Toilettenprobleme Teil 2

Nachdem vor ein paar Wochen der Geruchsfilter gerissen ist und durch ein Rohr als Provisorium von mir ersetzt wurde, waren einige Tage später neue Probleme aufgetreten, die für noch mehr Rätselraten sorgten. Der Abwassertank lief über, und die Handpumpe der Toilette lies sich immer schwieriger bewegen, manchmal schnellte die Pumpe unter Druck stehend regelrecht nach oben. Mir schwante nichts Gutes und wir bestellten bei SVB schon mal 6 Meter Abwasserschlauch, rein vorsorglich, versteht sich.

Da müssen neue Schläuche her…

Vor drei Tagen lief dann die Toilette randvoll und lies sich weder durch gutes Zureden noch durch Gewalt leer pumpen. Ich schlief danach nachts schlecht, und meine Gedanken kreisten fast ausschliesslich um unser Toilettenproblem. Ist der Fäkalientank voll, ist der Schlauch nur an einer Stelle verstopft, welcher Schlauch ist zugesetzt, ist das Überdruckventil kaputt – Fragen über Fragen und keine Antworten. Die Anspannung in mir stieg fühlbar an. Gestern bin ich dann zu unserem Freund Kees gepilgert und habe ihn um seelischen und handwerklichen Beistand gebeten. Nachmittags um 15 Uhr gingen wir ans Werk, kurz vor 20 Uhr waren wir schlauer, auch etwas weiter, wenn auch noch nicht fertig. Der Auslassschlauch, der vom Boden des Fäkalientanks zum Seeventil hinabführt, ist komplett verkalkt, bzw. mit Urinstein zugesetzt, den haben wir als erstes ausgetauscht. Danach haben wir noch den Kunststoffbogen ausgebaut, in dem das Belüftungsventil eingeschraubt ist, auch dort war alles komplett dicht.

Der Inhalt des Schlauchs liegt auf dem Steg…

Heute früh stand ich um 7:30 Uhr wieder im Bad, und es gelang mir, die zum Fäkalientank aufsteigenden Schläuche, mit Gewalt und Ausdauer auszubauen. Das gleiche Resultat wie gestern, auch diese Schläuche sind voll mit Urinstein und Kalk. Ich folgte dem Rat von Ralf und hämmerte auf einem der Schläuche rum: Es kamen über 3 Kilo Urinstein auf anderthalb Meter Schlauch zusammen. Kein Wunder, dass die komplette Toilettenanlage verstopft war.

Kurz darauf kam Kees und half mir mit Rat und Tat beim Einbau der neuen aufsteigenden Abwasserschläuche. Die mussten zum Teil um Ecken gebogen werden, so schnell, wie es sich jetzt liest, ging es schon garnicht. Zu guter letzt haben wir noch ein paar Versuche gebraucht, bis die Handpumpe wieder dicht war. Jetzt funktioniert unsere Toilettenanlage einwandfrei und wir werden, auf Empfehlung vieler, das ganze System regelmäßig mit Essigreiniger spülen, damit es sich nicht mehr so zusetzt. Tausend Dank Kees, für Deinen Rat, Deine tatkräftige Mithilfe und Deine Geduld!!!

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Gäste an Bord

Glückliche Gesichter mit sattem Bauch

Samstag sind wir bei grauem Wetter und sechs bis sieben Windstärken nach Hoorn gekreuzt, haben einen wunderschönen Abschiedsabend mit den Kindern in der Bar der Hoofdtoren, und dort gibt es endlich die allerbesten Spareribs.

Gestern war dann großer Besuchs-Sonntag. Als erstes kommen rechtzeitig zum Frühstück Allegra, Christian und Zoey an, große Premiere: Unser Enkelkind ist an Bord! Und sie fand es großartig, nur dass natürlich immer jemand hinter ihr her sein muss, damit sie nicht vor lauter Begeisterung für die quakenden Enten selber im Wasser landet!

Das Enkelkind erobert das Boot

Dann hatte es sich, auch dank des Artikels über die „Hexe“ im Hoornblazer, der Vereinszeitung unseres hiesigen Segelvereins, herumgesprochen, was es mit dem großen Katamaran im Hafen auf sich hat, und einige Mitglieder des Vereins kamen zur Besichtigung. Volker macht sehr gerne sehr informative Führungen auf unserem Boot.

Nachmittags kommen dann Petra und Axel an, die nun eine Woche mit uns segeln können, beide hatte wir ja schon – einzeln zwar – in Lanzarote zu Gast, das wird wieder eine sehr schöne Woche werden. Und dann gibt es ein Wiedersehen mit Ingrid und Detlef, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, Detlef hat uns ganz zu Anfang unserer Reise 2014 von Cherbourg bis Concarneau begleitet. Und Ingrid hatte wir noch länger nicht mehr gesehen, das gab ein großes Hallo. nach so vielen Jahren freuen wir uns natürlich alle über das Wiedersehen und es gibt unendlich viel zu erzählen! Mit Tochter Saskia und Schwiegersohn Sebastian machen Detlef und Ingrid eine Urlaubswoche auf dem Ijsselmer.

Das Highlight des Tages: Ein Künstlerbuch von Ingrid

Killepitsch für die satten Mägen

Abends grillen wir alle zusammen auf der Hexe, dazu kommen auch Kees und Gre, denn Petra wollte sie auch sehr gerne treffen, außerdem gibt es immer auch für Kees (und, sehr zur Freude des Skippers nicht nur für ihn!) eine Flasche Düsseldorfer Killepitsch.

Es wird ein sehr geselliger Abend in unserem Cockpit, auch die kleine Zoey genießt die Aufmerksamkeit von so vielen netten Menschen, bevor sie gegen zehn Uhr hundemüde in ihr Campingbusbettchen fällt.

Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von Hoorn, motoren über das flache Ijsselmer nach Norden, in Workum wollen wir eine Nacht bleiben, Allegra und Christian haben dort einen Platz auf dem Camping It Soal gefunden. Ab der Schleuse Enkhuizen kommen die Fliegen, die lästigen kleinen Ijsselmerfliegen, die nichts tun, außer rumzusitzen, rumzuschwirren und die Menschen zu nerven. Sie stechen nicht einmal, und bis kurz vor Workum sind es Milliarden geworden, da hilft nur noch der Wasserschlauch und der Staubsauger.

Wir freuen uns sehr über ein Wiedersehen mit Hafenmeister Jan, und ganz besonders mit Carl-Martin, mit dem wir schon so viele schöne Bootsurlaube verbracht haben. Und das feiern wir – mal wieder  mit einem ordentlichen Grillmenü am Abend!

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Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 2: Regatta den ganzen Tag

Freitag, 11. September 2020, Baro 1017,
bedeckt, später auch mal sonnig, kühl, Wind SW um 4
Vlieland 08:40 – 16:00 Enkhuizen, 53 sm

Noch grau am Morgen: Der Abschied von Vlieland

Start in Vlieland: Direkt vor uns fährt eine Dehler 36 aus dem Hafen, setzt – wie wir – direkt nach der Hafeneinfahrt das Großsegel, und los! Obwohl ein ganz leichter achterlicher Wind weht, überholen wir sie mit Leichtigkeit, der Skipper ist zufrieden.Nach und nach stehen die anderen Matrosen auf, Larissa muss ja immer früh schon mit Hund Nana raus, sie war wach und konnte beim Ablegen helfen.

Schnell im Watt, über 11 Knoten Geschwindigkeit!

10:25 Uhr sichten wir, leider auf der falschen Sandbank, neun Robben. Alle anderen Attraktionen haben ja auch ganz gut geklappt, sogar ein Hubschrauber über Vlieland wurde gesichtet! Der Strom beschleunigt die Hexe, die aber sowieso schnell segelt, an allen anderen Seglern können wir vorbei ziehen, sehr zur Freude des Skippers.

12:40 sind wir an der Schleuse Kornwerderzand, haben Glück, denn sofort geht die Brücke auf, und wir können direkt in de Schleusenkammer einfahren. Mit zwei anderen Booten werden wir hinunter auf Ijsselmerniveau geschleust, schnell werden wieder Segel gesetzt und abermals überholen wir eine Dehler 39 und eine X-Yacht, die Regatta ist eröffnet.

14:00 Uhr sind wir an Stavoren vorbei, der veränderliche Wind macht dem Skipper zu schaffen, denn wir haben hier mindestens drei Schiffe, die heimliche Regatta segeln, eben jene Dehler 39, die X 36 (der heimliche Favorit) und noch mindestens ein anderes Einrumpferboot. Volker kämpft gegen den schwachen Wind, aber nach Stavoren frischt der auf und nun ist der Kampf eindeutig gewonnen für den Skipper der Hexe.

Mit Sicht über alles: Die Hexe

Die „Leichtmatrosen“ vertreiben sich derweil die Zeit mit Kartenspielen im Warmen, das Ijsselmer ist flach genug, dass es auch den empfindlichsten Magen schont. Und im Boot ist es deutlich wärmer als draußen gegen den Wind. Wir haben ungefähr fünf Lagen Klamotten an, einschließlich Skihose und gefütterter Weste. Doch das Segeln macht großen Spaß und sobald wir angelegt haben und aus dem Wind sind, merkt man, dass es immer noch Spätsommer ist.

Im Buitenhaven in Enkhuizen bekommen wir auch wieder einen royalen Liegeplatz, längsseits an der „Vriendshap , die Freundschaft ist ein schöner großer Boter mit einem Schweizer Skipper, der leider auch wegen Corona über zu wenig Charterfahrten klagen kann.

Fast wie ein Bühnenbild

Enkhuizen präsentiert sich von seiner besten Seite, der Himmel ist fast wolkenlos, die Menschen sitzen in den Cafés und Restaurants, es ist Freitag Spätnachmittag / Abend, ein entspanntes Einläuten eines schönen Wochenendes scheint hier gegeben.

Enkhuizen

Gerade machen Volker und ich uns noch Gedanken über das Abendessen, da kommen die Kinder zurück vom „Landgang“, und meinen, sie hätten ganz viel Lust auf holländische Spareribs. Die besten, sagt Larissa, gab es doch früher in der Mastenbar am Companieshaven in Enkhuizen. Tatsächlich kann ich noch einen Tisch für uns organisieren, heute holländisch Aus-Essen!

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Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 1

Dienstag, 8. September 2020, Baro 1022, bedeckt, Wind W 4 – 5
Hoorn 14:50 – Stavoren 18:55, 23 sm

Larissa, Johannes und Nana

Gäste an Bord: Larissa, Johannes, Lucie, Jannis, Hündin Nana

Volker manövriert bravourös an dem Motorboot vorbei, das am Meldesteiger festgemacht hat. Auf beiden Seiten ist nicht mal ein  Meter Platz, aber es passiert nichts. Vor der Hafeneinfahrt wird wie immer schnell das Großsegel hochgezogen, die Genua ausgerollt, und um 15:15 segelt die Hexe bei 14 – 15 Knoten Wind von raumschots mit über sieben Knoten Fahrt durchs flache Ijsselmeer. Ein bisschen Sonne wäre jetzt gut, aber unseren Gästen gefällt es auch so, sie sitzen im Netz und erfreuen sich am Katamaran-Segeln.

Stavoren, der alte Hafen

Kurz vor 17 Ihr sind wir an der Krabbergatsluis, wir können auch direkt einfahren, der kleine Boter vorne hat in der Mitte der Schleusenkammer festgemacht, wird aber aufgefordert, sich weiter nach vorne zu verlegen, denn nach uns kommen noch zwei größere Boote. 17:12 sind wir durch, nun sind es nur noch elf Seemeilen bis Stavoren.

Hafenmeisterbüro in Stavoren

Kurz vor sieben machen wir an dem Plattbodenschiff „Vrouenzand“ fest, wie es uns die Hafenmeisterin per Telefon und Funk empfohlen hat, und tatsächlich kommt sie auch noch vorbei, um 30,90 € Liegegeld zu kassieren. Sie hatte sich auch gleich an den Katamaran Hexe erinnert.

Mittwoch, 9. September 2020, Baro 1018,
bedeckt, Sprühregen, Wind aus westlichen Richtungen  5 – 6
Stavoren 11:00 – Vlieland 16:50, 37 sm

Die Einfahrt zur Lorentzsluis

Nach reichhaltigem Frühstück und einem Schnack mit der holländischen Hexe, der Yoga-Skipperin von der Vrouenzand, die einen Hexenbesen als Windmesser im Mast hat, starten wir zur Lorentzsluis. Der Wind ist frisch, die Genua reicht aus, um uns mit 6 – 7 Knoten Fahrt zur Schleuse zu bringen. Die kleine steile Ijsselmer-Welle ist zwar unangenehm ohne Großsegel, außerdem ist es kalt und ein bisschen feucht, deswegen verstecken sich alle im Cockpitzelt, außer dem jeweiligen Steuermann und Johannes, dem es in der frischen Luft angenehmer ist als unten im geschlossenen Zelt. Lucie, die gestern dem Skipper einen Schreck eingejagt hat, als ihr beim ersten Blick aus dem Fenster des stehenden Bootes schon “ein bisschen schlecht” wurde, hält sich heute tapfer, trotz der Wellen.

Der Zweimaster

An der Schleuse dürfen wir direkt einfahren, hinter einem großen Bagger und mit zwei kleinen Segelbooten geht es einen halben Meter hoch, dann sind wir frei und haben Salzwasser unter den Rümpfen.

Auch ein russischer Zweimaster ist in dem Programm drin, dass Larissa für ihre Freunde organisiert hat, sowie zwei große Flusskreuzer, die aus Harlingen kommen.

Käpt’n Nana

Nach der Schleuse wird das Großsegel gesetzt, im Fahrwasser geht es direkt vor dem Wind, dann mit halbem Wind bis Harlingen. Dort kommen wir pünktlich kurz vor 14 Uhr an, genau zu Hochwasser, denn von da ab kippt die Gezeit, und wir haben den Strom mit uns, zunächst nur ganz leicht, später stärker.

Ab Harlingen motoren wir, denn in dem engen Fahrwasser ist nicht gut kreuzen, wie man spätestens an der Segelyacht sieht, die uns – kreuzend – die Vorfahrt nimmt. Nicht ohne dass Volker den Mannen an Bord der Atlantik zuruft, dass er gerne Nachhilfestunden in Seemannschaft geben könnte.

Super Segeln!

Leider kommen jetzt die Regenwolken immer näher, es ist nass und ungemütlich am Steuer, aber hier ist viel zu viel Verkehr, da muss der Skipper am Rad stehen. Ich mache das Radar an, damit wir nicht aus Versehen Boot oder Boje rammen, wir motorsegeln bis zur nordwestlichsten Tonne, dann können wir wieder segeln, der Regen ist vorbei, und blauer Himmel kommt heraus.

Nun allerdings geht es richtig flott voran, der Wind hat wieder aufgefrischt auf über 16 Knoten, und es steht eine ordentliche Welle aus dem Gatt. Durch den Strom und den Wind beschleunigt die Hexe auf über neun, manchmal zehn Knoten Fahrt, das macht ordentliches Gerumpel im Boot, wenn sie in die Wellentäler fällt.

Schnell sind wir bei dem letzten kleinen Stück längs des Strandes von Vlieland angekommen, nun müssen schnell im engen Fahrwasser die Segel geborgen werden. Dann haben wir beide ein bisschen Herzklopfen, denn wir kennen die Hafeneinfahrt nach Vlieland und wissen um den tückischen Vliestrom, der an der Einfahrt vorbei versetzt.

Aber Volker fährt mit Mut bravourös in die zwölf Meter breite Einfahrt, und schon sehen wir voraus einen schönen Liegeplatz am uns vom Hafenmeister telefonisch avisierten B-Steg. Ein royaler Platz für die Hexe. Und wir sind so froh, endlich wieder auf unserer westfriesischen Lieblingsinsel zu sein!

Vlieland Beach

Nana liebt den Strand

Lucie und Jannes erkunden die Insel

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Schmutziges Thema

Eingeklemmt in die Backskiste, mit kleiner Zugangsluke zum Fäkalientank

Hände, so klein wie ein Kind müsste man haben, so trainiert und beweglich wie ein Yogameister müsste man sein, und die Erfahrung eines alten Handwerksmeisters müsste man haben… Seit ein paar Tagen haben wir immer mal wieder übel riechende Fäkalien in der Bilge, von denen wir nicht wissen, wo sie herkommen. Ich habe alle Inspektionsluken geöffnet, die Toilettenschläuche in den Bilgen gecheckt und die Quelle des Gestanks bzw. Austritts nicht gefunden.

Der Fäkalientank (rechts im Bild), der kaputte Geruchsfilter ist links daneben

Heute Morgen stank es wieder zum Himmel, eklige Brühe schwappte in der Bilge, mir geht  das Thema mittlerweile so richtig auf den Senkel.

Leider kam keine Wünschdirwasfee mit einem Klempner im Schlepptau, um unser Problem zu lösen. So haben wir uns entschlossen, das gesamte Fäkalientanksystem auf den Kopf zu stellen und auch kleinere Erneuerungen vorzunehmen, soweit es nötig und die entsprechenden Teile vorhanden waren

Die alte Toilettenpumpe wird zerlegt, sorgfältig gereinigt und als Ersatzteil eingelagert

Was wir schon seit längerem als Reserve mit uns rumfahren, ist eine komplette Toilettenpumpe von unserem WC. Die war nach einer Stunde installiert, aber dann bin ich auf die Idee gekommen, dort mal eine halbe Banane durchs sanitäre System zu spülen… Und siehe da, es baute sich genau so ein Druck auf, der so nicht sein soll, wie beim Toilettengang, und langsam tropfte Wasser in die Bilge. Nur diesmal waren wir direkt dabei und mit der Taschenlampe ausgestattet, konnten die lecke Stelle gleich orten, also damit schon mal einen Teilerfolg erzielen.

Der Kohlefilter mit deutlich sichtbaren Riss an der linken Seite

Beim Kohlefilter des Fäkalientanks, der als Geruchsfilter dient, klaffte an der Unterseite ein deutlich sichtbarer Riss. Da wir den Filter nicht als Ersatzteil an Bord haben, war klar, dass wir eine provisorische Reparatur durchführen müssen, bei der das leckende Teil aus der Leitung aus-und ein Ersatzrohr eingebaut werden muss, damit die Belüftungsfunktion der Leitung für den Fäkalientank erhalten bleibt. Ein Ersatzrohr war mit der Hilfe von Kees schnell gefunden.

Nur für den Ausbau des Kohlefilters und für den Einbau des Rohrstücks musste ich mich so verwinden, kleinmachen und anstrengen, dass ich nach der knapp zweistündigen Prozedur echt platt war und mir den Inhalt aus dem ersten Satz dieses Blogbeitrages schon sehr gewünscht hätte. Verborgen und schwer erreichbar für mich waren die Verbindungsstücke und Schlauchschellen. Doch was lange währte, wurde endlich gut.

Der Spaß danach

Cornelia hat mittlerweile Ersatzkohlefilter im großen weltweiten Netz (fast heimisch: in Wiesbaden!) bestellt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob ich mich darauf freuen soll, wenn der Ersatz ankommt…

Als Belohnung gab es nach einem üppigen 14-Uhr-Frühstück einen Spaziergang im Julianapark.

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Sonntagsausflug

Hexen an Bord!

Freundin Ingrid hat ihren Besuch angekündigt, sie kommt heute morgen von Amsterdam, und wir haben versprochen, wenn es nicht  regnet, fahren wir zum Lunch nach Volendam, einmal Kibbeling essen, dann wieder zurück nach Hoorn. Auch Thomas und Frank von der deutschen Segelyacht Tramp schließen sich an, so ein kleiner Tages-Katamarantörn auf dem Ijsselmeer ist doch verlockend.

Bei wenig Wind legen wir in Hoorn ab, vor dem Hafen werden schnell die Segel gesetzt, los geht es. Der leichte Wind verlockt dazu, den Gennacker auszupacken, damit wir ihn einmal überprüfen können. Schließlich hat den zuletzt die Überführungscrew vor Spanien benutzt. Tatsächlich lässt er sich zunächst auch nicht ganz ausrollen, aber nach dreimaligem Ein- und Ausrollen hat sich das große bunte Segel gelöst und zieht Richtung Volendam.

Leider müssen wir schon abbiegen, also wird der Gennaker ein-, die Genua wieder ausgerollt, als der Wind weiter auffrischt, auch noch ein bisschen gerefft, bis wir kurz vor dem Hafen die Segel bergen.

Der Hafenmeister erinnert sich noch an den segelnden Katamaran und wir dürfen für ein paar Stunden am Steg festmachen. Dann gibt es lecker Kibbeling für die Damen, Heringsbrötchen für Thomas und die Fischverschmäher bekommen Frikandel speciaal met Frietjes. Super Frühstück / Lunch! Dank Ingrid haben wir auch noch ein bisschen Kuchen zum Dessert, dann geht noch ein sehr wasserhaltiger Schauer durch und schon sind wir wieder auf dem Rückweg nach Norden, nicht ohne uns vorher beim Hafenmeister ganz herzlich bedankt zu haben.

Today’s Crew

Auch der Rückweg gestaltet sich sehr schön, noch vor der Hafeneinfahrt wird die Genua ausgerollt, direkt danach das Großsegel hochgezogen, stolz segelt die Hexe aus Volendam hinaus. Zwischendurch kommen leider noch einmal ein bis zwei kleinere Schauer, aber prinzipiell ist es für alle ein sehr schöner Segeltag, den wir nach der Ankunft mit einem kleinen Drink krönen, leider im Cockpitzelt bei geschlossenen Seitenteilen, – nicht der anonymen Alkoholiker wegen – sondern um dem erneut einsetzenden Regen zu trotzen.

Leider ohne Ingrid – die zurück nach Amsterdam fahren musste – aber mit den Freunden von der Tramp lassen wir den Tag im Clubrestaurant „De Loods“ bei einem netten holländischen Essen ausklingen, das war ein wirklich sehr schöner Sonntagsausflug!

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Das Salz in der Suppe

Vom Mast aus fotografiert: Bug der Tramp und der Hexe

Wir haben zwei schöne Tage mit Beate und Thomas von der SY Tramp im Gemeindehafen von Enkhuizen verbracht, zusammen gegrillt und gechillt, uns viel erzählt, Wissenswertes ausgetauscht und viel gelacht, mit dem festen Vorsatz, dass wir uns bald mal wiedersehen werden. Seglerleben eben, da gehört das als wichtiger Bestandteil mit dazu, Menschen mit ihren Lebensgeschichten kennen zu lernen, das ist doch das Salz in der Suppe, wie Segelfreund Ralf das nennen würde.

Die Hexe in der Krabbersgatsluis

Segeln bei leichtem Wind haben wir heute nach der Schleuse probiert, das kann unsere Hexe, sie wird dann oft fast so schnell wie der Wind. Aber die lästigen Ijsselmeerfliegen, die bei Leichtwind und sommerlichen Temperaturen in Myriaden angeflogen kommen, haben den Segelversuch abrupt beendet. Schnell die Segel geborgen, mit röhrenden Motoren sind wir der Mückenpest entflohen und liegen jetzt wieder auf unserem angestammten Liegeplatz beim WSV in Hoorn.

Unsere Töchter wollen nebst Partner, Enkelkind und Freunden in den nächsten Wochen an Bord kommen, dann wird es voll auf der Hexe, als stolze Eltern, bzw. Großeltern freuen wir uns natürlich sehr drauf.

Für Freitagabend habe ich ein „Engagement“ an Bord der „Brothership 2, einem Racer, um an dem  Palingrace (der Aalregatta) teilzunehmen. Die Einladung zum Mitsegeln habe ich gerne angenommen, abends um 20 Uhr erfolgt der Startschuss und um ca. 22 Uhr soll die Hatz um die Tonnen beendet sein, nur den Aal, den es danach geben mag, den muss ich nicht essen. Trotz mehrerer kulinarischer Annäherungsversuche geht Fisch noch nicht an mich (und Aal muss eh nicht sein!).

Spätsommerliches Segeln auf dem Markermeer

Heute war Spätsommerwetter angesagt, so ein Tag ist doch ganz nach unserem Geschmack, aber das Wetterglück ist launisch, leider steht für morgen Regen auf dem Programm. Wenn man das Wetter mit den Kanaren vergleicht, was man ja eigentlich seriöserweise nicht kann, müssen wir uns noch ein bisschen an das kühle und wechselhafte holländische Klima gewöhnen. Glücklicherweise soll in den nächsten Tagen der Spätsommer zurück kommen (vielleicht wird es ja  passenderweise der berühmte Altweibersommer).

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Abenteuergeschichten

Die Wolken bringen Wind und Regen

25 Knoten Wind von hinten schieben uns kräftig nach vorne, die Bugwelle sprudelt am Bug hoch und am Heck gurgelt es mächtig. Alleine mit dem gerefftem Vorsegel, sind wir über acht Knoten schnell. Hoorn liegt achteraus und Edam, die Stadt mit dem berühmten Käsemarkt liegt steuerbord querab. Eine dunkle Wolkenfront zieht auf, gefolgt von starkem Regen, mit Böen bis 34 Knoten.

Wieder in Ölzeug!

Wir reffen die Genua noch kleiner, ohne weitere Geschwindigkeitseinbußen. Das erste Mal seit ein paar Jahren sind wir in Ölzeug eingepackt, das Wetter zeigt sich herbstlich und wir passen uns an. Wenig Schiffe sind auf dem Markermeer unterwegs, dazu zwei kleine Strandkatamarane, der eine wohl mit kurzfristigen Schwierigkeiten, die für uns nicht wirklich ersichtlich sind, der andere in Rauschefahrt gleitend. Kurz darauf segelt auch der ausgebremste Kat los.

Die Souvenirgeschäfte und Gaststätten in der ersten Reihe

Es regnet immer mehr, die Böen stehen länger durch, unser Tagesziel Volendam ist fast erreicht. Für alle, die es nicht kennen, Volendam liegt ca. 20 Kilometer nördlich von Amsterdam und besticht durch seine traditionellen Holzhäuser. Es wird als das typischste aller holländischen Orte bei Weltreisenden angepriesen und ist meistens dementsprechend voll mit Tagestouristen, die sich an der Wasserfront entlang oder durch die kleinen Gassen schlängeln. (Oder sich in alten Trachten fotografieren lassen!) Zudem gehen von hier aus die Passagierboote zur Halbinsel Marken mit dem kleinen Dorf, das komplett auf Holzpfählen gebaut ist. Wir mögen Volendam sehr und das Hafenbecken bietet einen hervorragenden Schutz auch bei widrigsten Windbedingungen.

Abbild eines Fischers mit der Hexe im Hintergrund

Kurz vor der Hafeneinfahrt rollen wir das Vorsegel weg, starten die Motoren, hängen die Fender raus, machen die Leinen klar und trotz schwerer Windstöße gelangen wir sicher zu unserem Liegeplatz.

Kurz darauf kommt, von Edam aus treibend, ein gekenterter kleiner Hobbiekat (Strandkatamaran) in Sicht und ich mache mir Sorgen um die Besatzung, weil es sich um dasselbe Boot handelt, das schon bei Edam irgendwelche Probleme hatte. Ich entschließe mich also, die niederländische Küstenwache über Funk zu rufen und kurz darauf dringt eine  klar verständliche Stimme durch den Äther, die mich auffordert, die Situation detailliert zu beschreiben. Dem Operator ist es wichtig ob Menschen mit im Wasser sind, oder ob der kleine Kat allein auf Drift ist. Ich gehe auf Standbye und betrachte die Situation genauer, mit dem Fernglas. Zum Glück ist niemand im Wasser.

Rettungsboot mit gekentertem Kat

Abermals rufe ich Den Helder Rescue und berichte das Gesehene, worauf die Stimme mir mitteilt, dass die Besatzung schwimmend zum Ufer gelangt ist und wohlbehaltend angetroffen wurde. Rettungsboote zur Sicherung des Kats seinen unterwegs.

Ein Rettungsboot  kommt auch gleich in mein Sichtfeld, ebenso die Capitania, die freudestrahlend mit einer Portion Kibbeling (Kabeljau im Bierteig, ausgebacken in Fett), einer holländischen Spezialität, aus dem Ort zurück zur Hexe kommt.

„De Halve Maen“ Nachbau eines holländischen Handelsschiffes

Mit einigem Aufwand der Retter und den inzwischen an Land eingesammelten Seglern gelingt es, den Kat aufzurichten, das Segel zu bergen und das kleine Boot im Schlepp auf den Rückweg nach Edam zu bringen. Letzteres haben wir dann über Funk gehört, als die Rettungsaktion für beendet erklärt wurde.

So, jetzt mache ich mal Schluss mit dem Bericht, Cornelia fragt schon, ob ich einen Roman schreiben will, was natürlich nicht meine Intention ist ;-).

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Es grünt so grün

So sehen die Bäume ja schön aus …

Nach dem Durchzug der Sturmfront hat der Wind auf Nordwest gedreht und in der Nacht zum Donnerstag nochmals kräftig zugelegt. Mit der Folge, dass unser (ehemals) weißes Schiff von den Bäumen die in dem kleinen Park zwischen Vereins- und Stadthafen stehen, mit Blättern, Blüten und kleinen Ästen übersät war. Die Überraschung war groß, der Schreck auch, denn beim Versuch, mit Besen und Bürsten den feingeriffelten Antirutschbelag zu reinigen, verfärbte das Chlorophyll die weiße Oberflächenstruktur in eine unansehnliche grün-graue Fläche.

Der Skipper ist verzweifelt, die Capitania sprachlos, selbst das Schrubben mit Nagelbürste und Reiniger führte keine wesentliche Besserung herbei. Gedanken flogen im Kopf umher, die auch ausgesprochen wurden. Wenn so die Natur des Nordens unserem Schiff zusetzt, müssen wir ganz schnell wieder in den Süden zurück,  Abdeckplanen anfertigen lassen, zum Lackierer am Ende des Winters, oder oder oder …

Dann fiel mir ein, dass wir seit 2017 einen Hochdruckreiniger an Bord haben, den wir genau nur einmal ausprobiert hatten, um zu gucken ob er funktioniert. Also den schnell ausgepackt, die Teile zusammengesteckt und los ging’s. Und siehe da, der harte Wasserstrahl löste zwar langsam, aber beständig das lästige Blattgrün aus der Oberflächenstruktur heraus. Noch besser ging es dann mit dem mitgelieferten runden Aufsatz zum Hochdruckreinigen von Flächen. Nach dreieinhalb Stunden waren alle Oberflächen wieder so, wie sie sein sollten, und wir auch wieder entspannt.

Blick zur Hafeneinfahrt

Das nächste Problem für den anstehenden Winter im Norden wird uns hingegen noch etwas länger beschäftigen. Unsere Webastoheizung funktioniert seit der Überholung auf Lanzarote im vergangenen Jahr bestens, aber sowohl die Heizung selbst als auch die Lüfter im Innenraum des Schiffes sind vieeeeel zu laut. Da haben wir zunächst mal mit Boris, der sich gut mit dem Thema auskennt, ein paar Gedanken ausgetauscht.

Folgende  drei Optionen zur Optimierung haben sich dabei herauskristallisiert:

  1. Wir lassen alles so, wie es ist und heizen mit Elektroheizern, Ölradiatoren, o.ä. in der Nacht wenn es ruhig sein soll und schalten dann die Dieselheizung aus.
  2. Wir tauschen die Webastoheizung gegen eine gebläsefreie Dieselheizung, z.B. von Kabola aus. Das ist eine kleine kompakte Dieselheizung die fast wie eine Ölheizung zuhause funktioniert und nahezu geräuschlos ist. Dazu müssten dann noch Heizkörper an verschiedenen Stellen im Schiff eingebaut werden.
  3. Wir versuchen die bestehende Heizung so zu dämmen, durch bessere Schalldämpfer, Isolationsmaterialien, Verlegung des Auspuffs, etc., dass wir sie viel ruhiger bekommen und installieren ein paar Heizkörper, um die Gebläsegeräusche zu vermeiden.

Ich will jetzt garnicht alle Optionen kommentieren, sondern wir wollen in der nächsten Woche mit Boris und einem Fachbetrieb die Möglichkeiten erörtern, werden dann berichten und begründen, für welche Alternative wir uns entschieden haben.

Blick auf “De Hoofdtoren” (der Turm rechts im Bild), da kann man lecker essen …

Gestern Abend waren wir mit dem Winterhafenmeisterehepaar des WSV, Kees und Gre, die mit ihrem Schiff noch in Broekerhaven liegen, lecker im Restaurant “de Buren” essen. Sie sind mit ihrer „Westergouw“ fast am Ende ihrer Sommerreise angekommen, die sie in diesem Jahr von hier aus in die Berliner Gewässer geführt hatte. Wir freuen uns schon sehr darauf, wenn sie ihre Leinen wieder hier in Hoorn festmachen. Wir sind jetzt fast 20 Jahren mit den beiden befreundet – wie die Zeit vergeht …

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Sturmwind im Gepäck

Eigentlich hatten wir geplant, nur ein paar Tage in Darmstadt zu bleiben, doch am Ende sind es fast drei Wochen geworden, bis wir wieder zu unserer Hexe reisen konnten. Der Grund lag am regenreichen Unwetter, das uns und vor allem unseren Keller am vorletzten Sonntag in den heimatlichen Gefilden heimgesucht hat. Gegen ein Uhr nachts ging es mit dem Starkregen los, und weil ich wusste , dass wir bei einer Entwässerungsleitung ein mögliches kleines Leck in den hinteren Keller „eingebaut“ hatten, hab ich mich schlafensmüde in den Keller begeben. Dort suppte es, wie gedacht, an einer Stelle aus der Decke, schnell einen Eimer untergestellt und schon sah ich das Problemchen  als gelöst an. Doch plötzlich hörte ich ein verdächtiges Grollen und Grummeln aus den Bodenabflüssen und im gleichen Moment schossen aus denselben Wassermassen empor, und die begannen, alle Kellerräume rasend schnell mit Wasser zu fluten.

Ich geriet für kurze Zeit in eine Art sprachloser Schockstarre, erst, als ich mich davon erholt hatte, schrie ich (war wohl echt ein bisschen aufgeregt ;-)) Cornelia zu, dass sie die Feuerwehr rufen sollte. Dann wurde ich aktiv und wuchtete noch nicht ausgepackte und noch trockene Umzugskartons in höhere Lagen.  Währenddessen sprudelte das Wasser, von dem sintflutartigen Regen weiterhin angetrieben, munter aus den Abflüssen und stand in einzelnen Abschnitten mittlerweile über fünf Zentimeter hoch. Doch mittlerweile kam das schreckliche Nass nicht mehr allein aus Abflüssen, sondern es drückte sich auch durch die Kellertür am Ende der seitlichen Hauseinfahrt. Die Lage spitzte sich immer mehr zu. Bis mit einem plötzlichen erneuten Gurgeln das Wasser auf umgekehrtem Weg wieder abzulaufen begann. Ich traute meine Augen kaum.

Mittlerweile waren auch Cornelia, Sohn Leonard und vier Männer von der Feuerwehr in unseren Kellerräumen tätig, um der verbliebenen Wassermassen Herr zu werden.  Mit Besen, Abziehern und vereinten Kräften schöpften und zogen wir das Wasser in Richtung der Bodensyphons. Gegen 2.30 Uhr war der Einsatz der Feuerwehr bei uns beendet, wir mit unseren Kräften am Ende und sowas von reif fürs Bett.

Die folgenden Tage haben wir die Kellerräume komplett leergeräumt, alle durchnässten Baumaterialien, wie Putz, Betonestrich und Fugenmasse nach draußen befördert, unseren alten Industrietrockner reaktiviert, tagsüber für Durchlüftung und Sonneneinstrahlung gesorgt und alles aufgeklart. Die Ursache für die Misere wird wohl in unseren Baumaßnahmen zu suchen sein; eine Verstopfung, die dann wahrscheinlich durch den steigenden Wasserdruck im Keller plötzlich aufgelöst wurde, so schnell weg, wie sie kam …

Der Wind peitscht die Zweige

Jetzt sind wir wieder an Bord und verfolgen mit Spannung das aktuelle Wettergeschehen, das an der nicht allzu weit entfernten Küste für Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern gesorgt  – und uns immerhin noch bis 90 km/h beschert hat, garniert mit heftigen Regenschauern, herabfallenden Blättern und kleinen Ästen von den benachbarten Bäumen.

Kleine Blätter verwandeln die weißen Rümpfe

Seit gestern Abend heult der Wind, Regenmassen stürzen hernieder, damit leider auch die Blätter der benachbarten Bäume.

Das Einhorn, Wahrzeichen der Stadt des “Goldenen Zeitalters”

Hoorn im allgemeinen und der Vereinshafen im besonderen zählen wir zu den sichersten Häfen, die wir kennen. Die nahe Stadt mit dem markanten Turm, das Hafengebäude. die Mauer des alten Stadthafens und der angrenzende Wald mit Baumbestand sorgen für einen geschützten Liegeplatz, bei allen Wetterwidrigkeiten.

Mittlerweile ist auch unser neues Lazybag, die „Großsegelstaupersenning“, angekommen und wenn sich das Wetter beruhigt hat, können wir das austauschen. Cornelia hat da auf den neuen Segelsack eine schönere Grafik draufsetzen lassen, da sind wir schon sehr gespannt drauf …

Wir hatten gestern Besuch von einem Clubmitglied unseres hiesigen holländischen Segelvereins, dem WSV HOORN, er hat  einen Bericht über uns und unsere Reisen für die Onlineausgabe der Vereinszeitschrift geschrieben, und wollte noch kleine Details mit uns besprechen. Daraus entwickelte sich eine längere, sehr lebhafte und anregende Unterhaltung. Bedankt Walewijn, wij hopen jou weer een keer an bord ontmoeten te kunnen!

Der Himmel über dem Julianapark it ganz dunkel – Blick zur “Nieuwe Wereld”

Spät abends haben wir mit Segelfreunden Jan Jaap und Adrienne von der „Nieuwe Wereld“ den Lotusgrill angeworfen, leckere Fleischspieße gegrillt und den Unterschied zwischen Mangold (Snijbiet auf holländisch) und Pak Choi, dem sog. Chinesischen Senfkohl, diskutiert. Mangold hatten wir als Gemüse aus unserem kleine Nutzgarten in Darmstadt mitgebracht und für heute Abend zubereitet, Pak Choi hielt ich fälschlicher Weise für Mangold. Ganz lustig, das Ganze in einer Fremdsprache zu erörtern, aber Dank Übersetzungstool und Geduld lösbar. Schön, wieder soviel holländisch sprechen zu können; noch besser, dass dadurch unser Wortschatz gleichzeitig immer weiter anwächst.

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