Das Gewitter kam

Die Fortanlage mit Leuchtturm

… wie angekündigt, um 5 Uhr morgens, wegen der umliegenden Berge hat es, wie man so schön sagt, ordentlich im Karton gerumpelt. Die Entfernung zur Hauptgewitterzelle betrug stellenweise weniger als 5 Kilometer, der Donner erfolgte unmittelbar auf die Blitze. Das uns dieses Wetterphänomen so garnicht liegt, haben wir schon öfter geschrieben, daran hat sich Stand gestern auch nix geändert. Wind gab es keinen dazu und auch der Regen fiel sehr moderat aus. Am späteren Morgen klarte es sogar auf und wir konnten mit unserem Beiboot zum gut 2 Kilometer entfernten Portoferraio tuckern. Nur auf den Fährverkehr zum Terminal muss man richtiggehend achtgeben. Stellenweise wechseln sich dort bis zu vier Fähren, die vom italienischen Festland nach Elba schippern, ab.

Dunkle Wolken kündigen ein neues Gewitter an

Unser erster Erkundungsgang führte uns durch das historische Zentrum, steil bergauf zu der mittelalterlichen Fortanlage Stella. Dort gibt es zwei Museen, eins zeigt die Residenz, in der Napoleon gelebt hat während seines ersten Exils, das andere ist die mittelalterliche Festung selbst. Beide waren jedoch gerade für die lange Mittagspause von 12-16 geschlossen. Man muss ja nicht alles von innen anschauen… Der Blick von außen, über die Dächer der Stadt, den Hafen, die umliegenden Berge und das gegenüberliegende Fort Falcone ist schlichtweg atemberaubend. Eine neue, aus Westen herannahende dunkel schwarze Gewitterzelle ermahnte uns, schnell aufzubrechen, wenn wir noch mit trockener Haut zum Ankerplatz zurückkommen wollen.

Elbas Bienen

Anett hat sich dann mit Cornelia auf einen Hafentag verabredet und ein paar Stunden später lagen die Hexe und Pastis friedlich Heck an Heck im malerischen Stadthafen von Portoferraio. Das Abschiedsabendessen stand an, denn die Pastiscrew will den Wind, der für die kommenden Tage vorhergesagt ist, ausnutzen, um langsam nach Südfrankreich zurück zu schippern. Heute haben sie uns noch mit einem Abschiedsgeschenk überrascht, der Nationalflagge von Elba, die flattert jetzt unter der italienischen Gastlandflagge munter im Wind, dann hieß es mal wieder Abschied zu nehmen und Farewell bis zum nächsten Wiedersehen.

Pause!

Wir haben uns an den Aufstieg zum Fort Falcone gemacht. Samy hat bei der Wärme und der Steigung ziemlich gelitten, seine Zunge hing fast auf dem Boden, als wir oben ankamen. Immerhin durfte er ins Fort mit rein, das wohl auch  in beiden Weltkriegen eine wichtige Rolle spielte. Doch viel schöner als der militärische Aspekt sind die weitläufigen Außenanlagen mit ihren Ausblicken und dem schönen Baumbestand. Ein Ort, an dem man wirklich fast vergessen könnte, dass es dort früher kriegerische Auseinandersetzungen gab.

Eine gut geschützte Bucht

Zurück an Bord kam bei uns die Crew der “Jackhammer” eine J 121, also eine schnelle Regattayacht, vorbei und beäugte neugierig unseren Kat. Gesprächsstoff, Aufklärungsbedarf über schnelles Katamaransegeln gab es genug und so haben wir uns gleich auf einen Sundownerdrink verabredet. Seefahrt und der Genuss alkoholischer Getränke hat halt eine lange TraditionApropos Tradition: Der gute alte Nelson hat Portoferraio einstmals als sichersten Hafen der Welt bezeichnet. Und er hat damit nicht ganz Unrecht, denn der tief ins Landesinnere eingeschnittene Fjord, an dessen Ende der Hafen liegt, ist bestens gegen Seegang aus allen möglichen Himmelsrichtungen geschützt. Ich kann mir nur vorstellen dass der Wind, der über die westlichen Berggipfel wehen kann, von “negativer” Relevanz sein könnte. Aber im Moment ist es hier eher ruhig.

Und noch ein paar Impressionen vom Fort Falcone:

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Achtundvierzig Stunden

Hafen und Ankerplatz vor Marciana Marina, die Hexe ganz rechts außen

Vor zwei Tagen haben wir unseren Kurs nach Elba abgesteckt und als ersten Anlaufort Marciana Marina ausgesucht. Das kleine Dorf liegt im Norden von Elba und hat uns sogleich in seinen Bann gezogen. Wir haben uns dazu entschlossen, nicht in den Hafen zu gehen, sondern davor zu ankern, was laut Seekarte auch gestattet ist. Auf acht Meter Wassertiefe fiel der Anker, der sich sogleich in das sandige Meeresbett eingegraben hat. Trotz beider Motoren auf Vollgas zurück bewegte sich die Hexe keinen Zentimeter mehr rückwärts – so kann man sicher und ruhig vor Anker schlafen.

Der abendliche Marktplatz in MM

Nach unserer Ankunft ging es mit dem Beiboot gleich in den Ort, wo wir direkt von der Pastis Crew in Empfang genommen wurden und zu einer kleinen Aperitifkneipe aufgebrochen sind, um ein erstes alkoholisches Getränk zu uns zu nehmen. Den beiden war es auch zu verdanken, dass wir nach einem kleinen Ortsrundgang im direkten Anschluss in ein hervorragendes Restaurant auf dem super idyllischen Marktplatz eingefallen sind. Dort hat sich unsere kleine Truppe auf sechs Personen erweitert, wir haben am Abend zuvor, noch in Bastia, das sehr sympathische schweizerische Seglerpaar Jules und Gloria kennengelernt, die mit ihrer Hallberg Rassy für gewöhnlich durch das italienische Mittelmeer inklusive der ganzen Inselwelt schippern. Wir haben geklönt, erzählt, geschnackt und dazu hervorragend gegessen.

Ein Laden voller verrückter Deko

Man muss wissen, dass ein normales Abendessen in Italien eigentlich aus vier Gängen besteht. Man startet mit den Antipasti, in der Regel eine kalte Vorspeise. Der zweite Gang, “Primo Piatto” , das können Spaghetti mit allen möglichen Soßen sein, Muscheln, oder andere Meeresfrüchte. Der Secondo ist die eigentliche Hauptspeise, also Fleisch, Fisch oder anderes. Zum Secondo müssen die Beilagen (Contorni) in preislicher Hinsicht apart geordert werden. Der vierte Gang sind dann die süßen Leckereien, die Dolci. Wir 6 haben nur die mittleren zwei Gänge geordert und wurden bestens versorgt. Der Wein floss, Bier gab es ebenfalls zur Genüge und der Abend schritt schnell voran. Cornelia und ich sind noch zu fortgeschrittener Stunde eine letzte Runde mit Samy gegangen. Was für ein toller Abend!

Haus in Marciana Marina

Am nächsten Morgen sind wir früh aus den Federn raus und ich mit voller Tauchmontur ab ins 25 Grad warme Mittelmeerwasser. Ich hatte vor einigen Tagen gesehen, dass die Opferanoden von unseren Bronzepropellern total aufgebracht, bzw. schon abgefallen sind. Der Bootsausrüster in Bastia/Korsika hat einen Satz neue Anoden per Express aus dem französischen Mutterland bestellt. Super Service, vielen Dank.

Kunst im Gehsteig

Nach 45 Minuten Tauchzeit, war der Austausch erfolgreich abgeschlossen und die große Entsalzungsaktion mit der Süßwasserheckdusche für die gesamte Tauchausrüstung folgte.

Jetzt auch Hexen-Fans: Gloria und Jules

Danach hatten wir eine nette Plauderstunde mit Jules und Gloria bei uns an Bord und dann war es an der Zeit für ein spätes Frühstück, Tauchen macht soo hungrig… Nachmittags sind wir mit geliehenem Lastenroller und leerer Tauchflasche zum örtlichen Tauchcenter aufgebrochen, das einige hundert Meter außerhalb von Marciana Marina liegt.

Eine Ecke schöner…

Abends gab es ein hervorragendes dreigängiges Abendessen an Bord bei unseren neugewonnenen Schweizer Freunden, die heute zum italienischen Festland zurückgesegelt sind. Cornelia und ich haben noch eine letzte Runde mit Samy durch den wundervollen Ort gedreht.

… als die andere

Danach sind wir in Ermangelung von Wind ganze acht Seemeilen weiter motort. Jetzt liegen wir vor Portoferraio, der Inselhauptstadt von Elba, in unmittelbarer Nähe zur “Pastis” vor Anker. Für Morgen soll das ewige Blau des Himmels einem gewittrigen Grau weichen. Elba ist landschaftlich sehr schön, sehr grün, sehr bergig und sehr abwechslungsreich, wir genießen es sehr.

Zwei Felsen laden Volker zum Tauchen ein

Die kleine Insel Scoglioletta vor Portoferraio

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Adieu Korsika

Bastia

heißt es heute morgen, denn die Opferanoden für unsere Motor-Schrauben sind pünktlich – wie avisiert – angekommen, unglaublich! Dominique von Accastillage diffusion hat sich sehr bemüht, mehrfach mit Volvo telefoniert, und es hat wirklich geklappt.

Wir haben die zwei Tage in Bastia sehr genossen, sind ganz viel herumgelaufen, durch kleine Gassen, große Einkaufsstraßen, steile Wege nach oben auf die Festung, haben mindestens fünf Kirchen besucht, drei Kerzen angezündet. Mit Patrick und Annett haben wir am ersten Abend hervorragend am Vieux Port gegessen, gestern Abend einem französischem Sänger gelauscht, der offensichtlich mit Wortspielen arbeitete, oder mit lokalen Größen, jedenfalls haben wir die einzelnen Worte oft verstanden, nicht aber den Sinn dahinter, oder warum das Publikum lachte und es spontanen Applaus gab.

Pastis und Hexe – side by side

In der ersten Nacht kam um ca. 4 Uhr in der Früh ein kleiner Sturm auf, der unsere Boote gefährlich nah zum Ufer schob, wir haben die Motoren angemacht und die Moorings dichter geholt, um den Abstand zu den Steinen am Ufer zu vergrößern. Seitdem hangeln wir uns mit dem Beiboot zum Land, das geht auch gut, ohne Planke.

Jetzt sind wir auf dem Weg nach Elba, mal mit Genua hoch am Wind, mal mit Motor, mal mit Code D, alles auf flachem Wasser und im Sonnenschein. Am frühen Abend wollen wir in Marciana Marina ankommen, in der Bucht ankern, Patrick und Anett sind auch schon da, und die Vagabonda, eine Hallberg  Rassy unter schweizer Flagge sind ebenfalls auf dem Weg dorthin.

Bilder von Bastia:

renovierte Häuser

Ist aber kein Trinkwasser

da fehlt ein Eimer Farbe

mit Balkon

Der große Platz

Hafen mit erleuchteter Kirche

 

 

 

 

 

 

 

 

die Kanalisation ist frei gelegt

die Kanalisation ist frei gelegt

Tausch-Bücherei

schmale Gassen

der große Fährhafen

Blick auf den Hafen

im Vieux Port

Steinchen-Kunst

Ein schöner Platz

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Sportprogramm

Macinaggio

Gestern war Sportprogramm angesagt, das fing schon morgens früh an. Ich bin mit Samy zur Marina gefahren, wir sind dort durch den Ort gestromert, haben uns an den Auslagen der Bäckerei erfreut, und auch über den kleinen Supermarkt, der von allem etwas hat, sodass der Urlauber zufrieden gestellt wird. Das kleine Seeräubernest ist in der ersten Reihe ein bisschen herausgeputzt, aber schon in der zweiten Reihe ist seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht worden, die Hinterhöfe verfallen.

Ankerbucht mit Hexe (links) und Pastis (rechts) und vielen Einrumpfern

Als ich dann mit Samy wieder beim Beiboot war und den Motor anlassen wollte,  spielte der nicht mit, er wollte trotz all meiner Anstrengungen nicht anspringen, also bin ich bis zum Ankerplatz zurück gerudert. Ich war natürlich nass geschwitzt und musste sofort eine große Runde schwimmen. Das Wasser ist so wunderbar, 26° und ganz klar. Nach dem Frühstück habe ich meine täglichen Rückenübungen absolviert, mittags sind wir mit Patricks Standup-Paddleboard zum Strand und haben das Stehen auf dem wackeligen Brett geübt, bis meine Beine Pudding waren, dann habe ich das Board kniend zur Pastis zurück gebracht. Am Nachmittag sind wir noch auf den Hügel gewandert, den Zöllnerpfad hinauf, und den noch steileren und engeren Schmugglerpfad hinunter. Und danach mussten wir natürlich noch einmal schwimmen, ehe wir uns mit Patrick und Annett zum Feierabendbier im Ort getroffen haben. Volles Programm eben.

Hier noch ein paar Bilder aus Macinaggio:

altes Gemäuer integriert in das neue Café

Bougainvillea vor Efeu

die erste Reihe in Macinaggio

bunte Fischernetze

Das Edel-Lokal

Die kleine Kirche

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Ein Tag auf der Insel

Die korsische Gastlandflagge wird gehisst

Backbord querab erscheint in eine Dunstglocke gehüllt Elba an der östlichen Kimm. Verheißungsvoll sind die dunklen Umrisse der italienischen Ferieninsel deutlich erkennbar, aber dennoch so weit entfernt und segelnder Weise heute nicht mehr erreichbar, denn die Tagesthermik macht schon am späten Nachmittag eine offensichtlich bis zum nächsten Tag andauernde Pause. Auch die kleinere Insel Capraia konnte man zwischendurch gut erkennen, vielleicht machen wir da einen Halt auf unserem Weg nach Elba. Ein wundervoller Segeltag liegt hinter uns, der eher verhalten und motorend begann.

Die Hexe vor Cap Corse, danke Patrick!

Um ca. 11 Uhr gingen wir und unsere Freunde von der Pastis ankerauf und steckten den Kurs auf  Cap  Corse, dem nordöstlichsten Zipfel von Korsika ab. Anfangs konnten wir bei leichten nördlichen Winden langsam und kreuzend segeln, doch nach einer Stunde war es mit der Segelei leider vorbei und unter Motor ging es nach Norden.

Die Pastis mit ihrem schwarzem Code 0

Zwei Stunden danach setzte ein segelbarer thermischer Wind ein, der schnell soweit auffrischte, dass wir schon wieder aufmerksam auf den Windmesser schielten und ans Reffen dachten. In den folgenden Segelstunden lieferten wir uns einen packenden seglerischen Schlagabtausch mit der Pastis, den wir am Ende knapp gewannen. Zwei Boote gegeneinander bzw. miteinander segelnd sind halt gleich eine Regatta. 

Die kleine, Cap Corse vorgelagerte Insel Giraglia

Kurz vor unserem Tagesziel Macinaggio, mit eben jenem Blick auf Elba, hatte der Wind endgültig ausgeweht und die letzten drei Seemeilen sind wir bis zur Ankerbucht motort. Dort hat Cornelia ihre ersten Geh-, bzw. Stehversuche auf einem Stand-Up-Paddleboard, zumindest kniend absolviert und ich war mit Samy eine große Runde auf dem Zöllnerpfad spazieren, den wir morgen wandernd noch weiter erkunden wollen.

Blick von der Festung auf die Bucht von St. Florent

Es fehlt der Vollständigkeit halber, dass wir heute am frühen Morgen schon die hochgelegene Festung in St. Florent erklommen haben, ich danach einen Propeller und einen kompletten Rumpf von jeglichem Bewuchs frei tauchend befreit habe.

Gegrillt haben wir abends noch mit Patrick und Annett, dann war irgendwie alle Energie raus und wir sind dem Ruf des Sofas gefolgt. So ein Tag!

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Weiter auf dem Weg nach Korsika

Das große Bett im Salon ist bereitet,
und Samy freut sich auch schon drauf!

Seit 13:30 hat der Wind aufgefrischt, er bläst jetzt mit 15 – 16 Knoten, und wir segeln mit 7,5 – 8 Knoten Geschwindigkeit übers leere Meer.Bis zum Abend werden es noch mehr, 21 – 22 Knoten Wind. Vor dem Abendessen mit Nudeln, Schweinelendchen und Champignon-Trüffelrahmsauce wird gehalst und dabei wechseln wir vom Code D auf die ausgebaumte Genua, dann können wir näher an der Ideallinie segeln. Nach dem Abendessen folgen die üblichen Arbeiten wie Ablassen des Code D und Wegräumen, das Fall wieder aufschießen. Im Salon bereiten wir die Liegeweise vor, sodass wir während der Nächte hier ausruhen können. Volker geht noch einmal mit Samy „Gassi“, naja, also aufs Vorschiff, aber der Hund dreht sich zwar, es kommt jedoch noch nichts raus. Morgen früh geht das bestimmt.

Sonnenuntergang am 1. Abend

So wird der Alltag beim längeren Segeln von vielen Kleinigkeiten bestimmt, ich bin am ersten Tag immer ein bisschen „durch den Wind“. Ohne dass mir schlecht ist, habe ich doch keinen Hunger, und selbst zum Wassertrinken muss ich mich zwingen. Das liegt nicht an den Umständen, es war schönes Segeln heute, Wind von hinten, Sonnenschein bis zum Untergang um 20 Uhr. Jetzt ist es pottendunkel auf dem Wasser, man sieht die Lichter von Toulon, den großen Frachtern und den Fähren. Glücklicherweise sind wir so weit draußen, dass hier keine unbeleuchteten Fischerboote herum schippern, hoffen wir zumindest. Die ca. einen Meter hohen Wellen würden es für kleine Boote sehr unangenehm machen.

Bis Samstag, 8. September 2018, hält der Wind, teilweise sind wir nachts so schnell Surfs über zwölf Knoten sind keine Seltenheit. Doch leider weiß der Wind offensichtlich, dass er um kurz nach 02:00 Uhr einschlafen soll, er macht das auch, auf 6 – 8 Knoten. Wir haben aber noch keine Lust zu motoren, versuchen es mit dem Code D und einem etwas spitzeren Winkel, so machen wir immerhin vier Knoten Fahrt. Das hält nicht sehr lange, um 03:30 ist der Code D weggepackt und wir motoren.

Die Mondsichel war so fein, dass man sie nicht fotografieren konnte

Der Sternenhimmel ist phänomenal, da kein Mond scheint und dem Sternenlicht die Show stiehlt, kann man so viele Sterne sehen, wie sonst selten, einfach großartig!

Um 06:20 fängt es im Osten an zu dämmern, eine ganz dünne Mondsichel hängt über dem sich rötlich verfärbenden Horizont. Sehr schön!

Am Morgen wechseln wir häufig zwischen Motor, Genua und Code D, beim Frühstück um 10:30 dreht der Wind OSO, jetzt segeln wir zur Abwechslung mal wieder auf Backbordbug hoch am Wind bei acht Knoten mit der Genua.

Das war nur einer von mehr als fünfen…

Das geht gut bis 15:00 Uhr, danach ist muss der Motor mit schieben. Wir planen unseren Aufenthalt auf Elba, schauen nach Marinas und Ankerbuchten, zwischendurch stellt Volker mit Entsetzen fest, dass wieder Salzwasser in der Steuerbord-Motorbilge ist. Die ausgestoßenen Schimpfwörter lasse ich hier lieber weg…

Um 16:30 Uhr kommen drei Delfine vorbei, eigentlich haben sie offensichtlich einen anderen Job, aber für einen kurzen Höflichkeitsbesuch nehmen sie sich ein paar Minuten.

Jetzt gehen bei uns die Diskussionen los. Sollen wir nicht doch lieber in Ile Rousse ankern? Das wären 20 Seemeilen weniger als bis zur Bucht von Saint Florent im Norden Korsikas. Dann fahren wir morgen die 20 Meilen. So war der Plan. Jetzt meint Volker aber, dass Ile Rousse mit den vielen Felsen in der Dunkelheit ganz schön schwierig ist, und ob wir nicht doch besser nach Calvi fahren. Das kennen wir, da wissen wir, wo man ankern kann. Auf der anderen Seite wollen wir aber Annett und Patrick von der Pastis in Saint Florent treffen.

Sonnenuntergang am 2. Abend

Seit 18 Uhr können wir die Berge von Korsika sehen, und seit 19:30 Uhr haben wir Netz und können Informationen abseits unserer Seekarten einholen. Plan ist Stand jetzt, dass wir bis zur Bucht von St. Florent segeln, da werden wir so ca. um 02:00 Uhr ankommen, und dort den Anker werfen, dann haben wir morgen einen freien Tag, und können in Ruhe den Ort anschauen.

So haben wir es gemacht, um 01:00 Uhr ist der Anker gefallen.

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Abgelegt

Um 1030 Uhr waren wir fertig, nicht mit den Nerven, aber mit Einkäufen und dem Boot. Bei leichtem Wind verlassen wir La Grande Motte für eine längere Zeit – hoffentlich. Wir lassen den Wind unseren Kurs bestimmen, bis zu Boje „Espiguette“ müssen wir motoren, danach wird das Großsegel ausgerollt, der Code D gesetzt: Die Hexe segelt mal wieder.

Gestern Abend hat Mia von Splendid C’s zu einer Pot-Party eingeladen, jeder bringt einen Pot mit, sprich etwas zu essen, Gemüse oder Fleisch oder Vorspeisen oder Wein, und es wird ein wunderschöner Abend. Wir haben alles aufgegessen und getrunken und heute morgen fit, um die Leinen loszumachen.

Mal sehen, wie weit wir kommen, bis morgen Mittag soll es Wind geben, danach schläft er laut Vorhersage ein.

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Fest geplant

Gestern Abend haben wir einen zwar nicht so langen aber dafür intensiveren Abend mit Patrick und Annett von der Pastis verbracht, den Lotusgrill angeheizt und dazu das soooo leckere korsische Pietra-Bier getrunken, das die beiden mitgebracht hatten. Heute hieß es dann schon wieder Abschied nehmen, denn Patrick und Annett wollen nach Korsika segeln und sind heute aufgebrochen. Vielleicht werden wir uns bald wiedersehen, schön wär’s.

Unsere Zeit im Mittelmeerraum wird länger dauern als gestern mittag gedacht. Die Planung steht und erst Anfang November wird die Hexe aus dem Wasser gekrant und in der neuen Produktionshalle/Lackierhalle von Gunboat für den neuen Antislipauftrag vorbereitet. Anfang Dezember soll das Schiff dann wieder segelklar zurück in sein Element gehen.

Bis dahin wollen wir noch ein paar Seemeilen in unser Kielwasser bringen und den Spätsommer in mediterraner Atmosphäre genießen. Wo genau es hingeht, machen wir vom momentan pausierenden Wind abhängig. Ab heute Nacht soll es regnen und für morgen sind ein paar kleinere Gewitterfronten vorhergesagt, die über LGM hinwegziehen sollen. Wir sind noch nicht, wie gestern geschrieben, ausgelaufen und  bleiben eher noch einen Tag  hier im Hafen. Heute war für uns Putz-, Wasch- und Einkaufstag. Ein paar kleinere Bootsjobs stehen noch auf der To-Do-Liste, perfekt zu erledigen, wenn es draußen regnet.

Ansonsten sind wir ganz entspannt und genießen das eigentlich typisch ruhige Leben an Bord.

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Gähnende Leere

Wenn ich mir so die Anzahl unserer Blogeinträge im Juli und August anschaue, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen gegenüber unseren treuen Bloglesern. Da kann man nur konstatieren, dass auf der Hexenseite tatsächlich eine gähnende Leere herrscht und wir beitragsmäßig stark hinterherhinken. Asche auf unser Haupt! In den letzten 14 Tagen gab es nicht einen einzigen Beitrag.

La Grande Motte im Sonnenschein

Wir waren (mal wieder) in Darmstadt, sozusagen dienstlich und haben ein kleines Bauprojekt angeschubst. Nach all der Zeit an Bord juckt es mich diesbezüglich irgendwie mal wieder unter den Nägeln. Und das passt auch ganz gut mit unserer Segelplanung überein, denn wir haben uns in den zurückliegenden Wochen dazu entschlossen, den Antirutschbelag von unserer Hexe, jetzt und hier in LGM erneuern zu lassen. Der verliert, wie schon mehrfach geschrieben, seit Anfang das Anitrutschgranulat, sprich die feinen Glas- oder Sandkörner, die für Rutschsicherheit an Deck sorgen. Allein, diese Intervention ist nicht mal so eben schnell gemacht, das Schiff muss raus aus dem Wasser, entmastet werden und geht dann mit dem Tieflader zurück in die Werft. Dort wird alles abgeklebt, der alte Decksbelag abgeschliffen und anschließend neu aufgespritzt. Viel Arbeit, viel Zeit, insgesamt, aber wir sind sehr froh, dass Outremer diese Arbeiten im Rahmen der Garantie ausführt. So wie es jetzt aussieht, werden wir in der Folge fast den ganzen Oktober bootslos sein. Danach können wir dann (hoffentlich) endgültig aus dem Mittelmeer raus segeln und den Winter irgendwo im atlantischen Bereich verbringen.

Es ist also recht viel in Bewegung und wir sind insgesamt guter Dinge. Seit gestern leben wir für gut 10 Tage wieder auf unserem Kat, und ab morgen wollen wir, je nach Wind, ein bisschen in  der  Gegend rumschippern. Die große Sommerhitze ist zusammen mit den Touristenmassen verschwunden und äußerst angenehme 28 Grad zeigt das Thermometer an. Windmäßig ist es total ruhig und angesichts der ruhigen Wasseroberfläche könnte man momentan das Mittelmeer mit einem Ententeich vergleichen.

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Alle Winde

Nach einem segelfaulen Tag beschließen wir beim morgendlichen Hundespaziergang, dass wir nicht in die Marina Port Gardian hier in Saintes-Maries gehen, sondern lieber ein bisschen segeln wollen, und uns mittags noch einmal über die Wetterlage informieren werden, dann können wir entscheiden, wo wir die Nacht verbringen.

Nach dem Frühstück hat der Wind leicht aufgefrischt, wir holen den Anker auf, und setzen direkt Segel. Unsere kleinen Freunde mit Segellehrer haben das bemerkt und kommen uns zu verabschieden. Der Arm der Kleinen, die am Vortag in unser Schlafzimmer gestürzt ist, hat sich gebessert, sie merkt gar nichts mehr, und begeistert winken die Jungs und Mädels uns zum Abschied zu.

Die ersten zwei Stunden herrscht leichter Wind, der Skipper hat schon wieder Angst vor der Mittelmeerflaute, doch der Cross Med, der hiesige Wetterbericht über Funk, warnt vor nordwestlichen Winden 5 – 6, südlich von Narbonne sogar 7. Um 14:00 Uhr hat jemand den Schalter umgelegt, erst sind es angenehme 10-11 Knoten, dann werden es flotte 16, später bis 20 Knoten Wind, wir reffen die Genua, dann auch das Großsegel ins zweite Reff (weil Reff 1 momentan aufgrund eines Leinenfehlers nicht funktioniert), damit wir weiterhin am Wind komfortabel segeln können. Die See ist plötzlich vom glatten Spiegel zu einer doch sehr ruppigen Oberfläche mutiert, wir müssen sehen, dass wir nicht zu schnell werden, sonst fällt das Boot so in die Wellen, dass das ganze Rigg wackelt.

15:00 Uhr wenden wir in die Bucht rein, auf dem Steuerbord-Bug zeigt der Windanzeiger sofort weniger Wind an, erstaunlich. Auf jeden Fall sind die Wellen niedriger und nicht so ruppig, je weiter wir in die Bucht reinkommen, Volker refft die Genua aus.

Am Ende haben wir auch beide Reffs im Großsegel wieder ausgeschüttet, ein bisschen Wasser in die Luftfender gefüllt, damit die beim Anlegen nicht vom Wind empor geblasen werden. Natürlich war der Wind im Hafen weniger, die Gebäude haben die ärgsten Böen abgehalten, so war auch das Anlegen kein Problem.

Und nach Gassigehen (Cornelia) und Boot entsalzen (Volker) gibt es einen kleinen Snack mit Bier und Rosé, Prost!

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