Bootsstrohwitwe

Die Zeit als so eine geht – endlich – ihrem Ende zu. Aus der Heimat kommen insgesamt gute Nachrichten, sehr schön!

Samy schmollt

Zuerst sollten es ja nur drei Tage sein, Sonntag wollte Volker wieder zurück fliegen, aber wie das so ist in der deutschen Heimat, da kommt immer wieder etwas dazwischen. Ein Termin bei der Physio fürs Kind, ein vereiterter Zahn… aber für morgen, Mittwoch, ist ein Flug gebucht und eingecheckt ist Volker auch schon. Jetzt kann ich schon mal anfangen, mich zu freuen. Allein zu sein muss man auch üben, im Kopf rede ich dauernd, aber es ist keiner da, der zuhört, außer Samy natürlich, aber der schaut mich manchmal verständnislos an. Ich bewundere die Einhandsegler, die das viele Monate lang machen.

Türgriffe an einer Apotheke

Graffiti an einer Hauswand in der Nähe des Teatro Romano

Platz mit Kirche

Die Tage hier in Cartagena  sind – trotzdem – schnell vorbei gegangen. Nach der Tagesfahrt nach Murcia hab ich zwar keine großen Ausflüge mehr unternommen, mit dem Auto war ich nur zweimal im Industriegebiet zum Einkaufen bei Decathlon und Carrefour, aber der Tag geht trotzdem schnell vorbei. Mit Samy erkunde ich immer weitere kleine Straßen und Plätze in Cartagena, mit Samy und Beate haben wir lange Spaziergänge gemacht, z.B. zum ausgetrockneten Fluss nahe des Stadions von Cartagena. Dort haben wir ein Tor fallen hören, die Fangesänge waren eindeutig, Cartagena spielt wie Darmstadt in der zweiten Liga.

Sunsetdrinks

Am Sonntag war das Picknick der Cartagena Liveaboards, danach hat die Polarix auf einen Drink eingeladen, gestern waren wir auf ein Glas auf der Hexe, immer so zur Sunset-Zeit, sehr nett.

Die Percussion ist gut vertreten

Heute bin ich beim Spätnachmittagspaziergang aufmerksam geworden, weil auf einem Platz in der Stadt lauter Instrumentalisten in Uniform herum liefen, außerdem schwer bewaffnete Polizei. Als ich mit Samy vom Biomarkt zurück komme, beginnt gerade das Konzert der Infanteria de Marina, mit viel Pauken und Trompeten, und irgendwie wird die Geschichte dieser Infanterie erzählt, die auf die Zeiten von Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon zurück geht. Leider reicht mein Spanisch nicht aus, um alle Details zu verstehen, und Samy hat auch keine Lust mehr. Wir schenken uns die weiteren musikalischen Darbietungen und gehen zum Boot.

große Gästekabine

Vorschiffskabine

Am Mittwoch also kommt Volker und am Donnerstag unsere Freunde aus Hoorn, die Kabinen sind bereit, und wenn bitte noch der angekündigte Westwind um 180° dreht, könnte es weiter gehen …

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Ausflug nach Murcia

Jetzt bin ich seit Donnerstag Mittag allein an Bord, nein, natürlich nicht ganz allein, Samy ist ja bei mir. Außerdem verfüge ich über den Luxus eines kleinen Leihwagens. Ein Opel Corsa in schlichtem Grau, da musst Du Dir echt die Autonummer merken, um das Fahrzeug wieder zu finden!

Gestern haben wir nur einen kleinen Probe-Ausflug gemacht, zum Decathlon (erfolgreich, ein Midlayer-Shirt für kalte Segeltage und -nächte), zu Desigual (erfolglos, neue Kollektion, keine Winterröcke mehr, die ich wollte) und Carrefour (ebenfalls eher erfolgreich, mit frischem Gemüse, Wein und Käse) an den Outskirts von Cartagena.

Heute Morgen haben wir es gewagt und sind nach Murcia gefahren, 45 km nordöstlich von Cartagena, die Hauptstadt der Region, Studentenstadt und mit fast 500.000 Einwohnern die siebtgrößte des Landes. Ich war gespannt, hatte Lust auf etwas Neues. Von Beate war ich gewarnt, dass es eigentlich keine schöne Stadt ist, aber sie hat wohl Pech gehabt, ich war total begeistert!

Tante Google lotst mich anders als die Straßenschilder zum Centro Ciudad, ich glaube den Straßenschildern und letztendlich dem guten alten Katholizismus: Wo die Kathedrale ist, befindet sich die Mitte der Stadt. Ich finde einen Parkplatz, ein Dunkelhäutiger weist mich ein, ich gebe ihm zwei Euro, er freut sich, und zeigt mir die Himmelsrichtung, in die ich gehen muss.

Der Turm der Kathedrale kommt in Sicht

Nach zehn Minuten stehe ich vor der überwältigenden Kathedrale, Samy und ich machen erstmal Kaffeepause. Bei den Nachbarn am Tisch darf ich den Hund lassen, um für eine kurze Zeit die Kathedrale zu erkunden, dann mäandern wir unseren Weg durch die Fußgängerzone der Stadt, mit wunderschönen Geschäften, Cafés und kleinen Restaurants. Vor lauter Schauen und Staunen vergesse ich das Essen und bin nach 13 Uhr kurz vor dem Kreislaufkollaps, da rettet uns ein nettes kleines Restaurant, wieder in der Nähe der Kathedrale vor dem Hungertod und der Pfotenabnutzung.

Auf dem Heimweg finden wir noch einen sensationellen Platz mit einem Mega-Springbrunnen, dann streikt Samy nach über zehn Kilometern gelaufenem Weg heute.

Hier unsortiert die Bilder von heute:

Arena

Green Life

Graffiti-Kunst

More

Graffiti

und noch eine

mit dem grünen Daumen

quadratisch

Ensemble

Fassade

noch ‘ne Kirche

theater ganz…

Theatereingang

Theater

Kunst im öffentlichen Raum

mal so.

Mal so

Installation aufm Platz

neue Prachtbauten

Orangenbäume überall

Der Turm der Kathedrale kommt in Sicht

Häuserfront

noch ‘n’ Turm

neue Prachtbauten

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Lieferkrimi

Die Lieferung der Batterien ist irgendwann zur echten Thriller-Story geworden.

Die Vorgeschichte: Ein aufgeregter Telefonanruf informierte uns darüber, dass Larissa vom Pferd gefallen ist und sich mindestens zwei Bänder gerissen hat, worst case für eine junge Frau, die gerade beginnt, sich eine Existenz als Pferde- und Hunde-Physiotherapeutin und -Osteopathin aufzubauen. Die Pferde wohnen ja nicht mal eben in „Mit-dem-Stock-Laufdistanz“. Und Hündin Nana sowie Pferd Merlin möchten auch bewegt werden, richtiger Mist, um es vorsichtig auszudrücken. Genügend Gründe für den Papa, nervös zu werden, und für mich, ihm einen Flug zu buchen.

Selbst Samy ist angesteckt und wartet

Aber zuerst müssen die Batterien kommen! Gregorius von Autosolar hat gemeint, vielleicht brauchen sie auch nur einen Tag, aber am Mittwoch sind sie bestimmt da. Gut, der Dienstag geht vorbei, leider keine Batterie-Lieferung, am Mittwoch Morgen beobachten wir die zahlreichen Lieferdienste, die den Hafen anfahren, zum Teil mit bekannten, zum Teil unbekannten Namen, aber immer mit mindestens VW-Bus-großen Lieferwagen. Nix!

Um 11 Uhr telefoniere ich mit Gregorius, der gibt mir die Telefonnummer der Spedition, die wiederum sagen, „ja, die Batterien sind in Murcia angekommen, aber wann sie umgeladen und ausgeliefert werden, dafür musst Du eine andere Telefonnummer anrufen“. Mache ich, aber der Typ am Telefon ist unfreundlich und sagt. er habe keinen Auftrag mit dieser Nummer oder meinem Namen, und legt dann einfach auf. Ich probiere es erneut bei Gregorius, der ist gerade zu Tisch. Wieder eine halbe Stunde warten, dann das nächste Telefonat. Gregorius verspricht, sich darum zu kümmern, und will mich zurückrufen, sobald er mehr weiß. Warten…

Inzwischen ist es nach 15 Uhr, wer weiß, wann die bei Autosolar Feierabend machen, ich probiere es erneut, dort anzurufen. Freundlich wird mir beschieden: „Gregorius ist gerade am Telefon, und er hat alle Informationen, aber gib mir Deine Nummer, er ruft zurück“. Das ist mir nach einer halben Stunde zu lange, endlich komme ich zu ihm durch, „Mach Dir keine Sorgen, die Batterien kommen heute noch, sie werden heute Nachmittag geliefert!“ Wow, tatsächlich? Noch während wir daran zweifeln, steht der Lieferwagen der Spedition Dachser beim Boot und lädt eine Palette mit vier Batterien aus! Bernhard kommt sofort herbei geeilt (unser großer Dank geht an Beate und Bernhard!) und noch vor der Dämmerung sind die alten Batterien an Land und die neuen vorbildlich eingebaut, der Strom kann wieder fließen, Bernhard rechtzeitig, geduscht und gekämmt zur Abendeinladung, und Volker am nächsten Tag am Flughafen sein.

Just in Time! Super Service von Autosolar.es!

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Schlussendlich

Nachdem ich im letzten Blogbeitrag die Gesamtereignisse rund um unsere Batteriebank zusammengefasst hatte, will ich in diesem Beitrag auslegen, wie es denn jetzt weiter geht. Am Freitag hat uns Outremer mitgeteilt, dass sie keine Garantie für die defekten Batterien übernehmen werden, weil durch das Reset in der Batterieüberwachung die Historie nicht mehr nachvollziehbar ist. So kann man denken und argumentieren, man bzw. Outremer könnte aber auch kulanter sein, zumal nach den ganzen Problemen der letzten Wochen…

Aber es muss ja irgendwie weitergehen, heute morgen hat die Capitania bei autosolar.es vier neue AGM-Batterien mit je 250 Amperestunden bestellt, die exakt dieselben Abmessungen wie unsere kaputten Victronbatterien aufweisen. Wir haben dann noch überlegt, die Energiespeicher in Valencia beim Onlinehändler direkt mit einem Mietauto abzuholen, haben uns aber schlussendlich doch dagegen entschieden, weil die Mietautopreise für nur einen Tag viel zu hoch ausfallen und uns zudem von Autosolar versprochen wurde, dass die Batterien bis Mittwoch hier in Cartagena eintreffen sollen. Das ist uns zeitig genug, wir können dann direkt zusammen mit Bernhard den Einbau starten.

Vielfalt auf dem Segler-Grill

Gestern war ein besonders schöner Tag. Nachmittags haben wir am wöchentlichen Grillevent mit den anderen Dauerliegern hier im Hafen teilgenommen und dabei zahlreiche andere Segler kennengelernt und einige interessante Geschichten gehört. Jeder brachte sein Grillgut selbst mit, und auf drei Grills wurde kräftig gebruzzelt. Nach dem vergnüglichen nachmittäglichen Grillen sind wir zusammen mit Sven und Michaela der Empfehlung der dänischen Segelfraktion gefolgt, und zu einer kleinen Bodega aufgebrochen, wo ein Flamencoabend stattfinden sollte.

Das war auch echt die Attraktion schlechthin: Kleine Kneipe, regionales Essen, super liebe Spanier und ein Gitarrist und Sänger in Personalunion mit einer Wahnsinnsstimme, das war dann die Zusammensetzung für eine coole Party. Die Stimmung war top, wir wurden so in den Kreis der singenden und tanzenden Spanier integriert und die Zeit, sie flog nur so dahin. Sowas haben wir noch nie erlebt, muy fantastico!

Jetzt heißt es einfach abwarten und hoffen.

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Dauert noch

Herausfordernd, anspruchsvoll und zugleich seglerisch richtiggehend interessant war der Trip von Denia nach Cartagena, obwohl er mit 100 Seemeilen nicht wirklich lang war. Los ging es erstmal mit kräftigem Schiebewind von hinten mit dem Großsegel im ersten Reff, der uns aber nur drei Seemeilen bis zum Cabo de la Nao treu blieb.

Die Skyline von Benidorm

Danach war null Wind, und der Motor musste mit dazugehöriger Geräuschkulisse in seiner Motorkammer für den nötigen Vortrieb sorgen. Zwei Stunden später dreht der Wind genau auf vorne und frischte auf. Cornelia wollte für die Nacht, windgeschützt hinter einem Kap, den Anker werfen und auf die vorhergesagte Winddrehung warten. Ich wollte weiter, kreuzen hoch am Wind.

Sunset

(Aus Cornelias Logbuch: Am Ende der Bucht von Benidorm gibt es einen Ankerplatz in 4 – 6 Meter Wassertiefe, der bei dem angesagten Westwind guten Schutz bietet, das ist unser heutiges Etappenziel, da können wir schlafen und „…müssen uns nicht noch eine Nacht um die Ohren hauen…“ (O-Ton Skipper). Nach Benidorm darf der Motor schlafen, wir fangen an zu kreuzen, machen den ersten (und einzigen) Schlag aus der Bucht heraus. „Da vorne, in ca. einer halben Stunde, wenden wir.“  … „Wenn noch 8,5 sm bis zum Ziel da stehen, dann wenden wir.“ …  „Schau mal, der Kurs wird immer besser, bei 7 Seemeilen wenden wir.“ … „Wenn wir jetzt auf Kurs Richtung Cartagena gehen, müssen wir gar nicht mehr wenden, und werden ganz schnell!“ (Was geb ich auf mein Geschwätz von vorhin!)

Geschwindigkeitsrausch in der Nacht

Aus Zickzacksegeln gegen den Wind wurde ein Anliegerkurs, der uns auf direktem Weg nach Cartagena führte. Nur der Wind war dabei so wenig konstant, dass wir alle paar Minuten das Vorsegel bei auffrischendem Wind ein- und bei nachlassendem wieder ausreffen mussten. Das ging im Prinzip die ganze Nacht so, zudem wurde oftmals das Schiff so schnell, dass es regelrechte Bocksprünge durch die kabbelige See vollführte und dass sich Kaskaden von Meerwasser an den Salonfenstern brachen. An Schlaf war dabei nicht zu denken.

Alarm

Mitten an der Nacht schrillte auf einmal der Batteriealarm los und am Batteriemonitor konnten wir ablesen, dass unsere Spannung auf unter 24 Volt gesackt ist – absolut leere Batterien! Wie kann das sein, wir haben aus der 440 Amperestunden großen Batteriebank gerade einmal nur 17 Amperestunden entnommen? Nutzt aber nix, die Voltzahl muss erstmal wieder nach oben, damit sich nicht alle Systeme abschalten, also Motoren an. Ladestrom fließt in die Batterien, nach einer Weile machen wir einen neuen Versuch und schalten die Motoren aus. Nach nochmals genau 17 verbrauchten Amperestunden, ca. drei Stunden später, geht der nächste Alarm los. Wieder Unterspannung, zeitgleich schläft der Wind ein, wir entscheiden uns, die restlichen 10 Seemeilen bis Cartagena motorend zu bewältigen. Um 5 Uhr in der Früh sind die Leinen im Hafen fest und wir verziehen uns für ein paar Stunden Schlaf in die Koje.

Der Batteriemonitor ist völlig verstellt

Ein sonnig-blauer Himmel und unsere Freunde Beate und Bernhard begrüßen uns um 10 Uhr, wir frühstücken und klönen erstmal gemeinsam, es gibt viel zu erzählen. Ab dem Nachmittag wagen wir uns, zusammen mit Bernhard, an das Batterieproblem heran und führen verschiedene Tests durch. Zudem wird noch der Hafenelektriker involviert und engagiert. Es sieht so aus, als ob die gerade nur ein Jahr alten AGM-Batterien schon kaputt sind, das heißt, sie halten ihre Ladung nicht. Während des Testens mache ich wohl aus Versehen noch einen Totalreset des Batteriemanagementsystems mit der Folge, dass der Batteriemonitor nun nix Verwertbares mehr anzeigt. Nach zwei Tagen unermüdlichen Ausprobierens, Versuchens und Testens sind wir soooooo genervt.

Cartagena mit Festung im Hintergrund

Gestern gelang es dann Cornelia, zusammen mit dem Aftersale Service von Outremer, nach stundenlangem Ausprobieren, endlich wieder den Batteriemonitor zum Leben zu erwecken, sodass wir endlich wieder verwertbare Messdaten hatten. Ein letzter Test zusammen mit Outremer, die per Teamviewer auf unser Batteriesystem zugreifen konnten, bestätigten, dass die Batterien definitiv kaputt sind. Jetzt müssen wir mal abwarten, wie die Garantieentscheidung von Outremer aussieht. Wir hoffen für uns das Beste, damit wir  vier neue AGM-Batterien im Internet nach Cartagena liefern lassen können. Wir bleiben also noch ein paar Tage hier.

Tapas-Speisekarte

Gestern Abend haben uns Bernhard und Beate zu einem Stadtbummel mit Tapasbarbesuch abgeholt und so dankenswerter Weise für eine willkommene Abwechslung gesorgt. Wir haben Bekanntes gekostet und Neues ausprobiert. Zu Cartagena schreiben wir beim nächsten Mal noch ein bisschen mehr, zum Wetter jetzt. Das ist eigentlich ganz schön, tagsüber werden es 15 Grad, nachts wird es meist einstellig. Aus dem Wind raus und in der Sonne sitzend fühlt es sich schon jetzt wohlig warm an. Nur mit Wolken und im Nordwind stehend merkt man, dass der mediterrane Winter noch seine kühlen Finger ausstreckt.

Heute morgen hat die AidaMare im Hafen festgemacht, eine deutsche Lautsprecherstimme beschreibt den Passagieren die Stadt und scheucht uns aus dem Bett. Sie ist in der Mitte einer neuntägigen Kreuzfahrt von Mallorca über Lissabon und Barcelona zurück nach Palma de Mallorca. Schöne Strecke, aber noch kühl in der Jahreszeit!

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Schöne Zeit

Downtown Denia

Denia kennen wir schon von unserem ersten Zwischenstopp vor knapp vier Jahren und schon damals hat uns der schöne Yachthafen mit seinen gepflegten Anlagen, Restaurants und der ewig langen Seepromenade sehr gut gefallen. Das quirlige Stadtzentrum ist gut 20 Gehminuten vom Hafen entfernt und allabendlich eine beliebte Flaniermeile für die Spanier und die Touristen.

Denias Burg

Alle paar Meter gibt es in der Fußgängerzone, neben den üblichen Geschäften, Tapasbars mit verlockenden regionaltypischen Tapas, die zu einem Einkehrschwung einladen. Da der Frühling in Spanien bereits Einzug gehalten hat, sind die Sitzplätze im Freien schon gut frequentiert, auch wir lassen uns vom mediterranen Flair gerne anstecken und genießen leckere Chipirones, das sind kleine panierte und frittierte Tintenfische, vorzüglich…

Die Palmen sind schön beleuchtet

Gestern Abend waren wir dann in einem der durchweg hübschen und modern gestalteten Hafenrestaurants, dem “Republica”, herausragend gut essen. Wir bekamen einen Sitzplatz mit schöner Aussicht auf das Meer und den heimelich warmen offenen Kamin. Das Essen war hervorragend und mein gut 400 Gramm schweres “Roasted Pork” war so opulent, dass noch was für Samy übrig blieb.

Zum ersten Mal 2019 in kurzen Hosen

Wir haben alle anstehenden Jobs, die es noch so an Bord zu tun gab, bei schönstem Sonnenschein erledigt, und ich konnte das bei milden 20 Grad sogar in Shorts tun. Heute haben wir uns nach einigem Abwägen dazu entschieden, trotz widersprüchlicher Wetterberichte abzulegen. Der eine sagte heftigen Gegenwind, der andere segelbaren Nordwestwind voraus. Fakt ist, dass beide Vorhersagen nicht stimmen, es ist gar kein Wind zurzeit und wir motoren. Heute Nacht wollen wir in der Nähe von Alicante ankern und morgen bis Cartagena weiter segeln, und endlich Beate und Bernhard dort wieder zu sehen.

Alle ehemaligen Probleme an Bord scheinen gelöst zu sein, die Motorräume sind endlich knochentrocken, die Heizung läuft nicht mehr aus, wir sind sehr froh, dass es so ist, toi, toi, toi…

Kunst auf der Promenade

“Good vibes” Café

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Tag 3: Bis Denia

Freitag, 8. Februar 2019, Baro 1022, bewölkt, später sonnig, Wind 2 – 18 Knoten
auf See, 17:30 Marina de Denia

Beim ersten Tageslicht habe ich in meiner Wache den Teig für ein Hefe-Baguette angesetzt, am Ende der Wache wurde es, schön geformt auf ein Backblech gelegt. Ich durfte mich anschließend hinlegen, das Brot musste aufgehen, dann gab es zum späten Frühstück frisch gebackenes Brot, lecker.

Bis 15:00 Uhr wehte der Wind mit 3 – 10 Knoten von vorne, dann,  ca. 15 Seemeilen vor dem Cabo de la Nao frischt er auf, immer noch von vorne, und es baut sich eine unangenehme Welle auf. Zunächst motoren wir gegenan, aber das ist ganz furchtbar, wir rollen lieber die Genua bis Reff 1 aus und kreuzen. So richtig Spaß macht das aber auch nicht, nach fast zwei Stunden beschließen wir, dass wir nach Denia ablaufen, wir wollen nicht die ganze Nacht, so sagt es der Wetterbericht, gegenan kreuzen und das Boot in die Wellen fallen lassen.

17:30 machen wir die Leinen in der Marina de Denia fest. Am heutigen Samstag verbringen wir einen angenehmen Tag mit kleinen Instandhaltungsarbeiten, Wäsche und Ausruhen. So wie es in den Wetterberichten aussieht, können wir am Montag mit Ostwind nach Cartagena fahren. Vamos a ver!

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Zweiter Versuch, zweiter Tag

Donnerstag, 7. Februar 2019, Baro 1020, zunächst diesig, ab Mittag sonnig, wärmer
auf See
Nach den Delfinen gehen wir unseren „Auf-See-Aktivitäten“ nach, Volker putzt das Boot, staubsaugt den Salon, setzt Segel und birgt sie. Ich versuche, den Fehler in meinen SSB- oder Pactor-Gerätschaften zu finden, denn ich konnte mich nicht mit den Winlink-Stationen verbinden, habe gestern Abend, nachdem wir wieder Telefonnetz hatten, lange mit Ralf von der Malwieder konferiert. Heute Morgen hat es – wie durch Zauberhand – funktioniert, und mein Problem mit Zygrib, dass ich ein neues Login, also einen neuen Personal Code brauchte, ist inzwischen nach dem dritten Anlauf auch in Ordnung, von PredictWind habe ich über das Pactor-Modem einen neuen Wetterbericht abgeholt, wir sind auf die Nacht vorbereitet. Morgens ist es noch sehr diesig, alle Konturen verschwinden, aber ab mittags kommt – wie versprochen – die Sonne raus, und es wird schön warm, wir setzen uns mit Samy ins Trampolin.
Tatsächlich können wir um 18:00 Uhr den Motor ausmachen, wir segeln bei neun Knoten raumen Wind, wieviel angenehmer als gestern um die gleiche Zeit gegen dreizehn Knoten anzumotoren. Es ist ganz still im Boot, nur die Dieselheizung macht ein freundliches Geräusch. Samy bekomt Olivenöl unter sein Abendessen gemischt, damit ihm das eher ungewohnte Gassigehen und Häufchen-machen auf dem Vorschiff etwas leichter fällt. Wir hingegen bekommen extrem leckeren Hackfleisch-Gemüse-Auflauf, und schon während des Essens legt der Wind weiter zu, wir fliegen mit zehn Knoten durch die Nacht. Jetzt sind wir schneller als der andere Segler, den ich auf dem AIS sehen kann. Er motort schneller, aber wir segeln fixer! Schon denken wir ans Reffen, aber Volker beschließt, dass das warten kann, erstmal schnel und segelnd ein Stück vorwärts kommen!
Damit wir auch batteriemäßig gut versorgt für die Nacht sind, befestigt Volker den Watt&Sea, den Wassergenerator, am Backbordheck, zum ersten Mal in der Geschichte dieses Bootes auf eigenen Wunsch mit Schwimmweste und eingepickter Lifeline, das hat mich ausgesprochen beruhigt! Der Wassergenerator zeigt ein blaues Licht, ein Zeichen, dass ab jetzt die Batterien gut geladen werden.
Aufräumen, spülen, dann richten wir das Bett im Salon für die Nacht, das ist eine riesengroße Fläche, und bei nächtlichen Überfahrten darf sogar der Hund mit dort schlafen. Ich habe eine neue Wettervorhersage über SSB-Radio und Pactormodem geholt, Windstärke und -richtung stimmen Volker so optimistisch, dass wir unser Etappenziel Valencia aufgeben, und doch Kurs nehmen auf das Cabo de la Nao; dann weiter an Benidorm und Alicante vorbei bis nach Cartagena durchsegeln wollen.
Um 18:45 flaut der Wind rasant ab, der Motor darf wieder mitschieben, aber vorher muss der Watt&Sea hochgeklappt werden (wieder mit Schwimmweste und Leine!). Nun motoren wir weiter durch die Nacht, es ist relativ viel los hier, der Segler motort immer noch vor uns her, einige Frachtschiffe und Tanker sind auf dem AIS zu sehen, mit Ziel Marseille, Valencia, Gibraltar, sogar Bizerte in Tunesien sehe ich auf den Informationen des AIS. Alle zwanzig Minuten klingelt der Timer, damit der Wachhabende einen Rundumblick wirft, allerdings meine ich, dass ich auf dem Bildschirm mit Radar und AIS mehr sehe als in der tiefschwarzen Nacht da draußen. Das Radar dreht alle zehn Minuten und würde uns warnen, wenn ein feindliches Schiff zu nahe kommt, ebenso wie das AIS. Der Sternenhimmel ist beeindruckend, und es ist nicht mehr so kalt wie die Nächte in LGM.
00:30 Uhr, ich löse Volker ab, das Barometer zeigt 102 Hektopascal, leicht gestiegen gegenüber heute morgen. Der Wind kommt immer noch mit 5 – 6 Knoten aus zwanzig Grad, leider nicht segelbar.
Um 03:00 Uhr übernimmt Volker die Wache, Wind und See sind unverändert, als ich um 05:30 Uhr ihn wiederum ablöse. Barometer weiterhin 1022, Sternenhimmel, und die kleinen Islas Columbretes sind fast querab, ich kann bei meinem ersten Außenrundgang ein schwaches Licht erkennen. Noch 175 Meilen bis Cartagena.

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Der zweite Versuch: Bis Spanien hat es geklappt!

Samy genießt die Sonne

Zwischen 09:00 und !0:00 Uhr wollten wir ablegen, das haben wir genau geschafft, mal sehen, wie weit wir heute kommen. Zunächst können wir mit dem Code D segeln, aber schon bald müssen wir ihn wieder bergen, denn mit drei Knoten Fahrt kommen wir nie bis Gibraltar. Wir schauen alle Wetterberichte an, das sieht schon sehr nach Motorfahrt aus für heute. Dabei hatte man an der Capitainerie in LGM eine rote Flagge gesetzt, das bedeutet, dass es mindestens vier Windstärken geben soll. Aber die waren wohl noch im Bett oder anderswo, jedenfalls nicht auf dem Mittelmeer vor Sète. Auch die Nahake, die gleichzeitig mit uns ausgelaufen ist, klagt bei einem kurzen Gespräch per Funk über den fehlenden Wind, und dass sie ihren Code D nicht ausprobieren können. Dabei hat sie immerhin den besseren Windeinfallswinkel, wenn auch nicht für den Code D.

Aber immerhin hatten wir zum ersten Mal Frühstück draußen im Cockpit bei herrlichem Sonnenschein und ein glattes Meer!

Wir motoren bei 4 – 5 Knoten achterlichem Wind bis zum Sonnenuntergang, dann dreht der Wind auf SSW und frischt auf. Wir packen den eingerollten Code D weg, bergen das Großsegel, weil es gar nicht mehr angeströmt wird, und kochen Abendessen. Mittlerweile ist das Barometer um fünf Strich gefallen, und der vorderliche Wind nimmt immer weiter zu. Nach dem Abendessen (Gulasch mit kleinen Fertigknödelchen) sind es schon bis zu 14 Knoten, die uns entgegen strömen. Dazu baut sich natürlich auch eine unangenehme Welle auf, das hatten wir so nicht bestellt! Der entgegen kommende Wind lässt unsere Reisegeschwindigkeit auf 4,5 Knoten fallen, auch doof. Wenn das so weiter geht, wollen wir nach Cap Creus ablaufen und uns eine Ankerbucht für die Nacht suchen. Oder wir fahren weiter, und hoffen, dass die Wetterberichte doch Recht haben, denn die behaupten, hier seien es 5 – 6 Knoten Wind, während unser Windmesser 12 – 15 Koten misst.

Vor Mitternacht werden Wind und Wellen weniger, kommt allerdings weiterhin von vorne, sodass wir motoren bis morgens um 06:00 Uhr. Wir verbringen die Nacht mit Wachen à ca. zwei Stunden, das passt ganz gut für uns. Morgens ist es leider total bewölkt, aber man merkt deutlich, dass es wärmer wird. Der Skipper ist genervt, heute Nacht konnten wir zwei Stunden segeln, aber das war es auch schon, ansonsten machen wir die Dieseltanks leer. Neues Ziel ist Valencia, das sind noch 190 Seemeilen.

Erst nur zwei…

Gerade eben kamen uns Delfine besuchen, zuerst nur zwei, die wunderschön um die Büge herum spielten, dann kamen noch vier, und sie blieben lange, zu unserer Freude, auf jeden Fall so lange, wie Volker mit Schrubber und Füßen ein kleines Percussion-Konzert gab.

dann fünf Delfine

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A bientôt

LGM im Sonnenschein

„A bientôt“, bis bald, hat mir der nette Hafenmeister von La Grande Motte zum Abschied gewünscht. „Non, das will ich nicht hoffen“, habe ich geantwortet, aber man hat mich beruhigt, auf französisch würde man das sagen, wenn man zeigen will, dass einem die Person sympathisch ist und man sich folglich über ein Wiedersehen freuen würde. Gut, dann bin ich auch höflich und verabschiede mich ebenfalls mit „à bientôt!“.

Motorsegelnd haben wir die ersten Seemeilen des neuen Jahres ins Kielwasser gelegt, Samy hat es sehr genossen, bei schönstem Sonnenschein im Trampolin oder auf den Seiten zu liegen, das glatte Wasser sorgte für einen optimalen Wohlfühlgradient. Gerade kam ein bisschen mehr Wind auf, und wir wollten den Spinnacker setzen, als Volker noch mal eben schnell in den Motorraum schaut, ob alles in Ordnung ist. „Neiiiiiiiin, Cornelia, schnell Motor aus, ich brauche Eimer und Zewa!“

Tatsache ist, dass bei einer Schlauchschelle der Teil fehlte, der diese normalerweise um den Schlauch fest zieht, und das Wasser sich sprudelnd in den Motorraum ergoss. Nun hatten wir so ein Ersatzteil leider nicht dabei, außerdem war der Frustmoment zu groß, wir sind einfach umgedreht, und haben den schwarzen Peter dahin zurück gegeben, wo er hingehört: zu Outremer. Mir war es suspekt, als am Morgen die Sonne schien, und alles perfekt war für den Trip nach Süden. Komischerweise dachte ich, da kommt noch was nach…

wieder am Steg…

Irgendwie fühlte es sich seltsam vertraut an, wieder nach La Grande Motte zurück zu fahren, die Hafeneinfahrt ist hübsch bei Sonnenschein und wenig Wind, auch das Anlegemanöver mit nur einem Motor hat gut geklappt, Martin von der Lunara war Standby mit seinem Dingy, und die Hafenmeister von La Grande Motte waren hilfreich. Vielleicht hätte ich das nicht sagen sollen: “à bientôt”

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