Auf dem Weg nach Gibraltar – Tag 2

Sonntag, 15. Oktober 2017, Baro 1020, sternenklar, Wind O 3 – 4
Auf See – Gibraltar 16. Oktober 04:00, 250 sm

Der zweite Tag auf See war – leider – geprägt von wenig Wind. Das heißt Vorsegel setzen, Motor aus, Vorsegel bergen, Motor an, Vorsegel setzen, Motor aus, usw. undsoweiter, undsoweiter. Zum Schluss haben wir sogar kurzzeitig das Großsegel geborgen, weil es nur noch herumgeschlagen ist. Erst lange nach dem Abendessen kam erst ein bisschen, dann ordentlicher Wind. Volker hat wieder das Großsegel gesetzt, die letzten vier Stunden machen wir gute Fahrt, um vier Uhr nachts fällt der Anker vor La Linea, direkt neben dem Flughafen von Gibraltar, und wir ins Bett.

Montag, 16. Oktober 2017, Baro 1021, leicht bewölkt, diesig, SO 6-7

Nach ein paar ruhigen Stunden vor Anker in der Bucht von La Linea fahren wir zur Tankstelle in Gibraltar, um für 46 Penny pro Liter Diesel zu bunkern. Es ist schon beeindruckend, in der Bucht liegen so viele Tanker und Frachter vor Anker, bei der Port Control ist immer was los, ich muss dort um Erlaubnis bitten, zur Tankstelle fahren zu dürfen, weil diese direkt neben der Landebahn des Flughafens ist. „Your air draught, please“, fragt der Mensch am Funk, und meint den Tiefgang in der Luft, wegen der landenden Flugzeuge.

Dann segeln wir durch die Straße von Gibraltar mit zwei Reffs im Großsegel und achterlichem Wind machen wir 8 – 9 Knoten Fahrt. Nach Tarifa beginnt der Tanz, 35 Knoten Wind und ein bis zwei Meter achterliche Welle lassen die Hexe über die Wellen reiten, der Skipper jauchzt vor Freude und fotografiert. Die Hexe surft mit über 18 Knoten die Wellen runter, die Gischt spritzt. Dabei haben wir vorhin gemütlich gefrühstückt, und ich sitze am Schreibtisch und lerne. Cooles Segeln!

 

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Auf dem Weg nach Gibraltar – Tag 1

Samstag, 14. Oktober 2017, Baro 1021, sonnig, Wind NO 3-4

Gestern Abend waren Tatjana und Jeremy von der Outremer „Infinity“ mit ihren beiden sehr lieben kleinen Söhnen zu Gast, und wie immer werden Seglergeschichten (und Klagen über die Probleme des Outremer-Cats) ausgetauscht. Während wir bei dem Thema „Reisen mit Kindern“ sind, erzählen sie von dem anderen Katamaran, der bei ihnen am Steg liegt, auf dem sogar ein Junge lebt, der gerade ein Fernabi macht. Volker springt wie elektrisiert auf: „Das muss doch Bernhard sein!“ „Ja, bestätigt Jeremy, „der Mann heißt Bernhard und sie Beate“. Das ist doch die Familie, die wir bereits vor drei Jahren in Cartagena getroffen haben, und die wir eigentlich hier vermutet und bereits gesucht hatten. Nun haben sie aber einen anderen Kat, „Aurora“ und nicht mehr „Kentipi“, deshalb haben wir sie nicht gefunden. Volker läuft sofort rüber, um sie auf die Hexe einzuladen, und so wird es ein langer schöner Abend mit vielen Erzählungen.

Am Morgen wollen wir uns nur kurz verabschieden, es werden zwei Stunden daraus, zuerst einmal wollen wir natürlich die Aurora besichtigen, super Kat mit viel Platz, clever ausgebaut. Wobei Bernhard schon wieder im absoluten Bastelmodus ist, auf Booten ist ja immer etwas zu tun, und auf zehn Jahre alten noch viel mehr. Sohn Alexander lernt fürs Abi, er macht sein 8 Jahren Fernschule, nur zu den Prüfungen muss er nah Hamburg. Wir treffen auch noch die Eigner der Katherine, einer wunderschönen 20 m langen X-Yacht, auch diese dürfen wir anschauen, tolles Boot, Volker würde sofort tauschen…

16:00 Uhr, Baro 1019, sonnig, Wind ONO 5

Heute morgen haben wir zweimal einen Wal gesehen, direkt vor dem Bug ragte eine schwarze Rückenflosse aus dem Wasser. Mit achterlichem Wind segeln wir – leider lange gegen die Strömung – dahin, die Fock zunächst im Schmetterling, dann dreht der Wind weiter auf Ost, und seitdem fahren wir mit einem Windeinfallswinkel von 155-160° und 16 – 19 Knoten Windgeschwindigkeit durch das sonnenbeschienene Mittelmeer.

19:00 Uhr, Baro 1019, leicht bewölkt, Wind ONO 3-4

Spi steht, der Wind hat wieder geraumt, der Skipper kocht Spaghetti bolognese mit Wermut. Um 21:20 Uhr versuche ich mein Glück mit einer Funkrunde mit Ralf von der Malwieder, aber wir hören beide nichts, wie wir bei einem anschließenden Telefonat feststellen. Es mag anachronistisch anmuten, dass wir miteinander funken wollten, obwohl wir ja auch das Telefon benutzen könnten, um miteinander zu sprechen. Aber Tatsache ist, dass ich mit meinem Funkgerät immer noch nichts höre, und ich dachte, es liegt vielleicht daran, dass ich die falschen Frequenzen zur falschen Zeit benutze. Und irgendwann muss es ja mal funktionieren, spätestens, wenn wir fernab jeglicher Handyzelle sind und Wetterberichte oder -beratung von Freunden bekommen sollen.

23:00 Uhr, Baro 1020, kurz nach dem Cabo de Gata, Wind O 6

Kurz bevor wir den Wegepunkt erreichen, frischt der Wind plötzlich so auf, dass wir den Spinnacker bergen müssen. Leider wird das zu einem katastrophalen Manöver. Luvschot und -achterholer sind los, nur das Spifall ist oben am Mast belegt, ich muss hochsteigen aufs Dach, derweil verdreht sich leider der Spi so sehr um den Mast, dass er garnicht mehr runter kommen mag. Volker zieht mit allen Kräften und flucht, der Spi rührt sich nicht. der sitzt wie festgeklebt am Vorstag, keine Chance. Petra zieht mit, der Spi rührt sich nicht. Volker will in den Mast, da lege ich ein Veto ein, nicht nachts und bei 20 Knoten Wind und Welle, lieber erstmal nachdenken. Wir ziehen die Fock zehn Zentimeter raus, der Spi hält fest. Dann auf einmal gibt er ein kleines bisschen nach, und dann können wir noch einen Meter runterziehen, und dann haben wir gewonnen.  Petra und ich entwirren die 190 qm im Cockpit mit viel Geduld, nun ist er wieder in seiner Tasche, wir haben geschiftet, sind auf Kurs Richtung Gibraltar, noch 153 sm bis dorthin.

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Am Freitag, dem 13.

Die Hafeneinfahrt von Cartagena begrüßt die Hexe

laufen wir garantiert nicht aus dem Hafen aus, sage ich heute Morgen zur Capitania. Über die Seefahrt und den Aberglauben haben wir ja schon mal geschrieben und ich lass mir meinen Aberglauben nicht nehmen. Zumindest nicht, wenn er mir gelegen kommt. Seit zwei Tagen liegt der Kat sicher längsseits am Steg in Cartagena vertäut. Logenplatz, direkt vor dem Veranstaltungs- und dem Ausstellungsgebäude mit Panoramablick zur Hafenausfahrt und zum Verlieben, wer will da schon schnell weg?

Das Leben auf den Straßen am späten Abend

Über Cartagena haben wir ebenfalls ausführlich berichtet, es ist jetzt über zweieinhalb Jahre her, dass wir hier einen längeren Aufenthalt verbracht haben. Was hat sich im Hafen seitdem geändert? Es ist viel voller geworden, die Weiterempfehlungen in den in-und ausländischen Segelforen scheinen zu wirken. Besonders bei Katamaransegelern erfreut sich die Marina „Yacht Port Cartagena“ einer großen Beliebtheit, weil nur der gleiche Tarif wie für einen Einrumpfer berechnet wird. Alles was zählt, ist die Schiffslänge und nicht die Breite. Der Preis pro Tag für unser Schiff ist mit 48 Euro wirklich sehr günstig, natürlich immer in Relation.

In den Schaufenstern wird es Winter

Die Stadt ist so, wie sie war, attraktiv, historisch, lebendig und noch einige weitere positive Adjektive würden mir einfallen. Sollte aber jeder für sich selbst entdecken.

Wir haben in den letzten Tagen hart am Boot gearbeitet, verbessert, poliert, repariert. Zur Erholung sind wir nachmittags mit dem Beiboot zum Baden und Schnorcheln in eine kleine malerische Bucht unter einer Festung gefahren. So viele Fischarten wie hier haben wir im ganzen Mittelmeer nicht gesehen, oder hat das vielleicht etwas mit dem nahen nährstoffreichen Atlantik zu tun?

“Unsere” Bucht

Die Hexe ist auslaufklar, der Wind soll ab morgen auf östliche Richtungen umschwenken und auffrischen. Heute Abend haben wir noch eine Familie mit zwei Kindern zu Gast, die mit ihrer Outremer 45 auf dem Weg nach Australien sind, um dort ein neues (berufliches) Leben anzufangen. Wir sind sehr auf ihre Lebensgeschichte gespannt!

Am Feiertag gab es eine lokale Regatta

Großer Aufwand für das Foto-Shooting zum VW “Neo”

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Petri Dank

Haus auf den Klippen

Beeindruckende Felsformation am Cabo de la Nao

Die Sonne ist gerade – leider hinter Wolken – aufgegangen, da sind wir auch schon unterwegs, um unseren Weg nach Süden fortzusetzen. Die Nacht war ziemlich unruhig, eine doofe Welle kam 90° zum Wind, und damit auch seitlich auf den Kat zu, und hat ihn immer hin und her geschaukelt. Jetzt ist leider gar kein Wind, wir motoren zum Cabo de la Nao, bewundern die schönen Häuser auf den Klippen dort. Petra und ich würden uns auch mit dem traditionell spanischen Baustil anfreunden, wenn nur die Aussicht gut ist, Volker dagegen zieht die Anwesen in dem modernen hellen Stil vor.

Spanien oder New York?

Ebenfalls unter Motor geht es zunächst an der Costa Blanca entlang, schon vor Benidorm beginnen die Bausünden mit den Hochhäusern oder schrecklich eintönigen Appartmentanlagen. Benidorm selbst ist ja schon wieder speziell mit seinen architektonisch ausgestalteten Wolkenkratzern, so ein bisschen, als läge New York an der spanischen Küste.

Der erste selbstgefangene Fisch

Seit dem Cabo de la Nao ist die Angel draußen, wenn hier so viele Fischer rumfahren, muss doch auch bei uns mal einer anbeißen. Gerade wollen wir anfangen zu segeln, da ruft Petra: „Schau mal, die Angel…!“. Wir holen die Angelschnur ein, schnell, schnell, es ist aber nicht schwer, schon wollen wir uns auf eine Enttäuschung gefasst machen. Und siehe da, hat doch ein kleiner Thunfisch angebissen, wer weiß, wie lange wir den schon mitgeschleppt haben, den armen Kerl, er ist schon ziemlich fertig. Nun gießen wir ihm einen Schluck Gin hinter die Kiemen, Volker nimmt ihn auf der Badeplattform aus und Petra filetiert den Fisch anschließend für den abendlichen Grill. Na das ist ja was, unser erster selbstgefangener Fisch auf der Hexe!

Glücklicherweise frischt danach der Wind auf, wir können Segel setzen, und fahren auf Amwindkurs weiter. Hinter dem Boot tauchen Delfine auf, gut, dass wir die Angel eingezogen haben, nicht auszudenken, wenn so einer anbeißen würde, wie schrecklich! Außerdem sind das riesige Tiere, offensichtlich auf der Jagd, denn sie haben keine Lust, mit den beiden Katamaran-Rümpfen zu spielen, was die Delfine sonst immer gerne machen. Die Hexe wird immer schneller , sobald der Wind mit mehr als acht Knoten weht, springt sie an und läuft und läuft.

So schön empfängt uns der Ort

Getigerte Mama- mit schwarzen Kinder-Katzen

Ferienhäuser

So erreichen wie doch noch die Illa de Nueva Tabarca, das hatten Petra und ich heute morgen als Etappenziel ausgesucht, aber nach der Flaute am Vormittag schon gar nicht mehr erhofft.  Um halb sieben fällt der Anker vor der Insel, wir schalten noch die Elektronik und die Motoren aus, Ankerlicht und Courtesy Lights zum Heimkommen an, und schon sitzen wir im Beiboot, um neues Land zu erkunden.

Schnorchler im klaren Wasser

Die Kirche

Nueva Tabarca ist nicht ganz zwei Kilometer lang und an der breitesten Stelle 380 m breit, das können wir locker erkunden. Wir binden das Beiboot an dem Steg eines geschlossenen Restaurants an, und beginnen den Rundgang durch das Dorf. Als erstes fällt uns auf, wieviele Katzen hier leben, vor allem ganz schwarze wie unser Mikesch, und ein paar getigerte. Sie sind auch nicht unterernährt, weil – leider – sehr viel Müll herum liegt, die Tonnen laufen über, aber auch der Plastikdreck fliegt überall herum, sogar an den zahlreichen Stränden. Die Kirche, Peter und Paul gewidmet, wird gerade für über 600.000 € renoviert, man kann sie nicht besichtigen. Das Wasser ist sehr klar, ein Paar ist trotz der späteren Stund am Schnorcheln, ich vermute, dass sie Seeigel suchen.

Der Leuchtturm von Tabarca

Bald ist Sonnenuntergang

Die Saison ist vorbei, vielleicht kommen tagsüber und am Wochenende noch ein paar Touristen auf die Insel, jetzt sind alle Kneipen und Restaurants geschlossen, nur vereinzelt laufen ein paar Menschen herum, oder gehen mit Hunden spazieren. Wir laufen noch zum anderen Ende der Insel bis zum Leuchtturm, der auch gerade das Licht angemacht hat. Die Vegetation besteht aus Hartholzgewächsen mit Nadeln wie Rosmarin und Kakteen, aber selbst diese sind halb vertrocknet. Trotzdem ist es schön hier, fernab der Lichter, die nun drüben am Festland angegangen sind. Still ist es hier.

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Agua de Valencia

Montag, 9. Oktober 2017, Baro 1014, wolkig, später sonnig, warm, Wind NW um 2, später S um 4
Valencia 109:45 – vor Denía 16:45, 39 sm

Wir haben einen schönen letzten Abend in Valencia verlebt, nachdem die Kinder ab- und Petra angeheuert hatte. Kurz entschlossen hat Volker für den Abend doch im La Otra Parte reserviert, glücklicherweise, da am Montag Feiertag in Valencia ist, war am Abend, entgegen zu sonstigen Sonntag Abenden, die Hölle los. Alle Restaurants waren gut besetzt, auf uns wartete bei den besten Tapas von Spanien schon ein Tisch für drei, und die Bedienungen haben sich alle gefreut, dass wir wieder einmal vorbei gekommen sind (Telefonnummer für Reservationen per WhatsApp 96.355.05.99). Unsere Lieblingsbedienung hat sich gleich erkundigt, wo denn unsere Kinder sind, und war ganz traurig, dass sie schon nach Hause mussten. Almodova, so heißt sie, hat Kunstgeschichte studiert, findet aber in Spanien keine Arbeit, also geht sie kellnern. Das machen leider wohl ganz viele Intellektuelle, nicht gut.

Vor dem Ca la Mar

Nach dem Abendessen sind wir noch für einen Spaziergang durch das hinten dran gelegene Viertel  gelaufen, haben die Empfehlung der Kinder ausprobiert und im Ca La Mar ein letztes Glas getrunken. Leider hat es mit dem Spanisch nicht so richtig geklappt, ich hatte mich erinnert, dass wir einen „XXX de Valencia“ trinken sollten, und bestelle das, der Ober sagt noch „Copa de Valencia“? „Ja“, sage ich, „mit Weißwein?“, fragt er, ich zucke nur die Schultern, wenn er meint…

Was kam, war ein trockener Weißwein, gut, aber anders als beschrieben. „Agua de Valencia“ hätten wir bestellen müssen, nächstes Mal.

Gestern Nachmittag hatten noch zwei Motorboote neben uns festgemacht, mit estischen Flaggen, Volker hat die bereits alkoholisierte Crew mittags schon mit Mengen alkoholischer Getränke weggehen sehen. Leider hatten sie offensichtlich diese Getränke bereits verinnerlicht, als wir gegen Mitternacht zum Boot zurück kamen, und es wurde sehr laut nebenan. Vor allem kam ein halb bekleideter Käptän und richtig laute schreckliche Humtata-Musik aus fetten Lautsprechern. Volker hat sie dann mal zurechtgewiesen, dass sie gerne ihre Musik drinnen abspielen können, aber dann bitte die Türen zumachen sollten. Haben sie auch brav gemacht, draußen war sowieso noch viel Lärm von den anderen Feiernden. Nachts um drei riss der Kapitän der Motoryacht mal wieder in Badehose die Arme hoch und röhrte wie der berühmte Hirsch, aber glücklicherweise ging das vorbei. Und heute morgen, als wir gegen 09:00 Uhr ablegten, hatten die Jungs auch schon wieder Bierflaschen in der Hand und am Mund, sensationell!

Delphine voraus

Wir sind zum Harbour Office gefahren, haben die Liegeplatzgebühren bezahlt und sind nach Süden motort. Nachdem wir zum ersten Mal seit dem Ablegen in LGM Delphine gesehen haben, die aber leider nur ganz kurz geblieben sind, kam auch der Wind, und wir konnten nach Süden kreuzen. Jetzt liegen wir vor Denía vor Anker und genießen die Aussicht.

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Crewwechsel

Cornelias Zahn hat uns im Nachhinein noch ganz schön auf Trab gehalten. Am frühen Freitag Abend fing es mit Nachblutungen aus der Wunde an, die sich bis gestern Mittag hingezogen haben. Seitdem ist die Capitania wieder innerlich dicht und alle halbwegs entspannt.

Heute Morgen war leider der Abreisetag der Kinder, eine Woche Ferien geht so schnell vorbei. Heute Abend kommt unsere Freundin Petra an Bord, für sie einen Katamaranpremiere. Seglerisch ist sie mit vielen Wassern gewaschen.

Samstag Mittag hat auch der Carrefour Supermarkt unsere Einkäufe geliefert. Zwei volle Einkaufswagen haben wir eingekauft, damit der “Vorratskeller” für die weitere Reise zu den Kanaren gut gefüllt ist. Der Tiefkühler und die Backbordbilge sind jetzt gut gefüllt. Nicht, dass wir da jetzt ab morgen nonstopp hinsegeln. Nur Segeln geht auch garnicht, zumindest nicht rund-um-die-Uhr. Der Wind, der Wind, der macht uns Sorgen für das weitere Vorankommen und in uns sträubt sich alles, auf Teufel komm raus unter Motor die Restmeilen abzuspulen. Es gibt jedoch ein wenig Grund zur Hoffnung, ab Ende nächster Woche soll ein beständiger Ostwind einsetzten. Die verschiedenen Vorhersagequellen sind sich einig. Es ist aber noch ein paar Tage hin und die Unsicherheit bei Windvorhersagen über fünf Tage ist relativ hoch. Wir behalten das im Auge

Gerade bin ich aufs neu angekommene Nachbarschiff gesprungen. Die esteponische Mannschaft ist mit Rum, Wodka und Massen von Bier zu einem Riesenbesäufnis aufgebrochen und die Mooringleinen waren nur über die Klampen ge-, aber nicht belegt. Der Motorkahn kam immer näher an unseren Katamaran heran. Mit einem beherzten Sprung bin ich sicher auf der eingezogenen Gangway gelandet, hab die losen Leinen dichtgeholt und belegt. Ich bin mal gespannt, was das heute Nacht für ein Spektakel wird. Morgen soll die Reise weitergehen, nächster Anker-Etappenstop soll Denía sein, das gut 50 Meilen entfernt im Südosten liegt. Ich stell mich mental schon mal auf Motorfahrt ein.

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Fahrradcity

Heute war unser erster Ausflugstag in die drittgrößte Stadt Spaniens. Valencia hat einiges zu bieten. Zuerst einmal für die Segler, der Hafen selbst ist groß, vom Hafeneingang bis zum Ende des Hafenbeckens sind es sicher über 1,5 Kilometer. 2007 wurde der America’s Cup in Valencia ausgetragen. Es war die 32. Auflage dieses geschichtsträchtigen Wassersport-Spektakels und wurde souverän von dem Schweizer Alinghi-Team gewonnen. Noch immer ist dieser “Spirit of Tradition” auf der Hafenmeile spürbar.

Nicht nur der Hafen ist groß, die ganze Stadt hat gigantische Flächenausmaße und um in die Altstadt zu kommen, muss man schon die Metro oder den Bus nehmen. Nicht weit vom Yachthafen entfernt befindet sich das Wissenschafts- und Kunstzentrum mit dem meereskundlichen Ozeaneum. Die futuristisch-verspielte Architektur und die schiere Größe dieser Gebäude lassen die Bilder der Sydney Opera geradezu klein erscheinen. So etwas haben wir vorher noch nie bestaunt, eine umwerfende Architektur, die dem Betrachter geboten wird, die uns sprachlos macht. Wir waren mit dem Fahrrad die knapp fünf Kilometer dorthin geradelt und haben uns über die gut ausgebauten Fahrradwege gefreut. Ganz Valencia ist mit zweispurigen Fahrradwegen durchzogen und Fahrradfahren ist eine echte Freude, auch viele geführte Stadtrundfahrten, werden mit dem Drahtesel angeboten. Noch nie habe wir eine Stadt gesehen die so konsequent für den Fahrradverkehr konzipiert wurde.

Davon ab hat heute die Capitania ihren “bösen” Zahn gezogen bekommen. Mit dem Behandlungsniveau von GYB Dental war sie mehr als zufrieden und mit 50 Euro war die Zahnextraktion günstig. Den Zahn haben wir jetzt mit an Bord, vielleicht kleben wir ihn vor den Mast. Es gibt eine alte Seglersage, dass das Glück bringen soll und abergläubisch sind die Wassersportler fast alle..

Gestern kurz nach dem Festmachen stand Überraschungsbesuch hinterm Boot. Rolf mit Ehefrau Cerstin kamen zu einem Stipp-Besuch. Rolf haben wir über unseren Segelfreund Harald in Bizerte kennengelernt und er hat unseren Reiseweg über Vesselfinder und unseren Blog verfolgt. So kam es zu dem überraschenden Wiedersehen. Die beiden sind nicht auf dem Wasser, sondern mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg, um in Marokko zu überwintern. Wir haben uns mehr als gefreut und ein paar nette gemeinsame Stunden an Bord verbracht. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder auf der Strecke bis Gibraltar.

Sandkunst am Strand

Der Spätsommer legt sich zurzeit mächtig ins Zeug und bei Temperaturen bis 29 Grad fühlt man sich eher an den Hochsommer erinnert. Und auch in den nächsten 14 Tagen soll der Wetterfrosch ganz oben auf der Leiter bleiben und die Jacken können getrost im Kleiderschrank auf den nächsten Einsatz warten. So soll es sein, so soll es ruhig bleiben, wir genießen jeden sommerlichen Tag. Morgen geht es mit unserem “bordeigenen Führer” in den alten Teil von Valencia, wir sind gespannt.

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Vor Anker

Lütten Vogel hat uns am Anfang ein Stück begleitet

Während wir hier rum dümpeln, machen mal wieder Arztgeschichten die Runde. Es wird aus dem Nähkästchen geplaudert, mit welcher Fadengröße man die beste Wundnaht machen, oder welche Kuriositäten einem im Berufsalltag schon begegnet sind. Bewegungsstudien werden angestellt, Allegra ist ganz klarer Spitzenreiter im Glieder verbiegen. Cornelia und ich haben eher eine Altersstarre, zumindest im Gliederverrenken.

Leonard probiert die Möglicjkeiten

Familiengespräche eben und wann hat man schon mal soviel Zeit mit den Kindern zusammen. Nur Larissa und Johannes fehlen. Seit wir Barcelona am Sonntag verlassen haben, gab es noch keinen Hafenaufenthalt. Nonstop zusammen, fast nonstop an Bord.

Frühstück an Deck

Gestern Abend haben wir einen kleinen Landausflug unternommen und den malerischen historischen Ortskern von Peñiscolà erkundet. Der Kern selbst ist von meterdicken Mauern umgeben und stammt aus der Zeit von 1.000 v. Chr, und gehörte im Laufe der Zeit den Kathargern, den Phöniziern, den Griechen, den Römern und den Arabern. Ganz oben thront ein Kloster, das von den Templern erbaut wurde, im schlichten Stil, trotzdem neben der Alhambra eines der meist besuchten Bauwerke Spaniens. Davon merken wir nicht mehr so viel Anfang Oktober…

Kastell mit Leuchtturm

Direkt nebenan ist der Leuchtturm und just als wir darauf zugingen, nahm das Leuchtfeuer seine allnächtliche Arbeit auf. Gerne hätten wir mehr Zeit in Peñiscolà verbracht, das uns mit seiner Architektur sehr an Calvi auf Korsika erinnert hat. Überhaupt kann man die Segeleigenschaften unserer Outremer garnicht genug loben. Am Wind segeln, mit guten Tagesetappen und Geschwindigkeiten ist eine Freude.

Segeltechnisch war heute ein echter Supertag, der thermische Seewind hat sehr früh eingesetzt und uns schönen segelbaren Wind beschert. Bei 11 Knoten wahrem Wind lief das Schiff bis zu 8,3 Knoten hoch am Wind und das „bretteben“, also gerade ohne Krängung.

Die neue Angel zum ersten Mal im Einsatz

Jeden Abend, so gegen 20 Uhr geht der der Seewind schlafen, trotz Luvküste können wir auf sandigem Untergrund sicher ankern. Noch fehlen uns gut 25 Seemeilen bis zu unserem nächsten Etappenziel Valencia.

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Irgendwo

Lautsprecherdurchsagen hallen über das vom Mondlicht beschienene Wasser. Eine aufgeregte männliche Stimme versucht anscheinend in seiner Funktion als Entertainer in einem strandnahen Club das Publikum zu erheitern. Eine Fledermaus fliegt mit hellen Piepstönen aufgeregt um unser Boot. Am Heck plätschern hin und wieder leise kleine Wellen, die sich an unserem ankernden Schiff brechen. Ansonsten ist es still, kein Auto, keine nächtlichen Schwärmer am Strand. Der Mond steht dreiviertel voll vorm Bug.

Der heutige Segeltag ist längst passé. Es war eines dieser Segelerlebnisse, die haften bleiben, die Eindruck machen, die etwas ganz Besonderes sind. Ein konstanter leicht Wind aus Südost hat heute den Kat zum Laufen gebracht. Die Wasseroberfläche war dabei spiegelglatt. Ruhiges Wasser, schnelle Fahrt = viel Freude, bei allen an Bord. Gesegelt wurde bis zum frühen Abend, 54 gesegelte Seemeilen standen am Ende des Tages auf der Logge. Mittlerweile sind die Luft und das Wasser so warm, das Leonard und ich noch ein paar Meter ums ankernde Schiff geschwommen sind. Eine Freude bei 23 Grad Wassertemperatur.

Nur die arme Capitania kann einem wirklich leid tun, seit drei Tagen hat sie Zahnweh. Ein Backenzahn, um genauer zu sein, der schon zum Ziehen im Oktober vorgesehen war. Morgen wollen wir jetzt ‘ne Zahnklinik in Valencia suchen, um den Eingriff vorzuziehen.

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Barcelona – unsere Stadt

Kein Thema wird in den. letzten beiden Tagen, medial so aufgebauscht, wie die Wahl zum Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien. Nur mal ganz ehrlich, selbst hier in der Hauptstadt Barcelona merken wir von alldem wenig. Wir haben gerade bei Spiegel.de gelesen dass es über 337 Verletzte gibt, wir sind geschockt. Sogar Gummigeschosse seien in Barcelona eingesetzt worden. Heute Nachmittag sind wir stundenlang durch die verschiedenen Altstadtviertel gebummelt, auch am Justizpalast vorbei. Das Leben hier geht seinen Gang, gestern gab es ein fantastisches Konzert im Rahmen des “Jazz and Food“-Festivals, mitten in der City, das Baceloneta-Viertelsfest fand seinen lautstarken Höhepunkt mit einem mittelalterlichen Knall- und Feuer-Spektakel, und Touristen flanieren weiterhin in Massen durch die Gassen.

Wähler stehen friedlich Schlange vor den Wahllokalen, zumindest dort, wo wir vorbeikamen. Von den ganzen Presseaufregern ist nichts zu spüren. Wir haben mit einigen Spaniern oder, wenn man so will, Katalanen gesprochen, und jeder hat uns mehrfach glaubhaft seine absolut pazifistische Grundhaltung und die der ganzen Bewegung versichert. Egal ob Austrittsbefürworter oder Gegner. Wenn über irgendetwas in diesem Zusammenhang ausführlich berichtet werden müsste, ist es meines Erachtens über das Versagen sowohl der Führung der Madrider Regierung, als auch der katalanischen Regionalregierung, im Vorfeld und jetzt, um den seit langem schwelenden Konflikt zu verhindern. Die sind mit ihrer Sprachlosigkeit, Arroganz, Machtgehabe und Sturheit schuld an der vertrackten Situation. Die Menschen werden nur vor deren Karren gespannt. Soweit der kleine Politikexkurs,  ab morgen geht es wieder ganz unpolitisch mit dem Blog weiter – nur das musste mal raus.

Wie gesagt, es ist viel los in meiner “Lieblingsstadt”, in den Cavabars wird gefeiert und von der Dachterrassenbar des Museo des Catalunya hatten wir einen fantastischen Blick über die hell erleuchtete City. Barcelona ist beispielsweise eine der Städte, in der wir  beide für eine Weile leben könnten; der Lebensrhythmus der Stadt liegt uns. Viel Spaß beim Anschauen der Bilder und wer noch nicht hier war, bekommt einen hoffentlich positiven ersten Eindruck von Barcelona.

von der Dachterrasse

Die Geisterbahn

Regen am Sonntag

Hutmacher

Der furchterregende Drache

In der Bar

Hähnchenbraterei mitten auf der Gasse

Leihfahrräder

Konzert

Der Hubschrauber ist bis nächsten Sommer verpackt

im Schuhladen

Gothik außen…

… und innen

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