließlich haben wir es geschafft, auf der rechten Seite taucht der Bahnhof St. Lazare auf, ich suche das Gleis, und keine fünf Minuten später ist der Zug auch schon eingefahren und alle wartenden Reisenden können einsteigen. Jetzt sitze ich kommod in einem in dunkellila gehaltenen Großraum der ersten Klasse (das hat für die ganze Reise nur 20 Euro mMehrkosten ausgemacht, sodass ich mir das einfach mal gegönnt habe), und fahre bei eher bedecktem Himmel der Küste entgegen. Volker muss leider noch ein bisschen in Darmstadt bleiben, und sich um die Renovierungsarbeiten und die Gartenanlage kümmern, der Arme! Ich freue mich aufs Boot, das wir wo lange nicht mehr besuchen konnten. So lange waren wir noch nie ohne Boot!

Hexe, ich komme!

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Hexe is coming home!

Seit den Mittagsstunden des 9. Juni ist unsere Hexe unterwegs!

Wettervorhersage für Mittwoch

Drei überaus fähige Segler sind an Bord und bringen sie von Lanzarote nach Holland. Wes und Clive kennen wir von Puerto Calero, Wes betreibt die dortigen Ausflugskatamarane, ist selbst erfahrener Katamaran-Eigner und schon mehrfach über die Weltmeere gesegelt. Außerdem verdient er, wie auch Clive, sein Geld mit der Reparatur und dem Service für Boote in der Marina auf Lanzarote, kurz gesagt, die Hexe ist in den besten Händen. Mit an Bord ist Wes’ Sohn Shay, den wir leider noch nicht persönlich kennen, der ebenfalls viele tausend Seemeilen auf den Ozeanen der Welt auf dem Buckel hat, also eine großartige Crew.

Manchmal können wir die Hexe auf MarineTraffic orten, dann wieder auf Vesselfinder, aber am zuverlässigsten sind die Emails von Wes, die wir täglich bekommen, mit Positionsangabe und Details des letzten Tages. Natürlich checken wir mehrmals am Tag unsere Mails, schließlich fiebern wir mit. Leider konnten wir, bedingt durch die Reisebeschränkungen wegen Covid-19, nicht nach Lanzarote reisen, um das Boot selber in den Norden zu holen. So haben wir uns schließlich schweren Herzens entschlossen, die Hexe nach Holland überführen zu lassen.

Die bisherige Route

800 Seemeilen liegen schon in ihrem Kielwasser seit dem Start, es sind auch noch ca. 1200 Meilen bis Hoorn, dort haben wir in unserem Vereinshafen einen Liegeplatz reservieren können, dank der tatkräftigen Unterstützung von Kees, dem allerbesten Hafenmeister der Welt, vielen Dank, Kees, nochmal an dieser Stelle!

Im Moment ist an der portugiesisch-spanischen Atlantikküste eher Flaute, die Crew muss motoren, um rechtzeitig auf der Höhe von A Coruña zu sein, damit sie den einsetzenden Westwind über die Biskaya nutzen und schnell unter Segeln bis in den Englischen Kanal fliegen können, hoffentlich.

Es fühlt sich schon sehr komisch an, unser Boot segelt oder fährt unter Motor, dort, in  den unendlichen Weiten des Atlantik, ganz ohne uns!

Wenn alles klappt, werde ich Mitte dieser Woche in Brest oder Cherbourg zusteigen, und wenigstens die letzten gut 300 Seemeilen bis Holland mit segeln. Wir werden berichten…

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Unterstützung beim Rolling home für Segler

Wie alle sind auch wir in diesen seltsamen Zeiten häufig in telefonischem und Mail-Kontakt mit vielen Freunden. Hier in Deutschland arrangiert man sich mit den Umständen, Schlangen an den Supermärkten und der Maskenpflicht ab Montag, offensichtlich mehr oder weniger gut. Gestern waren wir mal am sehr späten Nachmittag kurz in der Innenstadt, um frisches Obst zu kaufen, dabei fiel uns, trotz der inzwischen auf 800 qm wieder geöffneten Geschäfte eine gähnende Leere auf.

Zuchttöpfe!

Aber glücklicherweise haben wir ja seit Wochen sehr schönes Wetter. Außerdem sind wir hier in Deutschland nicht sooo reglementiert wie unsere Freunde auf den Kanaren oder in der Karibik und in anderen Ländern. Wir wurschteln so vor uns hin, und ich freue mich auf meinen neuen Garten, für den ich schon ganz viele Gemüse- und Nutzpflanzen vorziehe. Außerdem vermissen wir Samy schmerzlich, auch die obligatorischen Spaziergänge. Jetzt muss ich morgens turnen, damit ich nicht einroste, statt über die Mathildenhöhe zu laufen.

Unsere Segelfreunde Ralf und Inge von der Segelyacht „Malwieder“ liegen noch in der Marina auf Antigua, aber sie scharren mit den Füßen (oder besser, wedeln mit den Segeln?), um nach Europa zurück zu kehren, denn die Hurrican-Saison in der Karibik naht, und mit ihr die Notwenigkeit, das Boot in sichere Gefilde zu bringen, also außerhalb des Hurrikan-Gürtels zwischen 10° und 30° N. Das Problem haben dieses Jahr viele Segler, die vielleicht eigentlich weiter in die USA oder durch den Panama-Kanal wollten. Und so hat Trans-Ocean, der Verein zur Förderung des Hochseesegelns, mit dem Verein Intermar e.V.  eine einmalige Initiative, das Trans-Ocean Rolling Home Team, entwickelt, um Boote, die sich auf den langen Weg machen, zu unterstützen, und den Crews mit Wetterberichten, und Kontakt zur eventuellen Transithäfen zur Seite zu stehen. Wer sich dafür interessiert, hier ist der Link dazu: https://www.trans-ocean.org/Bericht-lesen/ArticleId/6156/Unterstuetzung-fuer-die-Route-Karibik-Europa

Wir werden die „Malwieder“ auf jeden Fall, soweit es geht, verfolgen und per Mail Kontakt halten, ebenfalls das atlantische Wetter beobachten, um im Notfall mit Berichten helfen zu können.

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Abschied für immer

Ein letztes Foto von Samy

Nicht plötzlich, nicht unerwartet, aber doch für uns viel zu früh mussten wir auf immer Abschied von unserem treuen Begleiter und geliebten Bordhund Samy nehmen, der nach 14-tägiger Krankheit gestern verstorben ist. Die Nieren haben nicht mehr mitgespielt, zahlreiche Tierarzt- und Tierklinikbesuche haben letztendlich leider nichts bewirkt, der Zustand von unserem Samy hat sich tagtäglich verschlechtert. Samy hat gekämpft, alle Behandlungen tapfer ertragen, und am Ende hat er doch den Kampf verloren.

im Gras auf der Mathildenhöhe

Wir waren so hoffnungsvoll nach der überstandenen Bauchspeicheldrüsenentzündung im vergangenen Oktober, dass uns Samy bis ins hohe Hundealter als  geliebter vierbeiniger Begleiter, egal ob auf dem Wasser oder zu Lande, erhalten bleiben würde. Wer Samy kannte (und das sind sicherlich einige), egal ob in seiner Funktion als Bordhund oder als ruhiges Wesen an unserem Heimatstandort, weiß, was wir nun vermissen müssen.

Der Abschied schmerzt uns sehr, viele Tränen sind geflossen, als wir Samy auf dem letzten Weg begleitet haben. Wir werden ihn allzeit liebevoll in Erinnerung behalten und wir sind sicher, dass er seinen Weg über die Regenbogenbrücke gefunden hat und gut im ewigen Reich der Hunde angekommen ist.

Samys Grab in unserem neuen Garten, dort kann er für immer über uns wachen

Am Ende dieses traurigen Blogbeitrages wollen wir noch ein Gedicht von Pablo Picasso niederschreiben, das unsere Bindung zu Hunden im Allgemeinen und zu Samy im Besonderen widerspiegelt:

Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben

Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch,

wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch

immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.

Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.

Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich

sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.

Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.

Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines

Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt

werden möchte. Er tut es einfach.

Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.

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Kurzes Update

Überall auf der Welt ist die Zeit verlangsamt, das öffentliche Leben ist mehr oder weniger zum Erliegen gekommen, die Menschen kommen mehr oder weniger gut damit zurecht.

Auch wir sitzen in Darmstadt fest, uns geht es gut, wir leben in unserer Wohnung wie so viele andere auch, noch können wir problemlos nach draußen gehen, im Familienverbund oder mit einer „haushaltsfremden“ Person, wie es so schön heißt.

Kathrin hat einen Mundschutz, Stil “Florentine”, selber genäht

Viele Freunde von uns sind aber noch auf ihren Booten, sie liegen in Häfen auf den Kanaren, In Puerto Calero, wo auch die einsame Hexe auf unsere Rückkehr wartet, Solvey und Armin in Santa Cruz de Teneriffa, Martina und Jens in Garrachico auf Teneriffa, Susanne und Martin in Lagos (Portugal), Kathrin und Peter inArenys de Mar nördlich von Barcelona, und ganz viele sind in der Karibik verstreut.

Von Solvey und Armin haben wir erfahren, dass es im Hafen von Santa Cruz de Teneriffa  eine strenge Duschordnung gibt: Von 9 – 10 Uhr darf Steg 3 in die Waschräume, von 10 – 11 Uhr Steg 4, u.s.w., damit sich nicht zu viele Menschen dort aufhalten. Einkaufen darf immer nur einer. In Garrachico auf Teneriffa kontrolliert das Militär jede Bewegung der Boat People, Joggen, Sport im Freien, Fahrradfahren ohne Supermarktbesuch sind verboten. Die Segler verabreden sich zum Plausch auf der Toilette! Da ist das Leben wohl total eingeschränkt.

Hilfe über die Situation in den Marinas bieten Trasocean und Navily auf ihren Websites:
https://www.trans-ocean.org/Bericht-lesen/ArticleId/6136/Corona-Das-sagen-unsere-St-252-tzpunktleiter

http://blog.navily.com/en/blog/covid-19-marina-information/

In Lagos ist die Marina ebenfalls abgeriegelt, die Bootsbewohner bekommen die Einkäufe an Bord geliefert, und igeln sich ein. Boote kommen vielfach weder rein noch raus aus den Marinas.

Prinzipiell gut geht es manchen Seglern in der Karibik. Auf einigen Inseln scheint das Leben halbwegs normal weiterzulaufen, aber ganz viele Inseln sind gesperrt. Und die Hurrikan-Saison steht vor der Tür! Ab Ende Mai gibt es keinen Versicherungsschutz für die Boote mehr, viele, sehr viele planen den Rückweg nach Europa, aber die Azoren sowie Madeira sind gesperrt, und stehen unter Quarantäne. Hier noch ein interessanter Artikel, den Volker im Netz gefunden hat:

https://floatmagazin.de/orte/fluch-der-karibik/?fbclid=IwAR1oXZZ7psAjDyY47DisX1LPSG2l4ny5KlSo_EwF5nfJSkG6TSvguqCbuzk

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Schneeflöckchen

Winterwonderland

Man kann ja sagen. was man will zum bisherigen deutschen Winter, der, zumindest in Darmstadt, die Bezeichnung “Winter” bis heute garnicht verdient hatte. Seit wir hier sind, und das sind nun schon geschlagene drei Monate, hatten wir ein paar schöne Sonnentage, einige Regenperioden und ganz viel Grau, nur hin und wieder richtig winterlich kalt, mit Temperaturen unter null Grad, gab es kaum.

Hexe mit Hund im Schnee

Heute kam dann die Totalüberraschung, Wintereinbruch mit starkem Schneefall seit dem Nachmittag. Im Moment schneit es noch weiter und verwandelt die ganze Stadt in ein einheitliches Weiß.

Ich mag die weißen Flocken sehr, die ruhig und sacht vom Himmel fallen.

Vergesst die meckernden Autofahrer, die schneebedingt im Stau stehen, auch die fluchenden  Radfahrer in der Stadt, die schlingernd ihren Weg suchen, mir egal, mein Herz schlägt schneller wenn es draußen schneit.

Auf unserem Rückweg waren hier schon rodelnde Kinder unterwegs

Wir haben unserem Samy das Wintermäntelchen angezogen, uns selbst dick und warm eingepackt und sind erstmal hoch zur winterlichen Mathildenhöhe gestiefelt und haben die schneeweißen Parkanlagen, Denkmäler und historischen Gebäude bewundert.

Es war zunächst noch sehr nasser Schnee, der sich aber großartig zum Bauen von Schneemännern aller Größen eignete. Deshalb sieht man schon die ersten Kinder große Bälle rollen für ihre  Schneemänner, andere probieren es schon mit den Schlitten, oder lassen sich im Schnee den Abhang hinunter rollen.  Viele Spaziergänger haben ein seliges Lächeln im Gesicht und erfreuen sich wie wir am “Winterwonderland”.

Denker im Schnee

Stumm schauen die Löwen vom Tor auf das Weiß

Hochzeitsturm in Xmas-Deko

kleiner Schneemann

 

 

 

 

Das sieht eher weihnachtlich aus!

 

Spontan kommen mir ein paar Weihnachtslieder, die sich um das Schneethema drehen, auf die Lippen und auch wir bauen einen kleinen Weihnachts-Schneemann.

Weiter geht es durch den schweren feuchten Schnee zur Rosenhöhe, die ebenfalls von einigen fotografierenden Menschen besucht wird.

Lange wird die spätwinterliche Freude wohl nicht währen, denn am Samstag soll es mit vorhergesagten 14 Grad wieder frühlingshaft warm werden. Aber wir haben ja gelernt, dass vor allem der Moment zählt, und der ist wunderbar

Jetzt kommt die kurze winterliche Abhandlung zum Ende, bei dampfendem Ingwertee wärmen wir uns auf.

Segeln steht leider noch nicht auf dem Programm, es gibt daher keine Berichte von abenteuerlichen Segelreisen, aber das wird sich auch irgendwann wieder ändern. Wie uns Bilder und Zeilen von lieben Freunden verraten, liegt die Hexe gut an ihrem Platz, hat den Sahara-Sandsturm vom letzten Wochenende gut überstanden und erstrahlt, dank Pedros Hilfe, in glänzendem Weiß.

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Ganz nah am Wasser

Die Elbphilharmonie: eine gigantische Welle

Im Moment kann man uns getrost als Landratten bezeichnen, denn zu viele Themen halten uns hier noch für eine ganz schön lange Weile gefangen. Wie sagt Ralf von der Segelyacht “Mal Wieder” so richtig; “Die Gesundheit ist das Wichtigste “, damit hat er natürlich Recht. Bei der Capitania ist noch einiges abzuklären und das geht leider untersuchungstechnisch nicht auf den Kanaren, jedoch auch nicht in Darmstadt, sondern nur in Hamburg. Und weil wir die Stadt an der Elbe sehr mögen, haben wir das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden und einen Kurzurlaub in der Elbmetropole verbracht.

Der große Saal in der “Elbphi”, auf jedem Platz eine optimale Akustik

Wir hatten zudem noch Buchungsglück und konnten für adäquates Geld ein Zimmer im “Westin”,dem Hotel in der Elbphilharmonie, mit sagenhaftem Elbeblick buchen. Die Capitania hat noch eine Führung durch die Elbphilharmonie am Ankunftstag buchen können, leider nur für sich, da diese Führungen manchmal auf Wochen hin ausverkauft sind.

Die etwas andere Toilettenbeschriftung

Nach gemütlichen und staufreien fünf Stunden Autofahrt sind wir am Sonntag in Hamburg angekommen. Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite, neblig-grau begrüßte uns die Hansestadt, nur dass das erste, für uns reservierte Zimmer im Hotel, zwar die versprochene tolle Aussicht hatte, doch dafür eine defekte Fensterdichtung, sodass der Generatorenlärm des gegenüber liegenden Frachters samt dem Lärm der angrenzenden Fabrik für industrielle Gase herein drang.

Die größte der fünf (!) Orgeln von St. Michaelis

Das Wahrzeichen Hamburgs: der Michel …

… mit dem wunderbaren Barock-Interieur

Die Empfangsdame bemühte sich, so wurde uns ein anderes Zimmer zugesagt, das jedoch noch nicht übergabeklar war. Wir nutzten die Zeit bis zum neuen Zimmer für einen Spaziergang durch die Speicherstadt und zur Michaelis Kirche, die  wohl umgangssprachlich besser als “der Michel” bekannt ist. Wir waren sehr beeindruckt von dieser wunderschönen Barockkirche Auch dem City Sportboothafen haben wir einen Besuch abgestattet und es gibt dort immerhin trotz des nordischen Winters zwei bewohnte Katamarane. Am nächsten Morgen ging es früh zur Klinik.

Die Rickmer Rickmers im Hamburger Hafen

Der Nachmittag hat dann wieder uns gehört, wir haben den schönen Hotelpool ausgiebig genossen. Abends ging es am Hafen entlang, an der Dreimastbark Rickmer Rickmers vorbei, zum Brauhaus. Dabei nieselte es leicht, aber in Hamburg ist das kein Regen, sondern einfach “Wetter”! Die Capitania liebt nicht nur das Meer, sondern auch dessen verzehrbaren Inhalt und war von ihrem appetitlich angerichteten Käptn’s Teller mehr als begeistert.

Das rote Feuerschiff LV14
vor dem blauen Ausflugsboot

Auf dem Rückweg haben wir spontan noch einen Stop auf dem historischen Feuerschiff eingelegt und sind aus rein glücklichen Zufall mitten in eine Jazz Jamsession reingestolpert. Jeden Montag treffen sich dort verschiedene Jazzmusiker im Maschinenraum des historischen Bootes und spielen für das begeisterte Publikum bekannte und unbekannte Lieder in immer wechselnden Besetzungen. Und es wurden immer mehr Künstler auf und neben der Bühne.

Begeisterte und begabte Jazzer spielen montags im Feuerschiff

Vorne Klarinette und zwei Saxophone, hinten Bass, Klavier und Schlagzeug, links die letzten Zugänge: zwei Trompeter und ein Posaunist

Was für ein schönes Erlebnis!

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Auf gefrorenem Wasser

Die Morgensonne färbt schon die Gipfel

Obwohl wir ja eigentlich gerne in wärmeren Gefilden weilen, und auch eher übers Wasser gleiten, haben wir traditionell schon immer möglichst eine Woche auf Wasser in der festeren weißen Form verbracht, also beim Ski- oder Snowboardfahren. Dieses Jahr waren wir mit Larissa, Freund Johannes und lieben Freunden aus Remscheid in Maria Alm am Steinernen Meer.

Bergpanorama

Glück gehabt, am Anreisetag fing es am Abend an zu schneien, gerade genug für eine Woche Fahrspaß in dem großen Gebiet vom Hochkönig. Bei strahlendem Sonnenschein wurden viele schöne Stunden auf Skiern, Volker meist auf dem Snowboard und Spaziergängen mit unseren beiden Familienhunden Samy und Nana verbracht. Mittags haben wir auf den Bergen oder im Tal bei einer Jause die leckeren österreichischen Spezialitäten wie Kaspressknödel, Frittatensuppe, Palatschinken oder Kaiserschmarrn genossen, abends haben wir es uns bei Schnitzel oder Kaasspatzen gemütlich gemacht.

Auf zum Tanz beim Après-Ski

Natürlich ging es nach dem Skifahren das eine oder andere Mal zum Après-Ski beim Bachwirt, da gab es kleine „Schneewutzel“ oder „heiße Witwen“, warmen Likör mit Sahnehäubchen, oder schlicht „Willi mit Frucht“. Zünftige Musi wie der „Heli-Helikopter“ oder ähnliches durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. In der Dengl-Alm gab es zweimal in der Woche Live-Musik zum Après-Ski, mit einem erstaunlich guten Allein-Unterhalter. Kurzum, wir hatten eine wunderbare Woche!

Und für uns beide, na, sagen wir mal, vor allem für mich, gab es auf dem Rückweg noch ein ganz großes Highlight. Wir hatten einen Stopp bei unseren Segelfreunden Peter und Irene in München eingeplant, und die beiden haben Karten im Cuvillié-Theater organisiert, „Die drei Musketiere“ wurde gegeben. Hier der Link im Netz: https://www.residenztheater.de/stuecke/detail/die-drei-musketiere.
Das Spektakel hatte wenig mit dem Original von Dumas zu tun, obwohl die vier brillanten Schauspieler auf der ansonsten leeren Bühne sich des öfteren fragten, wieso sie eigentlich als drei Musketiere zu viert waren, aber es war einer der großartigsten Theaterabende, die ich je erlebt habe. Das Publikum dankte es mit nicht enden wollendem Applaus, wir haben uns zwei Stunden lang amüsiert über intelligente Anspielungen auf die gesamte Theatergeschichte und haben die sportlichen Leistungen, inklusive einer Schwert-und-Degen-Einlage, sehr bewundert. Ganz großes Theater!

Nächste Woche fahren wir nach Düsseldorf auf die „Boot“ und schauen mal, was es dort Neues zu besichtigen gibt. Wir werden berichten.

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