Donnerstag 27. Januar 2022
24-Stunden-Etmal um 12:00 Uhr: 214 sm (Insgesamt 774)
Barometer 1020, Sonne/Wolken-Mix, Wassertemperatur 22,3 Grad,
Wind NE 13-27 Knoten, See bewegt bis ca. 2,5 m, Temperatur ab Sonnenaufgang angenehm warm, und nach Sonnenuntergang ist es auch nicht mehr kalt und feucht!
In der Nacht haben wir uns wieder im ca. 2-Stunden-Rhythmus abgewechselt, bei dem Kurs muss ziemlich präzise gesteuert werden, vor allem, wenn der Wind plötzlich böig wird und unverhofft zunimmt. Da ist so eine Fernbedienung für den Autopilot schon sehr angenehm, deshalb passen wir auch gut darauf auf, und sehen zu, dass sie immer rechtzeitig wieder aufgeladen wird. Ebenso wichtig ist ein IPad oder Telefon, das mit den Bordinstrumenten gekoppelt ist, und auf dem Windeinfallswinkel, Windstärke und Kurs des Bootes abgelesen werden kann. Mit diesen technischen Hilfsgeräten lässt sich das Boot jederzeit angemessen steuern.
Der Morgen beginnt deutlich entspannter als die letzten Morgende. In den kleinen Stunden, den petits heures, wie die Franzosen die letzten Nachtstunden nennen, bevor die Sonne aufgeht, war der Wind stabiler, so konnte auch Volker während seiner letzten Wache die berühmten Zehn-Minuten-Schläfchen halten. Dann die Routine, Wetterberichte, Positionsmeldung, Logbuch, Intermar-Runde. Diesmal ist Uwe, der die Kurzwellen-Funkunde heute morgen wieder moderiert, viel besser zu verstehen. Er hat wieder einen Wetterbericht für uns vorbereitet, von dem ich die entscheidenden Eckdaten verstehe, obwohl ich offensichtlich in der Runde kaum zu hören bin. Liebe Intermarrunde, herzlichen Dank für Euer wertvolles Engagement.
Anschließend wollen die Brötchen gebacken werden, gut, dass man Hefeteig ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren kann, ich hatte beim ersten Mal so viel Teig gemacht, der reicht noch bis morgen. Heute gibt es leckeres Rührei zum Frühstück, schließlich sind 48 Eier mit auf die Überfahrt gekommen, die müssen irgendwann gegessen werden. Danach ist eher entspannte Bordroutine angesagt, mit Aufräumen, Putzen, Ordnen, Duschen, Lesen. Wir versuchen, aus den Tiefen des Wetterhoroskopes unsere Strategie für die weitere Routenplanung herauszulesen.
Danach gehen wir wieder in den bordalltägliche Rhythmus über, der wachhabende Fernbedienungs-Steuermann beobachtet den Windwinkel und die Windstärke, die Freiwache kümmert sich um die alltäglichen Dinge, und darf lesen oder schlafen. Recht einsam ist es hier auf dem Atlantik, wie leergefegt, seit wir die Kanaren im Osten hinter uns gelassen haben. Lediglich ein Gastanker aus Amerika kreuzte in einiger Entfernung unseren Weg und die französische Segelyacht Chloe die wir heute als ein AIS-Signal auf unserem Kartenplotter entdeckt haben und die auch in die gleiche Richtung unterwegs ist.
Schon wieder ist ein schöner Segeltag vorbei, mit genügend Wind, Sonne und Wolken und sogar ein bisschen Nieselregen.
Barometer 1021, Wolkenfelder mit sonnigen Abschnitten, Wassertemperatur 21,2 Grad,
Wind NE 319-27 Knoten, See bewegt bis ca. 2,5 m, Temperatur ab Sonnenaufgang angenehm warm
Es war eine unruhige Nacht. Der Wind hatte zugelegt auf 20-29 Knoten, dazu eine schaukelige Welle, die 2-3 Meter hochgeht. Bei jeder kleinen Böenfront drehte der Wind vorteilhaft,nach links, sodass wir südlicher fahren konnten.
Die Hexe fliegt los,es folgen endlose Surfs, die Logge zeigt 17 Knoten an. Wild tanzend geht es durch eine sternenverzauberte Nacht. Bei diesem Hexenritt ist an Schlaf fast nicht zu denken, aber wir müssen auch daran denken, dass wir nicht auf einem Sprintrace sind, sondern dass dieser Törn eher ein Marathon ist.
Die Taube hatte ja den Steuerstand zu ihrem Schlafort auserkoren, aber in den ganz frühen Morgenstunden fängt Volker sie mit einem beherzten Griff ein und trägt sie hinunter ins Cockpit. Dort bekommt sie wieder Wasser hingestellt, das sie auch ganz gierig trinkt, und ein bisschen altes Körnerbrot. Zuerst bleibt Hannelore, so hat Cornelia sie genannt, ganz hinten unterm Tisch und steckt sogar den Kopf unter den Flügel, aber später finden wir sie auf der gepolsterten Bank. Am Vormittag macht Volker die Zeltplanen in Lee weg, als wir das nächste Mal nach ihr schauen, war Hannelörchen auf und davon. Hoffentlich findet sie wieder ein Boot zum Ausruhen in der Nacht. Fazit: Tauben eignen sich nur bedingt als Haustier, besonders die Toilettenhygiene lies bei Hannelore zu wünschen übrig.
Es hatte noch einen anderen Grund, dass Volker die Taube von der Steuerung entfernt hat, zwischen 0500 und 0600 Uhr erhält die Hexe ihr wohlverdientes erstes Reff ins Großsegel. Das ging unblutiger als gedacht, nur die Ruderanlage hat plötzlich gesponnen, es kam eine Meldung auf dem Bildschirm, die man aber so schnell gar nicht lesen konnte und dann reagierte das Ruder nicht mehr! Dabei wollten wir jetzt doch wieder auf unseren Ausgangskurs zurück, nachdem Reff 1 in das Groß gebunden worden war. Volker hat das Boot dann mit den Gashebeln gedreht, das ging gut. Kurz danach funktionierte alles wieder, da hatte der Autopilot offensichtlich mit Arbeitsniederlegung gedroht, falls er weiter unter solchen Bedingungen seinen Dienst tun soll.
Danach ist es für uns deutlich entspannter, die Bewegungen des Bootes werden angenehmer. Klar, die Surfs werden weniger krass, aber die Welle schlägt auch nicht mehr ganz so arg gegen die Rümpfe. Wir schlafen bis in den Vormittag.
Heute morgen hatte ich wenigstens schon einen Kaffee getrunken, und war dabei, die Brötchen fürs Frühstück nett geformt aufs Backblech zu legen, da kommt Volker von einer seiner morgendlichen Joggingrunden ums Boot, die gleichzeitig so eine Art Inspektion der Boootsdetails sind, zurück, und sagt: Eine Naht am Großsegel hat sich auf ca. 40 cm aufgescheuert, das müssen wir richten! Oh! Nicht schon wieder was zum Reparieren!, denke ich, halte aber lieber die Klappe. Ich schaue mir die Stelle auch mal an, Volker sagt, dass sie sich an den Lazy Jacks aufgescheuert habe. Klar muss das repariert werden, keine Frage.
Als erstes wird Volker die Stelle wieder zusammen nähen, das ist natürlich eine Sysiphus-Arbeit, weil er, nach reiflicher Überlegung, das Segel nicht bis zu Reff 2 herunterlassen, sondern es in dem gespannten Zustand nähen will. Macht ja Sinn. Also sticht er von der einen Seite des Segels die Nadel durch, muss dann vorne um den Mast herum auf die andere Seite laufen, die Nadel herausziehen, in das nächste Nahtloch stecken und wieder zurück um den Mast zur anderen Seite.
Bei der ersten Hälfte des Risses kommt Volker mit seinen 1,90 m noch dran, bei der zweiten Hälfte muss er den Werkzeugkasten als Schemel benutzen, mit akrobatischen Haltungen, um die Schiffsbewegungen auszugleichen . Auf Anraten von Freund Matthijs aus Hoorn, der für uns bei seinem Segelmacher professionellen Rat eingeholt hatte, kleben wir mit Silikonkleber über die Naht ein Stück Segelstoff. Glücklicherweise hatten wir noch ein paar Stücke Segeltuch aus Dacron für solche Reparaturzwecke dabei. Nach über 3 Stunden ist die Reparatur erledigt.
Jetzt haben wir endlich Zeit, die Schönheit des Meeres zu bestaunen und die typischen watteähnlichen Passatwolken zu bewundern. Danach schiebt die Capitania ihre selbsthergestellten Brötchen in den Ofen und nach ein paar Minuten zieht ein verführischer Duft durchs Boot.
Nach dem Frühstück war es bereits 14 Uhr, Zeit, sich um die Mails, die täglichen Wetterberichte und das Logbuch zu kümmern, und auch ein Mittagsschläfchen war drin, denn die Nacht war doch arg kurz.
Um 16:30 ist wieder Intermar-Funkrunde, leider kann ich wieder nicht viel verstehen, nur Silvia aus Fuerteventura kommt glasklar rüber. Seltsam!
Zum Abendessen gibt es Geschnetzeltes mit Steinpilz-Sahne-Soße und Bandnudeln. Danach schreiben wir noch ein paar Mails und SMS, und schon wieder ist ein erfüllter Tag auf dem Meer rum.
24-Stunden-Etmal um 12:00 Uhr: 176 sm, 12-Stunden Etmal von 12:00 24:00: 113 sm
Barometer 1020, Wolkenfelder mit sonnigen Abschnitten, Wassertemperatur 20,7 Grad,
Wind NE 3 30 Knoten, See bewegt bis ca. 2 m Wellenhöhe, Temperatur ab Sonnenaufgang angenehm warm
Die Windvorhersage war korrekt, pünktlich um 05:00 Uhr höre ich, wie der Motor schweigt, die Genua ausgerollt wird, wir segeln bei um die 16 Knoten Wind, fast auf der Kurslinie von 260°.
Bis 7 Uhr soll ich noch weiter schlafen, sagt mein Skipper, er könne jetzt eh noch nicht schlafen, er müsse erst mal schauen, wie sich das entwickelt..Da lass ich mich nicht zweimal bitten. Und dann hab ich doch tatsächlich verschlafen, erst um halb acht werde ich wach.Jetzt darf Volker schlafen, Segelstellung und Kurs sid in Ordnung, ich übernehme die Wache. Wie jeden Moren heißt es, die Eckdaten wie Barometer, Wind etc. ins Logbuch einzutragen, eventuelle Ereigniss in der Nacht aufzuschreiben, Wetterberichte einzuholen, Mails czu hecken etc.
10:00 UTC eginnt die tägliche Funkrunde von Intermar, heute hatte sich Bernd von der Hulluporo mit mir verabredet, dass wir uns zehn Minuten früher auf einer anderen Frequenz treffen, das hat leider nicht geklappt, auch von Intermar habe ich fast nichts verstanden, und wurde auch nur von ganz wenigen in mieser Qualität gehört. Dabei hatte Uwe aus Lanzarote extra einen Wetterbericht für uns vorbereitet, den ich aber halbwegs verstehen konnte, in großen Zügen zumindest.
Am vorigen Abend hatte ich vergessen, den Hefeteig für die Brötchen anzusetzen, das hole ich jetzt nach, aber obwohl wir ja eher Spätstücker sind, hätte das nicht mehr ausgereicht, denn der Hefeteig muss ja gehen und nicht eilen. So gibt es Fleischkäse mit den Resten von gestern, in der Pfanne warm gemacht, auch gut.
Bald danach wird der Wind immer leichter, wir setzen unseren Code D, das Leichtindsegel, aber das schlägt so bei den diffusen Wellen und dem immer weniger werdenden Wind, dass wir es kurz danach wieder einrollen, die Motoren starten, und das Großsegel ebenfalls bergen. Beim Auftuchen des Segels hat Volker die Stelle gefunden, wo sich eine kleine Schraube herausgedreht hatte, die wir dann an Deck fanden. Das Gewinde greift nicht mehr, aber glücklicherweise haben wir eine ähnliche an Bord, die hatte nämlich ein ungewöhnliches Gewinde. Und weil wir schon mal dabei waren, hat Volker am Vorliek des Großsegels noch ein paar Stellen gefunden, an denen sich das Schutzband gelöst hatte. Diese Stellen wurden auch noch repariert, es mussten mit einem ganz dünnen Bohrer feie Löcher gebohrt werden, damit man überhaupt mit einer Nadel durchkommen kann.
Als wir damit fertig waren, frischte der Wind auf, wir ziehen das Großsegel wieder hoch, rollen die Genua aus, da sehen wir schon die White Horses, die Wellen haben weiße Schaumkronen.und sind höher geworden. In kurzer Zeit werden aus den weißen Pferdchen eine Herde ausgwachsener Zuchthengste. Natürlich hat inzwischen auch der Wind aufgefrischt, in Spitzen weht er mit an die 30 Knoten, und die Hexe surft die Wellen runter mit um die 12, manchmal auch über 15 Knoten Fahrt. Wir reffen die Genua, erst nur ein bisschen, dann noch ein bisschen, und überlegen, ob wir vor der Nacht besser doch ein Reff ins Großsegel binden sollten. Das macht natürlich nicht so richtig viel Spaß, wir müssen das Boot gegen den Wind drehen, bei diesem Wellengang schaukelt dabei selbst ein Katamaran nicht mehr angenehm. Also schauen wir auf den scheinbaren Wind und die Refftabelle von Outremer, und beschließen, dass wir nicht reffen müssen.
Am Abend kocht Volker Kartoffelsuppe mit Fenchel zum Essen, ich versuche, neue Wetterberichte über die Funke zu bekommen, schreibe ein paar Mails. Nach einem späten Abendessen wird es langsam Zeit, dass wir uns für die Wache abwechseln und der jeweils andere ein bisschen schlafen kann.
Und wir haben Besuch bekommen! Mitten hier auf dem weiten Meer ist heute Nachmittag eine Taube auf unserem Dach gelandet. Sie trägt einen Ring, und ist auch nicht wirklich ängstlich, offensichtlich an Menschen gewöhnt. Zuerst haben wir ihr ein kleines Einmachglas mit Wasser hingestellt und ein paar Müsliflocken auf das Dach gestreut. Das Wasser hat sie dankbar getrunken, blieb aber weiterhin auf dem windigen Dach sitzen. Wir hatten ja inzwischen 6-7 Beaufort. Irgendwann hat sie sich hinter den Gashebeln am Steuerstand niedergelassen, immer noch auf der Luv-Seite.
Und da sagen sie alle, man müsse auf eine Atlantiküberquerung ganz viele Bücher mitnehmen, oder Kreuzworträtsel, oder Strickzeug, weil man nichts zu tun hätte.
Was für ein Quatsch!
Tag 2, Montag 24. Januar 2022
24-Stunden-Etmal um 12:00 Uhr: 161 sm
Barometer 1021, sonnig, im Südosten bewölkt, Wassertemperatur 19,4 Grad, Wind NE 12-14 Knoten ab 0300, See ruhig, Temperatur ab Sonnenaufgang angenehm warm
In der Nacht werde ich um 03:00 Uhr wach, denn plötzlich wird der Motor leiser, und schließlich ganz ausgeschaltet. Wir segeln! Bei um die 14-15 Knoten geht es mit 6,5 Knoten zügig voran, und ist es sehr angenehm, dass wir ohne Motor deutlich leiser unterwegs sind. Am Morgen übernehme ich die Wache ab 06:30 Uhr, ab 09:00 Uhr sind wir an dem Verkehrstrennungsgebiet zwischen Gran Canaria vorbei, nun sind nur noch kleine Boote im AIS zu sehen, die großen Frachter sind nach LasPalmas gefahren.
Wir fahren nahe genug an Gran Canaria vorbei, dass wir tadellose Internetverbindungen haben, wir können noch einmal in Ruhe alle Wetterberichte und Windvorhersagen checken. Am Ende haben wir entschieden, dass wir, solange der Wind so leicht ist, am besten die kürzeste Strecke nehmen, das ist zwar eher unkonventionell, aber wir wollen es probieren.
Um 10:00 Uhr höre ich in die Intermar-Runde hinein, leider bin ich nicht gut zu verstehen, weil die Berge von Gran Canarias Süden die Verbreitung der Wellen gestört haben, das wird sich in den nächsten Tagen ändern, wenn wir auf dem großen Meer sind ohne störendes Land ;-))
Für kurze zehn Minuten schiebt der Motor um 11:00 wieder mit, ehe wir wieder segeln können und nach einer Halse auf Kurs 230 Grad gehen. Laut Wetterbericht erwartet uns spätestens ab morgen früh eine stabile Windlage, um 11 Uhr scheint die Brise sich schon zu stabilisieren, bei über 16 Knoten Wind sind wir immerhin mit 7,5 Knoten Fahrt unterwegs.
Die Schönheit hält sich, wir frühstücken entspannt im Cockpit, für heute hatten wir noch Brot von gestern, das ich nur aufbacken musste. Und zwei Croissants waren auch noch da. Ab morgen mache ich uns die Brötchen selber, wir haben ganz viel frische Hefe, außerdem Trockenhefe und Backpulver in Mengen, mit denen wir in der Karibik locker eine Bäckerei aufmachen könnten.
Anschließend haben wir die zusätzlichen Solarpanele ausgepackt und ins Trampolin gelegt, weil Volker Bedenken hatte, dass die Solarpanele auf dem Geräteträger am Heck die Batterien nicht genügend aufladen, wenn wir segeln, weil doch ein paar Verbraucher an sind, vor allem der Autopilot, die Instrumente und der Kühlschrank. Anschließend haben wir in weiser Voraussicht, bei der jetzt eher ruhigen See, jeweils zwei Kanister Diesel in die beiden Tanks gefüllt. Direkt danach, ca. 14:00 Uhr, wurde der Wind auch wieder schwächer, so motoren wir wieder übers leere leere Meer. Ganz hinten in der Ferne ist noch ein bisschen Land von Gran Canaria zu erahnen, ansonsten nur das weite blaue Meer und der ebenfalls blaue Himmel mit kleinen weißen Wölkchen.
18:00 Uhr: Inzwischen ist die See spiegelglatt, nur am Himmel sind ein paar Wolken. Doch der Wetterbericht verspricht Besserung, ab morgen mittag soll es einen schönen Wind geben, um die 15 Knoten zunächst aus Nordost, weiter im Westen dann bis 20 Knoten auffrischend. Wäre schön, also Schau’n mer mal
19:30 Uhr gibt es Abendessen, heute Frikadellen mit Bratkartoffeln und Broccoli, sehr lecker, und zu den Frikadellen das von Jana für uns gemachte Ezre (?), eine scharfe Mischung aus Zwiebeln, Paprika, Minze und Koriander – zumindest hab ich das so geschmeckt ;-)) – Danach ist es auch schon wieder stockdunkel, nur die Südspitze von Teneriffa ist noch in der Ferne zu sehen, mit den abendlichen Lichtern von Los Christianos oder den Hotels an den Buchten von Las Galletas. Leider haben uns die Delfine heute nicht besucht, nur einmal haben wir kurz ein paar Rücken in der Ferne gesehen, aber die Tiere waren wohl mit der Jagd nach Essbarem beschäftigt.
Um 22:00 Uhr ist doch tatsächlich ein weiteres Boot im AIS zu sehen! Die Annie Sellmer wird mit zehn Knoten Fahrt in vier Seemeilen Entfernung in einer halben Stunde an uns vorbei fahren, das ist ja ein aufregendes Ereignis!
Motorstunden bei der Abfahrt:
Steuerbord 466,5 h – Backbord 306,9 h Logge 13.367 sm
Wind 3 5 Knoten Ost
Mit echt deutscher Pünktlichkeit haben wir wie angekündigt am Sonntag um 12 Uhr abgelegt, genauer gesagt, um 11:57 Uhr. Alle waren sie gekommen, um uns zu verabschieden, uns eine gute und sichere Überfahrt zu wünschen, alle Freunde aus Lanzarote, mit denen wir so schöne Tage und Abende verbracht haben, natürlich auch bei unserer berühmt-berüchtigten festen Date Champagne Friday. Wir bekamen zwei Piccolo zum Trinken bei der Ankunft, Mandarinen vom eigenen Baum wegen der Vitamine, einen zu Herzen gehenden Seglerspruch von Ulrike, und ein ganz großes Gepfeife und Gehupe, als wir aus dem Hafen gefahren sind.
Wir lassen Fuerteventura an Steuerbord, in der Hoffnung, dass an der Außenkante der Insel ein bisschen mehr Wind ist, der zeigt sich zunächst leider gar nicht. Das Meer ist spiegelglatt, der Backbord-Motor läuft. Um 15:00 Uhr wird das Großsegel hochgezogen, eine leichte Thermik hat eingesetzt, später zieht sogar für kurze Zeit die Genua mit. Beim Segelsetzen haben sich ganz kurz zwei Delfine gezeigt, aber sonst haben wir leider keine Fische gesehen.
Dafür sind wir fleißig, die gestern gekauften Fleischvorräte Gulasch und Hackfleisch müssen verarbeitet werden, denn spätestens wenn wir richtig segeln können (vielleicht Montag Nachmittag) wird der Gefrierschrank ausgeschaltet, damit er nicht den von den Solarpanelen erzeugten Strom frisst. Drei Einmachgläser mit Gulasch und fünf große Gläser voller Bolognese-Sauce stehen nun in der Steuerbord-Achterkajüte bereit für diverse Abendessen. Außerdem haben wir noch leckere Bio-Fertiggerichte zu Weihnachten bekommen, und Dosen voller hessischer Wurst. Schnitzel, eine Schweinelende und Leberkäse von Lidl warten im Kühlschrank auf die Zubereitung zu den Abendessen.
Am Spätnachmittag verschwindet auch der thermische Wind wiede, um Mitternacht, sind es kaum spürbare 2 3 Knoten. So ist der erste Tag auf See ganz unspektalär zu Ende gegangen, die Alarme AIS und Radar melden, wenn ein Objekt in unsere Nähe kommt, denn die Nacht ist tiefschwarz, man sieht wohl unendlich viele Sterne, erst kurz vor Mitternacht erscheint die nur noch halbe Mondsichel am östlichen Nachthimmel.
Und nun haben wir wirklich abgelegt, Lanzarote liegt im Sonnenschein, und ganz viele liebe Freunde waren am Steg, um uns zu verabschieden. Ulrike hat uns einen schönen Seglerspruch mit auf die Reise gegeben, und alle haben uns gewunken und Fotos zum Andenken gemacht. Nun motoren wir auf dem glatten Ozean und sehen dem großen Abenteuer entgegen. Wir werden täglich von Bord an dieser Stelle berichten, und freuen uns auf die Karibik.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, uns auf unserer Reise über den Atlantik und weiter durch die Inselwelt der Karibik zu folgen. Während der Überfahrt will ich versuchen, zweimal am Tag unsere Position mit unserem Tracker YellowBrick zu senden, sodass der Fortschritt gut sichtbar sein sollte. Später werden wir nur dann eine neue Position senden, wenn wir unterwegs sind, und sich unsere Standorte verändern.
PredictWind: Karte mit Wetterdaten
Wenn Ihr also wissen möchtet, wo sich unser Boot befindet, und welchen Wind wir gerade haben, dann könnt Ihr das bei PredictWind sehen. Dort gibt es zwei Ebenen, Satellit, da kann man die Erd- und Meeresbodenflächen sehen, oder Karte, darauf werden auch die aktuellen Windkarten angezeigt, das dauert allerdings immer ein bisschen, bis die geladen sind.
Winlink-Karte mit unseren Positionen auf dem Weg nach Lanzarote
Auf einer anderen Seite, bei Winlink, sollte der Fortschritt unserer Reise ebenfalls zu sehen sein. Hier senden wir unsere Position über die Kurzwelle, diese Adresse lädt wahrscheinlich etwas flotter, allerdings ohne raffinierte Wetterdaten: Die Hexe auf Winlink
Pünktlich zum neuen Jahr haben wir mit Freunden Ulrike, Gerd und Achim einen kleinen Segelausflug und gleichzeitig eine Testfahrt gemacht. Denn vor der großen Fahrt wollten wir gerne ausprobieren, ob alle Systeme an Bord ihre Arbeit verrichten.
Und das war gut so, denn einiges musste noch eingestellt werden in den Navigationsinstrumenten. Und am Backbord-Motor ist der Temperaturfühler kaputt. Und die Logge, die Bootsgeschwindigkeit angibt, tut ihren Dienst auch nicht.
Aber draußen auf See, ganz in der Nähe des Hafens, sind wir plötzlich inmitten einer großen Delfinherde, die schönen Tiere spielen eine ganz lange Zeit um uns herum, zeigen ihre weißen Bäuche und springen aus dem Wasser.
Bei sehr wenig Wind und glatter See verleben wir einen schönen ersten Tag des Jahres auf See.
Unser Verein wird von der Potenzmittel Apotheke gesponsert. Alle Männer die leichte bis schwere Probleme mit der Potenz haben können hier Präparate wie Cialis Super Active rezeptfrei erwerben.
Sonntag, 11. Juli – Montag, 12. Juli 2021, Baro 1025, Wind vorherrschend Nord-Nordost zwischen 16 und 30 Knoten
Quinta do Lorde 11.07. 06:40 – Puerto Calero 12.07. 15:00, 304,7 sm
Der zweite Teil
Der Gennaker zieht
Nach dem ersten Frühstück hat hat der Skipper um 13:00 Uhr ausgeschlafen, der Wind hat abgenommen auf 13-14 Knoten, auch die Wellen sind etwas kleiner, dann muss natürlich sofort zuerst die Genua, dann aber auch das Großsegel ausgerefft werden. Mal sehen, wann er den Gennaker setzt. Das hätte ich vielleicht nicht schreiben sollen, denn natürlich wird zehn Minuten später der Gennaker rausgeholt und um 14:00 Uhr steht das bunte Segel, bei um die 15 Knoten Wind haben wir wieder über zehn Knoten Geschwindigkeit.
Fototermin
Leider nimmt der Wind wieder ein bisschen zu, und eigentlich sollen wir den Gennaker nur bis 15 Knoten wahren Wind stehen lassen. bis zu 14 Knoten Fahrt zeigt die Logge mit dem bunten Vorsegel an. Als Volker dann die 20 Knoten auf dem Display sieht, nehmen wir den 190 Quadratmeter großen Gennaker halt wieder weg, und rollen die Genua aus. Der Wetterbericht, den ich über die Kurzwelle geholt habe, sagt auch voraus, dass der Wind gegen Nachmittag/Abend zunehmen soll, nun passiert das vielleicht schon etwas früher. Das war halt nur ein kurzes Vergnügen, aber wenigstens konnte Ulrike ein paar schöne Photos machen.
Heute kein Anglerglück?
Der Wind bleibt beständig, wir sind unglaublich schnell. Ulrike und ich sitzen „auf der Brücke“, sozusagen am Außen-Kommandostand, und träumen und ratschen ein bisschen auf Frauenart. Eigentlich wollten wir am Abend einen frisch gefangenen Fisch essen, und Volker hat auch die Angel aus dem Vorschiff geholt, der bunte Kalmar zappelt als Köder durchs Wasser, aber noch hat kein Fisch angebissen. Dann müssen wir zum Abendessen halt doch die Reste von der Lasagne essen, vielleicht haben wir ja morgen noch Anglerglück.
Noch kein Sommer: Die Gäste mit Anorak und Mütze
Als Volker erwacht und nach oben kommt, drehen wir die Genua ein bisschen ein. Doch wir bleiben schnell, ab und zu hebt eine große Welle das Boot an, und beschleunigt es. Um 19:00 Uhr haben wir ein Halbtages-Etmal von 118 Meilen, und ab dann beschleunigt der Wind mal wieder auf gut über zwanzig Knoten, wir reffen das Großsegel. Auch die Wellen sind wieder höher, sicher zwei Meter, und es fällt ein leichter Regen. Hinter uns ist es ganz dunkel, hoffentlich kommt da nicht noch mehr Wind.
Sunset
Vor dem Abendessen drehen wir die Genua zwei Umdrehungen ein, das Boot fährt immer noch mit einer Geschwindigkeit von deutlich über zehn Knoten, die Wellen allerdings sind noch ein bisschen höher geworden, und manchmal knallt so ein Brecher ans Brückendeck und es rumpelt ganz laut. Um 21:30 ist die letzte Tageshelligkeit verschwunden, und leider wird es auch eine richtig dunkle Nacht werden, denn vorgestern war Neumond, da leuchtet uns keine gelbe Scheibe durch die Nacht. Außerdem ist es sowieso bewölkt, da hätte auch der schönste Mondenschein wenig Chancen.
Nachtwache
Das Nachtsofa wird hergerichtet, also der Tisch im Salon abgesenkt und eine große Liegewiese entsteht, wo wir alle noch ein bisschen in den Ecken sitzen können und uns die Zeit vertreiben mit lesen, rätseln oder Handy-spielen. Carl-Martin zieht sich zurück ins Bett, dann kann er sich mal so richtig ausschlafen. Etwas später geht auch Ulrike in die Kabine, um 23:30 lege mich nach unten, Volker hält Wache. Irgendwann wird es mir unten zu bunt, die lauten Wellen schlagen gegen den Rumpf, und jeden Surf des Bootes bekomme ich dort verstärkt mit. Volker gibt mir ein Stück von dem Sofa ab, hier ist der ruhigste Punkt im Boot.
Das war noch nicht die Spitze, aber bei 17 Knoten ist nie der Foto zur Hand!
Über die Kurzwelle hatte ich noch einen Wetterbericht geholt, die Gribfiles sagen, dass es so bleiben wird bis nach Lanzarote, ca. zwanzig Knoten Wind aus Nordnordost, in Böen auch mal bis dreißig Knoten. Die Wellenhöhe beträgt weiterhin ca. 2,5 m, eventuell kann es im Laufe der Nacht etwas abflauen, dann verringert sich auch die Welle. Am südlichen Ende von Lanzarote wird es ganz bestimmt ruhiger werden, schon weil wir dort im Windschatten der Insel entlang fahren, ehe wir die letzten sieben Seemeilen bis Puerto Calero werden kreuzen müssen. Aber das wird ja dann erst morgen im Laufe des Tages sein. Tatsächlich lässt der Wind ab 02:00 Uhr ein kleines bisschen nach, die Genua wird ausgerefft, aber der Wind kommt immer weiter östlich, der Windwinkel wird immer spitzer, Volker schotet das Groß enger und auch die Genua, am Ende haben wir Halbwindkurs, aber mit 16 Knoten ist das ausgesprochen angenehm, die Wellen knallen nicht mehr so und die Schiffsbewegungen werden geschmeidiger.
Beim Motoren muss der Wassergenerator eingeholt werden
Ab 04:00 lässt der Wind immer mehr nach, wir schütten das Reff aus dem Großsegel, und jetzt dreht er auch wieder auf den vorherigen Windwinkel NO, das ist dann wieder ein Raumschotkurs, aber leider reicht der Wind nicht mehr zum Segeln, bei Bootsgeschwindigkeiten unter fünf Koten motoren wir. Um 05:00 Uhr sind wir 22 Stunden gesegelt und haben 219 Seemeilen auf der Logge, das ist ein Schnitt von 10 Knoten! Natürlich versaut uns das jetzige Motoren die Durchschnittsgeschwindigkeit, aber angeblich soll ab 09:00 Uhr der Wind wieder auffrischen. Das macht der gute Wind tatsächlich schon früher, ab 05:50 können wir wieder segeln, und sind dann schneller als unter Motor. Bei 14-16 Knoten und einem Windeinfallswinkel von 140-148° segeln wir über 7 Knoten schnell. Das ist auch gut so, denn ein großes Containerschiff würde, wenn wir die geringere Geschwindigkeit von knapp über sechs Knoten beibehielten, in nur einer halben Seemeile passieren. So aber fahren wir mit einem Abstand von zwei Seemeilen vor dem Containerschiff durch.
Frühstück im Cockpit
Um 06:00 Uhr weicht im Osten die tiefschwarzer Nacht bereits einer sehr sehr zarten Helligkeit, um 06:30 kann man rund ums Boot eine klare Linie zwischen Meer und Himmel unterscheiden, und im Nahbereich sind die Wellenbewegungen sichtbar. Die Nacht ist vorbei! Das Etmal um 07:00 ist 234 sm, das entspricht, trotz der kurzen Schwachwindphase in der Nacht, einem Tagesdurchschnitt von 9,75 sm, das freut insbesondere den Skipper und Carl-Martin, und ich freue mich über die flachere See bei gutem Wind. Inzwischen sind auch unsere Gäste aus ihren jeweiligen Kabinen gekrochen, es gibt einen ersten löslichen Kaffee, und ich setze den Hefeteig für die Brötchen an. Rechtzeitig zum Frühstück fangen die ersten Handys an zu piepen, wir haben wieder ein Mobilfunk-Netz, wenn auch nur schwach, es reicht noch nicht für einen Video-Anruf mit unserer kleinen Enkelin. Wir sitzen am Frühstückstisch und alle schauen wie gebannt auf ihre Handys. Das war ja auch ein Entzug von von fast 24 Stunden!
12:30 Uhr sind wir am Leuchtturm Pechiguera, dem südwestlichsten Ende von Lanzarote, nun sind es nur noch 13 Meilen bis Puerto Calero, wo Hafenmeister Alex unseren angestammten Liegeplatz frei gehalten hat und die Marineros schon auf uns warten, um die Leinen anzunehmen. Am Südende Lanzarote ist der Wind wie vorhergesagt eher schwach, aber auf dem letzten Stück nach Calero haben wir natürlich den Wind direkt auf die Nase, wir müssen tatsächlich, wie befürchtet, das letzte Stück heftig gegenan kreuzen. Es weht so heftig, dass Volker am Ende seine Mühe hat, das Großsegel ordentlich aufzutuchen. Nun müssen alle mithelfen, die Fender zu hängen, die Leinen vorzubereiten, und den Hafen zu informieren, dass wir gleich reinkommen werden.
Angekommen, am ersten Abend.
Was für eine tolle Überfahrt, unsere schnellste längere Reise bisher, und das Gute war, dass es am Anfang anstrengend war, mit dem vielen Wind und den hohen lauten Wellen, und dass die Reise dann, im Laufe der Nacht, immer angenehmer wurde.
Kurz vor sechs Uhr sind wir beide wach, eine starke “Quinta-do-Lorde-Böe hat uns aufgeweckt, nachdem der starke Wind, der uns die letzten fünf Tage schrecklich genervt hatte, heute Nacht ein bisschen nachgelassen hatte. Sollen wir jetzt noch die halbe Stunde schlafen, bis der Wecker klingelt, oder aufstehen und einfach losfahren? Wir entscheiden uns fürs Losfahren, wecken Ulrike und Carl-Martin, und mit dem ersten Morgengrauen sind wir unterwegs.
Natürlich hat pünktlich zum Ablegen der Wind wieder ordentlich aufgefrischt, mit voller Kraft heulen die Fallböen von den Klippen.
Aber um 07:00 Uhr sind wir aus dem Hafen, das Großsegel ist im ersten Reff gesetzt und wir fliegen Lanzarote entgegen. Am Anfang sind es gut 24 Knoten Wind, einige Böen haben sogar über 30 Knoten im Gepäck, auch die Genua ist eingerollt auf Reff 1. Wir fahren im Wellenschatten der langgezogenen Isla Deserta vorbei, danach sind die Wellen wieder gut zwei Meter hoch und die Hexe läuft beständig über 10 Knoten schnell, bei einem Top-Speed von 16,8 Knoten schreien Ulrike und der Skipper vor Wonne auf. Fünf Stunden nach dem Segelsetzen liegen mehr als fünfzig Meilen in unserem Kielwasser, eine durchschnittliche Geschwindigkeit von über 10 Knoten!
Überall in der Luft ist feiner Sprühnebel aus Meerwasser, der von den weißen Schaumkronen auf den Wellen durch die Luft fliegt, wir halten die Schiebetür bis auf einen kleinen Spalt geschlossen. Die Bootsbewegungen durch die schräg von achtern heranrollenden Wellen sind enorm, man muss sich immer mit einer Hand festhalten, um nicht durch das Schiff zu fallen. Auch mein beweglicher Schreibtischstuhl am Kartentisch, auf dem ich jetzt beim Schreiben sitze, gleitet um seinen Drehpunkt und sorgt dafür, dass ich meine Bauch- und Beinmuskeln trainiere.
Um kurz nach neun Uhr höre ich Uwe von Intermar, unter anderem mit der Wettervorhersage, allerdings waren wir da noch in der Abdeckung von der Deserta und der Empfang war nicht so klar wie sonst, wenn wir auf dem großen weiten Meer unterwegs sind.
Um 10:00 Uhr gibt es Frühstück im Cockpit, sicherheitshalber auf rutschfesten Unterlagen, mit selbstgebackenen Brötchen, Rührei und Speck. Danach ist Ruhe im Schiff, fast alle legen sich zu einem kleinen Vormittagsschläfchen nieder, der Wind hat auch ein bisschen nachgelassen, es weht nur noch mit 16-19 Knoten, weiterhin aus Nordost, die Wellen werden ein bisschen kleiner, und ab und zu wagt sich ein Sonnenstrahl durch die dünne, aber ansonsten geschlossene Wolkenschicht.
Freitag, 02.07.2021, Baro 1018, klar, Wind 4 Knoten aus NW
Position 33°14’344N; 016°07’839W
06:00 Uhr, noch 13 sm bis zur Anteuerung von Porto Santo. Über uns ist ein beeindruckender Sternenhimmel, und wenn das Boot durch das Wasser pflügt, leuchten die kleinen Algen im Meer. Der Leuchtturm an der Ilheu de Cima ist schon über eine Stunde zu sehen, damit es uns nicht zu langweilig wird, ist gerade auch noch ein Frachter nach Cartagena in Columbien drei Seemeilen hinter uns durchgegangen. Wir sind immer ganz interessiert daran zu schauen, wo die großen Tanker und Frachter so hinfahren. Im AIS stehen sowohl die voraussichtliche Ankunftszeit wie das Ziel, allerdings immer in Abkürzungen, da sind Kombinationsvermögen und Geografiekenntnisse gefragt, das hier war leicht, wenn da steht CO CTG, aber gestern kam einer, der wollte nach NXEUX, das klingt doch sehr französisch, aber der sollte am 10. Juli wo auch immer eintreffen. Der Richtung nach führ er eher zum Panamakanal. Spannend, oder? Für was man sich so auf reizarmen Seereisen interessieren kann.
Draußen ist es immer noch stockdunkel, aber hier ist es ja eigentlich eine Stunde früher, wir müssten mal langsam unsere Uhren umstellen. Das erledigt sich fast von selbst, denn als wir uns dem Land nähern und die mobilen Geräte wieder Empfang haben, stellen sich alle Uhren von selbst um.
Um 07:00 Uhr Ortszeit, 06:00 UTC, geht die Sonne auf, vorher dämmert es schon leicht, und wir sehen die Insel in ihrer ganzen kargen Schönheit vor uns liegen. Wir fahren zu dem langen Sandstrand, für den Posto Santo berühmt ist, schon weil Madeira wohl keinen hat, davor fällt der Anker und wir sind angekommen.
Am 02. Juli 2021, 09:00 portugiesischer Zeit, wir sind 799,17 sm gefahren in 118 Stunden seit A Coruna, unser beider bisher längste Strecke ohne Land. Es war eine wunderbare Überfahrt, die wir beide sehr genossen haben.