Meditatives Mittelmeersegeln

mit einem Hauch von Wind aus Süd stand am Montag auf dem Programm. Zwischen 4 und 6 Knoten zeigt der Windmesser an, das entspricht gerade mal rund 7-11 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit. Nicht viel für unsere ca. 9 Tonnen schwere „Hexe“, aber glücklicherweise doch genug, um mit 3,5 bis 5 Knoten dahinzuschippern.

Genussvolles Segeln bei prallem Sonnenschein, das beste dazu, die See ist spiegelglatt. Die sonst sonntäglichen Motorbootausfahrer sind wohl zurück an ihrem Arbeitsplatz, nur einmal schickt ein motorender Großsegler unangenehme Wellen zu uns, die uns heftig rollen lassen.

Manchmal ist die Freude des Segelns, gerade bei wenig Wind, größer als bei viel Wind. Segeln wird dann filigran, die optimale Segeleinstellung immens wichtig und der perfekte Feintrimm wirkt sich entscheidend auf den Vortrieb aus.

Die Segel stehen gut getrimmt, werden dabei optimal vom Wind umströmt. Beim Spiel mit den Schoten geht es um wenige Zentimeter, Feinfühligkeit und ein gutes Auge sind gefragt. Der erfahrene Blick erkennt rechtzeitig Windböen an der Kräuselung der Meeresoberfläche und sieht auch andererseits die Stellen an denen das Meer reglos rumwabbert und kein Wind herrscht. Alles geschieht natürlich extrem langsam, nichts schnell. Doch gerade beim Schwachwindsegeln ist man nie tatenlos, weil es eben jene beschriebenen Windreher und Änderungen in der Windgeschwindigkeit gibt. Zumindest dann nicht, wenn man segelnder Weise vorankommen will. Mal ändert sich der Wind, dass plötzlich alle Segel einfallen, nur um gleich darauf wieder so zu drehen wie vorher. Oder es raumt der Wind auf einmal und man kann die Schoten fieren oder ein paar Grad mehr nach Luv rauskitzeln. Gerne wird diese Art des Segelns und der optimalen Segeleinstellung mit einem gut gestimmten Instrument verglichen. Es ist aber noch mehr, mit einem gut gstimmten Instrument kann eine Zeitlang gespielt werden, ohne nachstimmen zu müssen. Mit einem gut getrimmten Schiff hält das nicht so lange. Zu oft ändert sich die Windrichtung oder -stärke, gerade bei leichter Brise. Jedenfalls sind wir vorgestern bestens gestimmt und getrimmt nach Antibes gesegelt, und hatten während des Segelns richtig Spaß daran.

Und das ist doch wichtig!

(Man kann sich die Dinge auch schönreden!)

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Heute gehen wir braden

Nein, ich hab mich nicht vertan, und wollte es mit Rumpelstilzchen halten und morgen brauen, etc., aber gestern abend haben wir beim gemeinsamen Grillen verabredet, dass Dorothee und ich zu der Braderie nach Juan-les-Pins gehen. Und weil ich keine Lust hatte, 3 km zur Bahn zu laufen, und Volker nicht sooo lange alleine bleiben wollte, sind wir einfach mit der Hexe nach Juan-les-Pins gesegelt (zurück, hin sind wir motort), haben dort geankert und Volker hat mich mit dem Beiboot an Land gebracht.

Braderie ist der Schlussverkauf zum Ende der Saison, das haben wir letztes Jahr schon in St. Tropez gelernt, alle Läden stellen die nicht verkaufte Ware des Sommers vor die Tür und verkaufen alles zu kleinen Preisen. Wobei „klein“ relativ ist, je nachdem, was das gute Stück ursprünglich mal gekostet hat. Dorothee hat schon ihren Spezialladen, zu dem sie jedes Jahr geht, und schlägt zu, hat am Ende eine ganze Tüte Klamotten für wenig Geld. Ich kann mich nicht entscheiden, bei dem einen ist der Preis zwar richtig, aber ich zweifle an der Qualität, das andere Kleid ist zu klein, das dritte trotz Reduktion noch zu teuer. Tatsächlich braucht man auf einem Segelboot auch keine große Garderobe, im Sommer tagsüber möglichst wenig Stoff, abends ein nettes Kleidchen, in der kälteren Jahreszeit ist man beim Segeln sowieso unkenntlich in Ölzeug verkleidet, abends reicht eine schicke Strumpfhose zu Rock und Longsleeve. Außerdem ist der Kleiderschrank zuhause in Darmstadt auch noch voll, und wenn auf dem Boot etwas ausgemustert werden muss, kann ein anderes Stück aus der Heimat beim nächsten Mal mit an Bord kommen.

Nur, dass ich schon wieder einen Schuh verloren habe, ärgert mich. Hatten wir doch auf Formentera meine Sandalen als Fender fürs Beiboot benutzt, und eine leider nicht richtig festgebunden, sodass sie nach dem Spaziergang nicht mehr da war. Jetzt hatte ich meine Bootsschuhe gewaschen, und zum Trocknen an die Seite ins Cockpit gestellt. Und wunderbarerweise ist ein Schuh spurlos verschwunden! Der linke ist da, der rechte musste noch etwas länger trocknen, und ist offensichtlich bei irgendeiner Aktion über Bord gegangen. Blöd! Besonders, wenn man als Frau Schuhgröße 44 hat, da macht nämlich Schuhekaufen nicht so viel Spaß. Das fiel mir wieder ein, als ich mit Dorothee im Schuhladen nach zierlichen Sandalen für sie schaute, und sie meinte, diese würden mir bestimmt auch stehen. Da brauche ich gar nicht nach zu fragen, bei 41 hören Damenschuhe einfach auf.
Aber es hat doch Spaß gemacht, durch die Läden zu ziehen, die zum Teil echt abgefahrenen Hemdchen und Kleidchen und Täschchen und Armbändchen, etc. zu bewundern. Das teuerste Stück war ein wunderschönes bodenlanges Abendkleid mit Schleppe, aus rotem Samt und schwarzer Spitze, runtergesetzt von 6.000 auf 1.000 €. Schnäppchen!

Übrigens, heute morgen ist die Karawane mit den schönen alten Segelbooten weiter gezogen, in einer Regatta nach St. Tropez, wo ab heute die Voile de St. Tropez beginnt, eine der größten Klassikerveranstaltungen im Mittelmeer. Vielleicht schauen wir uns das nächste Woche auch mal an.

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Wer sagt, dass man immer segeln muss

Wettfahrt der Schönen

Wettfahrt der Schönen

Seit 8 Tagen sind wir in Cannes und es zieht uns so irgendwie gar nicht weiter. Selbst unser deutscher Stegnachbar aus Köln fragte uns heute morgen, ob wir nicht für eine Tagesfahrt oder ähnliches mal auslaufen wollen. Nein, wollen wir nicht. Uns gefällt diese Art zu leben und Cannes im besonderen. Eigentlich wollten wir nochmal nach Korsika und Elba segeln, nur dazu fehlt einfach der Wind und Lust auf eine lange Motorfahrt hat keiner von uns. Über 100 Motorstunden seit Mai sind mehr als genug, auch wenn viel Motorzeit beim Ankern oder der Hafenanfahrt draufgeht. Entweder es weht in den nächsten Tagen oder Wochen ein passender Wind mit der nötigen Stärke und der richtigen Richtung, oder wir schippern halt weiter hier in der Gegend rum. Alles ist gut!

Mit dem Wind ist das im Moment jedenfalls folgendermaßen – tagsüber, so ab 12 Uhr, weht ein thermischer Seewind, der gegen 16 Uhr seine größte Stärke erreicht und kurz vor Sonnenuntergang ist dann wieder Schluss mit lustig. Nachts herrscht seit einer Woche totale Flaute, bei sternenklarem Himmel. Schön zu sehen, unpraktisch zum Segeln.

Gestern war der perfekte Tag, mit dem thermischen Wind, für phantastisch schöne Photos und Filmaufnahmen, von den Régates Royales in Cannes. Wir haben die Starts von allen Wertungsgruppen angeschaut, spannende Wendeduelle an der Kreuz gesehen und zum Schluss den Vorwindgang auf der Zielgeraden verfolgt.

bisschen kurz, der Mast

bisschen kurz, der Mast

Wer denkt, dass die Boote, nur weil sie alt sind, bei der Regatta geschont werden, der irrt sich. Und manchmal wird das Material auch kräftig überstrapaziert und es gibt, wie auf dem Photo dargestellt, Bruch. Da bekommt der eigentlich gutgemeinte Leitspruch für Segler, „ich wünsche Euch Mast-und Schotbruch“ gleich ’ne ganz andere Bedeutung.

Cornelia hat vom gestrigen Ausflug auf die Regattabahn einen neuen Film zusammengeschnitten und den gibt es hier zu sehen. Erstmals hat sie in dem Film einzelne Fotos eingearbeitet.

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Ins Wasser gefallen

So schön im Sonnenschein

So schön im Sonnenschein

Bedrohlich wirkend, ziehen immer mehr dunkle Gewitterwolken über Cannes auf. Ein erstes Gewittergrollen ist in weiter Ferne zu vernehmen, der Wind frischt auf, und ein paar Regentropfen fallen vom verdunkelten Himmel. Ich bin allein unterwegs mit unserem Beiboot, Cornelia hat es vorgezogen, im trockenen Boot zu bleiben. Der Start zur zweiten Wettfahrt, der Regates Royales de Cannes ist erst vor wenigen Minuten erfolgt. Aufgereiht wie an einer unsichtbaren Perlenschnur, streben die Yachten der Luvtonne, durch den Winddruck mit ordentlich Schräglage, entgegen. Die Mannschaften sitzen sozusagen als lebendes Gewicht auf der Luvkante und wirken der Krängung entgegen. Es liegt was in der Luft an diesem zweiten Wettkampftag. Wetterbedingt. Der Wind frischt auf, der Regen wird stärker. für mich wird es Zeit, das Beiboot zu wenden und Kurs auf den sicheren Hafen zu nehmen. Zu groß ist das Risiko, bei einem möglichen Motorausfall hilflos abgetrieben zu werden. Trotz Paddel, denn die sind bei viel Wind wirkungslos. Leider gibt es von der Segelaction diesmal keine Bilder, ich hatte schlichtweg nichts zum Fotografieren dabei.

Nico ist auch hundemüde

Nico ist auch hundemüde

Kurz nachdem das Dinghy sicher vertäut am Steg liegt, öffnet der Himmel vollends seine Schleusen und der Wind heult im Mast. Draußen auf der Regattabahn wird es jetzt hoch hergehen, Segel müssen gerefft-, leichte Vorwindsegel eingeholt werden und die Segler werden sich wohl hektisch das Ölzeug überziehen, um den Elementen zu trotzen. Für uns im Hafen hat diese Wetterturbulenz diesmal keine Auswirkungen. Wir liegen lesend auf den Salonsofas und sind froh, gerade nicht unterwegs zu sein. Bis in die frühen Abendstunden hält der Wetterspuk an und gegen 7 Uhr machen wir uns auf in die Stadt. Ein letztes Abendesssen mit Annett und Patrick in einem Super-Fischrestaurant steht an, bevor die beiden nach Hause fahren.

Wie???
Volker geht ins Fischrestaurant???

Gurkensalat einmal anders

Gurkensalat einmal anders

Ja, auch das gibt es, aus Liebe zu Cornelia und aus Freundschaft zu den beiden. Aber was esse ich da? Es gibt ein Fleischgericht und ein vegetarisches Menü für die Fischverweigerer.  Als ausgewiesener Fleischesser bin ich vegetarischen Gerichten gegenüber „von Hause aus“ skeptisch eingestellt. Trotzdem liest sich die fleischlose Variante interessanter als das frankreich-übliche „Steak avec Frites“. Und ich muss sagen, das gestrige Essen im Astoux war der Knaller. Als Vorspeise gab eine Art Gurkensalat in der Mitte des Tellers, umrahmt von Kartoffel-Sahne-Schaum rundherum, und Zwiebeln mit Dill on Top, das Ganze kalt serviert. Der Hauptgang war ein Risotto mit geräucherten Tomaten, umrandet von Mozarellaschaum, krass klasse.  Immer wieder kam mir  beim Essen dieser Köstlichkeiten der Spruch von Martina in den Sinn, „Fleischlos, aber nicht reizlos“.

Ein Gruß aus der Küche, Meerschnecken und selbst gemachte Mayonnaise

Ein Gruß aus der Küche, Meerschnecken und selbst gemachte Mayonnaise

Der hat in dem Fall den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen. Abschließend bermerkt, war auch die Fisch- und Meeresgetier essende Fraktion mehr als zufrieden mit ihren ausgewählten Speisen.

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Gut Holz!

img_2891Hoch und runter, hoch und runter, unser kleines Beiboot bockt wild in den bis zu einem halben Meter hohen Wellen, in der Bucht von Cannes. Fähren, Motoryachten und nicht zuletzt der Wind selbst, verursachen eine kurze steile Welle, die uns zwischendurch am Sinn unserer heutigen Mission zweifeln lässt. Wir wollen unnedingt die Regattayachten aus nächster Nähe, bei ihrem ersten Wettkampftag im Rahmen der Regates Royales Cannes, live auf der Regatttabahn filmen. Leicht gesagt, schnell gedacht. Vom sicheren Ufer aus schien die mit großen gelben Bojen ausgelegte Wettkampfbahn ganz schön weit weg. Von unserem 2,7 Meter langen Beiboot, in dem man sitzend eine Augenhöhe von nur ungefähr einem Meter hat, sah es aus, als wären die Holzklassiker auf weit entfernter hoher See unterwegs. Egal, wir gaben unserem 6 PS Außenbordmotor die Sporen und mit Rauschefahrt ging es durch die „Wellenberge“ weit raus auf die Regattabahn. Noch gerade rechtzeitig, bevor die „Elena of London“ als derzeit Führende mit knappem Abstand an uns vorbeirauschte, dicht gefolgt von der zweitplazierten „Cambria“.

imgp0044Beide Schiffe lieferten sich ein packendes Wendeduell und die Crews an Bord hatten reichlich Arbeit mit den Segeln. Kurze Zeit danach griff noch als Dritte im Bumde die „Moonbeam IV“ in das Duell um die Führung ein. Eigentlich ein wenig abgeschlagen, wagte deren Skipper einen kühnen Schlag, raus aus dem Windschatten der nahen Iles des Lerins und wurden dafür reichlich entlohnt.

Wir ließen noch ein, zwei weitere hübsche klassische Yachten passieren, bevor wir uns auf den holprigen Heimweg zum Hafen machten. Immer darauf achtend, die Fotoausrüstung vor dem salzigen Nass zu schützen.

img_2957Es ist soooooo schön, diese Segelgiganten aus längst vergangenen Zeiten über das glitzernde Wasser des Mittelmeers gleiten zu sehen, dass einem ganz warm ums Herz wird, angesichts von soviel Schönheit und Anmut. Zum Teil sind diese segelnden Riesen mehr als hundert Jahre alt und muten dank engagierten Eignern an, als hätten sie gerade die Werfthalle verlassen. Viel Spaß mit unserem ersten Video von der Regates Royales de Cannes.

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Doppelt gespannt

Wiedersehen mit der Croisette in der Abendsonne

Wiedersehen mit der Croisette in der Abendsonne

Larissa und Johannes sind gestern Morgen mit dem Airlinerbus zum Flughafen gefahren und nach Frankfurt zurückgeflogen. Die 12 gemeinsamen Tage sind schnell vorbeigegangen, wir haben viel gesehen und noch mehr unternommen. Irgendwie sind Abschiede nicht so ganz mein Ding, Wiedersehen schon eher. Deswegen wechseln wir mal gamz schnell Thema.

Mehrere große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Morgen findet das große Hafenfest im hiesigen Port Pierre Canto in Cannes statt. (Es hat nicht geklappt mit dem Liegeplatz im Vieux Port, aber hier in dem anderen Hafen von Cannes ist es auch sehr schön.) Viele kleine weiße Ausstellungszelte säumen den Parkplatz, eine Bühne ist aufgebaut und ein großes Schwimmbecken mit Wasser gefüllt. Es gibt nur rudimentäre Hinweise darauf, was es so an Programm gibt. Wir sind sehr gespannt.

In der Bucht von Cannes werden die Regatten gesegelt

In der Bucht von Cannes werden die Regatten gesegelt

Die zweite Veranstaltung sind die Régates Royales Cannes vom 18. – 25. September. Eine Regatta für klassisch-traditionelle Holzyachten, die zahlreiche segelnde Schönheiten in das historische Hafenbecken von Cannes gelockt hat. Ab Dienstag wird gegeneinander gesegelt. Die Windprognosen lassen auf spannende Wettkämpfe hoffen. Titelsponsor der Veranstaltung ist die Uhrenmanufaktur Panerei. Wir wollen uns die Wettkämpfer vom Wasser aus anschauen und hoffen, einen günstigen Ankerplatz dicht bei einer Boje zu finden, die die Regattateilnehmer runden müssen.

So viele Holzschönheiten, glänzend mit Klarlack versiegelt, mit klassischem Segelplan, sieht man selten so dicht beieinander, und wir freuen uns total, dass diese Veranstaltung gerade jetzt, wenn wir in Cannes sind, stattfindet. Was für ein schöner Zufall! Dazu gibt es für die See(h)leute an Land ein Rahmenprogramm mit maritimen Verkaufsständen aller Art und Livemusik. Wir sind sehr sehr gespannt.

Palme mit Fruchtständen …

Palme mit Fruchtständen …

… und die Früchte am Boden

… und die Früchte am Boden

Ja, und gestern Abend waren wir mit Patrick und Anett so richtig lecker Essen und natürlich trinken. Ich hatte meine bis dahin leckerste Entenbrust mit Kartoffelbrei und einer dunkel glänzenden dickflüssigen Soße, superlecker.

Es war für mich auch der erste Abend mit langer Hose und langärmeligen Longsleve, seit gefühlt einer halben Ewigkeit. Während tagsüber die Sonne noch gut vom Himmel ballert, fällt nach Sonnenuntergang die Quecksilbersäule deutlich. Keine Angst, von richitg kalt ist das noch weit weg, aber 20 Grad mit Wind fühlen sich einfach kühl an.

Heute hatten wir Besuch von Mohammed und Dorothee, die wir vor ein paar Monaten in Villeneuve-Loubet kennen- und schätzengelernt haben. Zusammen sind wir ins hochgelegene Altstadt-/Künstlerviertel von Cannes marschiert und haben dort lecker Kaffee getrunken, ein Museum besucht bei heutigem freien Eintritt, einer Hochzeit in der Kirche zugeschaut, anschließend zur Happy Hour ins Pub und danach zum gemeinsamen Abendessen zurück an Bord.

Achtung Kunst: Halbmond, Kreuz, Judenstern – FRAGILE

Achtung Kunst:
Halbmond, Kreuz, Judenstern – FRAGILE

Hochzeitsdeko

Hochzeitsdeko

Dekorierter Gang im Museum

Dekorierter Gang im Museum

 

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Wer Cannes, kann

15. September 2016, Donnerstag, Baro 1008, sonnig, warm, Wind Südwest
Baie des Anges 11:10 – Cannes 13:30, 11,1 sm

Das Meer ist noch unruhig

Das Meer ist am Morgen danach noch unruhig

Das war ja ein Gewitter heute nacht! Wir sind froh, dass wir uns rechtzeitig in die Marina verkrochen haben, ab 01:30 fängt draußen das Gewitter an, es blitzt und es regnet, und der Wind kommt. Noch hält die Regenplane das aus, und wir können einige Fenster zumindest gekippt offen halten. Um 03:15 geht es dann richtig los, die Plane ist wie eine große Segelfläche, und muss ganz schnell weg, alle Fenster müssen zugemacht werden, dadurch wird es drinnen noch wärmer und draußen pfeift der Wind und die Blitze zucken, und es gibt ein paar, nicht zu viele, aber dafür heftige Donnerschläge.

Um 05:00 Uhr ist der Zauber vorbei, man kann an Schlaf denken, wie durch ein Wunder ist der Wind weg, und man hört im Boot nur noch die Wellen, die natürlich draußen immer noch sind, und hier in der gut geschützten Marina leise ans Heck plätschern.

Piniennadeln schwimmen in den Pfützen

Piniennadeln schwimmen in den Pfützen

Morgens scheint die Sonne, die ganze Marina liegt voller Kiefernnadeln und in den kleinen Vertiefungen am Boden haben sich riesige Pfützen gebildet. Nach Frühstück und einem kurzen Schnack mit Dorothee legen wir ab, Richtung Cannes. Die Wellen sind immer noch ordentlich und der Wind sehr böig, aber segelbar.

Wir quälen uns bis Cap d’Antibes, mehr motorend als segelnd, danach ist alles gut, wir können wunderbar segeln, leider nimmt der Wind zu, je weiter wir uns Cannes nähern, mit dem vielen Seitenwind wird das ein spannendes Anlegemannöver werden. Irgendwie sind die auch absolut unterbesetzt in der Marina, nicht nur ich, auch andere Boote rufen mehrfach „Cannes Port“, ohne jedoch direkt eine Antwort zu erhalten. Aber irgendwann hat der Hafenmeister ein Einsehen und antwortet über VHF, wir sollen an die Westseite des H-Stegs gehen und uns dort einen Platz suchen. Wir nehmen den Liegeplatz, der am weitesten zu der Stadt liegt und uns somit am geschütztesten erscheint, Die Anfahrt ist nicht ganz einfach, wird aber gemeistert, und bald sind die Leinen fest.

Der rote Teppich in Cannes

Der rote Teppich in Cannes

Der Besuch beim Hafenmeister lässt mich wieder einmal wütend rausgehen: Der ältere Hafenmeister hat meine Anfrage für ein paar Tage freundlich entgegengenommen und uns einen Platz zugesichert, und der jüngere, der sich schon mal als Ekel geoutet hat, will uns den Platz nur für eine einzige Nacht zugesagt haben. Vielleicht ist er ja ein Deutschenhasser, oder ein Macho, oder ich erinnere ihn an eine frühere Freundin, die ihn verlassen hat…, jedenfalls ist es schon auffällig, wie er sich uns gegenüber verhält. Vielleicht habe ich morgen früh beim Bezahlen Glück und ein anderer hat Dienst, ansonsten versuchen wir unser Glück halt anderswo. Eigentlich würden wir aber gerne ein paar Tage hier in Cannes bleiben, zumal für die nächsten zwei Tage Regen und Starkwind vorausgesagt sind, und man hier vieles machen kann, ins Museum gehen z.B. oder die Pastis überfallen, oder oder…

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Segel- und Wandertag

Sonnenaufgang über dem Flügel

Sonnenaufgang über dem Flügel

Montag war Cornelia, wie berichtet, für einen Tag in Darmstadt und ist spät abends wohlbehalten wieder zurück an Bord gewesen. Während ihrer Abwesenheit ist mir ein Badevergnügen durch Feuerquallen schmerzhaft verleitet worden. Der linke Oberarm ist betroffen und selbst noch 48 Stunden danach juckt es unangenehm.

rote Streifen am Oberarm

rote Streifen am Oberarm

Leider habe ich unwissenderweise versucht, die Nesselfäden der Qualle mit Süßwasser abzuwaschen, was, wie ich jetzt gelesen habe, grundsätzlich falsch ist und die Nesselzellen zum Platzen bringt. Das Beste ist lt. dem allwissenden Internet, die Stellen mit Salzwasser abzuwaschen oder einfach Sand oder Rasierschaum auf die roten Stellen aufzutragen, diesen trockenen zu lassen und, mit einem Rasierer oder einer Kreditkarte, die Nesseln abzuschaben.  Ich versuche also schön, meine Hände still zu halten und nicht zu kratzen.

Idylle

Idylle

St. Honorât

St. Honorât

Das Kloster

Das Kloster

Gestern sind wir gegen Mittag zu den den Lerininseln vor Cannes motort und haben den Nachmittag mit Schwimmen, Schwimmen und nochmal Schwimmen verbracht. Denn es war warm, sehr warm sogar und der Sprung ins diesmal quallenfreie Nass eine Wohltat. Abends haben wir dann bei einem kleinen gemeinsamen Rundgang mit Johannes und Larissa sowie Patrick und Annette von der Pastis die Insel umrundet. Das geht einfach und ist, bei ca. 4,5 Kilometer Gesamtweg mit bester Aussicht, ein Vergnügen für alle.

Am frühen Abend haben wir dann die „Sicherheitsgrenze“ vom Lotusgrill erreicht und überschritten. Grund waren relativ fettige leckere Rinds- und Lammwürstchen, bei denen soviel Fett in die innere Schüssel getropft ist, dass sich dieses an dem heißen Kohlebehälter entzündet hat. Kurze Stichflammen waren die Folge, die aber glücklicherweise an sich folgenlos blieben. Nach dem Runterregeln der Luftzufur war dann auch Schluss dem Flammengezüngel.

Da ab heute Abend Gewitter mit Starkwind angesagt sind, haben wir heute früh den Anker gelichtet und bei frischem Segelwind, abermals unseren Kurs auf Villeneuve-Loubet abgesetzt. Nach knapp über zwei Stunden kamen wir im gut aufgeheizten Hafenbecken an, und haben erst mal ein spätes Frühstück im Cockpit eingenommen.

Madonna an der Ecke

Madonna an der Ecke

Zeichen am Haus

Zeichen am Haus

Bäckerszeichen

Bäckerszeichen

Um die Mittagszeit rum ging es frohen Mutes per Pedes in Richtung Antibes. Ein Wanderweg führt direkt am Meer und an den Stränden entlang in das historische Zentrum von Antibes. Ok, Wanderweg ist vielleicht übertrieben, Weg an einer viel befahrenen Straße trifft es eher. Aber direkt am Meer entlang bleibt stehen. Nach sieben Kilometern gab es eine kleine und wohlerwanderte Erfrischung im Irish Pub und eine anschließende Altstadtführung für die beiden Youngsters.

Leckereien

Leckereien

Fahrrad, aufgehängt

Fahrrad, aufgehängt

tschechisches Mofa

tschechisches Mofa

Da der gemeinsame Wille fehlte, den gleichen langen Weg zum Boot zurückzugehen, wurde der Zug als Transportmittel auserkoren. Mit der freundlichen Hilfe einer Bahnbediensteten konnten wir am Automat die Tickets kaufen. Nur Nico musste schwarzfahren, weil Zugtickets für Hunde am Automaten nicht verkauft werden, dafür musst man an dem Schalter mit der langen Schlange Menschen davor anstehen.

Die Bahn kam, wie sollte es anders sein, (oder ist das jetzt übertrieben?) mit bahntypischer Verspätung an. Der ganze Zug sah aus wie „bei Hempels unterm Sofa“, und war auch technisch unter aller Kanone. Der Sitz, auf dem wir saßen, war nicht fest in seiner Halterung, so hatten wir eine Art Schaukelbank. Und die Bremsen ruckelten so sehr, dass alle Fahrgäste immer misstrauisch in die Runde guckten, wenn der Zug langsamer wurde. Wir waren froh, nach zwei Stationen aussteigen zu können.

Jetzt sitzen wir mit hochgelegten Wanderfüßen wieder auf unserer Hexe, und warten auf das versprochene Gewitter. Bilanz des heutigen Tages, 12 Seemeilen gesegelt, 10 Kilometer gewandert – Seglerbiathlon!

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Hundedramen

Was für ein Schreck gestern Abend! Nach dem Abendessen waren Larissa und Johannes anlässlich ihres zweiten Jahrestages einen romantischen Cocktail trinken, in St. Tropez nicht ganz billig, na, dann halt nur einen, und sind anschließend noch auf einen Plausch zu uns in den Irish Pub gekommen.

Go-Go-Girls

Go-Go-Girls

Auf dem Heimweg schauen wir an einem der „In-Spots“ drei gestylten go-Go-Girls zu, die zur Animation der Gäste durchs Lokal und davor tanzen. Der kleine Marokkaner (?) von der Trommlertruppe hat die Rhythmen allerdings noch mehr im Blut und seine Bewegungen wirken authentischer als die der Mädels. Trotzdem fotografiere und filme ich, was das Zeug hält, bis mich eine schreckensbleiche Larissa holt, „Der Nico ist gebissen worden und blutet am linken Auge!“

Mit einigen Servietten aus dem Thai-Restaurant versuchen wir zunächst, die Blutung zu stillen. Larissa nimmt angesichts der Hundesituation all ihren Mut und all ihr Schulfranzösisch zusammen und geht zu den herumstehenden Polizisten, ob sie uns einen Veterinär nennen können. Die drei Gendarmen kommen auch dazu, haben ebenfalls Tücher organisiert und Telefonnummern von Tierärzten und -kliniken, aber dort melden sich nur die jeweiligen Anrufbeantworter.

verletzt!

verletzt!

Wir schaffen es, die Blutung zu stillen, Nico verhält sich dabei erstaunlich ruhig und lässt Volker gewähren. Deswegen gehen wir anschließend zum Boot, nicht ohne uns vorher bei den freundlichen Gendarmen zu bedanken. Das obere Augenlid istverletzt, daher hat es geblutet, aber das Auge selbst ist in Ordnung, er kann auch damit sehen. An Bord werden noch die wildesten Theorien aufgestellt,was passiert ist und wie, und was wir jetzt tun – schließlich ist morgen Sonntag – bis wir alle endlich einschlafen.

Medizinauswahl

Medizinauswahl

Heute morgen haben wir mit Wolfgang, „unserem“ Tierarzt aus Formentera, der unseren Nico schon einmal hervorragend behandelt hat, Kontakt aufgenommen. Ich wusste, dass er auch sonntags für die Sorgen seiner meist vierbeinigen Patienten und deren Herrchen oder Frauchen ein offenes Ohr hat. Und es dauerte keine fünf Minuten, da bekam ich auf meine sms eine Antwort. Welche Augentropfen wir Nico geben können und dass wir auch ein Antibiotikum geben sollen. Das hat schon mal alle an Bord beruhigt, danke, Wolfgang!

Wer kann diesen Augen widerstehen?

Wer kann diesen Augen widerstehen?

Leider kratzt der Hund sich auch, nicht an den Augen, aber am ganzen Körper, und wir können nicht feststellen, warum. Er badet doch immer im Salzwasser, wir dachten, da könnten sich keine Parasiten ansiedeln, weil die bei jedem Meerbad abgetötet werden. Heute mittag, nach einem wunderschönen Badestopp zwischen den Isles des Lerins stellt Larissa fest, dass einige wohl doch überleben, jedenfalls fanden wir im Fell Tiere, die da nicht hingehören! Auch das noch! Der arme Hund, nicht nur, dass er ein lädiertes Auge hat, jetzt hat er auch noch Flöhe! Das Floh-Halsband hat er jetzt schon an, morgen wird auf ganzer Linie zurückgeschossen, da muss Exspot auch noch drauf.

In der Marina ist eine große Oldtimer-Ausstellung.img_2723 img_2722 img_2720 img_2713 img_2699

Oldtimer in der Marina, einer schöner als der andere

Oldtimer in der Marina, einer schöner als der andere

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Inselabschied und Wiedersehn mit St. Tropez

unterwegs auf staubigen Pfaden Foto: Johannes Emich

unterwegs auf staubigen Pfaden
Foto: Johannes Emich

Steilküste, erarbeitet Foto: Johannes Emich

Steilküste, erarbeitet
Foto: Johannes Emich

Nachdem wir, Larissa, Johannes, Patrick von der Pastis, und ich, nahezu die gesamte Insel Porquerolles am Donnerstag mit ausgeliehenen Fahrrädern erkundet und (fast) umrundet hatten, war gestern für die muskelverkaterten Beine der tapferen Radfahrer ein Ruhetag unter Segeln angesagt.

Agave auf Porquerolles Foto: Johannes Emich

Agave auf Porquerolles
Foto: Johannes Emich

Ausblicke

Ausblicke

Ein kurzes Fazit, Porquerolles ist nicht nur wunderschön, grün und vielseitig, sondern auch sehr hügelig. Mit steilen Anstiegen zu Aussichtspunkten wie dem Leuchtturm, dem Semaphor, der Mühle und dem Inselosten. Insgesamt, bei  30 Grad, ein anstrengend-schönes Erlebnis mit Fernsicht und einem kleinen Badestopp in einer Bucht.

Die Ankerbucht vor dem Ort

Die Ankerbucht vor dem Ort

Gestern war dann, wie eingangs erwähnt, ein Beinruhe- und dafür Segeltag. Bei leichtem Wind und ganz ruhigem Meer kreuzten wir zusammen mit einigen anderen Segelbooten  in Richtung St. Tropez. Jedenfalls für eine ganze Weile, bis der unbeständige Mittelmeerwind sich mal wieder leider entschieden hatte, eine Atempause einzulegen. So ging das dann den Rest des Weges und des Tages, Wind da – Motor aus, Wind weg – Motor an.

gestrandet :-((

gestrandet :-((

Einige Meilen vor St. Tropez hatten wir in einiger Entfernung eine große gestrandete Segelyacht entdeckt, die, halb versunken, an der steinigen Felsenküste auf ihre Bergung wartet. Kein schöner Anblick, man fragt sich, welches Drama sich dort wohl abgespielt hat, und was die Ursache war, die dazu geführt hat.

Vor acht Uhr abends sind wir, das letzte Stück des Weges komplett motorend, in St. Tropez angekommen. Trotz beginndender Nebensaison ist der Hafen gut gefüllt. Nach dem üblichen Aufklaren mit anschließendem Anlegebier brachen wir zu einem ausführlichen Altstadtbummel mit Kneipenstopp auf. Auch die pittoresken Gassen waren gut gefüllt mit See(h)leuten aus der ganzen Welt. Larissa und Johannes waren sehr von der nächtlichen Schönheit von St. Tropez angetan.

Bunte Leckereien Foto: Johannes Emich

Bunte Leckereien
Foto: Johannes Emich

Samstag ist in St. Tropez Marktag, der Veranstaltungshöhepunkt am Ende der Woche für Einheimische und Touristen. Auf dem großen Marktplatz findet man alle leckeren Dinge, aber auch Kleider, Stoffe, Hüte, Gürtel, selbst lebensgroße Hundestatuen.

Man(n) ist dort natürlich nicht alleine, dicht an dicht flaniert man an den reichhaltigen regionalen Warenangeboten vorbei.

Bilder sagen an der Stelle mehr als Worte.

Oliven … Foto: Johannes Emich

Oliven …
Foto: Johannes Emich

noch mehr Oliven… Foto: Johannes Emich

noch mehr Oliven…
Foto: Johannes Emich

Salamis in allen Variationen… Foto: Johannes Emich

Salamis in allen Variationen…
Foto: Johannes Emich

noch mehr Salamis … Foto: Johannes Emich

noch mehr Salamis …
Foto: Johannes Emich

Obst… Foto: Johannes Emich

Obst…
Foto: Johannes Emich

… und bunte Stoffe Foto: Johannes Emich

… und bunte Stoffe
Foto: Johannes Emich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Morgen geht es weiter, an der Côte d‘ Azur entlang nach Villeneuve Loubet. Cornelia fliegt am Montag ab Nizza für einen Tag nach Deutschland, morgens hin und abends wieder zurück.

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