Und wieder einmal: Olà!

Dienstag, 26. September 2017, Baro 1019, sonnig, Wind NNW um 20 Knoten
Cap d’Agde 08:30 – Llafranc 20:40, 95 sm

Ehrlich gesagt bin ich gar nicht traurig, dass wir gestern Nachmittag entschieden haben, die Nacht in Cap d’Agde zu verbringen. Heute morgen sieht das alles für mich viel netter aus mit Sonne statt dicker Regenwolken, und jetzt freue ich mich richtig auf den Ritt über die See nach Spanien. 08:15 macht das Hafenbüro auf, 08:10 stehe ich schon dort und möchte den Liegeplatz bezahlen. Im Hafenbüro sieht es wild aus, dort wird renoviert und ab morgen ist das Office auch neben der Zone technique, da hätte ich ganz schön weit laufen müssen. Vorher habe ich in dem kleinen Laden Baguette, Eier und ein bisschen Obst erstanden, es kann losgehen.

Halb neun sind die Leinen los, viertel vor neun alle Fender und Leinen weggeräumt und das Großsegel geht hoch. Nur noch schnell die Genua ausgerollt, zunächst mit einem kleinen Reff, bald aber ganz, und die Hexe sprintet los, 9, 10, 11 Knoten schnell, kein Problem. Die kurzen Wellen machen die Fahrt zwar zu einer holprigen Geschichte, aber das macht uns ja nichts aus. Mit Seekrankheit haben wir glücklicherweise nichts zu tun.

Der Spi steht

12:00, Baro 1018, schon 36 sm abgesegelt. Der Skipper hat geschlafen, Windgeschwindigkeiten zwischen 18 und 24 Knoten bei einem Windeinfallswinkel von 150 – 160° machen die Fahrt angenehm. Volker hat zwar schon mal über den Spi nachgedacht, aber noch ist der Wind zu böig und zu stark.

14:00 Uhr, der Wind hat sich bei 15 Knoten stabilisiert, wir setzen unseren schönen Spinaker, der zieht uns gut nach Süden, aber weil der Wind direkt von hinten kommt, und wir aufpassen, dass wir keine Patenthalse fahren, müssen wir alle halbe Stunde schiften, halsen, um nahe an der Ideallinie zu bleiben. Nix mit chillig segeln, oder so. Immerhin schaffe ich heute zwei Prüfungsdurchgänge für meine Amateurfunkprüfung (1 x gut bestanden, einmal knapp durchgefallen!!!) und die halbe Lektion 13 (bei 19 bin ich durch…)

Dramatischer Sonnenuntergang vor Estartit

18:00 Uhr, Baro 1018, der Wind wird so schwach, dass wir den Spi wegnehmen müssen. Jetzt kommt das Spiel: Motor an, Wind frischt auf, Motor aus, Vorsegel ausgerollt, Wind geht weg, Motor an, Vorsegel weggerollt, und so weiter.  Dann suchen wir eine gut geschützte Ankerbucht. Die Wellen kommen aus Nord bis Nordost, also muss die Bucht dagegen Schutz bieten. Die Inseln vor Estartit wären eine Möglichkeit, sind uns aber ein zu weiter Umweg. Die Bucht bei Aiguafreda bei dem schönen Hotel scheint sehr eng, und ist voller Bojen. Wir fahren rein, bergen Segel (unter Qualen, weil die Rutscher am Mast genau das nicht tun, nämlich rutschen) und wieder raus, nee das ist nix. Mittlerweile wird es dunkel, nicht so lecker, wenn man einen Ankerplatz in unbekannten Felsbuchten sucht. Auch die nächste Bucht liegt voller Fischerboote mit ihren Bojen, da trauen wir uns garnicht erst rein. Der Bucht mit der Marina von Llafranc leuchtet verführerisch, aber bei dem Hafen darf man nicht ankern, nur südlich davon, in der kleinen Bucht vor dem Ort, da scheint ausreichend Platz zu sein, der nicht von nächtlichen Fischern okkupiert wird.

Der Anker fällt auf 13 Meter Wassertiefe, Volker brät uns ein Steak, wir beobachten durchs Fernglas den kleinen netten Ort, Feierabend!

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Meinungs-Verschiedenheit?

Ein Wind weht aus Süd und beide Motoren schieben uns aufs Meer hinaus. Bevor die Segel am 27 Meter hohen Carbonmast nach oben steigen, gibt es erst mal lecker Rührei mit dick Butter auf dem Baguette. Das hat schon beinahe Tradition, jedenfalls wenn wir spät ablegen. Die Hafeneinfahrt lag kurz nach halbelf hinter uns, Wind war Mangelware, dafür knurrte der Magen. Gestern fiel das Abendessen wegen Müdigkeit aus.

Nach dem ausführlichen Frühstück frischte der Südwind auf segelbare drei Beaufort auf. Erst mit Großsegel und Genua, dann als der Wind immer mehr raumte, ging der Code D nach oben. Nichts hält ewig, das trifft wieder einmal mehr für den  unbeständigen Mittelmeerwind zu. Der war nach zwei Stunden weg, dafür setzte ein kräftiger Herbstregen ein. Gut für die vertrocknete Mittelmeerfauna, nicht so nett für uns. Der Wind drehte mit dem Regengebiet auf West durch, frischte auf, Zeit zu reffen.

Mittlerweile gab es bei den verschiedenen Wetterdiensten eine Sturmwarnung für die kommende Nacht. Paardiskussion an Bord, weiterfahren oder nicht. Ich wollte das Schiff mal wieder richtig ausprobieren, heizen, wellensurfen. Die Capitania hatte auf pechschwarze Nacht mit Sturm und Regenschauern absolut keine Lust. Schade, denn der Wind soll auf günstige Nordrichtung drehen. Meistens sind wir uns einig, (nicht nur) was das Segeln angeht, diesmal nicht.

Cap d’Agde, wolkenverhangen

Jetzt liegen wir im regnerisch-grauen Cap d’Agde und können vor morgen früh 8 Uhr nicht weg, weil die Kasse im Hafenbüro schon geschlossen war und erst morgen wieder aufmacht. Die Bootspapiere jedoch, die haben sie der Capitania, – wie hier üblich – abgenommen, komplizierte Verwaltung.

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Wochenendpause

Die Mathildenhöhe begrüßte uns mit schönstem Sonnenschein

Am letzten Donnerstag haben wir uns kurzfristig und spontan ein Leihauto genommen und sind für vier Tage nach Darmstadt gefahren. Es waren noch ein paar Dinge zu erledigen (außerdem brauchten wir mal eine Boots-Katastrophen-Pause). In unserem Firmengebäude gab es Anfang letzter Woche einen kleinen Rohrbruch und zudem wird das Außengelände von einem Bautrupp aufgehübscht. Außerdem hatten wir im Vorfeld vergessen, uns für die Briefwahl zu registrieren. So waren wir heute ganz früh mit der normalen Wahlbenachrichtigung zu dem für uns zuständigen, bereits gut besuchten Wahllokal unterwegs. Auf dem Rückweg nach LGM haben wir noch einen kleinen kulinarisch-leckeren Zwischenstopp bei unseren Freunden Eric und Nany eingelegt, die in der Drôme-Region ein schönes altes Landhaus bewohnen. Danke für Eure Gastfreundschaft!

In Nanys Garten blühen die Krokusse (?)

Das Wetter im Rhein-Main-Gebiet war in den letzten Tagen sehr angenehm, die Temperaturen im Prinzip ähnlich wie in Südfrankreich. Klimatisch also keine große Umstellung für uns, allein das fallende Laub der Bäume und das fortgeschrittene Kalenderdatum sind deutliche Anzeichen des beginnenden Herbstes.

Morgen wollen wir mit unserer Hexe abermals in Richtung Spanien aufbrechen. Am nächsten Sonntag kommen Allegra mit Lebenspartner Christian und Leonard in Barcelona an Bord. Sie werden mit uns bis Valencia segeln. Im Vorfeld angespannt sind wir wegen der möglichen Wahl zur Unabhängigkeit der katalanischen Region am 1. Oktober und eventuell daraus resultierenden Eskalationen, bzw. Unruhen. Der spanische Staat hat angekündigt, dass er auf keinen Fall eine Abstimmung, bzw. einen unabhängigen Staat dulden wird. Meiner Meinung nach muss man mit allem rechnen. Wir werden die Situation tagesaktuell verfolgen und Alternativen ins Auge fassen. Die Windvorhersagen für die 180 Seemeilen lange Reise sind nicht ganz so prickelnd. Überwiegend soll es windstill bleiben. 180 Seemeilen in sechs Tagen sind jedoch nicht wirklich anspruchsvoll und die Dieseltanks von unserer Hexe sind gut gefüllt. Wir hoffen sehr, dass unser Kat uns ab jetzt nur noch Anlass zur Freude gibt und wir von weiteren Problemen verschont bleiben.

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Ein Kompromiss

Dieser Dyneema-Lasching hält das Baumende

der improvisierte Lasching von heute

Der alte Lasching

Testsegeln mit dem Mastenbauer Lorima stand heute auf dem Tagesprogramm, und nicht nur mit dem allein. Auch ein Vertreter von der Firma Maréchal, dem Großbaumbauer war mit an Bord. Der Aluminiumbaum hat bei den letzten Segelausflügen so laut geknarzt, dass es nicht zum Aushalten war. Da gab es heute glücklicherweise eine schnelle Lösung für, das Lasching, dass das Großsegel nach unten auf den Baum hält, hat an der Aluminiumoberfläche gerieben. Jetzt gibt es morgen ein neues Dyneema-Lasching, das mit glatter Oberfläche ausgestattet wird und geräuschfrei über den Aluminiumbaum gleiten soll.

Noch ein Problempunkt wurde gestern behoben. Die Dieselheizung ist seit letzten Freitag in Streik getreten und lies sich nur mit List und Tücke zum Starten überreden. List und Tücke meint, den Steuerborddieselmotor starten und danach die Heizung. Die sprang dann unter einer hellen Rauchwolke (kein Wasserqualm😀) an. Der Fehler war, dass irgendwo Luft ins Treibstoffsystem kam. Gestern hat der Outremer-Mechaniker noch Verstärkung mitgebracht, zusammen mit dem lokalen Webasto-Vertreter wurde eine Lösung gefunden und ein zu dicker Treibstoffschlauch ausgetauscht. Heute morgen sprang unsere Wärmequelle wie gewohnt an, cool, nee hot.

Ja aber was ist jetzt mit dem Mast???

Experten warten auf das Geräusch

Beim heutigen Probesegeln hatten wir einen schönen Nordwind mit 4 Beaufort, die Hexe beschleunigte brav und stürmte mit bis zu 10 Knoten Fahrt durch das spiegelglatte Meer. Spiegelglatt ist in dem Fall ernst zu nehmen, der ablandige Wind sorgte für eine ruhige See.

Nicht mal eine Altwelle aus einer anderen Richtung stand. Traumhafte Segelbedingungen eigentlich, nur nicht wenn man ein “Schaukelschiff” mit Quietschemast zeigen will, Vorführeffekt also.

Der Mast wird vermessen

Ratlose Gesichter, was soll man jetzt tun, den kompletten Mast tauschen, den inneren Mastfuß prophylaktisch wechseln oder abwarten. Das Mastfall wurde noch mal gemessen, mit baugleichen Schiffen im Hafen verglichen, die Messwerte sind korrekt. Der Mast steht perfekt auf seinem Fuß. Abgekürzt – wir haben uns fürs Abwarten entschieden, Kaffeesatzlesen ist keine Lösung, wir segeln mit dem Mast weiter. Spätestens in der Karibik hat Outremer ein befreundetes Riggunternehmen (wenn es noch steht), mit denen weitere Maßnahmen, falls notwenig, erfolgen können. Outremer hat jegliche Unterstützung für dort zugesagt, ein kleiner Vertrag sichert uns ab.

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Fremdgegangen

Das Ankündigungsplakat

Ähnlich wie mit unserem Segelverein in Hoorn verhält es sich mit einigen südfranzösischen Segelsportvereinigungen. Ab dem frühen Herbst wird über den ganzen Winter hinweg bis hin zum Frühjahr um “Ruhm und Ehre” gesegelt. Wer die Winterserie gewinnen will, muss schon einiges an Aufwand leisten, die seglerische Messlatte hat sich in den letzten Jahren spürbar nach oben verschoben. Fast alle teilnehmenden Schiffe haben Laminatsegel, sind innen leergeräumt und die Crews trainieren schon im Sommer für die anstehenden Wintermonat.

Egal wo wir bisher herumgeschippert sind, im Vereinigten Königreich, in Belgien, Frankreich, Italien oder eben in den Niederlanden, zieht sich das wie ein goldener Faden bei den Segelvereinen durch. Sportlich und mit Können segeln reicht nicht mehr aus, auch das Material muss stimmen. Soviel vorab.

Eric et Nany, die stolzen Eigner der J-122

Ich hatte das große Glück, am letzten Sonntag bei unseren Freunden Eric und Nany an Bord ihrer J-122 als Crewmitglied aushelfen zu dürfen. Die erste Regatta der Winterserie, der sogenannte Lionscup, eine vom örtlichen Lionsclub unterstützte Regatta, stand auf dem Kalender.

Rund 30 Yachten fanden sich ein, gesegelt wurde eine Art “Up-and-Downwind-Kurs”. Einfacher ausgedrückt, eine Schleife, einmal gegen den Wind und dann zurück auf Vorwindkurs. Ich freue mich immer sehr, auf fremden Booten mit zu segeln und deren Potenzial zu erfahren.

Warten vor dem Start

Jeder, der J-Boote kennt, weiß, dass deren Stärke, durch die gemässigte Bauform, also einfallender Steven und nicht zu breit im hinteren Bereich, auf dem Amwindkurs liegt. Da zieht das Boot, wie mit einem Lineal geradeaus gezogen, seinen Kurs sehr hoch am Wind. Beim Segeln mit dem Wind kommt kein symmetrischer Spinnaker, sondern ein Code D zum Einsatz, der an einem langen ausziehbaren Bugrüssel gesetzt wird. Hier und da klemmte es noch ein bisschen bei den Manövern im Ablauf, doch mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit hatten der Skipper und seine Frau, Boot und die (unerfahrene) Mannschaft gut im Griff.

Flaute …

Ein dritter Lauf kam wegen Windmangels leider nicht zustande, trotzdem war es super klasse, mal wieder auf einem kompetitiven Monohull zu segeln, das hat schon was.

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Wer weiß,

was uns Samstag Nacht auf See so alles erwartet hätte, viel Wind oder Flaute, Kälte, Sternschnuppen, Fährschiffe, Delfine vielleicht… Angedacht war, in einem Rutsch die 230 Seemeilen nach Mallorca abzusegeln, um von dort aus den Kurs nach Málaga abzustecken. Der Wind hätte mitgespielt, wenn man den Wetterberichten trauen kann, kühle Luft aus dem Norden Europas hätte uns in warme Bekleidung gezwungen, zumindest nachts.

Frohen Mutes und mit noch mehr gutem Willen haben wir Samstag früh den Hafen von LGM hinter uns gelassen. Der anfänglich leichte Wind ist um die Mittagszeit schön aufgefrischt, mit 8 – 9 Knoten Fahrt, ist der Hafen schnell immer weiter achteraus im gurgelnden Kielwasser zurück geblieben.

Nach einer Stunde war Ende mit der guten Stimmung bei uns an Bord. Der Mast gab wieder, zuerst zaghaft und kaum vernehmbar, später aufdringlich und permanent, die altbekannten hässlich lauten Knarzgeräusche von sich. Von der gleichen Stelle, außen, wie schon vor dem Mastfußwechsel. Wir waren und sind immer noch fassungslos und es brauchte eine Weile, bis die bittere Realität zu ins durchgedrungen ist. Wir haben wieder ein ungelöstes Problem, das uns zum Umkehren zwingt. Was wird Outremer jetzt unternehmen? Wird es der Werft jetzt endlich gelingen, die Mastenbauer von Lorima nach LGM zu locken? Anscheinend gab es Seitens Lorima bisher keine Bereitschaft dazu.

Uns ist das jetzt egal. Unsere Grenze ist erreicht, wir haben absolut keine Lust mehr auf irgendein Problem an unserem Katamaran aus Frankreich. Entweder das Problem wird jetzt kurzfristig, kreativ, mit Einsatz und Willen von allen Beteiligten gelöst oder wir werden uns entsprechende Konsequenzen überlegen. So kann es nicht weitergehen, die Klingen sind gewetzt, Schluss mit lustig.

Klar braucht ein Schiff nach der Übergabe ein bisschen Zeit, inzwischen wird aber seit beinahe sechs Monaten an der Mängelliste gearbeitet, wovon vieles, unser Ansicht nach, bereits im Herstellungsprozess vermeidbar gewesen wäre. Also hier ist erst Mal nix mit Dolce Vita im Süden, sondern eher Frust auf’m Schiff. Und wir sind nicht die Einzigen, alle Outremer-Eigner, die wir kennengelernt haben, verfügen ebenfalls über eine ellenlange Problemliste, der Spitzenreiter „führt” die Rangliste mit über 200 Mängelpunkten an. Sehr schade, dass das so ist, ein Trauerspiel.

Dabei segeln diese Boote soooo schön, nur der ewige Kampf mit Mängeln verdirbt einem die Laune, am Schiff, am Segeln, an Outremer.

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Flughund

Gestern war Besuchstag, sozusagen erweiterter Familienbesuch, überraschend deshalb, weil wir nur ein paar Stunden vorher, per Telefon geplant. Nachdem mein Vater ziemlich früh verstorben ist, hatte meine Mutter das Glück, wohnortnah, mit einem neuen sympathischen Lebensgefährten zusammenzukommen. Willi, so heißt der Auserkorene, hat vier Kinder in ungefähr meinem Alter und einer davon, Frank, macht mit seiner lieben Frau, der Tochter Marie, Freund Max und last but not least, Hund Wotan, gerade zufälligerweise im 50 Kilometer entfernt Cap d’Agde Familienurlaub. Soweit hoffentlich verständlich, bezüglich der Verwandschaftsverhältnisse. Cornelia und ich haben uns jedenfalls tierisch gefreut, neuerlichen (und auch tierischen) Besuch willkommen zu heißen.

Wotan, total entspannt

Am frühen Mittag waren alle an Bord, inklusive Hund, neugierig wurde unser Zuhause inspiziert, gezeigt und entdeckt. Das Innendesign von Outremer gefiel den segelfremden Vier und der Bordercollie Wotan traute sich ganz schnell in unser Bugnetz und war dabei tierisch entspannt.

Als gute Gastgeber zeigten wir ebenfalls die gigantisch großen Bugstauräume. Dabei nahm das Unglück seinen Lauf. Just in dem Moment, in dem ich die Luke zum großen und tiefen Steuerbord-Stauraum öffnete, kam Wotan unvermittelt und neugierig an, rutschte kurz aus und fiel, Rücken voran, über zwei Meter tief nach unten. Es rumste gehörig, als der Vierbeiner aufschlug, alle Umstehenden schrieen erschrocken auf. Ich bin sofort hinabgestiegen, der Hund hat sich, Glück im Unglück, schnell berappelt, und stand wieder, in hundegewohnter Weise, auf seinen vier Pfoten. Was da alles hätte passieren können, man mag es sich gar nicht ausmalen…

Wotan, aufmerksam nach Sturz

Beim abschließenden Spaziergang zeigten sich keinerlei Bewegungseinschränkungen, für solche Tapferkeit gab es ein gekochtes Kotelett für den Hund, und Sahnetörtchen zum beruhigen für uns. Danke für Euren Besuch!!!

Anderes Thema: Seit heute haben wir eine neue Schraube, ein neues Großfall, wir sind fast segelklar. Nur das Steuerbordruder ist noch in der Werkstatt, weil es von der abgescherten Schraube ‘ne tiefe Macke hat. Da aber der obere Teil des Ruderschafts über Wasser liegt , konnte das Schiff trotz gezogenem Ruders wieder zurück ins Hafenwasser. Morgen früh soll, Mithilfe eines Tauchers, das Ruder von unten wieder in seinen Schaft geschoben werden. Dann sehen wir weiter.

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Windige Grüße

Bootsbericht von Dienstag Abend:

Ein langer Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Der Lotusgrill steht bereit, Filetspieße, Kalbskoteletts, Schweinesteaks und eine Entenbrust sind angerichtet, mariniert mit verschiedenen Saucen und Gewürzen – norwegische Segelfreunde haben wir zum Abendessen eingeladen. Seit unserem Tunesienaufenthalt haben wir viele verschiedene Gewürze an Bord und die haben wir nochmal kreativ gemischt, es gibt also reichlich Grundlagen für Dips und Marinaden. Die Gewürzdosen machen sich gut hinterm Fenster zum Cockpit, ein guter Gedanke, genau dort die kleine Metallleiste zu befestigen.

Der Aufbau von unserer Hexe ist komplett poliert, alles Edelstahl an Bord wurde mit “Metal Polish” von Autosol auf Hochglanz gebracht, die meisten Bilgen sind gereinigt, Fliegenleichen entfernt, die zweite Gästekabine ist jetzt bewohnbar. Die letzten Wochen hatten wir dort alles mögliche zwischengelagert und die Matratzen waren noch in der Originalfolie eingepackt. In ein paar Wochen will Allegra mit ein paar Freunden an Bord kommen und mit uns eine Woche in Spanien segeln, wir freuen uns schon schneeköniglich darauf.

Die Arbeiten im Boot sind abgeschlossen, lediglich draußen gibt es noch ein paar Gelcoatausbesserungen. Die Wettervorhersagen für Donnerstag sind weiterhin vielversprechend, wir sind wieder ein bisschen optimistischer als gestern.

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Noch mehr Verspätung

Wir hatten ein Superwochenende, kurzweilig, abwechslungsreich, mit lieben Freunden. Wolfgang und Ute aus Heppenheim haben uns für vier kurze Tage besucht. 1.000 Kilometer hin und 1.000 Kilometer zurück, das ist für die beiden reisefreudigen Menschen kein Problem. Wir haben uns sehr gefreut, zumal wir schon letzte Woche darüber nachgedacht haben, was wir während der langen Wartezeit auf den Autokran Sinnvolles unternehmen können. Aber Besuch von Freunden aus der Heimat schlägt alles.

Heute, am Montagmorgen, geht die Arbeit an unserer Outremer gewohnt weiter. Am Wochenende hat sich eine Salonlampe verabschiedet und ein Fliegenrollo rollt nicht mehr, so wie es soll.

Zuviel Wind fürs Kranen

Dann haben wir vor einer Stunde noch eine schlechte Nachricht erhalten: Der für morgen angesetzte Krantermin kann nicht wie geplant stattfinden. Schuld ist diesmal das Wetter, das uns diesen Strich durch die Rechnung macht. Zwar scheint die Sonne vom makellos strahlendblauen Mittelmeerhimmel, dafür weht es sprichwörtlich die Kühe vom Deich, so es denn solche hier gäbe. Outremer hat Angst, dass das Boot beim Auskranen, mit den langen Gurten des Autokrans, wenn die Hexe aus dem Wasser gehoben wird, pendeln könnte, mit nicht absehbaren Folgen. Zwei weitere Tagen müssen wir uns gedulden, bis sich am Donnerstag der Tramontana, ausgeweht hat.

Das Zeitfenster bis zu den Kanaren wird damit mal wieder ein paar Tage kürzer – und mit der schrumpfenden Zeit sinkt gerade unsere Stimmung unter den Nullpunkt.

Der Mückenkiller – die chemische und die Bio-Variante mit Pyrethrum

Zum Schluss noch ein kleines Moskito-Update: Damit wir endlich ruhig schlafen können, hat Cornelia ein elektrisches Mückenschutzgerät erstanden, das man einfach in die Steckdose steckt, dort heizt es sich auf und verdampft eine chemische Flüssigkeit, die die Moskitos harmlos macht, bzw. tötet. Diese Lösung ist bestimmt nicht die zuträglichste in gesundheitlicher Sicht, aber dafür die effektivste, für einen ruhigen Schlaf.

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Muscheln für umme,

gute Musik und ein Tänzchen. Gestern Abend war Party angesagt, nach einem arbeitsreichen Tag haben wir uns ein bisschen aufgedresst und uns ins Nachtleben von La Grande Motte gestürzt. Wer Mittwoch abends gute Stimmung, coole Musik umd nette Menschen treffen will, muss, wenn er in LGM ist, in die Inn-Kneipe “L’Estrambord”. Ein engagierter Koch bereitet Gratis-Muscheln in einer riesig großen gusseisernen Pfanne zu, ein DJ legt ein Mix aus südamerikanischer Musik und aktuellen Hits auf, Cocktails werden an der gut besuchten Outdoor-Bar gemischt.

Stunde nach Stunde wird die Stimmung ausgelassener und nach 22 Uhr hält uns nichts mehr auf den Stühlen, die Tanzfläche wird gestürmt. Allerdings sind wir leider schon kurz nach Mitternacht so platt, dass wir zurück an Bord gehen und umgehend todmüde ins Bett fallen. Die Tage fangen früh an, die ersten Handwerker stehen um kurz nach sieben auf der Matte und bleiben bis 17 Uhr. Heute wurde ein abgelöstes Holzfurnier ersetzt. Das neue blütenweiße, 0,8 mm dicke Furnier ist jetzt aufgeklebt und morgen wird noch ein kleiner dunkler Spalt nachgemalt.

Die letzten Tage waren in musikalischer Hinsicht still. Seit der Mast weg ist, hatten wir keine Radioantenne mehr und damit keinen Radioempfang mehr. Mit einer geliehenen Radioantenne  konnten wir kurz vor Schluss frequenzmäßig ein bisschen Schwung in die Bude bringen.

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